Archiv für 11. Dezember 2017

Finanzielle Anreize gegen einen „guten“ Tod   19 comments

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Es ist schon ganz mies, wenn es Menschen und Firmen gibt, die an Patienten die auf dem Weg zum Sterben sind, verdienen und Geschäfte machen wollen. Es darf nicht durch eine Übertherapie das Leiden eines Menschen verlängert werden.

Aus daserste.de

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Verhindert unser Gesundheitssystem durch falsche finanzielle Anreize einen „guten“ Tod?

„Ungefähr ein Drittel der Gesundheitskosten eines jeden Patienten fallen in den letzten ein bis zwei Lebensjahren an. Das ist jährlich ein dreistelliger Milliardenbetrag“, weiß Prof. Dr. Gian Domenico Borasio, Palliativarzt im Universitätsspital Lausanne.

„Es gibt durchaus Menschen und Firmen, die daran interessiert sind, aus dieser Lebensphase maximalen Profit zu schlagen.“

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Prof. Dr. Gian Domenico Borasio, Palliativarzt am Universitätsspital in Lausanne, (Borasio gilt als der palliativ-Experte Deutschlands).

Prof. Dr. Gian Domenico Borasio, Palliativarzt am Universitätsspital in Lausanne.

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„Ungefähr ein Drittel der Gesundheitskosten eines jeden Patienten fallen in den letzten ein bis zwei Lebensjahren an. Das ist jährlich ein dreistelliger Milliardenbetrag“, weiß Prof. Dr. Gian Domenico Borasio, Palliativarzt im Universitätsspital Lausanne. „Es gibt durchaus Menschen und Firmen, die daran interessiert sind, aus dieser Lebensphase maximalen Profit zu schlagen.“

Leidvolle Übertherapie

Die Medizin hat so große Fortschritte gemacht, dass heute Menschen am Leben erhalten werden können, denen Ärzte vor einigen Jahren noch gar nicht helfen konnten. Mit Blutwäsche, Beatmung und künstlicher Ernährung. Verfahren, die zur Lebensrettung sinnvoll sind. Werden sie aber zur Verlängerung eines Sterbeprozesses eingesetzt, sind sie leidvolle Übertherapie.

Dabei wünschen sich die meisten Menschen am Lebensende nicht ins Krankenhaus zu kommen. Doch jeder Zweite stirbt dort, oft bis zum Ende maximal therapiert.

Sterben gehört zum Leben

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Paul Schaller mit seiner Frau Brigitte Schaller aus Köln. Er hat sich gegen ärztlichen Rat entschieden: Er will keine vierte Chemotherapie machen, sondern palliativ zu Hause versorgt werden.

Paul Schaller will keine vierte Chemotherapie machen.

„Wir können uns nicht vorstellen wie es ist, nicht zu existieren, deshalb setzen wir alles daran, um immer weiter am Leben zu bleiben. Wir haben als Gesellschaft vergessen, dass Sterben zum Leben dazugehört“, meint Dr. Sylvia Klauser, Ethikreferentin der Cellitinnen-Krankenhäuser in Köln.

Die Sendung zum Thema ist heute, Montag, 11.12.2017 um 23:30 Uhr im „Ersten“ zu sehen.

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Finanzielle Anreize gegen einen „guten“ Tod

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Gruß Hubert