Archiv für 19. November 2017

Nashorn-Art vor dem Aussterben. Da waren’s nur noch fünf   Leave a comment

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So geht es, wenn man nur Menschen eine Würde zuspricht und Tieren nicht und sie dem Menschen unterstellt. Der Mensch leistet „ganze Arbeit“, der Mensch als der große Zerstörer.
Wohlgemerkt, der Artikel vom Spiegel ist vom 16.12.2014. Sind es 2017 noch fünf Breitmaulnashörner?

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Aus dem Spiegel – Auszug

Nashorn-Art vor dem Aussterben Da waren’s nur noch fünf

Das Nördliche Breitmaulnashorn steht kurz vor dem Aussterben: Ganze sechs Exemplare gab es auf der Welt – nun ist ein weiteres gestorben. Forscher haben nur noch eine Hoffnung.

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Forscher wollen versuchen, die Nördlichen Breitmaulnashörner über künstliche Befruchtung am Leben zu halten. Im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin liegt das Sperma des im Oktober in Kenia gestorbenen, zeugungsfähigen Bullen. Mit ihm ließe sich die Eizelle eines Nördlichen Breitmaulnashorn-Weibchens befruchten. Ein junges, südliches Breitmaulnashorn könnte den Embryo austragen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/nashoerner-noerdliches-breitmaulnashorn-ist-tot-seine-art-stirbt-aus-a-1008795.html

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Man schreibt dem Horn in Asien heilende Kräfte bei Potenzstörungen und Krebs zu, was natürlich ein Irrglauben ist, aber für das Nashorn und auch Tierfreunde ist das fatal. Wie viele ausgerottete Tierarten wollen wir Menschen noch ertragen?

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Hier dazu noch ein Artikel aus animalsunited.de – Auszug

Nashörner – Für ‚Medizin‘ ermordet & vom Aussterben bedroht!

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Bloß keine Fotos auf Facebook posten!

Das ist die strikte Anweisung, die alle Teilnehmer_innen der Safari erteilt bekommen. Denn Wilderer_innen suchen gezielt nach Posts wie „Gerade eben gesehen: Zehn Nashörner im Soundso-Park, direkt an der ersten Kreuzung!“. Oder sie kombinieren Hashtags wie #Rhino, #Hluhluwe-Umfolozi und #OurMomentoftheDay – und während die Tourist_innen zu Abend essen, wird die eben fotografierte Nashorngruppe drei Kilometer entfernt massakriert. Es kam leider auch schon vor, dass Tierärzt_innen nach einem Tag wieder abreisen mussten, da nach einem Foto von einem bereits enthornten Nashorn Wilderer_innen über Nacht alle restlichen Tiere mit Horn abgeschlachtet hatten.

Warum ist das Horn so beliebt?

Das Horn besteht aus Keratin, wie auch unsere Fingernägel. In China und Vietnam zahlen reiche Kund_innen trotzdem bis zu 80.000 Dollar pro Kilo in Pulverform. Sie denken, es könnte Potenzstörungen und Krebs heilen. Das tut es jedoch definitiv nicht. Leider herrscht weiterhin vorsätzliches Unwissen, wodurch die Nashörner weiter für diesen Irrglauben sterben müssen.

Vom Aussterben bedroht

In ganz Südafrika gibt es vielleicht noch 3.000 Exemplare. Es bleibt nicht mehr viel Zeit, es könnte sie bald nicht mehr geben. In den letzten Jahren haben der Tierarzt und 30-40 seiner Kolleg_innen nebenberuflich im ganzen Land mehrere Tausend Nashörner enthornt. Aber um alle Rhinozerosse Südafrikas unter die Säge zu nehmen, bräuchte es viel mehr Personal.

Wissenswertes über das Nashorn

Der Verfasser des Artikels beschreibt sie als „Panzer auf vier Beinen“. Drei Meter lang, fast zwei Meter hoch, knapp eineinhalb Tonnen schwer, mit einer Haut wie Hartgummi. Die Füße sind eher weich, das Maul sehr weich. Nashörner haben eine Kopf-Rumpf-Länge von 2,5-3,8 m und einen 40-60 cm langen Schwanz. Ihre Schulterhöhe beträgt zwischen 1,2-1,8 m. Ihr Körpergewicht schwankt zwischen 1500 und 3600 kg. Und das als Pflanzenfresser_innen! Bei der Geburt wiegt ein Nashornkalb bereits ca. 80 kg, nach einer Tragzeit von eineinhalb Jahren.

Doch die Tiere sind nicht ungefährlich. Spitzmaulnashörner sind dafür bekannt, augenblicklich anzugreifen und erst hinterher zu überlegen, ob das wirklich notwendig war. Frei dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung.“ Personen in einem Geländewagen werden aber als Einheit angesehen und somit selten angegriffen.

Heute leben Nashörner in Afrika und Asien. Sie halten sich in Savannenlandschaften aber auch in tropischen Regenwäldern auf. Es gibt noch fünf Nashornarten, das Breitmaulnashorn (häufigste Art, ca. 20.000), das Java-Nashorn (seltenste Art, nur noch ca. 50), das Panzernashorn, das Spitzmaulnashorn und das Sumatranashorn. Je nach Art haben sie ein oder zwei Hörner. Nashörner sind Einzelgänger_innen. In Savannen können sie aber auch in kleinen Gruppen zu sehen sein. Sie leben auch mit Vogelarten wie dem Madenhacker zusammen, der sie von Parasiten befreit.

Es ist wirklich schade, dass diese tollen Tiere vom Aussterben bedroht sind. Bleibt nur zu hoffen, dass die Politik endlich reagiert und diese Tiere besser schützt! Es wäre sehr schade, wenn sie nun von der Erde verschwinden würden, wo sie doch bereits seit ca. 50 Mio. Jahren hier leben, wie Fossilien von urzeitlichen Nashörnern belegen.

Weh dem Menschen, wenn nur ein einziges Tier im Weltgericht sitzt. (Christian Morgenstern)

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Nashörner – Für ‚Medizin‘ ermordet & vom Aussterben bedroht!

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Gruß Hubert

 

 

 

Gewöhnung ist wie ein schleichendes Gift   Leave a comment

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Je nach politischer Einstellunge und Ausrichtung gefällt einem irgendein Beitrag oder nicht. Mir jedenfalls gefällt der Artikel von Martin Pollack vom „Standard“. Die illiberalen, konservativen, zum Teil auch reaktionären Ansätze, die immer mehr Anhänger finden, geben mir schon zu denken und auch die unverhohlen undemokratischen Ansichten, der Ruf nach dem starken Mann machen mich zu einem „besorgten Bürger“ um einmal diesen überstrapazierten Begriff von anderer Seite zu gebrauchen. Wenn ich da an das national-konservative und streng katholische „Kaczynski-Männchen“ in Polen denke… Ich würde mir jedenfalls nicht wünschen in Polen zu leben.

Hier ein Artikel aus derstandard.at

Wir dürfen nicht resignieren, nicht den Kopf einziehen und uns an die fatale Erosion der Demokratie in unserer Nachbarschaft gewöhnen. Wir müssen unsere Freunde unterstützen, aktive Solidarität zeigen.

[…]

Insgesamt ist bei mir in Bocksdorf also alles in Ordnung. Mir geht es gut. Doch kaum mache ich es mir beim Ofen bequem, den ich übrigens mit slowenischer Weißbuche heize, beschleichen mich Zweifel. In letzter Zeit immer öfter. Ist diese Zufriedenheit wirklich berechtigt? Mache ich mir nicht was vor? Stecke ich nicht den Kopf in den Sand und verschließe Augen und Ohren vor einer Realität, die gar nicht so freundlich und rosig erscheint, wie ich’s gern hätte? Damit meine ich nicht mein Alter. Damit komme ich leidlich zurecht. Ich darf nicht klagen. Und ich denke auch nicht an meine Krankheit. Mit der komme ich auch noch zurecht. Die meiste Zeit jedenfalls und so halbwegs. Gefühl der Ohnmacht Es gibt andere Gründe für diese Zweifel, die mir manchmal schwarze Tage bereiten, an denen ich eine tiefe Niedergeschlagenheit verspüre, ein Gefühl der Ohnmacht.

Es ist die politische Situation in Österreich, in Polen, insgesamt in Europa und darüber hinaus, die mich daran hindert, das Leben in Bocksdorf vorbehaltlos zu genießen. Die großen Hoffnungen, die wir mit der Wende und den Umbrüchen verbanden, für die das Jahr 1989 symbolhaft steht, sind tiefer Ernüchterung, ja Enttäuschung gewichen. Wir erleben in Europa, und nicht nur hier, einen reaktionären, illiberalen, nationalistischen Backlash, der die Errungenschaften von 1989 zunichtezumachen droht. Putins Russland und Trumps Amerika spielen dabei in vielerlei Hinsicht, bei allen bestehenden Unterschieden, eine fatale Vorreiterrolle. In Ostmitteleuropa fällt die Saat des Antiliberalismus und Nationalismus, gepaart mit Populismus, auf besonders fruchtbaren Boden, wie ein Blick nach Ungarn oder Polen zeigt.

Und Trendumkehr ist keine in Sicht, im Gegenteil, die Aushöhlung und Schwächung der liberalen Demokratie scheint immer rascher und radikaler fortzuschreiten. „Statt einer ‚globalen Zivilgesellschaft‘ (Mary Kaldor) erleben wir den globalen Aufstieg populistischer Nationalismen“, schreibt der französische Politologe Jacques Rupnik, einst Berater von Präsident Václav Havel, in einem Aufsatz über die Situation nach 1989. Er konstatiert eine Wiederkehr Mitteleuropas, allerdings „in illiberalem Gewand“.

Während sich die proeuropäischen Eliten auf dem Rückzug befinden, erleben dumpfe europafeindliche Strömungen einen rasanten Aufschwung, auch in Ländern mit tief wurzelnden demokratischen Traditionen. Vielerorts werden Rufe laut nach einer starken Hand, einem starken Staat, einem starken Führer, der alles daransetzt, um die lästigen demokratischen Institutionen so lange auszuhöhlen, bis sie nur mehr dem Namen nach existieren: leere, kraftlose Hüllen. Putin und Erdogan haben vorgemacht, wie das geht. Und ihre Methode macht Schule. Es erscheint fast anstößig, pervers, aber Putin findet in zahlreichen europäischen Ländern begeisterte Anhänger und eifrige Schüler. Auch in Österreich. Der oberste Rechtspopulist, H.-C. Strache, macht gar kein Hehl aus seiner Bewunderung für den neuen russischen Zaren und dessen Verständnis von Demokratie. Die FPÖ wird demnächst in der Regierung sitzen, mit Strache als Vizekanzler.

Entmündigt, marginalisiert

Die Erosion der Demokratie wird verstärkt und beschleunigt durch Flüchtlingskrise und Terror, die von rechten Populisten und fundamentalistischen Chauvinisten ausgenutzt werden, um immer neue Ängste und Misstrauen zu schüren. Misstrauen gegen Migranten und überhaupt Fremde, gegen Andersdenkende, gegen Minderheiten aller Art sowie Intellektuelle im Allgemeinen und liberale Intellektuelle im Besonderen, gegen das liberale Europa und gegen die Zivilgesellschaft im eigenen Land, die ihrer Ansicht nach entmündigt und marginalisiert werden muss. In Russland und in der Türkei, um in Europa zu bleiben, ist das längst geschehen, Ungarn ist auf dem besten Weg dorthin. In Polen scheint die Zivilgesellschaft nicht bereit, die Fahne so rasch zu streichen. Die polnische Gesellschaft lässt sich nicht so einfach gleichschalten.

Der Mut und die Entschlossenheit, die sie in der Verteidigung der liberalen Demokratie und ihrer Institutionen täglich aufs Neue beweist, sind zu bewundern. Ein nachahmenswertes Beispiel. Daraus folgt aber auch, dass wir, die diese Entwicklung noch von außen beobachten, in die Verantwortung genommen werden. Wir müssen uns fragen, was wir tun können, tun müssen, um unsere Freunde in Polen und Ungarn zu unterstützen, ihnen aktive Solidarität zu bezeugen. Also was tun? Ich weiß keine einfache Antwort, ich weiß nur eines: Wir dürfen nicht resignieren, nicht den Kopf einziehen und uns an die fatale Entwicklung gewöhnen. Unter keinen Umständen. Wir dürfen nicht achselzuckend zur Kenntnis nehmen, dass die Demokratie in unserer Nachbarschaft demontiert wird (wann sind wir an der Reihe?), dass die Gewaltenteilung im Staat infrage gestellt wird, wir dürfen uns nicht an obrigkeitlich verordnete Lügen und Fake-News gewöhnen. Und wir dürfen uns niemals daran gewöhnen, dass sich ein „szary czlowiek“ wie Piotr S., ein kleiner Mann, wie er sich selbst nennt, in Warschau öffentlich verbrennt, um wachzurütteln und aufzurufen, der Zerstörung der Demokratie durch die regierende Partei Einhalt zu gebieten.

An solche Verzweiflungstaten dürfen wir uns nicht gewöhnen, sie sind nicht hinnehmbar, wir dürfen sie nicht mit Schweigen übergehen. Gewöhnung ist wie ein schleichendes Gift, das Gehirne zersetzt und Menschen demoralisiert. Wenn wir das begreifen, haben wir einen wichtigen Schritt getan.

(Martin Pollack, 16.11.2017) Martin Pollack (73) ist Schriftsteller und Übersetzer. Dieser Text ist ein Auszug aus seiner Rede anlässlich des vor wenigen Tagen in Potsdam an ihn verliehenen Dialog-Preises der Deutsch-Polnischen Gesellschaft.

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Gewöhnung ist wie ein schleichendes Gift

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Hier noch einige grundsätzliche Gedanken zur Demokratie, ebenfalls aus dem Standard.

Im Übrigen hat schon der Schöpfer unserer demokratischen Verfassung, Hans Kelsen (Österreich), darauf hingewiesen, dass „Demokratie nicht etwa Diktatur der Mehrheit bedeutet“, sondern einen ständigen Kompromiss zwischen allen gesellschaftlichen Gruppen des Landes impliziert. Erst dieses Verständnis von Demokratie ermöglicht es, den historischen Gegensatz von Fremdbestimmung und Selbstbestimmung so weit wie möglich aufzulösen. Die Verantwortung für einen allfälligen Umbau unseres Systems ist selbstverständlich eine vornehmlich politische. Aber es bedarf immer auch eines juristischen Regelwerks. Es liegt daher auch in der Verantwortung der Juristen, die jeweiligen Konsequenzen aufzuzeigen und dabei ihre Unabhängigkeit zu bewahren.

http://derstandard.at/2000068032739/Demokratie-ist-nicht-die-Diktatur-der-Mehrheit?ref=rec

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Gruß Hubert