Archiv für 22. Januar 2018

Sybille Lewitscharoff – künstliche Halbwesen und die Erektion   Leave a comment

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Hier zur Abwechslung mal eine sehr unterhaltsame, auszugsweise Geschichte von „Morgenblatt“ über die fromme, pietistische, schwäbische Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff, die sich über die künstliche Befruchtung echauffierte. Dass sie die in der Petrischale gezeugten Menschen als „Halbwesen“ bezeichnet, ist schon eine ungeheuerliche und kaum zu fassende Diskriminierung dieser Menschen.
Die Geschichte trug sehr zur meiner Erheiterung über das ansonsten ja doch ernstere, und nicht nur für Stammtischwitze geeignete Thema, bei.

 

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Die fromme Erektion

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Lewitscharoff also, unverheiratet und kinderlos, sozialisiert im fundamentalistischen Dunstkreis des als „Pietcong“ geschmähten schwäbischen Pietismusklüngels, gehört zu jenem Teil der Weiblichkeit, den die Schwaben sehr uncharmant als „fromme alte Jungfer“ titulieren und – nur einen Tick freundlicher – als „spätes Mädchen“.

Neulich toste ein Entrüstungshurrikan über den bundesdeutschen Gauen. Und selbst aus den feuilletonistischen Rührwerken der Kulturkläranlagen steigen immer noch die eklen Dünste jener Verbalfäkalien, die von einer veritablen Schriftstellerin abgesondert worden waren. Beileibe nicht irgendeine Schriftstellerin aus dem Weiler Schreiberbach, sondern die mit Literaturpreisen förmlich zugeschüttete Sibylle Lewitscharoff aus der Schwabenmetropole Stuttgart.
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Gleichwohl schwang sich die frömmigskeitsgestählte Lewitscharoff in Dresden dazu auf, die Anwendung der modernen Reproduktionsmedizin beim Menschen als „widerwärtig“ zu bezeichnen. Das in der Bibel postulierte Onanieverbot hält die Schwäbin für „weise“, denn – wie mag wohl das diesbezügliche Lewitscharoffsche Kopfkino aussehen? – der Mann müsse ja in der Arztpraxis mit Hilfe pornographisch-papierenen Erregungsmaterials sein Sperma manualiter in ein Reagenzglas…igitt! Nur die „natürliche“, weil durch coitale Bewegungsabläufe sich ergebende Insemination sei die einzig richtige Befruchtungsmethode, hämmerte die Rednerin ihr Credo dem Publikum ein.

Die durch künstliche Befruchtung in der Petrischale gezeugten Menschen fertigte die evangelikale Glaubensschwester sodann verächtlich als „Halbwesen“ ab. Bei solcherlei, von frömmlerischem Sendungsbewußtsein durchdrungenem Zynismus war es nebensächlich, dass Lewitscharoff geschichtsklitternd sich zu der Aussage verstieg: „…angesichts dieser Entwicklungen kommen mir die Kopulationsheime, welche die Nationalsozialisten einst eingerichtet haben, um blonde Frauen mit dem Samen von blonden blauäugigen SS-Männern zu versorgen, fast wie harmlose Übungsspiele vor.“ Literaturpreise schützen ganz offenkundig nicht vor Lesefaulheit und religiös unterfütterter Borniertheit.

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Was die Schriftstellerin in ihrem furor sexualis nicht bedacht hat, ist der Umstand, dass es männerseits zu einer gelungenen „natürlichen“ Insemination unbedingt eines Standvermögens bedarf. Nicht immer nämlich wollen die Schwellkörper so, wie die Herren der Schöpfung wollen oder können. Auch wenn Lewitscharoff nicht katholisch ist, sondern einer sehr orthodoxen evangelischen Glaubensrichtung anhangt, so mag die Romancière einen gewissen Trost darin finden, dass auch mit frommen Mitteln das erektionelle Ziel erreicht werden kann. Ein Musterbeispiel dazu lieferte vor Zeiten Herzog Philipp von Orleans, der Bruder des Sonnenkönigs.

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Weil vermutlich das über die geburtsfähigen Jahrgänge schon hinausgewachsene Pietistenfräulein Sibylle Lewitscharoff auch fürderhin keinen Wert auf persönliche Insemination legen wird, sind Ratschläge bezüglich frömmigkeitsgestützter Erektionshilfe überflüssig. Aber jüngeren, noch der befruchtenden Kopulation zugeneigte Glaubensbrüder und –-schwestern könnte die Schriftstellerin vielleicht empfehlen, zur Schwellkörperermunterung das evangelische Gesangbuch oder ein handliches Bündel Traktätchenschriften der pietistischen Sammlungsbewegung „Süddeutsche Vereinigung“ zu benützen. Hauptsache: Es wirkt!

Quelle: Morgenblatt

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Ergänzung.

Die „Pietcong“, Pietistenfräulein, Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff sollte das mal hier lesen, damit sie zumindest weiß wovon sie redet bei einer Erektion. Der hl. Geist als Erzeuger war ja nur bei Maria die große Ausnahme Frau S.L., oder? Hmmm, unglaublich was Gläubige so alles glauben.

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Gruß Hubert

Alle zwei Tage ein neuer Milliardär   Leave a comment

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Den Beitrag muss ich nicht kommentieren, da die Faktenlage ja eindeutig ist. Wenn eine Näherin ein ganzes Leben arbeiten müsste umd das zu verdienen wie irgend so ein Chef in vier Tagen. Wer da noch lange hin und her diskutieren will was Gerechtigkeit ist, der will verwirren.  Oder er will Reiche in Schutz nehmen … als ob die darauf angewiesen wären. Wenn das nicht ungerecht wäre, dann kann man die Wörter (Un)-Gerechtigkeit aus dem Wortschatz streichen.
Von den jüngsten Vermögenszuwächsen gehen 82 Prozent an das reichste EIN Prozent!

Aus Tagesschau.de

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Vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat die Organisation Oxfam einen Bericht zur sozialen Ungleichheit vorgestellt. Das Ergebnis: Der Reichtum der Reichen wächst rasant.

Die neuen Zahlen, mit denen Oxfam-Aktivist Nick Bryer hantiert, mögen bei den einen Achselzucken und bei den anderen Wut auslösen: Seinen Worten zufolge kommt alle zwei Tage irgendwo auf der Welt ein neuer Dollar-Milliardär hinzu. Inzwischen seien es mehr als 2000. Eine Näherin in Bangladesch müsse ihr ganzes Leben arbeiten, um so viel zu verdienen wie der Chef eines führenden Modekonzerns in vier Tagen. Und allein 42 Menschen besäßen zusammen so viel wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung.

Die Schere zwischen Arm und Reich öffne sich, beklagt Bryer. „Wenn wir uns nur die jüngsten Vermögenszuwächse anschauen, dann gehen 82 Prozent davon – also vier von fünf Dollar – an das reichste ein Prozent“, sagt er. „Während der Wohlstand der unteren Hälfte der Menschheit, dreieinhalb Milliarden Menschen, gar nicht gewachsen ist.“

Kritik an der Datengrundlage und Interpretation

Die britische Hilfsorganisation Oxfam musste in der Vergangenheit Kritik einstecken: an der Grundlage der Daten und an deren Interpretation. Bryers Vergleiche beruhen zum einen auf der Milliardärsliste des US-Magazins „Forbes“, die teils Schätzwerte angibt. Zum anderen basieren sie auf dem „Globalen Wohlstandsreport“ der Schweizer Bank Credit Suisse, der für viele Länder nur eine schwache Datenbasis hat.

Nach der Oxfam-Methodik gilt etwa ein angehender Harvard-Jurist, der sich fürs Studium verschuldet, als arm – obwohl er später die Chance hat, viel Geld zu machen. Bryer verteidigt jedoch die Botschaft des neuen Berichts. „Es ist die zuverlässigste Schätzung, die sich ermitteln lässt“, sagt er. „Aber natürlich: Ohne einen globalen Zensus haben wir keine wirklich wissenschaftlichen Daten.

Das Muster ist aber klar: Wohlstand häuft sich bei denen an der Spitze an, während die meisten Menschen auf der Welt zurückgelassen werden.“

Erfolge der Globalisierung anerkannt

Oxfam verteufelt indes nicht die Globalisierung, sondern erkennt an, dass sich auch dank ihr der Anteil jener Menschen, die in extremer Armut leben, in den vergangenen 20 Jahren halbiert hat. Und es gibt Bryer Hoffnung, dass Regierungschefs und Konzernlenker aufgewacht sind, aufgeschreckt durch die Erfolge der Populisten. Sie registrieren die Ungleichheiten innerhalb eines Landes und auf der Welt nun immerhin als Problem.

Aber auch zuletzt seien etwa Löhne und Gehälter geringer gestiegen als die Produktivität. Den wohlfeilen Worten, die auch beim Weltwirtschaftsforum in Davos wieder zu hören sein werden, müssten jetzt Taten folgen, fordert Bryer. „Regierungen sollten gesetzliche Mindestlöhne einführen und kontrollieren. Sie sollten die Arbeitnehmerrechte stärken, vor allem für Frauen“, erklärt er. „Sie sollten exzessive Managergehälter und Ausschüttungen an Aktionäre begrenzen. Und sie sollten die Steuervermeidung in großem Stil von Konzernen und Superreichen bekämpfen.“

Kritik an US-Steuersenkungen

Die auch von der ARD veröffentlichten „Paradise Papers“ haben gezeigt, mit welchen Tricks Firmen und vermögende Prominente ihre Einnahmen in Steuerparadiese verschieben. Die Steuersenkungen von US-Präsident Donald Trump für Unternehmen kritisiert Bryer – auch wenn er es einen „Schritt in die richtige Richtung“ nennt, dass Apple nun seine Milliardenreserven aus dem Ausland in die USA transferiert und dort versteuert.

Als vorbildlichen Steuerzahler aber solle man den Tech-Giganten deshalb nicht gleich feiern, meint der Oxfam-Vertreter. Dass die EU kürzlich eine Schwarze Liste mit Steueroasen veröffentlicht hat, findet Bryer gut – sie hätte aber aus seiner Sicht etwa auch Irland und Luxemburg sowie die City of London enthalten sollen.

Von Stephanie Pieper, ARD-Studio London

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Alle zwei Tage ein neuer Milliardär

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Gruß Hubert