Melancholie und Depression als Todsünde   Leave a comment

.

Ignorante, hartherzige und gefühlskalte Kirche! Ignoranter Kirchenlehrer Thomas von Aquin! Wie kann man denn Melancholie und Depression als Todsünde deklarieren? Geht es noch hartherziger und ignoranter? Da ist jemand bei einer Depression sonst schon ganz unten, und diese A….. l…. haben nichts besseres zu tun als Melancholie und Depression aufs schwerste zu geißeln und in die Kategorie Todsünde zu stellen. Was soll der Begriff „Todsünde“ überhaupt?

 

Trägheit des Herzens als Todsünde

Die Kirche sah Melancholie sogar als Versuchung des Teufels, der seine Opfer durch endlose Debatten mit sich selbst in den Wahnsinn treiben wollte.

Thomas von Aquin nannte sie „Tristitia saeculi“ und zählte sie als „Trägheit des Herzens“ sogar unter die Todsünden. So schrieb er in seiner „Summa Theologica“:

„Der Mensch, mit Melancholie befallen, ihm ist im Ganzen die Freude an Gott abhanden gekommen.“

Zu viel Nachdenken und Grübeln über das, was ist und woran alle zu glauben hatten, galt als Übel vor Gott. Einerseits. Andererseits sind Rückzug und Traurigkeit tief in die menschliche Natur eingeschrieben, sagt der Berliner Wissenschaftsjournalist und Buchautor Jörg Blech:

„Die schlechte Laune ist soweit in der Menschheit verbreitet, das Evolutionsmediziner sagen, die hat auch einen Zweck. Es gehört also zur menschlichen Natur dazu, mal nicht gut drauf zu sein. Dass wenn man nicht gut drauf ist, das man davon Vorteile haben kann, weil man seine Probleme angeht, weil man sie versucht, zu lösen. Man hat den Eindruck, dass der Geist etwas schärfer ist, wenn er nicht so gut drauf ist!“

[…]
Nicht verarbeitete Trauer als Auslöser

Nicht überall gilt diese Ambivalenz – vor allem in der Psychoanalyse wird seit Sigmund Freud die Melancholie kaum als kreative Schwermut angesehen, sondern meist als Krankheitszusstand, als eine Form der Depression. Auslöser dafür ist häufig eine nicht verarbeitete Trauer.

 

db016be0b1ca71132d12299cd5bed4f2v1_abs_635x357_b3535db83dc50e27c1bb1392364c95a2

Porträt des Psychiaters Sigmund Freud, der als einer der Erfinder der Psychoanalyse gilt. (Imago Stock & People)Sigmund Freud: Schwermut als Krankheit (Imago Stock & People)

.

„Man hängt an Objekten, die unerreichbar sind, die längst gewissermassen in das Reich des Todes gehören und des Verfalls und wir können uns davon nicht trennen, während Trauerarbeit ja gerade darin besteht, dass wir zwar den Verlust empfinden dürfen und auch sollen aber im Laufe der Zeit uns davon lösen und uns wieder dem Leben zuwenden. Und von dort aus ist bei Freud die Melancholie pathologisiert. Und das gilt eben sehr viel im Bereich der Psychotherapie und der Medizin, dass Melancholie eine negative Attitüde ist.“

.

Hier weiterlesen:

Melancholie und Depression als Todsünde

.

Gruß Hubert

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: