Archiv für 24. Oktober 2018

Schlachthof-Skandale   Leave a comment

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Es ist nicht hinnehmbar was Tiere im Schlachthof erleiden müssen. Es ist die Hölle auf Erden.

Aus br.de

Das Tierleid geht weiter

Am vergangenen Freitag musste der Schlachthof Fürstenfeldbruck schließen, nachdem Bilder öffentlich wurden, die zeigten, wie Schlachthofmitarbeiter den Tierschutz grob missachtet haben. Recherchen von BR und Süddeutscher Zeitung belegen: Der Betrieb ist kein Einzelfall. Im Gegenteil: Die Tierschutzprobleme an Bayerns Schlachthöfen gehen weiter – Ministerin Ulrike Scharf bekommt das Problem nicht in den Griff.

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Schlachten von Schweinen | Bild: picture-alliance/dpa

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Ein Schwein baumelt kopfüber am Schlachtband. Der Metzger setzt mit einem Messer den tödlichen Stich in die Halsschlagader, dreht sich weg und pfeift eine beschwingte Melodie. Das Tier blutet hinter seinem Rücken aus, schnappt wild nach Luft, öffnet mehrmals sein Maul.

„Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Betäubung nicht effektiv genug war, das Tier höchstwahrscheinlich nicht tief genug betäubt worden ist. Und dann während der Entblutung beziehungsweise kurz vor dem Tod wieder erwacht ist“

Kathrin Zvonek, Akademie für Tierschutz

Das sollte definitiv nicht so sein, sagt die Tierärztin von der Akademie für Tierschutz. Für BR Recherche und die Süddeutsche Zeitung hat sie Filmaufnahmen aus dem Schlachthof Fürstenfeldbruck angesehen, die der Tierschutzorganisation SOKO Tierschutz zugespielt worden sind.

Auch Biofleisch betroffen

Der Schlachthof Fürstenfeldbruck schlachtete bis vor wenigen Tagen Biotiere und verkaufte das Fleisch an umliegende Metzgereien sowie an Bioland und Naturland. Konfrontiert mit den heimlich gedrehten Bildern gab der Betrieb Ende vergangener Woche bekannt, die Schlachtung vorerst einzustellen. Am heutigen Dienstag dann verkündete der bisherige Geschäftsführer das endgültige Aus des Brucker Schlachtbetriebs.

Tierleid durch Verstöße gegen die Schlachtverordnung

Eigentlich hätten die Schlachthofmitarbeiter beobachten müssen, ob die Tiere wirklich betäubt sind. Ihre Reflexe prüfen und gegebenenfalls nachbetäuben. So will es die Schlachtverordnung, so sind die Vorschriften.

„In diesem Fall ist dies nicht erfolgt. Der Mitarbeiter achtet nicht auf die Tiere. Überprüft keinerlei Reflexe. Das darf definitiv nicht sein.“

Kathrin Zvonek, Akademie für Tierschutz

Unterlagen, die BR Recherche und der Süddeutschen Zeitung vorliegen, zeigen, dass der Betrieb das auch nicht so dokumentiert hat. Für einen Tag im März zum Beispiel, an dem Videoaufnahmen sich aufbäumende Schweine zeigen, gibt sich der Schlachthof fast durchwegs Bestnoten für die Betäubung. Diese Dokumentation ist Teil der betrieblichen Eigenkontrollen zum Tierschutz, deren Wichtigkeit Ministerin Ulrike Scharf wieder und wieder betont hat. Der Effekt aber ist umstritten.

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Der Freisinger Landtagsabgeordnete Benno Zierer ist umweltpolitischer Sprecher der Freie Wähler Landtagsfraktion. Er fordert wesentlich härtere Vorgaben von der Staatsregierung, zum Beispiel Videoüberwachung in Schlachthöfen.

„Hier kann man dokumentieren, dass man seine Arbeit gut macht und wenn es Verstöße gibt, dann weiß man, wer verantwortlich ist. Eine Kontrolle, die dokumentiert ist, ist die beste Kontrolle.“

Benno Zierer, Freie Wähler

Zwischenergebnis der Sonderkontrollen

Dass Kontrolle nötig ist, zeigt auch das Zwischenergebnis der staatlichen Sonderkontrollen, mit denen in diesem Jahr insgesamt 30 Betriebe überprüft werden sollen. Die Kontrollen hatte Verbraucherschutzministerin Ulrike Scharf nach Bekanntwerden der massiven Tierschutz-Probleme an bayerischen Schlachthöfen Ende 2016 angeordnet. Demnach betäuben zwei Drittel der bisher kontrollierten Betriebe die Tiere vor der Schlachtung nicht immer so wie gesetzlich vorgeschrieben. Bei vier von sechs Betrieben fanden die Prüfer Mitarbeiter, die die Tiere schlampig betäuben.

Kaum Sanktionen gegen Schlachthöfe

Eine Anfrage der Freien Wähler zeigt auch, dass Schlachtbetriebe, die gegen den Tierschutz verstoßen, in Bayern keine gravierenden Folgen fürchten müssen: In den Jahren 2014 und 2015 wurden bayernweit gerade elf Mal Bußgelder verhängt. Dem gegenüber stehen im gleichen Zeitraum über 400 Verstöße gegen den Tierschutz an Schlachthöfen, die allein Kontrolleure des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit festgestellt haben.

Von Eva Achinger. Sie ist Reporterin bei BR Recherche

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Aus Peta:

Undercover Schlachthof-Video: Todesschreie der Tiere

Ein Undercover-Ermittler konnte ganz offiziell Filmaufnahmen in einem Vorzeige-Bio-Schlachthof in Baden-Württemberg machen. Das Video-Material gab er jetzt an PETA Deutschland weiter. Es zeigt in erschütternden Bildern und Tönen, wie für Millionen von Schweinen und Kühen die letzten Stunden ihres Lebens ablaufen. Es ist die Hölle auf Erden.

Filmaufnahmen aus einem Vorzeige-Bio-Schlachthof

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Filmaufnahmen aus einem Vorzeige-Bio-Schlachthof

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https://www.peta.de/schlachthofbawue

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Hier noch ein Kommentar an einen Landwirt gerichtet.

Und wenn Sie nicht Schlachthofbesitzer sondern Landwirt sind, wie ich Ihrem posting entnehme, verstehe ich Empörung ehrlich gesagt nicht ganz. Gerade Ihnen müsste doch am meisten am Herzen liegen, dass solche Missstände, auch wenn sie Ausnahmen sind, wie Sie sagen, aufgedeckt und abgestellt werden, Sie haben ja zu den Tieren den größten Bezug, Sie leben tagtäglich mit ihnen. Es könnte ja auch „ausnahmsweise“ mal eines von Ihren betreffen.
Quelle: news.at

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Gruß Hubert