Archiv für 27. Juli 2017

Wo bleibt die Hilfe der Kirche für die Tiere?   Leave a comment

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Leider muss man feststellen, dass der Kirche die Tiere vollkommen egal sind. Sie schweigt zu den größten Verbrechen, die an Tieren begangen werden. Deswegen ist auch der Namensgebung für den Papst vollkommen fehl am Platz, denn Franziskus war der einzige, der Tiere als seine Brüder und Schwester bezeichnete. Heute heißt es aus dem Vatikan: „In der Kirche haben Tiere keinen Platz.“

Aus theologe.de

Die „ketzerischen“ Lehren des Franziskus über Bruder Sonne und Schwester Mond

Franz von Assisi war auch ein Freund der Tiere und der Natur, und er schrieb den bekannten „Sonnengesang“ über „Bruder Sonne“. Darin hat Franz auch „Schwester Mond“ und die Sterne gepriesen, „Bruder Wind“ und „Schwester Wasser“.

Im Gegensatz dazu lehrt die katholische Kirche bis heute verbindlich, und wir zitieren dazu aus der offiziellen römisch-katholischen Dogmensammlung von Heinrich Denzinger den Lehrsatz Nr. 408: „Wer sagt oder daran festhält, der Himmel, die Sonne, der Mond, die Sterne … seien irgendwelche beseelten oder vernunftbegabten [wörtlich: „logikas“] Kräfte, der sei mit dem Anathema belegt“, was bedeutet „der sei ewig verflucht und verdammt.“ (Heinrich Denzinger, Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen, Enchiridon symbolorum definitionum et declarationum de rebus fidei et morum, 42. Auflage, Freiburg 2009, erweitert von Peter Hünermann)
Dieser Lehrsatz wurde auf der Synode von Konstantinopel im Jahr 543 beschlossen und vom Papst bestätigt.

Wenn aber jetzt jemand wie Franziskus von Assisi kommt und sagt, die Sonne und das Wasser, das sind meine Brüder, der Wind ist meine Schwester, die Erde meine Mutter, dann hätte ihn die Kirche wegen dieser Aussage gemäß ihrer Lehre und ihren damaligen Maßstäben eigentlich auf dem Scheiterhaufen verbrennen müssen.

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Wo bleibt die Hilfe der Kirche für die Tiere? 

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Franz von Assisi lebte im Gegensatz dazu die innere Religion des freien Geistes, aber die äußere Macht- und Gewaltkirche vereinnahmte ihn. Seit 1980 ist Franziskus in der katholischen Kirche nun auch noch ganz offiziell der „Patron der Umwelt- und Tierschützer“.
Und von ihm ist auch folgende Aussage überliefert: „Gott wünscht, dass wir den Tieren beistehen, wenn sie Hilfe bedürfen. Ein jedes Wesen in Bedrängnis hat gleiche Rechte auf Schutz.“ (http://www.aphorismen.de/zitat/110642)

 

Da Papst Bergoglio sich Franziskus nun als Namensgeber und Vorbild wählte, müsste das nicht auch tief greifende, spürbare Veränderungen in der Kirche gegenüber den Tieren bewirken?

Doch wo bleibt die Hilfe der Kirche für die Tiere in den qualvollen Massentieranlagen oder den Tierversuchsanstalten? Wo bleibt die Hilfe, wenn die Tiere im Schlachthof um ihr Leben schreien? Wo bleibt die Hilfe für die Tiere in Wald und Flur, die auf Futtersuche zu Millionen angeschossen und erschossen werden?

Der Segen der Priester für bei einer Treibjagd erschossene Tiere kann ja in diesem Sinne kein „Beistand für die Tiere“ sein. Denn nach kirchlicher Lehre kommen Tiere nach ihrem Tod ja nicht in einen Himmel, sondern sie gehen beim Sterben angeblich komplett zugrunde.

Wenn ein Tier in Bedrängnis laut Franz von Assisi aber „Recht auf Schutz“ hat, was ist dann mit dem Katechismus der Katholischen Kirche, der Tierversuche in angeblich „vernünftigen Grenzen“ erlaubt? Und da in der Regel keine kirchlichen Proteste erfolgen, sind damit derzeit wohl nahezu alle gemeint, alleine in Deutschland 2,9 Millionen Tierversuche zu Forschungszwecken im Jahr 2012 (spiegel.de, 16.11.2012).

Und weiter heißt es im Katechismus: „Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen“ (Nr. 2417). Wo bleibt dann hier aber das angebliche „Recht auf Schutz“?
Oder ist der Name Franziskus für einen Papst auch im Hinblick auf die Tiere nur Täuschung, um manche Gemüter zu beschwichtigen? Und so mancher spricht dabei im übertragenen Sinne gar von einer „Franziskus-Lüge“, weil er auch hier etwas völlig anderes repräsentiert als das, wofür der echte Franziskus einstand.

Schluss mit den Kadavermahlen der Kardinäle! 

Dazu ein weiterer Aspekt: Franz von Assisi hat als Vegetarier viele Tiere auch davor geschützt, vom Menschen geschlachtet und als Kadaver verspeist zu werden. Für einen Papst, der sich nach ihm benennt, sollte das bedeuten: Schluss mit den Kadavermahlen für die Kardinäle! Schluss mit den Kadavermahlen im Vatikan! Das müsste doch eigentlich selbstverständlich sein, dass der Papst mit dem Fleischkonsum der Bischöfe und Kardinäle zunächst in Rom Schluss macht; und dass er dann natürlich auch alle seine Gläubigen aufruft, die Tiere als Brüder und Schwestern zu achten, wie es Franz von Assisi tat, und sie folglich nicht mehr zu quälen oder töten zu lassen.

Denn gemäß den Lehren von Franz von Assisi sind alle Geschöpfe Gottes gleichsam auch Gottes Kinder, weswegen er auch Tiere als Brüder und Schwestern bezeichnete. Bekannt ist die Geschichte, in der er einen wilden Wolf gezähmt haben soll („Der Wolf von Gubbio“). Das heißt, er hat das Vertrauen der Tiere gewonnen.
Wenn sich der Führer der Kirche nach Franz von Assisi benennt und dies ernst nehmen würde, dann müsste er jetzt auch hier Farbe bekennen!

 

Papst ging als Kardinal zu Fuß – das ist doch angeboren 

Nun erscheint aber gerade der im Jahr 2013 gewählte Papst Bergoglio als ein Mann, der nicht abgehoben wirkt, sondern als volksnah gilt. Es heißt, er habe schon als Erzbischof auf viele Privilegien verzichtet, so zum Beispiel auf einen Dienstwagen und einen Chauffeur. Stattdessen wäre er U-Bahn oder Bus gefahren oder sei gar zu Fuß gegangen.
Doch was ist denn eigentlich so besonders daran, dass ein Kardinal hin und wieder zu Fuß zur Arbeit geht? Ist das nicht angeboren, dafür haben wir doch unsere Füße. Aber man muss es extra erwähnen. Warum? Weil man gewohnt ist, dass sich die Würdenträger mit der Sänfte herumtragen lassen oder heute mit dem Papamobil chauffiert werden. Deshalb gilt es schon als Fortschritt, wenn ein Kardinal hier und da zu Fuß geht. Dies zeigt doch die ganze „Abartigkeit“ und den moralischen Stand, auf dem diese Kirche steht!
Übrigens: Als so genannter „Provinzial“, also Jesuitenführer von Argentinien, ging Jorge Bergoglio kaum zu Fuß, sondern ließ sich fast überall mit seinem Dienstwagen hin befördern. („La patota salió del Colegio Máximo“, pagina 12, 2.5.2010)

„Es ist ganz gleich, wer obenauf sitzt“

Der preisgekrönte Historiker Karlheinz Deschner wurde im Jahr 1990 einmal gefragt: „Halten Sie eine Gesundung der Kirche durch neue Ideen und Reformpäpste für unmöglich?“
Und Karlheinz Deschner hat darauf wie folgt geantwortet: „Ja, allerdings. Das halte ich angesichts dieser zweitausendjährigen Geschichte für gänzlich ausgeschlossen. Und nicht nur für ausgeschlossen, ich halte es gar nicht für wünschenswert. Denn selbst wenn – ein utopischer Gedanke – die … Kirchen sich im nächsten Jahrhundert zu ethisch intakten Gemeinschaften entwickelten, so bliebe doch ihre Dogmatik, ihre Glaubensgrundlage, ein Gespinst aus Lug und Trug.“ (Interview mit der Zeitung El Independiente vom Sommer 1990, zit. nach Karlheinz Deschner, Oben ohne, Für einen götterlosen Himmel und eine priesterfreie Welt, Reinbek 1997, S. 352)
Und weiter: „Auf solchem Riesenberg von Verbrechen und Betrug ist es ganz gleich, wer obenauf sitzt und regiert. Auch der Beste könnte nichts anderes daraus machen.“ (S. 355)

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Wo bleibt die Hilfe der Kirche für die Tiere?

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 27. Juli 2017 von hubert wenzl in Kirchenkritik, Uncategorized

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Ode auf Wolfgang Bosbach   Leave a comment

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Ich schätze Wolfgang Bosbach schon seit langem. Er ist nicht laut, nicht effekthaschend, auf Ausgewogenheit bedacht. Nichts desto trotz steht er klar zu seinen Überzeugungen. Besonders eine Aussage von ihm gefällt mir:
„Ich habe eine feste Überzeugung, aber ich verlange von niemandem, dass er sie teilt.“ Er bringt Andersdenkenden und der Opposition großen Respekt entgegen. Leider tritt er bald von der politischen Bühne ab.
Dies sage ich, obwohl ich kein CDU-Wähler wäre, wenn ich in Deutschland leben würde. Die CDU/CSU ist mir zu wirtschafts-nahe und auch oft zu konservativ und das christliche Weltbild ist sowieso nicht meines.

Aus n-tv.de

Dieser Mann ist ein Phänomen

Ein Gastbeitrag von Burkhard Lischka

Wolfgang Bosbach verlässt nach 23 Jahren den Bundestag. Sein SPD-Kollege Burkhard Lischka schreibt bei n-tv.de über ihr besonderes Verhältnis, eine Merkel-Saftpresse und gemeinsame Urlaubspläne.

Selbst als Bundestagsabgeordneter ist man ja vor Kulturschocks nicht gefeit. Ich erlebte meinen persönlichen beim Wechsel vom Rechts- in den Innenausschuss vor knapp drei Jahren. Da saß dieser charmante Dompteur im grauen Anzug und pastellfarbenen Hemd und sagte Sätze, die mit „Mensch, Ulla“ oder „lieber Volker“ begannen. So viel Feinfühligkeit gegenüber der Opposition, noch dazu im Innenausschuss des Bundestages – das war selbst für einen ehemaligen Rechtspolitiker mit dem Hang zum Florett statt zum Säbel irritierend.

Dabei blieb es nicht: Denn ohne viel Gemurre beendeten auch streitbare Kollegen wie die erwähnte Ulla Jelpke von den Linken oder Volker Beck von den Grünen jede noch so heftige Debatte, wenn Wolfgang Bosbach nur milde lächelnd und mit väterlichem „Du“ darum bat. Der Mann war und ist ein Phänomen. Ein Menschenfischer, ja.

Aber auch einer, der für seine Überzeugung zwar alles tut, nur eines nicht: andere zwanghaft bekehren. Bosbach nimmt einen ein, ohne zu vereinnahmen.

„Ich habe eine feste Überzeugung, aber ich verlange von niemandem, dass er sie teilt.“

Dieser Satz von Wolfgang Bosbach wird mir wohl nie aus dem Kopf gehen. Ich teile viele seiner Ansichten nicht, aber es gibt nur wenige Politiker, die ich dafür so schätze wie ihn. Als wir ihn im Sommer 2015 als Vorsitzenden des Innenausschusses verabschiedeten, bekam Tennisspieler Bosbach von den SPD-Abgeordneten im Ausschuss ein paar Utensilien für seinen Sport geschenkt: eine neue Tasche, fußballfeldgroße Handtücher und – eine Merkel-Saftpresse. Als Metapher und Erinnerung, wer an seiner Demission als Vorsitzender des Innenausschusses nicht ganz unschuldig war. Die Kanzlerin hatte sich für ein weiteres Rettungspaket für Griechenland ausgesprochen – ich im Übrigen auch – und Wolfgang Bosbach dagegen.

Ganz persönlich hatte ich mir daher vorgenommen, Bosbachs Hellenismus-Phobie zu behandeln. Zunächst mit einem gemeinsamen Besuch bei meinem Lieblingsgriechen, einem überzeugten Tsipras-Anhänger. In der Psychologie nennt man das wohl Konfrontationstherapie. Tsatsiki, Souflaki und Ouzo verfehlten ihre Wirkung nicht, am Ende dieses Abends waren wir nicht nur beim „Du“, sondern bereits in die Planung eines gemeinsamen Griechenland-Urlaubs eingestiegen.

Die anregendsten und berührendsten Autofahrten meines Lebens

Richtig kennengelernt habe ich Wolfgang Bosbach dann aber erst während mehrstündiger Autofahrten von Berlin in meinen Wahlkreis Magdeburg und zurück. Bosbach war dort zunächst Gast in meiner Talkrunde „Lischka trifft“, einige Monate später interviewte ich ihn zu seinem neuen Buch. Auf diesen Touren auf der staugeplagten A2 – wir hatten also viel Zeit zum Reden – weihte mich Bosbach in viele, mir noch unbekannte Geheimnisse des Berliner Politikbetriebes ein.

Für mich waren es die anregendsten und berührendsten Autofahrten meines Lebens. Bosbach erzählte auf diesen Fahrten auch so manche Anekdote und verriet mir sein Erfolgsrezept gegen Wutbürger. Diese ruft er mit Vorliebe nachts um halb zwölf aus seinem Wahlkreisbüro an, bevor für ihn ein langer Arbeitstag endlich zu Ende geht. „Wie, Sie schlafen schon?“, mimt Bosbach dann erstaunt, wenn der Angerufene nach Bosbachs aktuellem Geisteszustand fragt. Und dann feixt er sich eins.

Im Herbst vergangenen Jahres erhielt Wolfgang Bosbach den Politik-Award für sein Lebenswerk. Und während andere Geehrte Laudatoren der Hautevolee der Bundespolitik aufboten, wünschte sich Bosbach eine Festrede von mir, dem Sozen aus der dritten Reihe. Wo er mit Sicherheit die Kanzlerin hätte bekommen können. Das war Ehre und Anspruch zugleich – und Momente voller Emotionen. Denn im Publikum saßen Bosbachs Frau, eine seiner drei Töchter und seine Mutter.

Nach Bosbachs letzter Rede im Bundestag vor wenigen Wochen haben wir übrigens unsere Griechenland-Pläne konkretisiert: Nächsten Sommer geht es für ein paar Tage nach Chalkidiki.

Burkhard Lischka ist Bundestagsabgeordneter der SPD

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Ode auf Wolfgang Bosbach

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Einen letzten Appell richtet er an alle Bundestagskollegen: „Euch allen wünsche ich für die Zeit, die kommt, bei aller Härte der Auseinandersetzung im Wahlkampf: Geht immer ordentlich miteinander um. Danke!“ Alle Fraktionen applaudieren, sogar die Linken. Bosbach geht ein letztes Mal den Weg vom Podium zu seinem Platz. Er, der angriffslustige und oft scharfe Redner, ist sichtlich bewegt.

http://www.n-tv.de/politik/Am-Ende-bricht-Bosbach-die-Stimme-weg-article19871591.html

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Hier noch 2 Videos von Bosbachs letzten Reden im Bundestag. (zur Verfügung gestellt von Sabine)

 


https://www.4shared.com/video/RHm4nTIeca/Wolfgang_Bosbach_letzte_Rede.html
https://www.4shared.com/web/embed/file/RHm4nTIeca
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https://www.4shared.com/video/iYh1k6Xtei/Wolfgang_Bosbach_will_noch_etw.html
https://www.4shared.com/web/embed/file/iYh1k6Xtei
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Gruß Hubert

 

Ein vermeidbarer Tod   Leave a comment

Ich kenne wenige Menschen, die so feinfühlig und einfühlsam sind wie Daniela Böhm. Es ist ein immerwährendes Verbrechen was sich in Schlachthöfen abspielt. Die Tiere werden dort nicht mehr als Lebewesen gesehen. Es ist ein nie endendes Drama. Die Schuld des Menschen ist unauslöschlich. Sie wäre auch in tausenden Jahren nicht tilgbar.

Für die Freiheit und das Leben aller Tiere!

Von Daniela Böhm

Daniela Böhm anlässlich der fünften Mahnwache am Schlachthof in Buchloe am 30.06.2017 im Rahmen des zehnten Mahnwachenaktionstages „Ein Licht der Hoffnung“ :

Ein letztes Mal ist der Wind in spielerischem Tanz über dein Fell gestrichen.
An einem vergessenen Ort, jenseits einer lachenden Welt,
die das Leben feiert und deinen Tod verdrängt.
Doch der Wind trägt dein angsterfülltes Rufen über einen Stacheldrahtzaun,
der eine willkürlich schmerzvolle Linie zwischen Leben und Tod zieht.
Und später wird er der Bote sein, der dein Ende verkündet –
mit dem Geruch der Todesangst und deines zerfallenden Körpers.
Was hast du gefühlt, als du dort gestanden bist,
während das Sonnenlicht ein letztes Mal auf dein dürftig gelebtes Leben fiel?
Und als es schwand, während du barsch einer ungewissen Dunkelheit entgegen getrieben wurdest?
Dieses Leben, das dir vom Menschen als Bürde auferlegt wurde,
um unter seiner Herrschaft dein Dasein zu fristen.
Was bedeutete dein…

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Veröffentlicht 27. Juli 2017 von hubert wenzl in Uncategorized