Archiv für 1. Dezember 2017

Twitterstreit – May schlägt zurück   Leave a comment

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Islamkritik ist in Ordnung, wie JEDE Religionskritik, aber sie muss immer objektiv sein und darf nicht mit Hassbotschaften, wie sie Rechte propagieren, durchsetzt sein. Man muss bei den Fakten bleiben und darf nicht Lügen verbreiten um Stimmung zu machen und Ängste zu schüren. Aber es ist ja nichts Neues, dass es Rechte mit der Wahrheit nicht so genau nehmen, wenn sie mit einer Sache Stimmung machen können. Eine von Vorurteilen geladene Rhetorik wie sie die extremen Rechten anwenden bringt in der Sache einer Kritik nicht weiter. Trump redet von radikalen Islamisten – ja die gibt es ohne Frage – aber wenn wir schon beim Wort radikal sind, radikal ist Trump auch, wenn es um den weißen Mann geht, oder wenn er sich nicht von Neonazis distanziert. Dass Rechte in Europa aller möglichen Schattierungen diesen Trump gut finden spricht auch Bände.

Aber jetzt zum Streit zwischen Trump und May. Sie hatte sich ja noch beim ersten Treffen zwischen ihnen in den USA noch so lieb – sie war ja der erste ausländische Staatsgast, die Trump ihre Aufwartung machte. Aber man muss sich nicht wundern, dass sich Leute von Trump abwenden… bei seinen Manieren und bei seiner Unberechenbarkeit. Auch das Verhältnis mit Putin ist ja nicht mehr gut. Außerdem feuert er andauernd seine „Untergebenen“, der nächste wird wohl Außenminister Tillerson sein. Sollte Trump Tillerson entlassen, wäre es die wichtigste Personalie seit dem Amtsantritt im Jänner. Trump hat aber schon hochrangige Vertreter seines Regierungsapparates gefeuert, darunter den Stabschef, den nationalen Sicherheitsberater und den FBI-Direktor.

Geschichten, wie jetzt mit May, liefert der America-First-Präsident ja am laufenden Band. Man würde sich ja direkt wundern, wenn mal eine Woche bei ihm nichts wäre.

Aus tagesschau.de

Twitterstreit von Trump und May

Die Premierministerin schlägt zurück

Die britische Premierministerin lässt Trumps Twitter-Attacke nicht auf sich sitzen. May kritisierte den US-Präsidenten erstmals direkt – es geht um seine Weiterverbreitung von islamfeindlichen Videos.

Im Streit um das Weiterleiten von Videos einer rechtsgerichteten britischen Gruppierung durch Donald Trump hat sich nun die britische Premierministerin Theresa May selbst mit scharfer Kritik an den US-Präsidenten gewandt. „Meine Haltung ist sehr deutlich, dass das Retweeten von ‚Britain First‘ falsch ist“, erklärte May. Man habe trotz der Zusammenarbeit keine Angst davor, die USA sehr deutlich auf Fehler hinzuweisen, fügte sie hinzu.

Zuvor hatte Mays Regierungssprecher Trump kritisiert, weil er islamfeindliche Botschaften über Twitter verbreitet hatte. Daraufhin reagierte Trump mit einer Twitter-Botschaft, die er direkt an die britische Premierministerin richtete.

Donald J. Trump @realDonaldTrump

.@Theresa_May, don’t focus on me, focus on the destructive Radical Islamic Terrorism that is taking place within the United Kingdom. We are doing just fine!

30.11.2017 02:02 Uhr via

„Beschäftigen Sie sich nicht mit mir, beschäftigen Sie sich mit dem zerstörerischen radikalen islamistischen Terrorismus“, hatte Trump in seiner Botschaft geschrieben.

Trump teilt islamfeindliche Videos der Nationalisten von „Britain First“.

„Muslim zerstört Statue der Jungfrau Maria“

Die britische Regierung hatte Trump scharf kritisiert, weil der US-Präsident auf seinem Twitteraccount Videos einer rechtsextremen britischen Aktivistin verbreitet hatte. Sie stammen von Jayda Fransen, der Vizechefin der Gruppierung „Britain First“, und tragen Titel wie „Muslim zerstört Statue der Jungfrau Maria“.

Der Sprecher der britischen Premierministerin kritisierte die Entscheidung des Präsidenten, die Videos an seine 44 Millionen Follower zu verbreiten, als „falsch“: „Britain First“ versuche die Gesellschaft zu spalten, verbreite Lügen und heize Spannungen an. „Die Briten lehnen die mit Vorurteilen geladene Rhetorik der extremen Rechten ab, die den Werten dieses Landes widersprechen.“

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Theresa May und Donald Trump | Bildquelle: dpa

May und Trump beim G20-Gipfel in Hamburg. Für 2018 ist ein Besuch Trumps in London geplant.

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Scharfe Kritik an Trump

Chuka Umunna, Abgeordneter der sozialdemokratischen Labour-Partei, forderte, Trumps geplanten Besuch in Großbritannien für 2018 abzusagen.

Die Einladung an Trump bleibe bestehen, betonte May bei einem Besuch in Amman (Jordanien). „Die Einladung für einen Staatsbesuch ist ausgesprochen und sie wurde akzeptiert. Wir müssen noch einen Termin festsetzen“, sagte May.

Auch in den USA wuchs die Kritik an Trump. Der unabhängige Senator Angus King aus dem Bundesstaat Maine erklärte, das Retweeten der Videos mache „überhaupt keinen Sinn“. „Es verunglimpft Menschen auf der ganzen Welt“, sagte King. Es setze ferner die Beziehungen zu wichtigen US-Verbündeten im Nahen Osten aufs Spiel.

Videos stammen aus Ägypten, Syrien und den Niederlanden

Jayda Fransen, die 53.000 Twitter-Follower hat, hatte sich „erfreut“ über Trumps Retweets gezeigt. Auch das Weiße Haus verteidigte Trump. Der Präsident habe mit den Retweets sagen wollen, dass er für starke Grenzen und eine starke Nationale Sicherheit sei. Auf die Frage, ob Trump den Inhalt von Videos nicht besser prüfen sollte, bevor er sie weiter verbreite, sagte Huckabee Sanders: „Egal, ob es ein echtes Video ist, die Bedrohung ist echt.“

(Anmerkung: Typisch wieder für rechte Strategien, egal ob wahr oder nicht, es gilt die Devise: Der Zweck heiligt die Mittel)

Recherchen der Nachrichtenagentur AP ergaben, dass das erste Video 2013 in Ägypten bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen rund um die Absetzung des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi aufgenommen wurde. Die Täter wurden zum Tode verurteilt.

Die zweite Aufnahme stammt nach Angaben des Memri-Instituts in den USA ebenfalls von 2013, wurde in Syrien gemacht und vom Al-Kaida-Ableger Nusra-Front verbreitet. Das dritte Video kursierte im Mai dieses Jahres in den Niederlanden, wie die Zeitung „De Telegraaf“ berichtete.

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Twitterstreit – May schlägt zurück

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Zu „Britain First“ und dessen Ausrichtung:

Seit 2014 ist Paul Golding Vorsitzender. Vizevorsitzende ist Jayda Fransen.
Ausrichtung: Rechtsextremismus, Nationalismus, Christlicher Fundamentalismus, EU-Skepsis, Islamfeindlichkeit
https://de.wikipedia.org/wiki/Britain_First

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Ganz gefährlich ist die Mischung von Rechtsextremismus, Nationalismus und jeder Art von religiösem Fundamentalismus. Siehe Israel, dort halt mit jüdischen Fundamentalismus.

Eine Kostprobe:

Israels früherer Oberrabbiner Mordechai Elyahu rief 2007 die israelische Armee dazu auf, an den Palästinensern einen Massenmord zu begehen. Er sagte mit fanatischer Ausdruckweise: ‚Wenn sie ihre Gewalt nicht stoppen, nachdem wir 100 getötet haben, dann müssen wir 1000 töten. Und wenn sie nach 1000 immer noch nicht aufhören, dann müssen wir 10 000 töten. Und wenn sie auch dann nicht damit aufhören , müssen wir 100 000 töten, oder sogar eine Million oder noch mehr …’
http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=8539&lg=de

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Gruß Hubert

 

Neue Krebsmedikamente – teuer und kaum von Nutzen   Leave a comment

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Ich habe von der Pharmaindustrie keine gute Meinung, die sind einfach extrem gierig und das Wohl der Patienten interessiert sie kaum, höchstens soweit, dass diese Medikamente nehmen müssen / sollen. Eine Taktik der Pharmaindustrie ist es neue Medikamente heraus zu bringen, die aber den alten überhaupt nichts voraus haben, also keinen zusätzlichen Nutzen bringen. „Monitor“ hat da Recherchen unternommen und ist zu einem vernichtenden Urteil über die „neuen“ Medikamente, zum Beispiel gegen Krebs gelangt.

Aus tagesschau.de

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Pharma_Krebsmedik

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Neue Krebsmedikamente

Teuer und oft nutzlos

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Krebsmedikamente sind für Arzneimittelkonzerne ein gutes Geschäft. Doch Recherchen des ARD-Magazins Monitor zeigen: Laut einer Studie hat fast die Hälfte der neu zugelassenen Krebsmedikamente für Patienten keinen relevanten Nutzen.

In einer Studie haben die Wissenschaftler erstmals systematisch alle Zulassungen ausgewertet, die die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) zwischen 2009 und 2013 für Krebsbehandlungen erteilt hat. Es geht um 48 Medikamente, zugelassen für 68 Krebsbehandlungen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur gut die Hälfte der zugelassenen Therapien wirkte demnach lebensverlängernd oder bot zumindest eine bessere Lebensqualität. Das bedeutet im Umkehrschluss: 49 Prozent der überprüften Zulassungen erfüllten das für Patienten wichtigste Kriterium nicht: Sie boten keine Verlängerung der Lebenszeit und auch keine bessere Lebensqualität.

„Das ist eine erschreckende Zahl“, urteilt Prof. Wolf-Dieter Ludwig, Krebsmediziner und Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft. Ludwig hält die Analyse der britischen Wissenschaftler für wegweisend: Jetzt seien die Zulassungsbehörde und auch die deutsche Bundesregierung gefragt, damit Patienten nicht „wie im Blindflug“ behandelt werden müssten.

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Wolf-Dieter Ludwig | Bildquelle: axentis.de / G.J.Lopata

Wolf-Dieter Ludwig leitet die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft.

Gerd Glaeske | Bildquelle: imago/Metodi Popow

Gesundheitsökonom Gerd Glaeske fordert, dass der Nutzen der Medikamente besser kontrolliert wird.

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Krebsmedikamente immer teurer

Für neue Krebstherapien werden immer höhere Preise verlangt – bis zu 100.000 Euro pro Jahr und Patient. Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Krebsarzneien steigen in Deutschland rasant, von 3,8 Milliarden Euro im Jahr 2012 auf zuletzt 5,77 Milliarden Euro im Jahr 2016. Der Gesundheitsökonom Prof. Gerd Glaeske prognostizierte diese Kostenentwicklung zusammen mit Krebsmediziner Ludwig schon vor Jahren in einem 2010 für das Bundesgesundheitsministerium erstellten Gutachten. Angesichts der neuen Studie aus London fordern Glaeske und Ludwig nun, die gesetzlichen Vorgaben im Arzneimittelneuordnungsgesetz (AMNOG) nachzubessern: Eine „späte Nutzenbewertung“ müsse verbindlich festgeschrieben werden.

Krebsmedikamente werden schnell zugelassen

Die EMA geht seit einigen Jahren verstärkt dazu über, Krebsmedikamente schnell auf den Markt zu bringen. Bei solchen „beschleunigten Zulassungen“ werden die Anforderungen an Arzneimittelstudien abgesenkt. Die Begründung: Gerade Krebspatienten müssten schnell Zugang zu neuen Medikamenten bekommen, weil es bei Krebserkrankungen nach wie vor einen „ungedeckten medizinischen Bedarf“ gebe. Das heißt: Grundsätzlich würden nach Meinung der EMA neue Medikamente gebraucht.

Krebsmediziner Ludwig hingegen hält eine schnelle Zulassung nur selten für gerechtfertigt. Für die meisten Krebserkrankungen gebe es mittlerweile gute Therapiemöglichkeiten. „In diesen Fällen müssten die neuen Medikamente eigentlich zeigen, dass sie dem bisherigen Standard überlegen sind“, so Ludwig. Das sei aber nicht der Fall.

VIDEO im folgenden Link.
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http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-351877~player_branded-true.html

 

Ob Patienten länger leben, ist kein Kriterium

Vor der Zulassung werden die neuen Wirkstoffe im Vergleich zu einer etablierten Vergleichstherapie oder Placebo getestet. Die EMA erteilt bei Krebsmedikamenten schon dann eine Zulassung, wenn der neue Wirkstoff das Wachstum des Tumors vorübergehend zum Stillstand bringt oder verkleinert. „Progressionsfreies Überleben“ nennt die Zulassungsbehörde dieses Kriterium.

Experten halten das für problematisch: Denn selbst wenn das Wachstum des Tumors vorübergehend gestoppt wird, bedeute das nicht, dass damit Patienten länger am Leben blieben, sagt Beate Wieseler, Arzneimittelexpertin des unabhängigen Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit in der Medizin (IQWIG): „Das Tumorwachstum wird ja nicht auf ewig gestoppt und wir wissen nicht, was dann im Anschluss passiert. Vielleicht beschleunigt sich das Wachstum wieder.“

Ministerium: Gesetze ausreichend

Glaeske und Ludwig fordern die Politik auf, die Unternehmen zu verpflichten, auch Daten über den wirklichen Nutzen von Krebsmedikamenten für Patienten nach der Zulassung nachzuliefern und die unabhängige Forschung zu stärken. Das Bundesgesundheitsministerium hingegen hält die gesetzlichen Bestimmungen für ausreichend. Zu den Ergebnissen der Londoner Studie äußert sich das Ministerium auf Anfrage des ARD-Magazins Monitor nicht.

Von Ursel Sieber und Lutz Polanz, WDR

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Neue Krebsmedikamente – teuer und kaum von Nutzen

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 1. Dezember 2017 von hubert wenzl in Medizin, Uncategorized, Wirtschaft

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