Archiv für 21. Oktober 2017

Songtexte von Mylène Farmer   Leave a comment

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A quoi je sers • Zu was bin ich nutz/diene ich

Lebender Staub

ich suche vergeblich nach der/meiner Milchstraße
in meinem Aufruhr, fand ich ein Mausoleum
und mein Geist wanderte
ich habe Angst vor dem Vakuum
ich drehe Seiten
aber … leere Seiten

Staub wandert, konnte mich nicht führen
jede Stunde frage ich mich, was mich einholt
und mein Geist wandert
ich habe Angst vor dem Vakuum
warum diese Tränen
sag … warum leben …

Ach mein Gott, wie ich aussehe
wozu bin ich nutze
und wer in dieser Hölle kann sagen (1)
was man von uns erwartet, ich gestehe
Und ich weiß nicht, wem ich diene
wahrscheinlich nichts
jetzt kann ich (alles ver) schweigen
wenn alles Grauen wird

Brennender Staub, war das Fieber in mir
ich lachte ohne Gelächter, ich sah, ich weiß nichts
und mein Geist wandert
uch habe Angst vor dem Vakuum
uch drehe Seiten
aber … leere Seiten

Ach mein Gott, wie ich aussehe
wozu bin ich nutze
und wer in dieser Hölle kann sagen
was man von uns erwartet, ich gestehe
Und ich weiß nicht, wem ich diene
wahrscheinlich nichts
jetzt kann ich (alles ver) schweigen
wenn alles Grauen wird

————–

Die schwarze Witwe oder wer in dieser Hölle weiß

La veuve noire

Die schwarze Witwe

Dieses schwarze Witwe
hast du geliebt
Liebe mit einer schlechten Nacht im Mai
dieses schwarze Dame
die Zeit ist gekommen
du wirst heute Nacht untergehen, Mai

Dieses schwarze Leinwand
es ist dein Leichentuch
du ruhst an diesem Abend im Mai
als die Spinne in einer Nacht
eines langen Kuss
deine Hoffnungen berauschte
zu spät…

Übersetzung von Stefan

http://myleneonline.de/info/ubersetzungen/non-album-tracks/#ostdi

 

Moderne Kontaktanzeigen

I
Liebe mich im Gras und nackt!
Wenn nach dem Geschlechterakt
Laut der Geigerzähler knackt –
Hatten wir Naturkontakt.

II
Nimm mich, Fremder, bloß und fest!
Wenn Dich dann der Gummitest
Positiver denken läßt –
Küss und nimm den Samenrest.

Die Vorstellung eines vom Himmel fallenden Kreuzes gibt wohl die Meinung vieler sexuell sehr konservativ eingestellter Menschen wieder, die AIDS für Gottes Antwort auf die Promiskuität der ach so aufgeklärten „Sünder” halten. So würde dann Gott, im Video provokativ körperlich, als Person und über den Wolken sitzend dargestellt, endlich dafür sorgen, daß die einzig richtige Auslegung seines Heiligen Wortes, die natürlich die Moralisten noch besser als Er selber kennen, sichergestellt wird. Zwar kann Gott nicht verhindern, daß sich die Menschen weiterhin hemmungslos ihren Vergnügungen miteinander im Bett hingeben (wieso kann er das eigentlich nicht? Ist er nicht allmächtig?), aber er kann jedenfalls dafür sorgen, daß der unbedachte Sex nicht ohne Folgen bleibt. Je mehr Vertrauen man völlig Fremden entgegenbringt und je tiefer man sich auf sie einläßt (so oder so), je mehr man also seinen Nächsten liebt, desto gefährlicher ist diese Liebe, geradezu vergiftet („Amour poison”). Also würde Gott, in der Logik dieser selbsternannten Moralwächter, den Menschen, die ihre Nächsten lieben, eine Krankheit auf den Hals gehetzt haben… Das alte Gebot Gottes müßte also etwas erweitert werden: „Liebe Deinen Nächsten, klar, Mensch, hau ’rein, aber wenn Du nicht daran verrecken willst, dann laß Dir schwarz auf weiß einen AIDS-Test vorlegen, der nicht älter als ein paar Stunden ist… Oder, mach’s Dir doch einfach, Mensch, bleib einfach immer nur einem treu, wenn es schon sein muß. Geht doch nichts über Einehe, lebenslänglich, was?!”

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http://www.mylene-farmer.de/kommenta/sonstige_lieder_kom/qmcl_kommentare/qmcl_kommentar.htm

Que mon cœur lâche
Da bleibt mir doch gleich das Herz stehen

Ganz schön/allzu heftig/brutal
Das Amalgam/die Mischung/das Durcheinander
Der Körpertanz/der Tanz der Körper
Die tödliche Liebe/die Liebe zu Tode

Liebe Gift/Giftige Liebe
Kollision/Aufeinanderprall/Zusammenstoß
Die Angst stürzt/legt sich/prasselt nieder
Auf unser Herumtoben/-tollen

Du unter/zwischen uns
Kautschuk/Gummi
Du führst Dich behutsam/dringst unauffällig/schmeichelst Dich ein
In unsere Leidenschaften/Lieben/Zuneigungen

Das ist nicht leicht/einfach
Das Vergnügen/die Freude/Lust/der Spaß
Zähmen/sich gewöhnen an
Deinen vereisten/eisigen/gefühlskalten/polierten Körper

Mein Herz setzt aus
Meine Träume von exzentrischer Liebe
Haben nicht mehr ihren Straß
Mein Liebesstreß ist so traurig
Mein Herz setzt aus
Aber tu mir weh
Mißbrauche Fesseln und Lilien (Wonnen)*
Die Zeiten sind schlaff
Die Liebe hat Schmerzen
Es sind die Zeiten der Plastik-Liebe

Welch böser Engel/Teufel
Gerät auf Abwege
Um zu kreuzigen/martern/peinigen/quälen
Meine Freiheiten

Ich armer Schlucker/Teufel
Ich bin so krank/fühl mich so schlecht
Taumel/Schwindel der Liebe,
Verletzter/wundgeriebener/gekränkter Liebe


Übersetzung: Peter Marwitz & Michael Kuyumcu

Und jetzt noch etwas was für mich geil ist.

geil sind (wären) für mich nur noch solche dinge…die fahrt geht erst bei 1:30 Minuten los… der sound am anfang dauert schon lange…

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Lamborghini Huracán Ride – Start, Rev & Acceleration on Autobahn

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Mylène Farmer, Sting – Stolen Car

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 21. Oktober 2017 von hubert wenzl in Lyrik, Musik, Uncategorized

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Massenexodus von NS-Kriegsverbechern nach Argentinien   Leave a comment

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In Lateinamerika gab es genug Länder, die NS-Kriegsverbechern Schutz gewährten, darunter auch Argentinien. Argentinien hatte auch das Ziel unter den NS-Kriegsverbrechern „Techniker“ und „Experten“ aufzunehmen. Die Peron-Regierung in Argentinien hieß NS-Verbrecher herzlich willkommen.

Aus ila-web.de

Im zweiten Teil seiner Artikelserie über die Fluchthilfe für NS-Kriegsverbrecher nach Argentinien beschreibt Theo Bruns die verschiedenen Beteiligten, die wichtigsten Fluchtrouten und die Schlüsselrolle der Regierung Perón bei der Evakuierung der Massenmörder.

Argentinien war aus dem Zweiten Weltkrieg wirtschaftlich gestärkt hervorgegangen. Der im Februar 1946 zum Präsidenten gewählte Juan Domingo Perón erträumte für das Land am Rio de la Plata bereits die Rolle einer „Dritten Weltmacht“, und die argentinischen Militärs verfolgten ehrgeizige Pläne, die den Aufbau von Waffenfabriken, die Konstruktion von Kampfflugzeugen und die Entwicklung von Nukleartechnologie einschlossen. Sie konkurrierten mit den Alliierten im Wettlauf um die Rekrutierung von NS-Wissenschaftlern und Rüstungsexperten, die sie in den Dienst der eigenen Machtentfaltung stellen wollten. Dennoch war Peróns Einwanderungspolitik nicht rein pragmatisch orientiert, sondern zielte darüber hinaus auf eine Personengruppe, deren Einschleusung ausschließlich politisch-ideologisch motiviert war und sich seiner weltanschaulichen Nähe zum europäischen Faschismus verdankte. In den Nürnberger Prozessen sah Perón nicht die gerechte Strafe für beispiellose Verbrechen, sondern kritisierte sie im Stil deutscher Nazis als Siegerjustiz: „In Nürnberg geschah damals etwas, was ich persönlich als eine Schande und als eine finstere Lektion für die Zukunft der Menschheit ansah … Es ist die größte Ungeheuerlichkeit, welche die Geschichte niemals vergessen wird.“

Er entschied sich – in flagranter Verletzung internationaler Verträge – eine illegale Einwanderung in Gang zu setzen, die nicht nur Jagd auf „Techniker“ und „Experten“ machte, sondern so viele NS-Täter und Kollaborateure wie möglich vor der Nachkriegsjustiz bewahren sollte. Uki Goñis Standardwerk „Odessa – Die wahre Geschichte“ kommt das außerordentliche Verdienst zu, Konturen, Akteure und Funktionsmechanismen dieser umfassenden Operation im Detail nachgezeichnet zu haben. Seine minuziöse Rekonstruktion des komplizierten Fluchthilfenetzwerks verweist die These, die NS-Kriegsverbrecher hätten nach dem Krieg ihre Flucht vornehmlich individuell und ohne organisierte Hilfe in die Wege geleitet, ein für alle mal ins Reich der Legenden. Die Schaltzentrale der Operation war in der Nachrichtenabteilung des Präsidenten (División Informaciones) angesiedelt, einem neu geschaffenen Geheimdienst, den Perón mit der Planung und Durchführung der Fluchthilfe beauftragt hatte. Sie wurde geleitet von Rodolfo Freude, einem engen Freund Evitas und ihres Bruders Juan Duarte. Rodolfo war der Sohn des deutsch-argentinischen Unternehmers Ludwig Freude, der als oberster Nazi Argentiniens galt. Gerüchten zufolge verwaltete er einen Nazi-Spionagefonds und war bereits vor Kriegsende in Finanztransaktionen verwickelt, die Nazivermögen vor dem Zugriff der Alliierten retten sollten. Freudes Topagent war eine außerordentlich schillernde Gestalt: Carlos Horst Fuldner, der Sohn einer deutschen Einwandererfamilie, die Anfang der 1920er Jahre nach Deutschland zurückgekehrt war. Fuldner trat bereits 1931 der SS bei, machte sich später der Unterschlagung schuldig und wurde nach einem misslungenen Fluchtversuch verhaftet und degradiert. Später diente er als Übersetzer bei der Blauen Division, einer spanischen Militäreinheit, die Franco für den Einsatz an der Ostfront zur Verfügung gestellt hatte. Ende 1944 tauchte er in Madrid auf, nun als Agent des Auslandsgeheimdienstes der SS. Im Auftrag Schellenbergs sollte er Fluchtmöglichkeiten für SS-Größen sondieren, eine Mission, die er später als Agent der Nachrichtenabteilung Peróns umsetzen wird.

Die erste Fluchtwelle erreichte Argentinien über Spanien. Bei der Mehrzahl der Fliehenden handelte es sich um Mitglieder der europäischen Kollaborationsregime der Nazis, die sich nach dem Einmarsch der Alliierten nach Madrid gerettet hatten: Vertreter des französischen Vichy-Regimes und belgische Kollaborateure, kroatische Ustascha-Vertreter, Mitglieder der slowakischen Hlinka-Garde und der rumänischen Eisernen Garde. Ein wahres Horrorkabinett und getreues Abbild des nazistischen Europas. Aus ihm wird Freude das Team rekrutieren, welches die „Odessa“ Peróns bilden und den Massenexodus von Kriegsverbechern aus Europa einleiten wird. Zum harten Kern dieses Netzwerkes gehörten u.a. Pierre Daye, der ehemalige Fraktionsvorsitzende der pronazistischen Rexisten-Partei in Belgien; dessen Landsmann René Lagrou, Gründer der flämischen SS; Charles Lesca, Herausgeber des französischen Kollaborationsorgans Je suis partout, das einen rabiaten Antisemitismus vertrat; Georges Guilbaud, Organisator der Vichy-Milizen in Nordfrankreich und späterer Finanzberater Peróns; Jacques de Mahieu, Veteran der französischen SS-Division Charlemagne (sein Buch „Grundlagen der Biopolitik“ wurde vom NPD-Verlag Deutsche Stimme in deutscher Sprache veröffentlicht); Branko Benzón, Botschafter des kroatischen Ustascha-Regimes in Berlin; Radu Ghenea, Botschafter des NS-Satelliten Rumänien in Madrid. Zu ihnen gesellten sich aus Italien kommend die Brüder Ferdinand und Jan Durcansky, Vertreter des slowakischen NS-Marionettenstaates. Fast alle von ihnen waren in ihren Heimatländern wegen Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt worden oder hatten lange Haftstrafen zu erwarten. Auslieferungsersuchen an die Adresse der argentinischen Regierung wurden jedoch in geradezu provozierender Weise ignoriert.

Diese makabre Runde traf sich auf Vermittlung Freudes in der Casa Rosada mit Perón, um die Evakuierung ihrer in Europa zurückgebliebenen Mittäter und Gesinnungsgenossen zu planen. Gemeinsam debattierten sie die peronistische „Dritte Position“ (Tercera Posición) jenseits von „plutokratischem“ Kapitalismus und sowjetischem Kommunismus, die in ihren Grundzügen dem europäischen Faschismus nur zu ähnlich war. Sie waren in der festen Überzeugung vereint, dass ein Dritter Weltkrieg und die Wiedereinsetzung in ihre alten Positionen unmittelbar bevorstehe. Pierre Daye, der sich in pathetischer Pose in einer Zeit ähnlich der Renaissance, einer „Epoche der Abenteurer“ wähnte, schrieb: „Die Märtyrer, die man für jede höhere Sache braucht, werden ihre Namen im Triumph rehabilitiert sehen.“ Aus Madrid sekundierte der in Belgien ebenfalls zum Tode verurteilte Rexistenführer Léon Degrelle: „In zwei, drei, fünf Jahren wird die große Stunde kommen. … Alles Bisherige war ja nichts als Patrouillengang, Erkundung, aufmerksame Beobachtung. Das wirkliche Leben fängt erst noch an.“ Sie geben sich im Präsidentenpalast die Klinke in die Hand und unterstützen sich wechselseitig. Sie danken Perón für die „bewegende Gastfreundschaft“, verwenden sich für eine „Einwanderung der Eliten“ und versprechen, ihre „gesammelte Erfahrung“ im antikommunistischen Kampf in den Dienst der „Argentinischen Nationalen Revolution“ zu stellen. Binnen kurzem werden sie in wechselnder personeller Zusammensetzung für Peróns Geheimdienst oder als Berater (asesores confidenciales) der zunächst von dem erklärten Antisemiten Peralta, ab Mitte 1947 dann von Pablo Diana geleiteten Einwanderungsbehörde arbeiten oder als „Vertrauensmänner“ (allegados) an Konferenzen teilnehmen, welche die strategischen Eckpunkte der Einwanderung festlegten. Freudes Team ist mit weitreichenden Vollmachten ausgestattet und befugt, Einreisegenehmigungen (libre desembarco) für die nach Nationalitätengruppen betreuten Schützlinge zu erteilen, auf deren Basis die argentinischen Konsulate in Europa angehalten sind, Visa zu erteilen.

Diese verschworene Gemeinschaft von Schreibtischtätern, Mördern und NS-Kollaborateuren gründet 1948 eine harmlos klingende Organisation namens SARE, die „Argentinische Gesellschaft zum Empfang von Europäern“. Diese hat sich dem Ziel verschrieben, „unseren gefährdeten Freunden auf dem Alten Kontinent Visa und Mittel für die Einwanderung nach Argentinien zu besorgen“. Sie wird von der peronistischen Regierung offiziell anerkannt und genießt weitreichende Befugnisse. Logo der Organisation ist sinnigerweise ein Rettungsring, der die Landkarte Europas umrahmt. Sie tagt in einem im Kolonialstil erbauten Gebäude in Buenos Aires, welches im Besitz des Erzbistums von Buenos Aires ist. Dessen Oberhaupt, Kardinalprimas Santiago Luis Copello, ein Sympathisant des Vichyregimes, wird von Perón zu seinem „päpstlichen Gesandten“ beim Heiligen Stuhl ernannt.

Noch fünfzig Jahre nach den Ereignissen ist Uki Goñi fassungslos, „dass Perón in so dreister Weise und in direkter Komplizenschaft mit den Kriegsverbrechern die größte Fluchtoperation in den Annalen der Verbrechensgeschichte aushecken konnte“. Während Freude sein Team in Buenos Aires zusammenstellte, wurde in Europa bereits die Fluchtroute Nord installiert. Sie wurde von dem Deutsch-Argentinier Carlos Schulz sowie den argentinischen Konsuln Piñeyro und Mouret in Kopenhagen betreut und diente u.a. der Ausschleusung von NS-Wissenschaftlern und -technikern via Skandinavien. Die prominentesten Anwerbungen waren zweifelsohne der ehemalige Chefkonstrukteur der Focke-Wulf-Werke in Bremen, Prof. Kurt Tank, und dessen Mitarbeiter Jürgen Naumann, die die Blaupause für einen neuen Kampfflieger mit nach Argentinien brachten. Tank wurde in Córdoba leitender Berater des Luftfahrttechnischen Instituts in Argentinien und war mit seinem Team maßgeblich an der Produktion des argentinischen Düsenjägers Pulqui II beteiligt. Ein „Experte“ anderer Art war Dr. Carl Vaernet, der „dänische Mengele“, der als SS-Arzt an homosexuellen Häftlingen des KZ Buchenwald grausame Experimente durchgeführt hatte, um ein „Heilmittel gegen Homosexualität“ zu entwickeln. Im März 1947 flüchtete er über Schweden nach Argentinien, wo er für Peróns Gesundheitsministerium arbeitete. 

Die spektakulärste Flucht gelang dem SS-Mann Ludwig Lienhardt mit einer Gruppe aus Angehörigen von acht Nationen, der auf einem ehemaligen Segelschulschiff, der Falken, in Stockholm in See stach und ein halbes Jahr später in Buenos Aires eintraf. Die Falken wurde später zu einem beliebten Treffpunkt der deutschen Nazi-Szene um Hans-Ulrich Rudel, dem Flieger-As der Luftwaffe Hitlers. Rudel war ein enger Freund Peróns und gründete ein deutsches NS-Hilfswerk in Buenos Aires, das so genannte Kameradenwerk. Zu dessen Gründungsmitgliedern gehörten neben Lienhardt Kriegsverbrecher und Massenmörder wie das Mitglied der Einsatzgruppe D, Kurt Christmann, der für Massenmorde an der jüdischen Bevölkerung im Kaukasus verantwortlich war.

[…]

Obwohl die fraglichen Hauptkriegsverbrecher über einen Zeitraum von zwei Jahren verteilt einreisten (Priebke: November 1948; Mengele: Juni 1949; Eichmann: Juli 1950), wurden ihre Anträge innerhalb von zwei Monaten eingereicht, die von Mengele und Priebke sogar mit fortlaufenden Aktenzeichen. Mengele und Eichmann wurden zwischen April und Juni 1948 Ausweise der italienischen Stadt Temeno (Tramin) in Südtirol auf die Namen Helmut Gregor (Nr. 114) bzw. Riccardo Klement (Nr. 131) ausgestellt. Und auch die Rote-Kreuz-Pässe diverser Kriegsverbrecher weisen häufig eine verdächtig dicht aufeinander folgende Nummerierung auf. Klare Hinweise auf eine koordinierte Aktion. Ein Großteil der Akten, die genaueren Aufschluss hätten geben können und nach den Worten eines Juristen der argentinischen Einwanderungsbehörde „extrem kompromittierend“ waren, wurden während der Präsidentschaft Carlos Menems – pikanterweise kurz vor der Bildung einer staatlichen Historikerkommission zur Aufklärung der argentinischen Nazi-Connection – 1996 auf Anweisung der Regierung aus den Archiven geholt und an der Hafenmole verbrannt. Uki Goñi vermutet, dass die erwähnten Einreiseanträge von Fuldner über die DAIE in Genua an Freudes Nachrichtenabteilung übermittelt wurden.

Das Räderwerk dieser „größten Fluchthilfeoperation der Kriminalgeschichte“ funktionierte im Dreieck von Nachrichtenabteilung im Präsidentenpalast, der Einwanderungsbehörde in Buenos Aires und den Schlepperbasen in Europa reibungslos. Mit der Schifffahrtsline des argentinischen Reeders Dodero und der staatlichen Fluglinie FAMA standen sichere Transportwege über den Atlantik zur Verfügung. Zum Internationalen Roten Kreuz, das Ersatzpässe auf falsche Namen ausstellte, bestand ein routinemäßiger Kontakt, und in Argentinien brachten Fuldner und Co. ihre angekommenen „Schützlinge“ in eigenen Firmen unter. Zur Perfektion gebracht wurde dieses System durch die enge Zusammenarbeit mit einem weiteren mächtigen Bündnispartner, dem Vatikan. Davon wird der dritte und letzte Teil dieser Artikelserie berichten.

Von Theo Bruns

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Massenexodus von NS-Kriegsverbechern nach Argentinien

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Gruß Hubert