Archiv für 14. Juli 2017

Sexualität heute   Leave a comment

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Ich bin da bestimmt kein Experte, auch kein Sexualtherapeut. Mir fiel heute ein Dokument in die Hände, das ich vor langer Zeit mal abgespeichert hatte. Ich möchte den Beitrag nur als Denkanstoß sehen. Man weiß ja, dass Theorien entworfen und oft nach einigen Jahren wieder zurecht gerückt oder auch verworfen werden. Gerade auf dem Gebiet der Sexualität gibt es viele verschiedene Meinungen und Theorien. Was vor einigen Jahrzenten noch als krank galt, gilt heute normal. Es kommt im Text auch vor das Verhältnis zwischen Erotik und Religion vor. Da halte ich nicht viel davon, vor allem nicht in der christlichen Religion. Zu lust- und körperfeindlich war christliche Religion und Kirche über Jahrhunderte.

Es ist auch von einem Buch die Rede. Aber leider weiß ich den Buchtitel nicht mehr.

Hier aus meinem Dokument.

Heute ringen Frauen und Männer darum, ihre ursprünglichen und authentischen Bedürfnisse besser zu verstehen und sie besser als bisher aufeinander abzustimmen. Viele verändern ihre angelernte Einstellung zu Sinnlichkeit, Erotik und Sexualität, sie akzeptieren keine Abwertung der sinnlichen Lusterfahrung mehr zugunsten geistiger Genüsse. Die meisten Zeitgenossen bekommen in den Schulen und aus den Medien genügend Wissen über die biologischen und emotionalen Grundlagen unserer sexu- ellen Beziehungen. Freilich muss dieses theoretische Wissen durch praktische Lernmöglichkeiten ergänzt werden.

In der westlichen Gesellschaft erkennen wir heute aber zwei gegenläufige Trends, die kaum miteinander vereinbar sind. Zum einen erleben wir deutliche Lernprozesse in den sexuellen Beziehungen, eine Humanisierung dieser Beziehungen und eine erotische Lebenskultur. Viele Männer und Frauen gehen heute sensibler miteinander um, als ihre Vorfahren es taten. Sie ringen um Fairness in den Beziehungen, um Mitgefühl und Zärtlichkeit, um Hingebung an den Liebespartner und um eine Vertiefung der erotischen Kommunikation.

So werden alte Vorurteile und Ängste abgebaut und es werden neue Zielwerte verbreitet.
In weiten Teilen der Gesellschaft ist es gelungen, eine sinnliche und erotische Kultur der Lebensfreude zu verbreiten und zu leben. Gewiss sind viele Partnerbeziehungen dadurch fragiler und kurzlebiger geworden, denn beide Geschlechter haben die Erwartungen in ihrer Bedürfnisbefriedigung hoch hinaufgesetzt. Nicht wenige Partner überfordern sich auch gegenseitig, weil sie von nicht erreichbaren Idealvorstellungen ausgehen, die ihnen von den Medien vermittelt werden. Viele Menschen erleben dadurch häufige Trennungen und Scheidungen, obwohl sie nach dauerhaften Beziehungen streben. Doch die emotionale und erotische Sensibilität dürfte in der letzten Zeit deutlich zugenommen haben.

Gleichzeitig erleben wir auch den gegenläufigen Trend der Verrohung
und der Verwilderung in den sexuellen Beziehungen. Es gibt starke Gruppen in der Gesellschaft, welche für sexuelle Gewalt und harte Pornografie mit allen Mitteln der modernen Kommunikation werben. Gewiss sind dies oft seelisch und körperlich verletzte Personen, die sich für ihre Verletzungen an möglichst vielen Mitmenschen rächen wollen. Es sind vor allem Männer, die Sexualität mit Gewalt gegen Frauen und mit Erniedrigung des weiblichen Geschlechts verbinden. Es sind Organisationen, die mit Kinderschändung und mit dem Menschenhandel für die Prostitution von Frauen große Geschäfte machen.

So werden heute in vielen Medien tief gestörte sexuelle Beziehungen zwischen den Geschlechtern (sex and crime), die Ausnützung von Frauen und Kindern, sowie sado-masochistische Praktiken verbreitet. Erstaunlich ist dabei, dass so viele Personen, aber vor allem Männer, aus allen sozialen Schichten auf solche Angebote zurückgreifen und damit wieder zur Verrohung der sexuellen Beziehungen beitragen. Es könnte sein, dass durch den allgemeinen Arbeitsdruck die sexuelle Reizschwelle für beide Geschlechter permanent höher wird und dass deswegen viele Personen starke Reize durch Gewalt und Verletzung benötigen. Doch diesem negativen Trend kann vielleicht durch die Verbreitung einer erotischen Lebenskultur Einhalt geboten werden, das ist die Hoffnung dieses Buches.

Die zunehmende Verbindung von Sexualität mit Gewalt, vor allem gegen Frauen und Kinder, stört die Verbreitung einer zärtlichen und einfühlsamen Kultur der Geschlechterbeziehung. Viele Psychologen und Therapeuten arbeiten daran, die seelischen Verletzungen durch Gewalt und Überforderung zu verringern und partiell zu heilen. Aber viele der verletzten Personen entziehen sich jeder Therapie, sie geben ihre Verletzungen einfach an möglichst viele andere Personen weiter. Dabei riskieren sie sogar, mit den geltenden Gesetzen des Kinder- und Jugendschutzes in Konflikt zu geraten. Realistisch gesehen nimmt auch die Verwilderung und Verrohung der sexuellen Beziehungen in Teilen der Gesellschaft wieder zu.

Ohne Zweifel hat die christliche Religion mit ihrer asketischen und leibfeindlichen Sexualmoral nachhaltig zur Störung der sexuellen und erotischen Beziehungen beigetragen. Viele Prediger haben über viele Generationen tiefe Ängste vor der Sexualität und Abwertungen des menschlichen Körpers verbreitet. Diese tief sitzenden Ängste und negativen Vorurteile können nicht so schnell ausgeräumt werden. Es zeigt sich, dass selbst Atheisten diese leibfeindliche Einstellung noch lange Zeit teilen, auch wenn sie sich von alten Gottesbildern längst verabschiedet haben.

Das Buch plädiert mit starken Argumenten für die Fortsetzung der begonnenen Lernprozesse im Bereich unserer erotischen und sexuellen Beziehungen. Es hält eine neue Verbindung einer geläuterten Religion mit einer erotischen Lebenskultur für möglich und für wünschenswert. Denn es könnte sein, dass eine tiefe Spiritualität des Lebens sich als eine starke Gegenkraft gegen die Verrohung und Verwilderung unserer zwischenmenschlichen Beziehungen erweist. Dadurch bekommt die kreative Dynamik zwischen Religion und Erotik ganz neue Aktualität.
Im ersten Teil des Buches werden die biologischen Grundlagen der menschlichen Sexualität umfassend dargestellt, um auf diesen überhaupt ein moralisches und kulturelles Regelsystem aufbauen zu können. Der zweite Teil befasst sich mit den Konfliktfeldern zwischen den religiösen Überzeugungen und den sexuellen Bedürfnissen vieler Menschen. Im dritten bis fünften Teil werden Fragen der Sexualmoral vor allem aus weiblicher Sicht dargelegt.

14 F. Wuketits, Verdammt zur Unmoral?, München 1993, S. 102-119.
15 A. Grabner-Haider, Sexualität und Religion. Wien 2006, S. 87-99. Lintner, Den Eros entgiften, S. 96-114.   (ob diese Angaben stimmen kann ich leider nicht mehr garantieren, weil zu lange zurück liegend).

10 K. Loewit: Damit Beziehung gelingt. Graz 1998, S. 156-167.
11 Loewit, Damit Beziehung gelingt, S. 98-112.
12 Schubart, Religion und Eros, S. 99-113.
13 F. Wuketits: Warum uns das Böse fasziniert. Stuttgart 1995, S. 148-157.

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Dazu noch ein Lied von Georg Danzer, dem verstorbenen österreichischen Liedermacher.

GEORG DANZER – A alte Drecksau



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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 14. Juli 2017 von hubert wenzl in Sexualität, Uncategorized

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Narzisstische Persönlichkeitsstörung   Leave a comment

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Heute wird ja schnell mal jemand als Narzisst bezeichnet. Aber was genau ist ein Narzisst oder eine Narzisstin? Es wird ja oft Politikern Narzissmus nachgesagt, ein gewisser Hang zur Selbstdarstellung. Bis zu einem gewissen Grad wird es auch bei vielen zutreffen. Problematisch wird es, wenn der Narzissmus in extremer Form bei einem Politiker an höchster Stelle festzustellen ist. Die Psychologie-Professorin Diana Diamond meint, dass wir heute in einer Gesellschaft leben in denen sich Menschen narzistisch beschädigt und verletzlich fühlen.

Auf jeden Fall sieht Diana Diamond und andere 33 Berufskollegen Anzeichen, dass Trump an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leiden könnte. Wenn man auch mit Ferndiagnosen sehr vorsichtig sein muss.

Hier eine Abhandlung dazu aus Deutschlandfunk

Psychologen zweifeln an Trumps geistiger Gesundheit

Ist US-Präsident Donald Trump krankhaft narzisstisch? Die New Yorker Psychologie-Professorin Diana Diamond sieht dafür Anzeichen. Sie mag sich aber nicht dem Schritt ihrer 33 Berufskollegen anschließen, die in einem offenen Brief gewarnt hatten: Trump sei emotional zu instabil, um die Rolle als Präsident sicher auszuführen.

Von Kai Clement

US-Präsident Donald Trump (imago / ZUMA Press)

US-Präsident Donald Trump (imago / ZUMA Press)
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Das Einmaleins des Zusammenlebens – einfach erklärt für den ersten Mann im Staat von John Oliver: Auch wenn es sich manchmal so anfühle, als wenn er der einzige Mensch der Welt sei – tatsächlich stimme das nicht. Die Schautafel zeigt die ganzen sogenannten „Nicht-du-Menschen“, man nenne sie: die anderen Menschen.

Worüber John Oliver sich in seiner Comedy-Show lustig macht, ist für andere ein ernsthafter Anlass zur Sorge: Leidet der Präsident etwa unter einer Persönlichkeitsstörung? Einer narzisstischen Störung – verbunden mit der Unfähigkeit, sich in andere einzufühlen, statt dessen Machtfantasien und Prunk. 33 Psychologen und Psychiater schrieben einen offenen Brief an die Zeitung „New York Times“. Trump zeige gravierende emotionale Instabilität. Sie gingen so weit, zu warnen, dass er deshalb unfähig sei, das Amt des Präsidenten sicher auszufüllen.

Diana Diamond findet den Schritt ihrer Kollegen sehr mutig – ist ihn aber nicht mitgegangen: „Ich bin vorsichtiger in der Frage, ob Trump wirklich geeignet ist. Ich ziehe es vor, dass die Öffentlichkeit ihre eigenen Schlussfolgerungen zieht.“

Damit hält sich die Psychologie-Professorin und Expertin für narzisstische Störungen an der City University of New York streng an die Regeln ihrer Zunft. Die sogenannte Goldwater-Regel besagt, es sei unethisch, Ferndiagnosen über Personen des öffentlichen Lebens abzugeben und diese ohne deren Einwilligung publik zu machen. 1964 war deshalb Senator Barry Goldwater als Präsidentschaftskandidat gescheitert. Diana Diamond:

„Aber: Als Experten für geistige Gesundheit haben wir eine außerordentliche Verantwortung, die Öffentlichkeit über abweichendes Verhalten aufzuklären.“

„Beschäftigt mit Fantasien unbegrenzten Erfolgs“

Der sich ewig selbst im eignen Spiegelbild betrachtende Narziss ist für die Weltgesundheitsorganisation und die „American Psychiatric Association“ der Namensgeber für eine ganze Symptomliste, erklärt Diamond:

„Ein grandioses, aufgeblasenes Gefühl von Selbstgefälligkeit. Ein obsessiver Drang nach Bewunderung und Schmeichelei. Beschäftigt mit Fantasien unbegrenzten Erfolgs. Macht. Omnipotenz. Sie glauben, dass sie etwas Besonderes sind – und einzigartig behandelt werden sollten.“

Donald Trump maßregelt einen Reporter. Der hatte ihn nach den vielen antisemitischen Übergriffen in den USA gefragt – und zugleich versichert, er halte den Präsidenten selbst absolut nicht für einen Antisemiten.

Warum hat Amerika einen solchen Mann gewählt?

„Ich glaube, das Thema ist weniger ob dieser Präsident die eine oder andere Störung hat. Es gab Präsidenten, die ziemlich starke psycho-pathologische Züge hatten. Depression, Demenz, Manie.“

Der New Yorker Psychiatrie-Professor Richard Friedman hat darüber geschrieben – und die Frage gestellt: „Ist es an der Zeit, Trump psychisch krank zu nennen?“ Diana Diamond kontert das mit einer Gegenfrage:

„Was hat die Menschen dazu gebracht, diese Person zu wählen? Ich glaube, das hat auch etwas mit narzisstischen Problemen zu tun. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Menschen sich narzisstisch beschädigt fühlen – und verletzlich.“

Es ist die Diagnose der Abgehängten – oder derjenigen, die sich, trotz insgesamt guter US-Wirtschaftsdaten, als solche fühlen.

Und dann schlägt Professorin Diamond noch ganz dunkle Kapitel der Geschichte auf, um an zwei Staatsführer zu erinnern, bei denen eine narzisstische Persönlichkeitsstörung sozusagen posthum diagnostiziert worden sei:

„Ich kann Ihnen zwei nennen: Hitler und Stalin.“

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Narzisstische Persönlichkeitsstörung

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Gruß Hubert