Archiv für 10. Januar 2018

Die Kluft wird immer größer   1 comment

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Mich wundert, dass von den meisten Menschen das so hingenommen wird, dass die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird. Das beruht ja nicht auf einem Zufall. Alles ist so gewollt wie es ist. Die Mächtigen und Reichen richten es sich so wie es ihnen passt. Und Merkel versteht sich ja prächtig mit der „First Class“.

Aus Report Mainz

Reiche werden immer reicher, Arme immer ärmer – laut aktuellen Studien wächst die soziale Kluft in Deutschland. Das ARD-Politikmagazin REPORT MAINZ greift das Thema am 28. Juni um 21.45 Uhr im Ersten mit einer „Spezial“-Sendung auf. Wir wollen von Ihnen wissen: Was ist für Sie die größte Ungerechtigkeit in Deutschland?

Die Kluft in Deutschland zwischen Arm und Reich wird immer größer. Das geht aus einer neuen Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor. In den vergangenen zehn Jahren stieg sowohl die Zahl der Armen als auch die der Reichen an, während die Mittelschicht schrumpft. Experten kritisieren, dieser besorgniserregende Trend werde durch die Bundesregierung noch verschärft, die mit ihrem Sparpaket hohe Einkommen verschone und niedrige belaste. Dabei hätten Menschen mit niedrigeren Einkommen ohnehin immer weniger in der Tasche.

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Hier einige Kommentare dazu.

Die mit Abstand größte Ungerechtigkeit erleiden die nicht-menschlichen Tiere in der Nahrungsmittelproduktion! Männliche Schweine werden (auch bei allen Bio-Betrieben) betäubungslos kastriert, in der Massenhaltung ihre Schwänze und Zähne gekürzt, männliche Küken (auch bei allen Bio-Betrieben) für die Zucht Eier-legender Hühner zerschreddert oder vergast (teils mehrere Versuche notwendig) und in der Massenhaltung die Schnäbel abgebrannt, Rinder (außer bei Demeter) betäubungslos enthornt und unter Trennungsschreien ihrer Kälber beraubt. Vom allgegenwärtigen (oft extremen und nur mit wenigen Ausnahmen) Platzmangel weiß wohl jeder. Schließlich werden sie nach einem kurzen Leben (Wochen bis wenige Jahre) getötet, was oft nicht planmäßig verläuft und somit ebenfalls zu Qualen führt. Die Dimension der grausamen Ausbeutung unserer Mitgeschöpfe ist also mit keiner anderen Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft auch nur annähernd vergleichbar!

Matthias Ebner

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Die größte Ungerechtigkeit in Deutschland ist für mich, dass der soziale Stand so sehr über die Zukunft der Kinder entscheidet! Wie sollen Kinder, die in einem schwach ausgeprägtem sozialen Milieu aufwachsen, ohne fremde Hilfe jemals aus diesem System aussteigen können!? Ein weitere große Ungerechtigkeit ist der Umgang mit den Verursachern der Wirtschaftskrise. Man hat das Gefühl, dass diese weiter wie bisher schalten und walten dürfen – und sogar nun an der Erholung kräftig mit verdienen. Leid-Tragend ist der gemeine Arbeitnehmer, der durch Kurzarbeit und Steuern das Schlimmste zu einem sehr großen Teil mit aufgefangen hat. Mich wundert es, dass in Deutschland so wenige Menschen sagen „Es reicht! Jetzt werden die Verursacher mit ihrem Beitrag zur Kasse gebeten.“ Von der Politik kann man das ja bis dato nicht erwarten (halbherzige Versuche sind ja grandios gescheitert), aber von jedem einzelnen, der durch seinen Beitrag den „Super-Gau“ verhindert hat!

K. Simon

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Es ist schockierend, mit welcher Selbstverständlichkeit man HartzIV-Empfänger diskriminiert und als faule, dumme Nichtstuer hinstellt. Und das wird zunehmend von intellektuellen Menschen und zu oft und wohl auch vorallem von jenen getan, durch deren Geschäftgebahren hiesige Arbeitsplätze und Steuern ins Ausland geschafft wurden. Eine solche pauschale Anfeindung hatten wir vor 80 Jahren in Deutschland schon mal. Es macht mir Angst, daß anscheinend in manchen Kreisen die Forderung nach zwangsmäßig angeordneter Arbeit wieder zu vernehmen ist. Es sollte ein Programm geben, was die Parallelgesellschaft der Trüffel- und Champagnerkonsumenten wieder in die normale deutsche Gesellschaft integriert. Und ihnen die Augen öffnet, was der immense Unterschied und der fehlende Ausgleich in Zukunft für diese Gesellschaft bedeutet…vielleicht auch damit ihnen bewußt wird, daß die jetzt schon schwelende Aggression nicht vor ihren Zäunen haltmachen wird… Denn während bei ihnen der alte Spruch „Erst das Fressen – dann die Moral.“ schon zu einer ellenlangen Aufzählung vor dem „dann“ mutiert ist, kommt bei unsereinem zum Monatsende z.T. nichtmal das „Fressen“ unter. Wie lange werden wir unter diesen Umständen noch die Moral wahren? Und hat mal jemand ausgerechnet, wieviele ordentlich bezahlte Arbeitsstellen man durch die bisher entdeckten, hinterzogenen Steuersummen hätte schaffen können? Von den mit Hilfe von staatlichen Subventionen ins Ausland geschafften Produktionsstätten mal ganz zu schweigen… Ich bin gern bereit sowas wie einen Austausch zwischen den Welten zu organisieren – z.B. als Herausforderung oder Outdoorevent für Manager oder gelangweilte Millionärsgattinen. Explizit den Herrn, der sich in dem Beitrag seinen Pool von einem HartzIV-Empfänger reinigen lassen möchte, lade ich gern ein, um sich ein Bild von meinem Leben zu machen. Er kann mich gern beim Besuch im Jobcenter begleiten und sich ein Bild von den „vielen Möglichkeiten“ machen, die wir haben. Kann mal sehen, was es heißt mit dem Buget von 345€/Monat klarzukommen. Bei einem Gegenbesuch in seiner Welt lasse ich mir danach auch gern von ihm erklären, was ich seiner Meinung nach tun müßte, um aus meiner Situation herauszukommen. Gern können Sie ihm meine E-Mailadresse zukommen lassen – obwohl ich nicht glaube, daß es ihm um ein realistisches Bild unserer gemeinsamen,deutschen Gesellschaft geht, als vielmehr um ein Feindbild, über welches er sich mit seinen Golffreunden beim gemeinsamen Steuernhinterziehen echauffieren kann.

C. Wandke

Ein sehr guter Kommentar, dem ich mich sofort anschließe – obwohl zum Glück nicht Hartz-IV-Empfänger.

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Was der eine als gerecht empfindet, empfindet ein anderer möglicherweise als angemessen. Die größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich als ungerecht zu bezeichnen, subjektiviert und relativiert ein System-Problem in unserer Gesellschaft: Dem Anhäufen von Geld- und Sachvermögen wird in unserer Gesellschaft zur Zeit keine Grenze gesetzt. Hohe Vermögen bieten – neben einer großen spekulativen Masse – die Möglichkeit zur Investition in neue gewinnbringende Geld- und Sachvermögen, so dass diese Vermögen weiter anwachsen – per Definition finanziert letztlich durch die Arbeit anderer. Das funktioniert auf Dauer nicht – unabhängig davon, ob es als gerecht oder als ungerecht empfunden wird, unabhängig davon, ob Kritiker als links oder als kapitalismusfeindlich diffamiert werden. Es ist ähnlich wie beim Monopoly-Spiel. Dort setzt sich schließlich ein Spieler durch und zieht von allen anderen die Vermögen ab. In der realen Welt wird eine kleine Schicht immer vermögender, während die Armen ärmer werden und der Mittelstand erodiert. Jenseits von Schlagwörtern, wie Kommunismus oder Sozialismus, sollten wir diese Konzentrationsmechanismen erkennen und die Spielregeln des Spiels so verändern, dass die Polarisierung nicht immer weiter voranschreitet: Das bedeutet: Begrenzung der Vermögen, die Privatpersonen anhäufen dürfen. Zinsen implizieren eine massive Umverteilung von Geldvermögen in unserer Gesellschaft – die Zinsen, die diejenigen mit hohen Geldvermögen erhalten, werden über Konsum und Kreditzinsen der Verschuldeten finanziert. Das sollte erkannt und auf eine geeignete Art unterbunden werden. Vielleicht: Festlegung von maximalen Einkommensunterschieden innerhalb von Unternehmen, so dass eine Krankenschwester nicht mehr 400 Jahre lang arbeiten muss, um ein einziges Jahresgehalt eines Vorstands einer Großbank zu erhalten.

Prof. Dr. J. Kremer

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Die Kluft wird immer größer

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Gruß Hubert