Faschismus – Spanien wird Franco nicht los   2 comments

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Ich habe schon gleich mal gesehen, dass Spanien einen extrem harten Wege gegen Katalonien einschlägt. Die 900 Verletzten am Referendums-Tag am 1. Oktober 2017 zeigten wie sich Madrid die Niederhaltung der Katalanen vorstellt. Es ist einen kurzsichtige und unzeitgemäße Vorgehensweise die längerfristig nicht von Erfolg gekrönt sein wird. So treibt man ein Volk von sich weg.

Kaum zu glauben, dass man in einem europäischen Land heute noch so vorgehen kann. Das feige Schweigen der EU ist indiskutabel. Ich versteht jetzt auch den militärischen Arm der Basken, die ETA, die sich ja inzwischen aufgelöst hat. Zu lange wird man sonst nichts erhalten haben von den Spaniern. Die Katalanen wird man nicht ohne eine weitergehende Autonomie ruhig halten können.
Nicht vergessen darf man auch dass die Volkspartei Partido Popular (PP) aus der Partei von Franco hervor ging.
Es funktioniert ja nicht, wenn man sagt der Diktator ist tot, jetzt machen wir Demokratie. Die Köpfe sind ja noch die gleichen.

Aus einem Artikel von http://www.rp-online.de geht klar hervor, wie wenig man die Historie, auch die der früheren Konquistadoren aufgearbeitet hat.

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Die Erinnerung an den Diktator lebt auch mehr als 40 Jahre nach seinem Tod weiter.

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Für Spaniens Ultrarechte ist und bleibt er der „Caudillo“ oder „Generalisimo“, wie er zu Lebzeiten gerne genannt wurde. Gemeint ist Diktator Francisco Franco (1892-1975), den der Spanische Bürgerkrieg 1936 an die Macht brachte. Er behielt sie bis zu seinem Tod. Mehr als vier Jahrzehnte sind seither vergangen. Franco-Monumente wurden abgebaut und Straßen, die seinen Namen trugen, umbenannt. Im Fall des nordspanischen Küstenstädtchens San Vicente de la Barquera ist das allerdings noch nicht lange her. Erst im vorletzten Jahr setzte der Stadtrat eine Namensänderung der Hauptstraße „Avenida del Generalisimo“ durch. Dabei enthielten sich die Vertreter der konservativen Volkspartei der Stimme.

Unlängst griff das Madrider Rechtsanwaltsbüro Eduardo Ranz zum wiederholten Mal den Fall zweier Orte auf, die noch immer nach Franco benannt sind: „Guadiana del Caudillo“ in der Extremadura und „Alberche del Caudillo“ in Kastilien-La Mancha. In beiden Orten regiert die Volkspartei. Die Kanzlei zeigte sowohl den Bürgermeister von Guadiana, Antonio Pozo, als auch die Bürgermeisterin von Alberche, Ana Rivelles, an. Beide wollen ihre Orte nicht umbenennen. Darin sieht das Anwaltsteam eine Weigerung, das Gesetz des historischen Gedächtnisses (Ley de Memoria Historica) umzusetzen. Dieses hält die öffentliche Verwaltung an, sämtliche Erinnerungstafeln oder verherrlichende Erwähnungen zu entfernen, die in Verbindung mit den Repressionen der Franco-Diktatur stehen.

In diesem Zusammenhang erstaunt auch, dass die umstrittene „Nationalstiftung Francisco Franco“ weiter agieren darf. Die Stiftung, die bis zu Beginn des Jahrtausends Zuschüsse aus Staatskassen erhielt, stellt auf ihrer Webseite „wohltätig-lehrende und kulturelle Arbeit“ heraus. Ihr wird jedoch die Fortführung faschistischen Gedankenguts unter dem Deckmantel der Geschichte vorgeworfen.

Auch an anderer Stelle wird das Franco-Erbe bewahrt. Mitten in Madrid machen Besucher im Museo Naval, dem Seemuseum der Marine, Bekanntschaft mit dem Diktator. In einem Ausstellungssaal werden Exponate zu Franco gezeigt, darunter ein glorifizierendes Porträt des Malers Fernando Alvarez de Sotomayor, eine Bronzebüste und Francos Kapitänsmütze.

Aus Sicht von Experten mangelt es in Spanien generell an einer kritischen Aufarbeitung der eigenen Historie. Das gilt für die Konquistadoren, die ganze Kulturen in Lateinamerika auslöschten, ebenso wie für die Franco-Zeit.

Dazu passt, dass seit einiger Zeit die Diskussionen zum Grabmal Francos im pompösen „Tal der Gefallenen“, Valle de los Caidos, verstummt sind. Vor Jahren noch hatte sich eine Expertenkommission dafür stark gemacht, die Überreste Francos aus der riesigen Prunkbasilika zu entfernen oder zumindest eine Mahnstätte daraus zu machen. Aufklärende Informationen am Franco-Grab sucht man jedoch bis heute vergeblich.

Von Andreas Drouve

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Faschismus – Spanien wird Franco nicht los

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 22. Oktober 2017 von hubert wenzl in Politik, Uncategorized

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2 Antworten zu “Faschismus – Spanien wird Franco nicht los

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  1. Prügeleien der Guardia Civil an Leuten, darunter auch viele Frauen, die am 01. Oktober 2017 nur wählen wollten.

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    https://www.4shared.com/video/96mZP0gTei/Katalon-1-10-17_Pruegelei.html

    Liken

  2. Das Herumgereite auf den angeblichen spanischen Rechtsstaat geht mir schön langsam auf den Keks. Was für ein Rechtsstaat ist denn das, das das katalonische demokratisch gewählte Parlament durch die spanische Zentralmacht ersetzten lässt (in bester Besatzermanier) und dessen Verfassungsgericht auf Zuruf von Rajoy rechtliche Verträge außer Kraft setzt, weil angeblich gegen die spanische Verfassung?
    Jetzt spricht die spanische Zentralregierung nicht Recht, sondern macht politische Gefangene.

    Ein Kommentar bei der SZ
    Andreas Maurer – 04.11.2017
    Das Vorgehen der spanischen Zentralregierung ist ebenso wie das der letzten katalanischen Regierung eine Katastrophe. Besonders widerwärtig sind die einseitige Parteinahme europäischer Politiker für Rajoy und die Ausführungen mancher Foristen, die auf einem statischen Begriff von „Recht“ und „Verfassung“ herumreiten, ohne sich über die wirtschaftliche Vorgeschichte des Konflikts informiert zu haben, und Demokratie mit einer Diktatur der parlamentarischen Mehrheit verwechseln.

    2010 had das spanische Verfassungsgericht auf Einspruch Rajoy’s das katalanische Autonomiestatut annulliert, das zuvor sowohl vom spanischen als auch vom katalanischen Parlament angenommen war (SZ Wirtschaft 30.11.). Soviel zu „Recht“ und „Verfassung“! Damit gehen 90% (SZ) bzw 70% (Wikipedia) der in Katalonien generierten Steuereinnahmen zunächst an die Zentralregierung, die das Geld nach ihrem Gutdünken und ohne gesetzliche Regelung ausgeben kann. Bitte unseren Fiskalpakt vergleichen (ca 50%, in Südtirol sind es sogar nur 10%!). Trotzdem wird von Geiz und Egoismus der Katalanen gesprochen. Puigdemont’s Vorgänger Mas hat jahrelang versucht mit Madrid einen verbesserten Fiskalpakt auszuhandeln, ist aber stets an Rajoy gescheitert. Es ist kein Wunder, dass die katalanische Unabhängigkeitsbewegung dadurch immer mehr gestärkt wurde, was letzendlich zu dem illegalen Referendum, der abscheulichen Demonstration spanischer Zentralmacht und der sinnlosen Unabhängigkeitserklärung führte.
    Mein Fazit: Rajoy und seine PP trifft eine ebensogroße Schuld an der Krise wie die katalanische Regierung.
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    KarlChris Andreas Maurer

    Und nicht zu vergessen, dass die derzeitige spanische Verfassung von Ministern des Franco Regimes ausgearbeitet wurde!
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    http://www.sueddeutsche.de/politik/leserdiskussion-wie-beurteilen-sie-das-vorgehen-der-spanischen-zentralregierung-1.3733864
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    Weitere Kommentare vom 5. Nov. 2017 auf tagesschau.de
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    Am 05. November 2017 um 14:49 von Schneewolf
    Die „Rübe-ab-Fraktion“ gehört kaum nach Europa,

    solche Konflikte wie in Katalonien kann man nicht totschweigen oder etwa „bekämpfen“, sie sind da und man muss sich damit klug auseinandersetzen, um sie aufzulösen.
    Deshalb ist jedwede „Genugtuung“ über die Verhaftung von Puigdemont fahl am Platz und Häme einfach unangemessen.

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    Am 05. November 2017 um 14:58 von Roger
    Geschichte wiederholt sich nicht? – Vielleicht doch.

    Dier Konflikt zwischen Katalonien und Spanien ist Jahrhunderte alt. Katalonien besteht auf seine Unabhängigkeit, Spanien auf seine Besitzansprüche.
    Vor 100 Jahren eskalierte der Konflikt und gipfelte in einem bewaffneten Aufstand. Der faschistische Diktator und Putschist Franco bat Italiens Duce, Benito Mussoline um Unterstützung. Ebenfalls schickte Hitler die Legion Condor mit 4.500 Mann und Kampfbombern in den span. Bürgerkrieg.
    Der zweite Weltkrieg begann demnach 1936. Deutschland hatte geholfen, eine spanische Demokratie niederzuschlagen.
    So gesehen, sollte man seitens der Bundesregierung mehr Verantwortung zeigen. Die voreilige Zusicherung, Madrid zu unterstützen, wiederholt die Geschichte.
    Damals versagte der Völkerbund, heute die EU.

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    Am 05. November 2017 um 15:03 von Kessl
    Einseitig mal wieder

    „Der entmachtete katalanische Regionalpräsident Puigdemont hat sich zusammen mit vier Ex-Ministern der belgischen Polizei gestellt.“
    Es ist nicht an der Tagesschau zu entscheiden ob es sich hier um Ex-Minister handelt!
    Gerichte haben zu entscheiden, ob sich Katalonien lossagen durfte, oder nicht. Wenn es rechtens war, dann ist es Spanien, das illegal demokratisch gewählte Politiker hat inhaftieren lassen.
    Diese Frage von einem „Journalisten“ geklärt zu sehen ist geradezu lachhaft!

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    Am 05. November 2017 um 15:10 von Helga Karl
    ich habe kein Bedauern über hausgemachten spanischen Probleme

    Rajoy als Vertreter der „bruchlosen“ Nachfolge-Franco-Faschisten-Partei hat in seiner Arroganz massgeblich beigetragen, dass es zur Eskalation mit Katalonien gekommen ist

    Ich habe daher kein Bedauern über die schwierige Lage, in der Spanien (nicht nur Katalonien) jetzt ist.

    Wie immer man zum katalanischen Minsterpräsidenten Puigdemont und seiner Partei steht, ich habe manche Kritik,

    angesichts der nie aufgearbeiteten faschistischen Franco-Vergangenheit gerade im Zusammenhang mit Katalonien, einst Land des Widerstands gegen Faschisten,

    angesichts des Fehlens der Rehabilitierung der von Franco Ermordeten (darunter der damalige katalonische Präsident)

    angesichts der rücksichtslosen Überheblichkeit von Rajoy und seiner Franco-Nachfolge-Partei

    habe ich kein Bedauern über die „hausgemachten“ spanischen Probleme jetzt.

    Macht sich doch „gut“ in EU:
    Verhaftung der katalonischen Minister/Ministerpräsident durch eine Regierung(spartei) angestossen, die Mörder der Francozeit geschützt hat.
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    http://meta.tagesschau.de/id/128516/puigdemont-und-vier-ex-minister-stellen-sich-belgischer-polizei

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    Cara al Sol Himno de la Falange (con letra)
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    Gruß Hubert

    Liken

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