Archiv für 16. Juli 2017

„Der Stürmer“ Geschichte eines Hass-Organs   Leave a comment

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Ich glaube in der heutigen Zeit, wo die Hetze so drastisch zugenommen hat, schadet es mal nicht an ein negatives Musterbeispiel von Hetze in einem Hetzblatt par excellence zu erinnern, nämlich Der STÜRMER von Julius Streicher. 

Viele wissen auch heute nicht, dass es dieses Hetzblatt im Nazi-Regime gegeben hat.
Es hetzte in übelster Manier gegen Juden auch auf pornografischer Weise. In seiner Art war es einmalig. Julius Streicher verdiente Millionen damit.

Am 1. Oktober 1946 verurteilte ihn das Internationale Militärtribunal in Nürnberg zum Tode, am 16. Oktober wurde er hingerichtet. (Anmerkung: das ist eine Genugtuung, da hat er bekommen, was er verdient hat).

Aus Wikipedia:
Streicher propagierte einen eliminatorischen und ungewöhnlich vulgären Antisemitismus, der ihm Kritik selbst in seiner Partei einbrachte. Die wesentliche Plattform dafür war die von ihm gegründete, ihm gehörende und von ihm herausgegebene Hetzschrift Der Stürmer, die regelmäßig pornographische Gräuelpropaganda über angebliche sexuelle Übergriffe von Juden an nichtjüdischen Frauen und Mädchen kolportierte. Das seit 1923 erscheinende Blatt erreichte 1938 mit einer halben Million Exemplaren seine höchste Auflage. Bekannt war Der Stürmer für seine antisemitischen Judenkarikaturen und seine Verquickung von Antisemitismus mit sexuellen Obsessionen, die ihn zu einem Medium politischer Pornografie machte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Streicher

Ein rechtes Hetzblatt aus unserer Zeit ist Breitbart News (breitbart.com), wenn sich auch jeder Vergleich mit dem STÜRMER verbietet. Der war einmalig – wie so vieles in der NS-Zeit.

Breitbart News gilt mittlerweile als eines der wichtigsten Sprachrohre der Alt-Right-Bewegung (Alternative Right), die sich in den letzten Jahren rechts der Republikanischen Partei formiert hat, wobei Breitbart News auch das politische Establishment der Republikaner kritisierte.
https://de.wikipedia.org/wiki/Breitbart_News_Network

Aus dem Deutschlandfunk.

Zwei Jahrzehnte lang war die Wochenzeitung „Der Stürmer“ Inbegriff eines primitiven Judenhasses. Der Historiker Daniel Roos beschäftigt sich in einer umfangreichen Darstellung mit dem Lebensweg Julius Streichers – dem geistigen Vater des Hetzblattes.

Von Otto Langels

Adolf Hitler (M.) und Julius Streicher (r.) auf dem "Deutschen Tag" am 2. September 1923 in Nürnberg während des Vorbeimarsches von 6000 uniformierten Nationalsozialisten. (picture-alliance / dpa - Ullstein )
Adolf Hitler (M.) und Julius Streicher (r.) auf dem „Deutschen Tag“ am 2. September 1923 in Nürnberg während des Vorbeimarsches von 6000 uniformierten Nationalsozialisten. (picture-alliance / dpa – Ullstein )
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„Wenn man den Nationalsozialismus will, muss man Streicher gutheißen“, bemerkte Adolf Hitler einst über seinen alten Kampfgefährten Julius Streicher. Der aus der Nähe von Augsburg stammende Volksschullehrer schloss sich früh der nationalsozialistischen Bewegung an, nahm 1923 am Hitler-Putsch in München teil und war ab 1925 als NSDAP-Gauleiter in Franken aktiv.

Mit aggressiven antisemitischen Tiraden erwarb Streicher sich den zweifelhaften Ruf eines grobschlächtigen Schreihalses. Dies brachte ihm zwar zahlreiche Verleumdungsklagen ein, erregte zugleich aber das erhoffte Aufsehen.

„Wenn ihr wieder frei werden wollt, wie eure Väter es waren, dann macht euch frei vom Juden, weil der Himmel es will, dass der Jude stirbt. Und er wird sterben in jedem Fall.“

Streicher, in der Öffentlichkeit häufig mit einer Reitpeitsche unterwegs, gehörte zwar nicht zum innersten Führungszirkel der Partei, genoss aber dank seines Wochenblatts „Der Stürmer“ enorme, wenngleich fragwürdige Popularität.

„Ohne sein Hetzblatt hätte der fränkische Gauleiter niemals seine weit über Deutschlands Grenzen hinausreichende Bekanntheit erreichen können und wäre nicht zum Tode verurteilt worden. Der „Stürmer“ wiederum verdankte seine Existenz der Persönlichkeit und dem politischen Lebensweg seines Herausgebers“,

schreibt der Historiker Daniel Roos in seinem umfangreichen Buch über Julius Streicher und „Der Stürmer“, die erste grundlegende und detailreiche, manchmal freilich redundante Darstellung zu diesem Thema. Die sich wiederholenden Zitate und Beschreibungen antisemitischer Hetze wirken auf Dauer ermüdend. Gleich in der ersten Ausgabe vom April 1923 formulierte Julius Streicher die programmatische Zielrichtung des Blattes:

„Der Jude muss hinaus!“ Was in den kommenden zwei Jahrzehnten folgte, waren nur mehr Variationen eines radikalen und vulgären Antisemitismus. Einige Schlagzeilen aus den Jahren 1923 bis ’32:

„Jüdische Blutschande; Bastardrasse; Auspeitschung und Schändung deutscher Mädchen und Frauen durch Juden; Aus Judenhänden fressen; Jüdische Mädchenhändler in Nürnberg; Verjudung der Hochschulen; Jüdischer Mordplan gegen die nichtjüdische Menschheit; der 1. Fußballclub Nürnberg geht am Juden zu Grunde.“

 

Sadistische Gräuelpropaganda

Der Autor Daniel Roos stellt seine Leser auf eine harte Probe, denn er zitiert nicht nur Überschriften, sondern geht auch ausführlich auf die Inhalte ein: eine krude Mischung aus absurden Weltverschwörungsfantasien, sadistischer und pornografischer Gräuelpropaganda, wüsten Beschimpfungen und dreisten Lügen; illustriert mit stereotypen Karikaturen von unschuldigen blonden Mädchen in den Händen lüsterner Juden.

„Der Stürmer“ schürte Ängste, appellierte an niedrigste Instinkte, provozierte Neid und Hass, forderte zur Denunziation auf und stellte Menschen an den Pranger. Versuche, das Blatt dauerhaft zu verbieten, blieben erfolglos. Daniel Roos widerspricht aber dem gängigen Bild des „Stürmer“ als einer primitiven antisemitischen Hetzschrift.

„Die Schlichtheit in der Sprache und die Brutalität im Ausdruck waren eine spezifische Methode Streichers und seiner Mitarbeiter, ein bewusst eingesetztes stilistisches Mittel, um die Massen zu erreichen und eine breite Leserschaft auf einer emotionalen Ebene anzusprechen. Wenn sich das Blatt Streichers auf den ersten Blick auch simpel und ordinär ausnahm, so arbeitete es doch mit zum Teil subtilen und effektiven Mitteln, um seinen grenzenlosen Hass zu verbreiten.“

Der „Stürmer“ machte Streicher zum Millionär

Die subtilen Mittel des „Stürmer“ erschließen sich dem Leser jedoch nicht angesichts der massiven antisemitischen Hetze. Roos bleibt entsprechende Belege schuldig. Sein Fazit, dass das Blatt polarisiert habe und entweder geliebt oder gehasst wurde, spricht nicht für ein differenziertes Vorgehen.

Der „Stürmer“ erwies sich als lukrative Einnahmequelle. Er fand Verbreitung im ganzen Reichsgebiet, insbesondere durch die überall im Land aufgestellten Schaukästen, und machte den Eigentümer Julius Streicher zum mehrfachen Millionär. Die Auflage stieg von wenigen tausend Exemplaren auf zeitweise eine halbe Million. Triumphierend konnte Streicher in seinem Blatt feststellen:

„Es gibt keine Zeitung, die von den Juden so gehasst wird wie der „Stürmer“. Der „Stürmer“ unterscheidet sich von anderen völkischen Blättern dadurch, dass er an Hand von Beispielen, die er aus dem täglichen Leben hat, die jüdische Gefahr unablässig aufzeigt. Der „Stürmer“ kennt kein langes Hin und Her. Er geht aufs Ganze.“

Der aggressive Antisemitismus Streichers war der NS-Führung willkommen, solange die Nazis damit Aufsehen erregen und auf Zuspruch in der Bevölkerung hoffen konnten. Es lag daher nahe, ihn mit der Durchführung des Judenboykotts am 1. April 1933 zu betrauen.

„Für diesen Anti-Boykotttag glaubte Adolf Hitler, dass es vielleicht gut wäre, sich meines Namens zu bedienen. Ich übernahm also die Leitung des Anti-Boykotts und gab eine Anordnung hinaus, die man von mir vielleicht gar nicht erwartet hatte. Fest steht, der Anti-Boykotttag ist bis auf Nebensächlichkeiten tadellos abgelaufen“, erklärte Streicher nach dem Krieg vor dem Nürnberger Kriegsverbrechertribunal. Doch als das NS-Regime die jüdischen Mitbürger mit einschlägigen Gesetzen und Verordnungen immer stärker diskriminierte, begann Streichers Stern zu sinken. Der „Stürmer“, der den Boden für die Verfolgung und Ermordung der Juden bereitet hatte, wurde zusehends überflüssig. 1935 notierte Joseph Goebbels in sein Tagebuch zu Streicher:

„Die ganze Welt weiß, dass er die schmutzigste und widerwärtigste Erscheinung des Nationalsozialismus ist; ein Erpresser, ein Pervertierter, ein sadistischer Pornograph, dessen Politik nichts als die Summe seiner verbrecherischen Neigungen ist.“

Zunächst hielt Hitler trotz diverser Korruptionsvorwürfe noch seine schützende Hand über den alten Kampfgefährten, bis die eigenmächtige Enteignung jüdischen Besitzes nach den Novemberpogromen 1938 den „Frankenführer“ endgültig zu Fall brachte.

Ein NSDAP-Parteigericht enthob Streicher 1940 aller Ämter, er blieb jedoch bis zum Kriegsende Herausgeber und Eigentümer des „Stürmer“. Am 1. Oktober 1946 verurteilte ihn das Internationale Militärtribunal in Nürnberg zum Tode, am 16. Oktober wurde er hingerichtet.

Daniel Roos zeichnet den Lebensweg Streichers und die Entwicklung des „Stürmer“ akribisch nach. Allerdings hätte der Verzicht auf manche Einzelheiten zugunsten einer stärkeren Analyse dem Buch gut getan. Gleichwohl legt Roos eine fundierte Regionalstudie vor. Ihm gelingt es, anschaulich zu beschreiben, wie in Franken Justiz und Politik, Staat und Öffentlichkeit vor einem rücksichtslos auftretenden Nazi zurückwichen. Der Aufstieg Streichers und seines Hetzblattes offenbaren zugleich ein Versagen maßgeblicher Institutionen der Weimarer Republik.

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„Der Stürmer“ Geschichte eines Hass-Organs

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Worms, Antisemitische Presse, "Stürmerkasten"

Von Bundesarchiv, Bild 133-075 / Unbekannt / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5338071

 

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Von Wolfgang Sauber – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20105495

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Gruß Hubert

 

NDR-Reporter soll angeblich „Reichsbürger“ sein   2 comments

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In Hamburg lief schon einiges schief, was man in erster Linie den verantwortlichen Politikern zuschreiben muss, allen voran Hamburgs Bürgermeister Scholz. Fraglich ist auch welche Gründe zum Ausschluss von 32 Journalisten führte. Ein schlimmer Verdacht steht im Raum, nämlich dass der türkische Geheimdienst interveniert hat. Denn die meisten ausgeschlossen Journalisten hatten kritisch über Erdogans Kurdenpolitik geschrieben. Wenn sich das bewahrheiten sollte, wäre es ein Skandal. Wie hündisch will sich die Bundesregierung in der Person von Merkel gegenüber Erdogan noch verhalten? Einem, der Verrätern den Kopf abreißen will, wie Erdogan am Samstagabend auf einer Kundgebung vor hunderttausenden Anhängern in Istanbul sagte. Er erneuerte sein Plädoyer für eine Wiedereinführung der Todesstrafe.

 

Hier aus Tageschau.de

Belege liefern die Polizisten nicht, als sie Christian Wolf vor dem G20-Gipfel am Betreten des Pressezentrums hindern und ihm mitteilen, er sei ein „Reichsbürger“. Der NDR-Reporter bezeichnet den Vorwurf als haltlos und völligen Quatsch.

Als Christian Wolf am Donnerstagmorgen vor dem G20-Gipfel im Pressezentrum einchecken will, kommt es zu einem Problem. „Auf einmal kamen ein Mann und eine Frau und sagten, sie müssten mit mir reden“, erzählt der NDR-Reporter dem ARD-faktenfinder.

Die Polizisten hätten Wolf erklärt, er sei bei einer neuen Sicherheitsüberprüfung auffällig geworden: Der Staatsschutz ermittle gegen ihn, weil er „Reichsbürger“ sei. Seine Akkreditierung behalten die Beamten zunächst ein, der Zugang zum Pressezentrum wird ihm verwehrt.

Versuch der Einschüchterung?

Der Polizist habe ihm noch geraten, seinen Arbeitgeber nicht über den Vorfall zu informieren, erinnert sich Wolf und zitiert ihn mit den Worten: „Wer weiß, wie der reagiert, wenn der erfährt, dass Sie ‚Reichsbürger‘ sind“. Bei seinem Arbeitgeber dann, im Schleswig-Holstein Magazin des NDR, erzählt Wolf rückblickend, er habe den Hinweis als Einschüchterung interpretiert.

Der Journalist bezeichnet den Vorwurf, ein „Reichsbürger“ zu sein, gegenüber dem ARD-faktenfinder als „haltlos“ und „völligen Quatsch“. Weder habe er jemals über die „Reichsbürger“ berichtet, noch auf diesem Gebiet recherchiert. Nach langer Überlegung fällt dem Journalisten ein, er habe sich „Ende 2015 oder Anfang 2016“ kurz mit der Identitären Bewegung beschäftigt und im Internet recherchiert, wer in Schleswig-Holstein dazugehöre. Mehr fällt ihm zu dem Thema nicht ein. Auch seinen gesamten Freundes- und Bekanntenkreis habe er wegen möglicher Verbindungen abgefragt – ohne Ergebnis.

[…]

Dem Journalisten Wolf sei die „Exilregierung Deutsches Reich“ nicht bekannt. Davon habe er noch nie gehört, sagt er dem ARD-faktenfinder. Auch zu Bayern habe der NDR-Reporter – abgesehen von zahlreichen Urlauben in Garmisch-Partenkirchen in seiner Kindheit – keine Beziehung. „Ich habe ja sogar einen Personalausweis dabei gehabt“, sagt er stattdessen.“Das hat den Polizisten verwundert.“

[…]

Ob Wolf einer der 32 Journalisten ist, die auf der Liste der Behörden stehen, ist nicht klar. Auch nicht, ob es sich womöglich um eine Verwechslung handeln könnte. Denn im Gegensatz zu anderen betroffenen Journalisten bekommt der NDR-Reporter nach mehr als einer Stunde seine Akkreditierung zurück.

Er dürfe weiter auf dem Gipfel herumlaufen, stehe aber unter Beobachtung, habe ihm der Polizist gesagt. Die NDR-Rechtsabteilung hat beim Bundeskriminalamt nun nähere Details zu seinem Mitarbeiter angefordert und zieht auch rechtliche Schritte in Betracht. Eine offizielle Erklärung des BKA steht noch aus.

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NDR-Reporter soll angeblich „Reichsbürger“ sein

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Verwirrung um widersprüchliche Pressemitteilungen

In der Affäre um den nachträglichen Entzug von Journalisten-Akkreditierungen beim G20-Gipfel gerät Regierungssprecher Steffen Seibert unter Druck. In einer Pressemitteilung stellte das Bundeskriminalamt (BKA) die Chronologie der Ereignisse zunächst in einem entscheidenden Punkt anders als Seibert dar. Später korrigierte das BKA seine Erklärung per Twitter.

Erkenntnisse „ausschließlich“ aus Deutschland?

Beim Gipfel hatte das Bundespresseamt in Absprache mit dem BKA 32 Journalisten am Freitag nachträglich die Akkreditierung entzogen, weil „zusätzliche sicherheitsrelevante Erkenntnisse“ aufgetaucht seien.

Da alle Betroffenen aber schon vorher einer intensiven Sicherheitsüberprüfung durch das BKA und in einigen Fällen auch US-Behörden durchlaufen hatten, steht der Verdacht im Raum, dass die neuen Hinweise aus dem Ausland kamen – vor allem aus der Türkei, weil auffallend viele der Ausgeschlossenen häufig aus dem türkischen Kurdengebiet berichtet hatten und dabei auch mit türkischen Behörden in Konflikt geraten waren.

http://www.tagesschau.de/inland/journalisten-akkreditierung-103~_origin-598a7331-31f9-4a64-9e07-1bcfd9354159.html

 Siehe auch:

http://www.tagesschau.de/inland/journalisten-akkreditierung-101~_origin-598a7331-31f9-4a64-9e07-1bcfd9354159.html

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Die halbe Branche wartet auf eine Antwort

Er schickte sofort eine Anfrage an die zuständigen Behörden, das Bundespresseamt und das Bundeskriminalamt. Er wartet jetzt auf Antwort. Alle Betroffenen warten auf eine Antwort. Die halbe Branche wartet auf eine Antwort. Denn je länger man sich mit der Geschichte beschäftigt, desto kruder wird sie.

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/Journalisten-beim-G20-Gipfel-Schlimmer-Verdacht,gzwanzigakkreditierung100.html

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Gruß Hubert