Wie kam die katholische Kirche zu ihrem Reichtum?   2 comments

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Ich habe mir oft schon gedacht – von was wurde denn die katholische Kirche so reich? Das werden sich wohl auch andere kirchenkritische Menschen denken. Denn sie sind ja nicht produktiv, zumindest nicht im Sinn, dass sie etwas herstellen und von dem reich werden könnten. Und mit predigen und beten verdient man ja auch nichts (eine Kleinigkeit bei den Messen, wenn sie Tote erwähnen, wofür gezahlt werden muss). Natürlich gibt sich die Kirche immer für arm aus, sonst könnte sie ja nicht betteln und man würde ihr nicht spenden und vererben würde man ihr wohl auch nichts, wenn alle wüssten wie reich die katholische Kirche ist.

Aber wenn man sieht welche unehrenhaften Methoden betrachtet, von Konfiszierungen, Urkundenfälschungen, Erbschleichereien und andere betrügerische Praktiken von der katholischen Kirche zum Teil bis heute angewendet werden, dann versteht man schon wie sich der Reichtum anhäufte. Das folgende ist nur ein Teilaspekt, das würde sonst ein Buch ausfüllen.

Aus theologe.de

„Das große Konzil von Tours, das Alexander III. 1163 abhielt, befahl allen weltlichen Fürsten, die Ketzer einzukerkern und ihr Eigentum zu konfiszieren“ (Lea, Geschichte der Inquisition im Mittelalter, Bd. 1, S. 562).

Die Kirche zwang den Staat

Dies galt auch dann, wenn die Ketzer ihrem Glauben abschworen. Die weltlichen Herrscher mussten zunächst buchstäblich gezwungen werden, solche Konfiskationen durchzuführen – zu sehr widersprach es offensichtlich ihrem Rechtsempfinden. „Gerade in der Unterlassung dieser Pflicht lag, wie Papst Innozenz 1210 erklärte, eines der hauptsächlichen Vergehen, wofür Raimon VI. von Toulouse so bitter hatte büßen müssen“ (ebda., S. 563). schon bald hatte sich diese Vorschrift zu einer reibungslos laufenden bürokratischen Maschine entwickelt: „Sobald ein der Ketzerei Verdächtigter vorgeladen und verhaftet worden war, belegten die weltlichen Beamten sein Vermögen mit Beschlag und benachrichtigten seine Schuldner von dieser Maßregel“ (S. 565).
Der Anteil der Kirche am konfiszierten Gut war unterschiedlich, so z. B. 1369 in Deutschland ein Drittel, in anderen Fällen wurde zu gleichen Teilen geteilt; oder es wurde gedrittelt zwischen Inquisitionsbehörde, Bischof und Stadt bzw. Gemeinde. Im Kirchenstaat fiel natürlich der gesamte „Erlös“ an die Kurie. Dies galt ab dem 14. Jahrhundert in der Regel auch für die übrigen Regionen Italiens. Doch oft genug prozessierten Kirche und Staat auch um die Anteile, bisweilen sogar jahrzehntelang.

Die Inquisition lebte von der Konfiskation

Unbestritten ist jedoch, dass ohne die Konfiskation die Inquisition ihre grausame Eigendynamik fast völlig eingebüßt hätte. „Wir dürfen daher mit Recht behaupten, dass durch die Aussicht auf den Gewinn aus den Geldstrafen und Konfiskationen die Arbeit der Inquisitoren viel weniger gründlich gewesen und zu einer verhältnismäßigen Bedeutungslosigkeit herabgesunken sein würde, sobald der erste fanatische Verfolgungswahn erloschen war; sie hätte vielleicht eine Generation hindurch gedauert, dann eine Zeitlang geruht, um bei einem neuen Wiederauftauchen der Ketzerei von neuem wieder aufzuleben … Erst als man durch die Konfiskationen die Ketzer zwang, selbst die Mittel zu ihrer Vernichtung zu liefern, als die Habgier dem Fanatismus die Hand reichte und beide zusammen die treibenden Kräfte für die Inquisition wurden, erst da konnte jene hundertjährige, nicht nachlassende, erbarmungslose Verfolgung einsetzen, die unbedingt zum Ziele führen musste“ (Lea, S. 597).
Auch Bernd Rill (Die Inquisition und ihre Ketzer, S. 85) bemerkt: „Die Spekulation ist erlaubt, ob das Heilige Offizium ohne seine mannigfaltigen finanziellen Anreize wirklich jahrhundertelang hätte aktiv bleiben können, oder ob es ohne diese nicht schon weit vor der Aufklärungszeit sanft entschlafen wäre.“ Wie sehr das Geld der „Treibstoff“ für die Inquisition war, erkennt man auch daran, dass in der spanischen Inquisition bevorzugt reiche „Ketzer“ zu Opfern wurden – vor allem reiche „conversos“, d. h. bekehrte Juden: „Die Mitte des 17. Jahrhunderts gehört zu den für wohlhabende Conversos grausamsten Zeiten in Spanien“ (Henry Kamen, Die spanische Inquisition, S. 158).
Bisweilen konnten sie sich auch durch Zahlung astronomischer Geldsummen für einige Zeit freikaufen (vgl. Rill, S. 32).
Im 18. Jahrhundert, als es praktisch keine wohlhabenden conversos mehr gab, war der Niedergang der Inquisition nicht mehr aufzuhalten.

Das Unglück der Menschen ist das Glück der Kirche 

Fest steht in jedem Fall: „Wohl nirgends in der Geschichte hat sich der Eifer, aus dem Unglück der Mitmenschen Gewinn zu ziehen, in so abstoßender Weise gezeigt als bei den Geiern, die den Spuren der Inquisition folgten, um sich an dem von ihr angerichteten Elende zu mästen“ (Lea, S. 575).

 

9. Teil – Unermessliche Grausamkeiten – „Kirche der Geldgier“

„Nichts ist uns genug!“ Nirgends wurde die kirchliche Geldgier so deutlich wie bei der Verfolgung Andersgläubiger. „Kirchenfürsten haben immer wieder Blutgelder eingestrichen – so exzessiv, dass ein geflügeltes Wort sagte, das schnellste und leichteste Mittel, reich zu werden, sei das Hexenbrennen“  (Herrmann, Kirchenfürsten, S. 7).

Die Grausamkeit der Kirche war unermesslich. Fiel jemand in die Hände der Inquisition, dann kamen sofort die Beamten ins Haus: „Jeder Teil seines Hausrates und der Lebensmittel wurde inventarisiert, ebenso seine liegenden Güter. So wurde seine Familie, mochte sie noch so unschuldig oder schuldig sein, vor die Tür gesetzt, um Hungers zu sterben oder sich auf die unsichere Nächstenliebe anderer zu verlassen, eine Nächstenliebe, die nur allzu sehr beeinträchtigt wurde durch die Tatsache, dass jede Sympathiekundgebung für einen Ketzer gefährlich war“ (Lea, Geschichte der Inquisition im Mittelalter, Bd. 1, S. 583).
Besonders pervers war die Vorschrift, das Vermögen einer Familie auch dann zu beschlagnahmen, wenn ein Verstorbener nachträglich (!) der Ketzerei bezichtigt wurde. „Eine Verjährung für die Ansprüche der Kirche trat erst nach 40 Jahren ein, bei der römischen Kirche erst nach 100 Jahren, und zwar datierte diese Verjährung nicht etwa vom Tage der Begehung des Verbrechens an, sondern erst von dem Tage seiner Entdeckung“ (Lea, S. 585). Dies brachte eine große Rechtsunsicherheit mit sich, denn „kein Gläubiger oder Käufer konnte der Rechtgläubigkeit dessen sicher sein, mit dem er zu tun hatte“ (ebda). Eine ganze Familie konnte Jahrzehnte nach dem Tod eines Familienmitglieds plötzlich ins Elend gestürzt werden. Bei Lebenden gab es eine Verjährung erst recht nicht: „Die Inquisition rächte erbarmungslos an dem Greis, was der Jüngling an Unwillkommenem geäußert hatte. Ein Blick in die Akten, und Jahrzehnte alte Verfehlungen konnten immer noch zum Scheiterhaufen führen“ (Bernd Rill, Die Inquisition und ihre Ketzer, S. 63). Deshalb wurde in der Inquisition alles genauestens protokolliert: „Um so wichtiger war ein schriftliches Gedächtnis, da Ketzer auch nach dem Tod noch abgeurteilt werden konnten, was nicht nur moralisch gemeint war, sondern auch die praktische Konsequenz nach sich zog, dass ihre Nachfahren unfähig zur Bekleidung öffentlicher Ämter und nach einem Ketzer nicht erbberechtigt waren. So hatte es die Inquisition in der Hand, einen missliebigen Zeitgenossen, dem seinerseits mit dem Verdacht der Häresie nicht beizukommen war, auf dem Umweg über seine Eltern finanziell zu erwürgen und ihn auch noch seines Amtes zu berauben. Dass Wissen Macht ist, hat sie damit einleuchtend vorexerziert“ (Rill, S. 64).

 

Gut bezahlte Hexenjäger

Für die Hexenverfolgung galt das gleiche wie für die Inquisition. Auch hier fand der gesamte Prozess mit bereits vorab Verurteilten statt. Die Folterknechte wurden für jeden Handgriff, ja sogar für Speis und Trank auf Kosten des Opfers bezahlt. „An einem Hexenprozess verdiente jeder, der daran beteiligt war.

Als Beispiel sollen die Taxen aus Franken genannt werden, denn für das Hochstift Würzburg ist eine Zehntgerichts-Kostenordnung erhalten …, die Bischof Julius Echter erlassen hatte, um Ordnung in die Verhältnisse zu bringen … Dem Botengänger, der das Ergebnis des Verhörs zur fürstlichen Kanzlei bringen musste, stand ebenso ein Lohn zu wie dem Geistlichen, der der zu Tode verurteilten Malefikantin mit allen üblichen Tröstungen der Religion zur Seite stand“ (Döbler, Hexenwahn, S. 135). Auch die Gelder der Hexenprozesse kamen direkt oder auf Umwegen der Kirche zugute: „Mittel aus solchen konfiszierten Vermögen wurden, wie aus den Akten nachweisbar ist, beim neuen Schlossbau der Mainzer Erzbischöfe verwendet, auch die Kirchen in Goßmannsdorf (Main) und Gerbrunn wurden mit Geldern aus den Hexenprozessen gefördert“ (ebda., S. 136). Bisweilen bekamen die Inquisitoren pro „überführter“ Hexe sogar ein Kopfgeld (Rill, S. 315).

Der goldene Altar in der katholischen Kathedrale von Sevilla wurde aus dem Gold gegossen, dass man den Indios in Lateinamerika geraubt hatte und die man ermordet hatte.

Blutgeld haftet nicht nur an Inquisition und Hexenverbrennung, es klebt auch an der Eroberung des amerikanischen Kontinents. „Der Missionseifer eines Columbus war gepaart mit der Sucht nach Gewinn, wie sein Brief an die Könige verrät. ‘Eure Hoheiten besitzen hier eine andere Welt, wodurch unser heiliger Glaube so große Verbreitung finden kann und woraus man so viel Gewinn wird ziehen können.’ Eine solche Vermischung von Religion und Habsucht berührt uns heute peinlich … Für welchen Zweck will er nun den Gewinn einsetzen? Für den Sieg des Christentums. Man braucht nur Amerika zu entdecken und dort die nötigen Geldmittel zu beschaffen, um das heilige Grab und Jerusalem wieder zurückzuerobern. Das Gold ist Mittel zu einem heiligen Zweck“ (Enrique Rosner, Missionar und Musketen, S. 56).Folgerichtig landete vieles von dem Gold, das amerikanischen Ureinwohnern auf grausame Weise geraubt wurde, in spanischen Kirchen: „Wen überfällt nicht ein Schaudern, wenn er den mit 20 Tonnen Blattgold vergoldeten Altar der Kathedrale von Sevilla (siehe Foto links) bestaunt und dabei an das in den Minen vergossene Blut der Indios denkt. Treffend spricht diese prophetische Klage Erzbischof Melchior de Linnán aus: ´Er halte es für gewiss, dass jene Edelmetalle im Blut der Indios gebadet waren und dass, wenn man das aus ihnen herausgeholte Geld ausdrücken würde, mehr Blut als Silber aus ihnen heraustropfen müsste … `“ (ebda., S. 60).

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Wie kam die katholischen Kirche zu ihrem Reichtum?

 

Siehe auch:

Auch das ist Deutschland – Armes Volk, reiche Kirche

Darin ist auch ein Video enthalten mit einer Dauer von 38 Minuten.

Auszug

Es ist nun die Zeit, dass auch die letzten Lügen der Kirche entlarvt werden.
Aufgrund einer Neuordnung des Lehenswesens in der Zeit Napoleons erlitten die beiden deutschen Großkirchen im Jahr 1803 finanzielle Nachteile. Dafür werden sie jetzt [2017] seit 214 Jahren Jahr für Jahr mit Abermillionen “entschädigt”: ca. 500 Millionen Euro direkt aufgrund dieses Anlasses und weitere ca. 17 Milliarden Euro darüber hinaus durch zusätzliche Subventionen und Steuerbefreiungen, durch weltweit einzigartige Privilegien, insgesamt Milliardengeschenke: Der deutsche Staat zahlt die Bischofsgehälter, die Priesterausbildung… und und und.

http://www.der-freie-geist.de/video/armes-volk-reiche-kirche

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Ein Experte in Sachen „Kirchenfinanzen“ ist Carsten Frerk.

https://hpd.de/artikel/10721

http://www.carstenfrerk.de/wb/buecher/violettbuch-kirchenfinanzen.php

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Der Reichtum der Kirche ist Blutgeld – komplette Dokumentation

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Gruß Hubert

 

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2 Antworten zu “Wie kam die katholische Kirche zu ihrem Reichtum?

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  1. Es ist unfassbar, dass der Staat (also wir alle) der kath. Kirche auch nach 214 Jahren (!) immer noch exorbitante jährliche Zahlungen leistet. Verfassungsrechtlich ist das nicht zu rechtfertigen, aber fast allen Parteien ist dieses Eisen zu heiß und so zahlt der Staat weiter bis… ja bis wann eigentlich? Es wäre die Pflicht des Staates die Zahlungen einzustellen, weil die „Schuld“ schon längstens getilgt ist. Der Staat nimmt widerrechtlich Geld vom Steuerzahler ein und verschleudert es an die katholische Kirche. Und zwar von allen, egal ob jemand eine andere Konfession hat oder aus der Kirche ausgetreten ist. Diese Zahlungen gehen auf den sogenannten Säkularisationsbeschluss von 1803 zurück, das war also noch zu Napoleons Zeiten.
    Die Schuld wäre ja schon seit langer Zeit abgetragen. Deutsche, die sonst bei anderen Dingen ganz genau nachrechnen nehmen aber diesen Umstand aber widerspruchslos hin. Und hier geht es wirklich um Milliarden!

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    Hier aus theologe.de
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    Warum zahlt der Staat immer noch so viele Milliarden Euro an die Kirche?

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    Die Geschichtsfälschung der Kirchen-Lobbyisten und die Verspottung unserer Demokratie.
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    http://www.theologe.de/kirchensubventionen_stopp.htm

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    Gruß Hubert

  2. Hier kann man nachlesen wie es die beiden Kirchen Sachsens nach den 1990-er Jahren in Sachsen trieben. Dort hatte damals die CDU die absolute Mehrheit. Der evangelische Pfarrer, Kirchenjurist und damalige Justizminister der CDU, Dr. Steffenn Heitmann hat dieses Machwerk unterschrieben – man war unter sich.

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    Auszug aus theologe.de
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    Die „Ausplünderung“ Ostdeutschlands durch die Kirche

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    Während sich die Bürger Ostdeutschlands Anfang der 90er-Jahre noch über die deutsche Einheit freuten, wurden hinter den Kulissen bereits die Staatsknebelverträge der neuen ostdeutschen Bundesländer mit der Kirche ausgehandelt, die der Kirche Jahr für Jahr mehrere Hundert Millionen Euro Geschenke aus dem Staatshaushalt sichern, die sich Jahr für Jahr unabhängig von der Wirtschaftslage zudem automatisch erhöhen.
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    Beispiel Sachsen. Dort hatte damals die CDU die absolute Mehrheit. Im Herbst 2010 wollten nun SPD, FDP, Grüne und Linke den 1993 ausgehandelten „Staatsvertrag“ des Landes Sachsen, also damals der CDU allein, mit der evangelischen Kirche nachverhandeln (http://www.mdr.de/mdr-figaro/journal/7845013.html) und ernteten dafür den Spott von CDU und Kirche. Hier gebe es nichts mehr zu verhandeln. Die Millionen fließen unbegrenzt in vereinbarten Höhen, basta. Die Millionen für die Kirche „sind verfassungsrechtlich abgesichert und stehen natürlich nicht zur Disposition – weder für uns noch für den Staat“, so damals Landesbischof Jochen Bohl aus Dresden (zit. nach idea-spektrum Nr. 44/2010 vom 4.11.2010). Und so passiert dann auch nichts.
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    Wenn man sich diesen „Vertrag“ und seine Folgen heute jedoch näher betrachtet, dann stehen einem einmal mehr die Haare zu Berge. In dem am 24.6.1994 rechtskräftig verabschiedeten Staatsvertrag (http://www.bmi.bund.de/cae/servlet/contentblob/129362/publicationFile/13184/Vertrag_Sachsen_EvKirch.pdf) wird der Kirche zunächst die Komplettfinanzierung von konfessionellem Religionsunterricht („Kindermission“ auf Staatskosten), Pfarrerausbildung, umfassende Bau- und Renovierungszahlungen und vieles mehr für alle Zeiten (!) zugesichert und zusätzlich jährliche Steuermillionen aus dem allgemeinen staatlichen Steueraufkommen zur Besoldung des Kirchenpersonals. So beträgt alleine dieser staatliche Zusatz-Zuschuss nur für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen im Jahr 2010 21,9 Millionen Euro. Die katholische Kirche bekommt natürlich genauso diese Zahlungen, in der Höhe im entsprechenden Verhältnis ihrer Mitgliederzahl. Die sächsischen Politiker von SPD, FDP, Grünen und Linken irritierte vor allem, dass überall im Haushalt gekürzt werden müsse, jeder also sparen müsse. Nur beim Geld für die Kirche muss (!) im Gegensatz dazu die Staatsleistung erhöht (!) werden. Eine Kündigung oder Veränderung dieses Vertrages durch spätere Regierungen wurde von der CDU damals vertraglich ausgeschlossen, es sei denn, die Kirche möchte selbst, dass gekürzt wird – ein Vertrag, der schon von vorneherein eine Verhöhnung des Rechtsstaates ist.
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    Wörtlich lautet der Artikel 25 des Vertrages:
    „Die Vertragsparteien werden zwischen ihnen etwa bestehende Meinungsverschiedenheiten über die Auslegung dieses Vertrages oder über die Einhaltung des Paritätsgebotes im Zusammenhang mit Regelungen dieses Vertrages auf freundschaftliche Weise beilegen.“
    Das heißt z. B.: Wenn die Kirche sagt: „Wenn ihr uns von den 22 Millionen eine weg nehmt, dann sind wir nicht mehr eure Freunde“, dann können die Politiker angeblich nichts tun und müssen der Kirche auch diese Million geben. Oder sie trauen sich endlich einmal, nicht mehr die „Freunde“ der Kirche zu sein.
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    Doch es kommt noch dicker: Unterzeichnet haben damals das Gesetz zur Inkraftsetzung des Vertrages auf der Seite des Staates (!) der römisch-katholische Ministerpräsident Dr. Kurt Biedenkopf, Ehrendoktor der katholischen Universität Brüssel, und der evangelische Pfarrer, Theologe und Kirchenjurist der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Dr. Steffen Heitmann, nebenbei Präsident des Evangelischen Siedlungswerkes, der damals von der CDU zum staatlichen Justizminister gemacht worden war. Die Kirche war also unter sich und konnte sich die Millionen nach Gutdünken vorne und hinten rein schieben. Sowohl auf staatlicher als auch auf kirchlicher Seite saßen damals also die Vertreter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, und so erscheint der seitherige Millionenabfluss vom Staat in Richtung Kirche als eine kircheninterne Formsache.
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    Hier weiterlesen:
    http://www.theologe.de/kirchensubventionen_stopp.htm#Sachsen

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    Gruß Hubert

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