Archiv für 15. September 2018

Tierversuche und katholische Ethik   1 comment

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Selbst wenn wir zur Benutzung von Tieren keine Alternativen hätten, was nicht der Fall ist, wären Tierversuche aus ethischen Gründen noch immer inakzeptabel. Wie George Bernard Shaw einst sagte: „Man entscheidet nicht, ob ein Experiment gerechtfertigt ist oder nicht, indem man einfach zeigt, dass es irgendwie von Nutzen ist. Experimente unterscheidet man nicht nach nützlich oder nutzlos, sondern nach barbarisch oder zivilisiert.“ Schließlich gibt es da vermutlich einige medizinische Probleme, für die nur ein Heilmittel gefunden werden kann, wenn man an unfreiwilligen Menschen testet; solche Tests jedoch führen wir nicht durch, da wir erkennen, dass dies nicht richtig wäre.

Quelle: PETA

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Die katholische Ethik

Katechismus der Katholischen Kirche
„Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt …“

»Wer bei den so genannten „christlichen“ Kirchen nach dem Herzen für Tiere sucht, der bemüht sich ebenso vergebens wie beim Suchen nach dem Herzen für Menschen. Im Katechismus der Katholischen Kirche 1993, in diesem Traktat aus Rom, das ca. 800 Seiten hat, lesen wir lediglich auf Seite 609 und 618 folgendes über Tiere:

Das siebte Gebot verlangt auch, die Unversehrtheit der Schöpfung zu achten. Tiere, Pflanzen und leblose Wesen sind von Natur aus zum gemeinsamen Wohl der Menschheit von gestern, heute und morgen bestimmt. Die Bodenschätze, die Pflanzen und die Tiere der Welt dürfen nicht ohne Rücksicht auf sittliche Forderungen genutzt werden. Die Herrschaft über die belebte und die unbelebte Natur, die der Schöpfer dem Menschen übertragen hat, ist nicht absolut; sie wird gemessen an der Sorge um die Lebensqualität des Nächsten, wozu auch die künftigen Generationen zählen; sie verlangt Ehrfurcht vor der Unversehrtheit der Schöpfung. (Nr. 2415)

Tiere sind Geschöpfe Gottes und unterstehen seiner fürsorgenden Vorsehung. Schon allein durch ihr Dasein preisen und verherrlichen sie Gott. Darum schulden ihnen auch die Menschen Wohlwollen. Erinnern wir uns, mit welchem Feingefühl die Heiligen, z.B. der hl. Franz von Assisi und der hl. Philipp Neri, die Tiere behandelten. (Nr. 2416)

Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt, den er nach seinem Bild geschaffen hat. Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen. Man darf sie zähmen, um sie dem Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit dienstbar zu machen. Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig, weil sie dazu beitragen, menschliches Leben zu heilen und zu retten. (Nr. 2417)

Es widerspricht der Würde des Menschen, Tiere nutzlos leiden zu lassen und zu töten. Auch ist es unwürdig, für sie Geld auszugeben, das in erster Linie menschliche Not lindern sollte. Man darf Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt. (Nr. 2418)

Der Schöpfer hat dem Menschen das Recht gewährt, über die Rohstoffe, Pflanzen und Tiere der Welt zu verfügen. Dabei muss aber der Mensch die sittlichen Verpflichtungen achten, auch gegenüber den kommenden Generationen. (Nr. 2456)

Die Tiere sind dem Menschen unterstellt, der ihnen Wohlwollen schuldet. Sie können einer gerechten Befriedigung menschlicher Bedürfnisse dienen. (Nr. 2457)

Es mutet paranoisch an, wenn man z.B. liest: Tiere, Pflanzen und leblose Wesen sind von der Natur aus zum gemeinsamen Wohl der Menschen von gestern, heute und morgen bestimmt. Gott, der das Leben ist, hat niemals etwas Lebloses geschaffen. Es gibt in der ganzen Schöpfung kein „lebloses Wesen“ und keine „unbelebte Natur“. Das ist, wie so vieles, die Interpretation von Menschen, die das Leben nicht erfassen, die sich selbst als Schöpfer aufspielen und ihr Spiel mit den einfältigen Gläubigen treiben, mit denen, die ihr Gehirn nicht anstrengen, um der ganzen paranoischen Scheinheiligkeit auf den Grund zu gehen. Hätte Gott leblose Wesen geschaffen oder unbelebte Aspekte der Natur, dann gäbe es kein allumfassendes Leben, das Gott ist, sondern einen Teil „lebloser Masse“; doch es gibt keine Form, keine Substanz, keine Masse ohne Leben. Das Leben erhält die Form. Zerfällt die Form, gleich Masse, dann geht das Leben in einen anderen Aggregatzustand über.

Gott ist unbegrenztes, ewiges Leben. Gott ist die Liebe. Seine Liebe legte Er in die folgenden sinngemäßen Worte: Macht euch die Erde untertan. – Die Natur ist Gottes Schöpfung. Sie dient uns zur Freude. Es soll uns ein Anliegen sein, uns als Einheit mit der Natur zu sehen und danach zu leben. Doch das so genannte gemeinsame Wohl, das von den Kirchen ausgesprochen wird, ist Ausbeutung zum Wohlergehen des Menschen auf Kosten der Tiere, Pflanzen und Mineralien.

Nutzung der Tiere –
doch „nicht ohne Rücksicht auf sittliche Forderungen“.
„Tiere sollst du nicht lieben“

Weiter heißt es im Katechismus der Katholischen Kirche auf Seite 609:

Die Bodenschätze, die Pflanzen und die Tiere der Welt dürfen nicht ohne Rücksicht auf sittliche Forderungen genutzt werden.

Was wohl die Kirche mit den sittlichen Forderungen meint? Eventuell unsere heutigen Schlachthöfe, die Totenlager der gequälten und getöteten Tiere sind, die als Kadaver der „moralisch hoch stehenden Gesellschaft“ dienen.

Vielleicht ist mit „sittlichen Forderungen“ auch gemeint, dass man die Tiere nicht direkt vor den Augen ihrer „Verbraucher“ umbringt, diesen die Todesschreie nicht zumutet, sondern diese mörderischen Prozeduren hinter dicken Wänden von Schlachthäusern verbirgt?

Stellen wir uns vor, der Hotelgast, der ein „Boeuf Stroganoff“ bestellt, müsste zunächst in die angstvoll aufgerissenen Augen eines Stieres blicken und miterleben, wie er geschlachtet, gleich hingemetzgert, noch zuckend aufgeschnitten, gehäutet, zersägt und zerhackt wird, während penetranter Blutgeruch den feinen Gast umwehen würde, bis schließlich die Kadaverteile, die erforderlichen, gut abgehangenen Fleischstücke, dem Koch des Hotels zur Zubereitung des leckeren Mahls übergeben werden.

Womöglich würde dieser Hotelgast am Ende das Menü nicht mehr wollen? Da ist Rücksichtnahme fürwahr eine berechtigte „sittliche Forderung“! Vielleicht wäre sein ästhetisches Empfinden unangenehm berührt, oder er könnte der Ansicht sein, dass diese Zumutung gegen die Regeln des Anstandes verstoße? Unter Umständen würde sich nicht nur der Magen des Gastes umdrehen, sondern auch das „sittliche“ Feingefühl regen? Deshalb sollte mit Recht die besagte „Rücksichtnahme auf sittliche Forderungen“ bei der „Nutzung der Tiere“ bzw. ihrer Leichenteile nicht außer acht gelassen werden.

Auch könnte eine sittliche Forderung darin bestehen, dass die Nutzung der Tiere zu Versuchszwecken oder die Nutzung der Tiere in der Massentierhaltung oder als Pelzlieferant oder andere übliche Formen der Nutzung, Benutzung und Verwendung möglichst ohne Belästigung der nervenschwachen oder zu Sentimentalität neigenden Menschen zu geschehen habe?

Eventuell ist es auch der Rücksichtnahme auf sittliche Forderungen zu verdanken, dass in Labors und wissenschaftlichen Versuchsräumen Tieren, die genutzt und benutzt werden, z.B. Hunden, Affen, Schweinen usw., die Stimmbänder durchschnitten werden? Ihr Schreien, Weinen, Klagen, Seufzen und andere Laute könnten ja bei Passanten auf der Straße Anstoß erregen. Oder die Laute der „verwendeten“ Tiere könnten gar die gewiss nervenstarken, gemütsgestählten und von Gewissensregungen wenig angefochtenen Wärter, Laborgehilfen, Ärzte und andere Mitarbeiter am Fortschritt der Wissenschaft irritieren, wenn diese mal einen empfindlichen Tag haben. Das kann ja jedem von Zeit zu Zeit passieren – oder?

Weiter heißt es:

Tiere sind Geschöpfe Gottes und unterstehen seiner fürsorgenden Vorsehung. Schon allein durch ihr Dasein preisen und verherrlichen sie Gott. Und: Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt …

Würde diese paranoische Scheinheiligkeit nicht von der Institution Kirche kommen, müsste man sich fragen, ob Gott über Mensch und Tier den Überblick verloren hat. Denn wer, außer der Institution Kirche, würde, angesichts einer ausgerasteten, sinneswidrigen Gesellschaft von Menschen, die mordet, tötet, Tiere bestialisch quält und auf grausame Weise hinmetzelt, die Tiere „unter die Herrschaft des Menschen“ stellen?

Gott schuf den Menschen nach Seinem Bild, damit er zu Seinem Ebenbild werden soll, so, wie Jesus sagte: Ihr sollt ihr also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist. (Mt 5, 48)

Lesen wir weiter im Katholischen Katechismus. Dort steht, dass man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen darf.

Haben Sie schon einmal eine Drossel singen hören? Sie singt wunderschön. Manche Menschen finden, dass sie es diesbezüglich mit der weit berühmteren Nachtigall durchaus aufnehmen kann.

Im Süden Europas werden Fangnetze und weitere Fallen ausgelegt für Singvögel, die, entsprechend zubereitet, als Delikatesse für Gourmets gelten; man „bedient sich“ also dieser Tiere „zur Ernährung“. Folglich „darf“ man sie guten Gewissens fangen, töten und verspeisen.

„Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu.“ Ob das Gesetz von Ursache und Wirkung wohl einen großen Unterschied macht, ob ein Mensch oder ein Tier durch uns zu Schaden gekommen ist? Auch der Übernächste, das Tier, ist unser Nächster, ein Mitgeschöpf. Das Kausalgesetz sieht nicht auf die Person; es ist unpersönlich. Leid ist Leid, Leiden ist Leiden, Mord ist Mord, Grausamkeit ist Grausamkeit.

Und der Feinschmecker, der sich das tote Vöglein munden lässt – weiß er, wen oder was er auf dem Teller hat? Herzensträgheit und Gefühlskälte entstehen nicht von ungefähr. Der Mensch hat bewusst und geflissentlich viele mahnende Impulse seines Gewissens beiseite geschoben, bevor dieses schweigt.

Wer nach der Erfüllung des Gesetzes Gottes, das Liebe ist, nicht trachtet, der sollte sich auch nicht auf die Aussage des Herrn berufen: Füllet die Erde und machet sie euch untertan … (Gen 1, 28, Übersetzung nach Luther) Bevölkert die Erde, unterwerft sie euch … (Einheitsübersetzung) Der Paranoiker Mensch handelt vielfach bewusst gegen das Gesetz Gottes, gegen die Gottes- und Nächstenliebe.

Im Schöpfungsbericht, 1. Buch Mose, Genesis, steht: Und Gott sah an alles, was Er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. (1, 31) Wie können wir Menschen uns erdreisten, das mit Füßen zu treten, zu quälen, zu töten und mutwillig zu verändern, was Gott als Seine Schöpfung bejaht und für gut befindet?

Auf die Aussage: Macht euch die Erde untertan bezieht sich der Mensch gern, um seine Unmenschlichkeiten zu rechtfertigen. Haben nicht auch Forscher und Wissenschaftler längst erfasst, dass im großen Kreislauf des Gebens und Empfangens eins ins andere greift? Doch der Mensch denkt gar nicht daran, der Erde Liebe entgegenzubringen, sondern er nimmt sich heraus, sie auszubeuten zum Wohle seines Körpers und zum Leid des Lebens auf und in der Erde, in den Lüften und auf und in den Gewässern.

Die Kirche natürlich ist der Meinung, man dürfe sich nicht nur der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung der Kleidung bedienen, sondern man darf sie auch zähmen, um sie dem Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit dienstbar zu machen. Wohlgemerkt: Das sagt die Kirche, aber nicht Gott.

Die kirchlichen Institutionen nennen sich „christlich“. Ihren Gläubigen bieten sie viele Ausnahmeregeln an, viel Heidentum und wenig Christliches. Das Wort „christlich“ geht durch die intensive Bewegung der Antriebsschraube des heidnischen Kultstaatsschiffs verloren, dessen Besatzung alle anheuert, die im Denken schwach sind. Das „Sich-dienstbar-Machen“ der Tiere geht bis zu „Freizeitbelustigungen“ extremer Art wie Hundekämpfe, Hahnenkämpfe, Stierkämpfe und dergleichen – letztlich bis zum Hinmetzeln dieser Geschöpfe.

Die Besatzung des heidnischen Kultstaatsschiffes und alle, die sich auf Deck tummeln und wohlfühlen, lassen die hingemetzelten Kadaver zubereiten, um sie dann an fein gedeckten Tischen mit Messer und Gabel zu zerlegen oder z.B. Hähnchen, Gänse und dergleichen mit den Händen, an deren Finger die Gold- und Silberringe stecken, auseinander zu reißen, um sie dem Gourmet-Gaumen zuzuführen und damit den Magen zu füllen, so dass die Körperfülle des „Bildes Gottes“ immer umfangreicher wird. Sollte dadurch der alte kostbare Pelzmantel zu eng werden, ist wieder ein neuer in Sicht, zum „Wohle“ des „Gesellschaftsmenschen“. Die Nerze, die zu dem Zweck ihr Fell und ihr Leben lassen müssen, quälen sich derweil eventuell noch in ihrem engen Käfig der „Pelztierfarm“.

Mit dem „Zähmen“ der Tiere meinten die Kirchen sicherlich, sie zu prügeln, zu schlagen, willenlos zu machen, um sie in die Dienstbarkeit des Menschen zu stellen in dessen Freizeit, um sie so als willenlose Tiersklaven zu halten, oder damit sie bei der Arbeit die entsprechende Verwendung finden. Das ist kirchliche Anordnung, jedoch nicht göttlicher Wille. Davon sprach Jesus nicht!

Weiter lesen wir: Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig, weil sie dazu beitragen, menschliches Leben zu heilen und zu retten.

Zum einen müssen wir uns fragen: Was bedeutet in „vernünftigen Grenzen“, und was ist „sittlich zulässig“? Ist es „sittlich zulässig“, Tiere zu quälen, zu töten, um menschliches Leben zu heilen und zu retten? Gott gab uns Menschen Heilpflanzen und Mineralien, die helfen und heilen. Zur Ernährung gab Er uns die Früchte des Feldes und des Waldes. Der wahre Gott gab uns Menschen kein Gebot, in dem es heißt: Tötet eure Mitgeschöpfe, und verzehrt ihre Kadaver, oder: Quält sie auf bestialische Weise, indem ihr an ihnen eure Versuche macht, um euresgleichen zu helfen und zu heilen. – Wer sich an den Aussagen der kirchlichen Amtsträger orientiert, ist gegen Gott.

Weiter heißt es: „Es widerspricht der Würde des Menschen, Tiere nutzlos leiden zu lassen und zu töten.“ Das ist ein krasser Widerspruch zu dem, was vorher gesagt ist, dass medizinische und wissenschaftliche Tierversuche, in vernünftigen Grenzen gehalten, sittlich zulässig seien, da sie dazu beitragen, menschliches Leben zu heilen und zu retten. Jeglicher Tierversuch ist Leidenlassen und Töten. Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidung zu „verwenden“ ist Leidenlassen und Töten.

Außerdem, so heißt es im Katholischen Katechismus, ist es unwürdig, für sie, also für Tiere, Geld auszugeben, das in erster Linie menschliche Not lindern sollte. Die Sorge um „menschliche Not“ spricht deutlich aus diesen Worten. Ob daraufhin die Vertreter der Kirche daran gehen werden, ihren unermesslichen Reichtum zum Wohle der Ärmsten der Armen einzusetzen?

Und wo war die Sorge um menschliche Not, als die Kirche z.B. den Bosnien-Krieg mehr oder weniger befürwortete? Man bedenke auch, was medizinische Apparate kosten, um wissenschaftlich Tierversuche durchzuführen, und nicht zuletzt die hohen Gehälter derer, die sich unter anderem auch auf die kirchliche Meinung stützen, dass Tierversuche in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig seien, um menschliches Leben zu heilen und zu retten. Ist das würdig? Da Gott, der Ewige, davon nicht sprach, müssten jene, die für Gerechtigkeit und Liebe auch den Tieren gegenüber eintreten und sich somit Gott zuwenden, auch die klare Entscheidung bezüglich ihres Verhältnisses zur Kirche treffen, denn zwei Herren kann man nicht dienen.

Im Katechismus steht eine weitere Blasphemie. Da heißt es unter Achtung der Unversehrtheit der Schöpfung: Man darf Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt. (Nr. 2418)

Hat Gott solches geboten? Liebe Leser, haben Sie das Gefühl, eine Sünde zu begehen, wenn Sie Ihre Haustiere ins Herz geschlossen haben, sie nicht nur oberflächlich gern haben, sondern lieben? Wenn Ihnen also daran gelegen ist, dass es dem Tier gut geht; wenn Sie sich freuen, dass das Tier sich freut, wenn es Sie sieht; wenn Sie auch dem Tiergeschwister gern etwas zuliebe tun; wenn Sie das Tier verstehen und das Tier weiß, wie Ihnen zumute ist, und stellt sich darauf ein – was sollte daran ungut sein? Lieber Bruder, liebe Schwester, man sieht und man erkennt nur mit dem Herzen gut. Gott gab uns kein Gebot, in dem es heißt: Tiere sollt ihr nur gern haben, aber nicht lieben; die Liebe gebührt einzig dem Menschen.

Die Evangelische Kirche in Deutschland sagt in ihrer Verlautbarung „Zur Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf, 1991″: Tierliebe und Menschenliebe können zueinander in Spannung treten (S. 6). Und in einem „Hirtenschreiben der deutschen Bischöfe“ (Zukunft der Schöpfung – Zukunft der Menschheit, 1980) – es handelt sich hier um katholische – steht:

Im Unterschied zum Menschen als Personwesen haben Pflanzen und Tiere kein unantastbares individuelles Lebensrecht … Wir Menschen sind berechtigt, Leistungen und Leben der Tiere in Anspruch zu nehmen. Es folgt nun zwar eine Einschränkung: Es ist jedoch nicht zu verantworten, dass Tiere, die fühlende Wesen sind, ohne ernste Gründe, etwa bloß zum Vergnügen oder zur Herstellung von Luxusprodukten, gequält und getötet werden. – Doch wo bleiben die Taten?

Der Mensch hat viele Ausreden und weiß die „ernsten Gründe“ listenreich und eloquent darzulegen, wenn es um seinen Vorteil geht. Und wer „verantwortet“ das, was den Tieren an Unrecht geschieht? Alle, die es verüben, aber auch alle, die davon wissen und dazu schweigen, und auch jene, die mahnende Worte sprechen und sich selbst nicht daran halten. Und jene, die es maßgeblich verursacht haben, dass vielen Menschen das lebendige Gewissen abhanden gekommen ist.

Wohin es führen kann, wenn Ethik und Moral traditionell niedrig gehalten werden und das Gewissen vieler abgestumpft ist, zeigen die folgenden Informationen, die am 12.3.1991 in der Schwäbischen Zeitung veröffentlicht wurden. Es geht um Beispiele spanischer Grausamkeiten an Tieren, die aus „Tradition“ aufrecht erhalten werden und welchen die katholischen Geistlichen als auch die örtliche Polizei gleichgültig gegenüberstehen.

Hier finden wir u.a. auch die Todesart der Steinigung, allerdings verübt an einem Tier: Eselreiten in V.: Am letzten Tag des Faschingsfestes wird der älteste und schwächste Esel des Dorfes aus dem Stall geholt. Der schwerste Dorfbewohner reitet ihn so lange, bis das Tier vor Erschöpfung zusammenbricht. Dann wird es gesteinigt und zu Tode geprügelt.

In C. werden Stiere durch die Gassen getrieben. Hunderte spalierstehender Menschen schlagen und treten das Tier, reißen mit langen Eisenhaken tiefe Wunden. Bis zu acht Stunden wird der Stier durch die Gassen getrieben, bis er endlich von seinen Leiden durch den Tod erlöst wird.

In G. fast dasselbe: Festgäste zielen mit einem Blasrohr auf einen Stier, der auf den Dorfplatz getrieben wurde. Bunt geschmückte Stahlpfeile bohren sich in seinen Leib, in den Kopf, in die Augen. Wenn das Tier durch den hohen Blutverlust geschwächt ist, „wagen“ sich Männer mit Taschenmessern an das Tier.

T.: Junge Stiere werden von Männern mit langen Lanzen gejagt und seitlich zu durchbohren versucht.

C. in der Provinz G.: Mit Öl gefüllte Behälter werden im Nacken und an den Hörnern der Stiere festgezurrt und mit einer Fackel in Brand gesetzt. Die brennenden Tiere, vor Schmerz fast von Sinnen, werden zum Marktplatz getrieben, wo Männer bereit stehen, um sie mit Dolchen und Scheren endgültig zu töten.

Wie steht es hier mit der Frage, wer das zu verantworten hat? Sicher nicht nur jene, die sich auf diese makabre, gleichsam perverse Weise verlustieren. Hier verhält sich der Mensch wahrlich „tierischer als jedes Tier“.

Ich wiederhole: Gott, der Ewige, hat in Seinem ewigen Gesetz keine Gesetzmäßigkeit, in der es heißt: „Habe Tiere gern, liebe sie aber nicht.“ Gott ist Liebe. Aus Seinem Gesetz der Liebe schuf Er die Tiere, die von Ihm geliebt werden, weil Er die Liebe ist. Das Wort „gern“ entspricht der kirchlichen „Moral“, die nicht gerade hoch sein kann, denn würden die kirchlichen Obrigkeiten und ihre Nachfolger die Tiere wenigstens nur gern haben, dann wäre der Tierkannibalismus zu Ende.

Die Kirche sagt: Die Liebe gebührt einzig den Menschen. Stellen wir den überdimensionalen Reichtum der Kirchen der Armut in den Ländern der Dritten Welt gegenüber, dann ahnen wir, wie groß die Liebe der kirchlichen Obrigkeiten zu den Menschen ist. Was sagte Jesus dazu?: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt (Mt. 19, 24).

Dieser Aussage zufolge werden die kirchlichen Obrigkeiten einschließlich ihres Machtinstruments Kirche nicht in das Himmelreich eingehen. Die kirchlichen Amtsträger einschließlich ihrer Staatskirche müssen erst schlank werden, sehr schlank, um durch das Nadelöhr gehen zu können.

Weiter heißt es im Katholischen Katechismus auf Seite 618, Nr. 2456: Der Schöpfer hat dem Menschen das Recht gewährt, über die Rohstoffe, Pflanzen und Tiere der Welt zu verfügen. Das ist, wie so vieles, eine maßlose Überheblichkeit der kirchlichen Amtsträger, wenn man bedenkt, wie die Erde, die Naturreiche unter der bestialischen Ausbeutegesellschaft zu leiden haben.

Die eben zitierten Worte werden noch ergänzt von der folgenden ethisch anspruchsvollen Aussage: Dabei muß aber der Mensch die sittlichen Verpflichtungen achten, auch gegenüber den kommenden Generationen.

Was sollen wir uns unter „sittlichen Verpflichtungen“ vorstellen? Es sind die gegenüber den kommenden Generationen genannt. Bedeutet das, dass der Mensch die Natur ausbeuten und ruinieren darf – vorerst nur nicht so radikal, dass die kommenden Generationen nichts mehr zu essen, kein Wasser mehr zu trinken und keine Luft mehr zum Atmen haben?

Aber dank des Erfindungsreichtums der Wissenschaftler braucht sich nun der Mensch auch diesbezüglich keine Schranken mehr aufzuerlegen, denn es wird, so hört und liest man, sowieso alles neu. Das Dilemma – und zwar jedes Dilemma – ist zu lösen, durch die gar wundersamen Leistungen der Gentechnik! Da kann man also getrost weiterhin die Mutter Erde ausbeuten, auslaugen, sie versteppen lassen, die Natur vergiften, quälen, krank machen und morden – dank Gentechnik geht das Leben auf der Erde weiter; wie man hört, sogar besser als je zuvor. Vielleicht aber erntet die Menschheit gerade durch die Gentechnik das, was sie gesät hat.

Weiter steht unter 2457: Die Tiere sind dem Menschen unterstellt, der ihnen Wohlwollen schuldet. Sie können einer gerechten Befriedigung menschlicher Bedürfnisse dienen. Wie kann ein Tier überhaupt dem Menschen dienen, wenn der Mensch weder Tier, Pflanze noch Mineral achtet? Der Mensch in seiner überheblichen Ich-Sucht macht alles nieder, dessen er habhaft wird. Irgendwann – gemäß ehernen Kausalgesetzen – wird seine selbst geknüpfte Zuchtrute, sein Schicksal, ihn treffen, und das so lange, bis er den Weg zu den kosmischen Gesetzen der Gottes- und Nächstenliebe findet und wieder zum Ebenbild Gottes wird.« (Der Prophet Nr. 15, Tiere klagen – Der Prophet klagt an. Seiten 82-92)

Quelle: heimat-fuer-tiere.de  – der Link funktioniert nicht mehr.

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Gruß Hubert

 

Olaf Schubert – Null Bock auf Friedhof   Leave a comment

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Olaf Schubert – Null Bock auf Friedhof

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 15. September 2018 von hubert wenzl in Kabarett, Kultur, Uncategorized

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