Archiv für 6. Juli 2017

Es gibt doch noch Sklaverei in Deutschland   Leave a comment

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Es muss einen nicht wundern warum Fleisch so billig, viel zu billig ist, wenn man sieht mit welchen Ausbeutermethoden die Fleisch(mafia)Industrie arbeiten lässt. Es muss einem auch nicht wundern warum die Discounter ganz vorne in ihren Werbeprospekten seitenweise Werbung für billiges Fleisch bringen.

Die Arbeiter in diesen Gewerbe kommen meist aus dem Osten und sie werden oft bis zu 40 Stunden im Monat betrogen. Es werden ihnen einfach Stunden geklaut. Außerdem sind sie unqualifiziert, was wieder zu Lasten der Tiere geht. Die Arbeiter werden auch noch gedemütigt. Die Betreiber solcher Betriebe sind einfach nur  KRIMINELLE MIT STAATLICHER GENEHMIGUNG.

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Eine Recherche von NDR.de

Moderne Sklaverei in der Fleischindustrie?

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Gibt es in Deutschland moderne Sklavenarbeit? Und wenn ja, wo? Diesen Fragen ist am Montagabend die Dokumentation „Wir Sklavenhalter“ nachgegangen. Ein Thema darin waren auch die Arbeitsbedingungen in der Südoldenburger Fleischindustrie sein. Einige Betroffene, die nicht erkannt werden wollen, haben mit NDR 1 Niedersachsen über die Ausbeutung in ihren Jobs gesprochen.

„Oft werden uns Stunden geklaut“

Ein junger Pole, wir nennen ihn Jan, hat bereits mehrere Jahre in der Fleischindustrie gearbeitet. Die Löhne sind niedrig und werden oft noch nicht einmal bezahlt, sagt er. „Es gibt immer wieder Probleme mit den Abrechnungen. Oft werden uns bis zu 40 Stunden im Monat geklaut, die wir nicht bezahlt bekommen.“ Selbst von dem anderen Geld werden noch oft verschiedene Dinge abgezogen, wie zum Beispiel für Kleidung.

Polnisch sprechen kostet 50 Euro

Außerdem werden die Arbeiter bestraft, wenn sie gegen bestimmte Regeln verstoßen. „Es reicht schon aus, wenn wir uns untereinander kurz in unserer Muttersprache unterhalten“, sagt Jan. „Dann werden sofort 50 Euro abgezogen, sogar wenn ich bloß einem Landsmann, der noch nicht so gut Deutsch spricht, helfen wollte.“

Chef nennt Mitarbeiterin „polnische Sklavin“

Auch Anna hat in der Fleischindustrie gearbeitet. Nach einer Krankheit bekam sie Ärger mit ihrer Verleihfirma. „Ich hatte Probleme mit den Beinen und musste operiert werden“, sagt sie. „Als ich danach wieder arbeiten wollte, habe ich die Kündigung bekommen. Mein Chef hat mich so fertiggemacht, dass ich geweint habe.“ Das war allerdings noch nicht alles. Anna bekam E-Mails von ihrem Chef, worin dieser drohte, dass sie nie wieder einen Job in der Gegend bekommt. „Er sogar zu mir gesagt, dass sich eine polnische Sklavin bin und für ihn nur eine billige Arbeitskraft.“ Allerdings war Annas  Job in der Fleischindustrie noch nicht einmal ihre am schlechtesten bezahlte Stelle. „Ich habe mal für einen Paketdienst gearbeitet, da habe ich sogar nur 2,50 Euro pro Stunde bekommen.“

Keine Rechtshilfe für die Ärmsten

Ein Gerichtsprozess ist oft der einzige Weg für die Betroffenen, zu ihrem Recht zu kommen. Allerdings kostet das Überwindung und Geld. Laut Rechtslage müssen die Betroffenen ihren Anwalt in der ersten Instanz selbst bezahlen und die einzige ehrenamtliche Rechtsberatung in Cloppenburg musste wegen Überlastung schließen. Keine Rechtshilfe mehr für die Ärmsten der Armen: Für Prälat Peter Kossen, der sich seit Jahren gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen engagiert, ist das ein Ding der Unmöglichkeit. „Es wird auch in der Fleischwirtschaft so viel Geld verdient. Die notwendigen finanziellen Mittel wären sicherlich aufzutreiben, um das zu realisieren“, so Kossen gegenüber NDR 1 Niedersachsen.

Weggang von Kossen hinterlässt große Lücke

Kossen, der auch in der Dokumentation zu Wort kommt, verabschiedet sich in dieser Woche aus der Region und wird einfacher Pfarrer im Tecklenburger Land. Ihm ist bewusst, dass er im Kampf für bessere Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie eine große Lücke hinterlässt. „Es bleiben sicher viele Fragen offen“, sagt er. „Ich weiß, dass ich in diesem Bereich eine Art Galionsfigur war und diese Aufgabe lasse ich jetzt zurück. Das ist durchaus unbefriedigend.“

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Es gibt doch noch Sklaverei in Deutschland

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Siehe auch:

Wir Sklavenhalter – Ausbeutung in Deutschland

http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/wir-sklavenhalter-110.html

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Gruß Hubert