Archiv für 5. Juni 2017

„Trump vergleicht Äpfel mit Birnen“   8 comments

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Sogar China macht jetzt große Anstrengungen um dem Klimawandel entgegen zu wirken. Trump steht jetzt mit Syrien und Nicaragua alleine da, da nur diese Länder das Pariser Abkommen nicht unterzeichnet haben. Wobei bei Nicaragua ein wichtiger Punkt verschwiegen wird. Nicaraguas Staatspräsident Daniel Ortega zweifelt nicht an der Existenz des Klimawandels, im Gegenteil, ihm geht das Abkommen nicht weit genug. Ich habe mir auch die Argumente der Klimawandel-Gegner angeschaut. Aber diese Argumente konnten mich in keiner Weise überzeugen. Es ist auch festzustellen, dass die Gegner des Klimawandels durchgehend aus der rechtskonservativen Ecke kommen. Es geht nicht zuletzt darum der Wirtschaft Lasten zu ersparen. Man sieht ja das bei den Argumenten von Trump, dass er glaubt, die Wirtschaft der USA würde damit benachteiligt. Es geht bei Trump um nationalistische Interessen, die aus dem Egoismus genährt werden. America first, ist ja sein Wahlspruch. Aber es wird auch ohne die USA weitergehen und er steht isoliert da und schadet damit sich selbst. Nicht zuletzt geht es auch um Solidarität. Aber der Millionär Trump weiß nicht was das ist und es interesssiert ihn auch nicht. Dass er keine Ahnung zeigt ja auch seine Äußerung, dass er den Klimawandel für eine Erfindung Chinas hält.

 

Auszug aus tagesschau.de

Auch wenn in Zukunft deutlich mehr neue Arbeitsplätze bei erneuerbaren Energien entstehen, kann Trump mit Kohle und Fracking-Jobs bei seinen Kernwählern punkten. Zumal er im Wahlkampf finanziell von der fossilen Industrie, von der Kohle- und Fracking-Lobby unterstützt wurde. Diesen großen Geldgebern gegenüber kann Trump nun Vollzug vermelden.

Schließlich folgt Trump seinem langjährigen Bauchgefühl, dass der von Menschen verursachte Klimawandel ein „Schwindel“ ist und eine „Erfindung Chinas“, um Amerika wirtschaftlich zu schaden. Bezeichnend in Trumps Rede: Er begründete die Notwendigkeit des Ausstiegs wie ein Kleinkrämer: Das Abkommen koste zu viel, stehle den USA ihren Wohlstand, benachteilige sie gegenüber China, Indien und Europa. Und nicht zuletzt genießt es Trump, seinem Vorgänger Barack Obama „schlechte Deals“ vorzuwerfen und dessen Errungenschaften Stück für Stück abzuräumen. Trump geht dabei vor wie ein neues Löwen-Männchen, das den Nachwuchs des Vorgängers weg beißt.

Was bedeutet Trumps Entscheidung für das Machtgefüge im Weißen Haus?

Wer geglaubt hatte, Trumps Chefstratege Steve Bannon sei von Mainstream-Republikanern wie dem Nationalen Sicherheitsberater H.R. McMaster oder Verteidigungsminister James Mattis kaltgestellt worden, sieht sich getäuscht. Während diese die Europäer beruhigen, Trumps „America First“-Credo sei nicht so egoistisch gemeint, erinnerte Trumps gestrige Ausstiegsrede an seine Inauguration: Es war die Wiederauferstehung des protektionistischen Nationalismus.

Bannon hat sich damit gegen Außenminister Tillerson und auch Trumps Tochter Ivanka sowie deren Mann Jared Kushner durchgesetzt. Beide waren übrigens bei der Rede im Rosengarten des Weißen Hauses nicht anwesend.

Außenpolitisch ist Trumps Entscheidung ein verheerendes Signal: Die Supermacht USA verabschiedet sich von ihrer globalen Führungsrolle bei einem der wichtigsten Zukunftsthemen. Wie erwartet lehnen die anderen Nationen Trumps Ankündigung einer Neuverhandlung des Klimaabkommens ab. Damit steht Amerika isoliert da und befindet sich nun in Gesellschaft mit Syrien und Nicaragua.

Fazit: Mit seinem Ausstieg aus dem Pariser Abkommen schadet Trump nicht nur dem weltweiten Klimaschutz, sondern auch den USA und ihrer Wirtschaft – und letztlich schadet er politisch auch sich selbst.

 

http://www.tagesschau.de/ausland/trump-klima-analyse-101.html

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Ein weiterer Auszug aus tagesschau.de

Trump hat das Pariser Klimaabkommen als „unfair“ bezeichnet. Doch die Amerikaner stoßen pro Kopf mehr als doppelt so viel CO2 aus wie Chinesen. Trump vergleicht deshalb Äpfel mit Birnen, sagt der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar.

tagesschau.de: Was bedeutet der Ausstieg der USA als zweitgrößter CO2-Verursacher für das Pariser Klimaabkommen?

Ranga Yogeshwar: Zunächst einmal sollen die Industrieländer ab 2020 genau 100 Milliarden Dollar pro Jahr in einen Klimafonds einzahlen. Donald Trump möchte sich da herausstehlen – doch zeitlich gesehen tritt dies erst in Kraft, wenn seine Amtsperiode zu Ende ist.
Weil dieser Klimafonds die ärmeren Länder unterstützen soll, bedeutet das, dass viele Schwellenländer mit nicht so viel Hilfe rechnen können. Das ist nicht einfach eine Spende, sondern es geht darum, dass viel Technik von den Industrieländern dorthin geliefert wird. Dieser Beitrag wird sich nun reduzieren.

Trumps Vergleiche hinken

tagesschau.de: Trump spricht von einem „unfairen“ Abkommen, das ausschließlich anderen Staaten nütze und dem amerikanischen Volk schade. Stimmt dieser Vorwurf?

Yogeshwar: Er sagt, es sei eine massive Umverteilung an andere Länder. Er nannte dabei zum Beispiel auch China. Dies ist eine Politik, die man auf zwei Arten nicht verstehen kann: Der erste Punkt ist, dass die USA oben stehen, wenn man sich den Pro-Kopf-CO2-Ausstoß anschaut. Da liegen sie derzeit bei knapp 28 Tonnen CO2 pro US-Bürger. Ein Deutscher bringt es auf etwa 18 Tonnen, ein Inder auf etwas über drei Tonnen. Hier vergleicht er also Äpfel mit Birnen.
Ganz entscheidend hierbei ist: Es ist ein Akt der echten Unsolidarität. Diese Entwicklungsländer haben zu Recht in Paris sinngemäß gesagt: „Liebe Industrieländer, ihr habt inzwischen euren Luxus, ihr stoßt unglaublich viel CO2 aus, ihr seid die ursprünglichen Verursacher dieses Klimawandels. Wenn wir jetzt Schluss machen, dann gebt ihr uns nicht die Chance uns zumindest auch industriell zu verbessern oder in dem Maße zu verbessern wie ihr.“

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http://www.tagesschau.de/ausland/ranga-yogeshwar-interview-trump-101.html

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Auszug aus der Tiroler Tageszeitung

Syrien, Nicaragua und die USA? Trump vor Schritt in die Isolation

China: „Unbedingt auf grünes Wachstum setzen“

Chinas Ministerpräsident Li betonte in Berlin, sein Land habe als eines der ersten Länder die Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommens auch in nationale Gesetze übertragen. „Wir wissen, dass eine Volkswirtschaft in einem bestimmten Entwicklungsstadium unbedingt auf nachhaltiges und grünes Wachstum setzen muss.“ Eine ähnliche Zusage hatte Merkel Anfang der Woche von Indiens Ministerpräsident Narendra Modi bekommen. Indien ist drittgrößter Kohlendioxid-Produzent vor Russland. Li Keqiang reist weiter nach Brüssel zum EU-China-Gipfel, wo weitere Vereinbarungen zum Klimaschutz unterzeichnet werden sollen.

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Zahlreiche Appelle auch innerhalb der USA

Die USA haben sich so nicht nur weltweit isoliert. Auch innerhalb des Landes stößt Trump auf Widerstand. Zahlreiche Unternehmen haben an den Präsidenten appelliert, den Vertrag nicht aufzukündigen. Darunter sind Konzerne wie Apple, aber auch Industrieriesen wie Dow Chemical und Exxon. Tesla-Chef Elon Musk kündigte an, sollten die USA den Klimavertrag verlassen, werde er seine Funktion als Berater Trumps aufgeben. Zahlreiche Bundesstaaten wie Kalifornien bekennen sich zudem zum Kampf gegen den Klimawandel und machen eigene Vorgaben.

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http://www.tt.com/politik/weltpolitik/13051715-91/syrien-nicaragua-und-die-usa-trump-vor-schritt-in-die-isolation.csp

 

Auszug aus n-tv.de

Widerstand gegen KlimaabkommenDarum ist Nicaragua nicht dabei

Mit dem Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen manövriert Donald Trump die USA ins klimapolitische Abseits. Nur Nicaragua und Syrien seien mit im Boot, wird gespottet. Zu Recht?

Nun ist es offiziell: Die USA werden aus dem internationalen Klimaabkommen von Paris aussteigen. Damit bringt US-Präsident Donald Trump, der den Klimawandel für eine Erfindung hält, einen umweltpolitischen Meilenstein seines Vorgängers Barack Obama zum Erodieren. Dafür erntet Trump massive Kritik – und Spott. Die USA seien nun klimapolitisch isoliert, gemeinsam mit Nicaragua. Damit tut man dem zentralamerikanischen Land unrecht. Denn dessen Motivation zum Widerstand gegen Paris ist anders als die von Trump.

Neben Syrien und nun den USA ist Nicaragua das einzige Mitglied der Vereinten Nationen, das sich dem Pariser Klimaschutzabkommen verweigert.

Doch im Gegensatz zu Trump liegt dies nicht daran, dass Staatspräsident Daniel Ortega an der Existenz des Klimawandels zweifelt. Im Gegenteil: Dem ehemaligen Guerillakämpfer geht die Vereinbarung nicht weit genug.

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Nicaragua werde nicht einwilligen, weil die freiwillige Verantwortung „ein Weg zum Scheitern“ sei, sagte Oquist dem Klimaschutz-Portal Climate Home. In der Tat sind die in Paris formulierten Klimaschutzzusagen, INDC genannt, rein freiwillige Bekenntnisse. „Wir wollen nicht Komplize dabei sein, die Welt auf 3 bis 4 Grad zu bringen“, sagte Oquist weiter. Das führe zu Zerstörung und Tod.

Zudem kritisierte Oquist die Auflagen für Industrienationen als zu lasch. Reiche Staaten müssten demnach für den Klimaschutz mehr bezahlen, da diese größeren Anteil an Umweltschäden hätten. Oquist verwies darauf, dass Länder wie Nicaragua an der globalen Erwärmung zu leiden hätten. „Es geht nicht darum, Querulant zu sein, sondern um das Überleben der Entwicklungsländer“, sagte Oquist. Nicaragua verweigerte die Unterzeichnung des Klimaabkommens.

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http://www.n-tv.de/politik/Darum-ist-Nicaragua-nicht-dabei-article19872122.html

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Gruß Hubert

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