Archiv für 28. November 2018

Die Abwertung der Tiere durch die katholische Kirche am Beispiel der Katzen   Leave a comment

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Die katholische Kirche wertet ja Tiere in ungeahnten Maße ab. Das geht vor allem einher mit der Aussage, dass Tiere keine Seele hätten. Und wer keine Seele hat ist vogelfrei, man kann mit so einem Tier fast machen was man will. Die Kirche erhebt ja nie dagegen ihre Stimme. Zu all den Verbrechen die Tieren gegenüber begangen werden schweigt sie. Nicht nur das, bei vielen christlichen Festen zu Ehren von Heiligen werden Tiere grausam verfolgt und gequält. Zum Beispiel in Spanien: 3.000 Stiere werden in Spanien jährlich als Feuer- oder Jubelstiere in Brand gesetzt.

https://wolodja51.wordpress.com/2018/11/24/3-000-stiere-werden-in-spanien-jaehrlich-als-feuer-oder-jubelstiere-in-brand-gesetzt/

Zweites Beispiel aus Spanien. Alle Jahre wieder werden im Juli im tiefkatholischen spanischen Pamplona (Region Navarra) mehrere Tage lang zu Ehren des „heiligen“ Fermin Dutzende von Stiere – begleitet von dem Gegröle der Menschen, überwiegend Katholiken – durch die Straßen getrieben und dann am Abend in der Arena unter weiterem Johlen abgeschlachtet. Die Stiere haben dort keine Chance, denn sie werden zuvor so gefoltert und brutalst zugerichtet, dass der Torero immer leichtes Spiel hat, das Tier weiter zu quälen und schlussendlich gar zu töten und damit den ungleichen Kampf zu „gewinnen“.
https://www.theologe.de/tiere_kirche.htm#Pamplona

„Übrigens: Wer vielleicht glaubt, dass er/sie sich in Sachen Tierschutz bei den Vertretern seines/ihres Glaubens gut aufgehoben fühlt, ist schlecht beraten. Stierkampfarenen stehen mit katholischen Heiligen seit jeher in engem Kontakt. Und selbst der als unkonventionell und bürgernah viel gepriesene Papst Franziskus soll vor nicht allzu langer Zeit mal folgendes gepostet haben: „Die Tierkampfarenen haben keine Dächer, weil Gott die Stierkämpfe liebt! Viel Glück allen Toreros!“

https://www.pro-iure-animalis.de/index.php/nachrichtenleser/kulturgut-stierkampf-frankreich.html?fbclid=IwAR0WZdkwmlasfXJmwIdc2kPL_JqQhxsar0Xvg5412eDJi6BQDRezmy1TtFU

Jetzt aber zur katholischen Kirche und zu den von ihr grausam verfolgten Katzen.

Ganz schlimm erging es Katzen bei der Inquisition. Sie landeten zusammen mit der „Hexe“ auf dem Scheiterhaufen. Vor allem schwarze Katzen waren das Sinnbild für Unheil. Man sagte auch Katzen stünden mit dem Teufel im Bunde.

1233 erklärte Papst Gregor IX. Katzen in einer Bulle zum Teufelstier.

Aus schnurr-schnurr.de

Die Katze erklärte Papst Innozenz VIII. 1484 offiziell zum „heidnischen“ Tier:

„Die Katzen sind Geschöpfe und Gestalten des Satans. Allen voran die schwarzen Katzen können nie genug leiden!“

Das Christentum breitete sich aus und fand immer mehr Anhänger. Man betrachtete den ägyptischen Kult argwöhnisch, kritisierte und verspottete die Verehrung von heiligen Tieren.

Heidnische Religionen sah man nicht gern und verdrängte sie. Der Thron der Götter wackelte.

Freya, die Göttin der Schönheit und Fruchtbarkeit, wurde zur Dämonin und die bislang vergötterte Katze zur teuflischen Kreatur verdammt.

Ja, die Katze ist ein Geschöpf des Teufels, es konnte gar nicht anders sein, denn wie war es sonst zu erklären, dass die Augen der Katze nachts leuchteten?

Und nur ein teuflisches Wesen verführt in der Öffentlichkeit den Kater und paart sich ungeniert. Solch eine Kreatur musste ausgerottet werden.

Wehe dem, der eine Katze zuhause hatte. Ein guter Christ folgte den Geboten der Kirche und jagte die Katze aus dem Haus. Tat er dies nicht, musste er mit einer Strafe – der Exkommunizierung und dem Ausschluss aus der Kirche rechnen. Er wurde damit dem Satan übergeben, genauso wie es der Apostel Paulus in seinem ersten Brief an Tiomotheus geschrieben hatte:

„Schon manche haben die Stimme ihres Gewissens mißachtet und haben im Glauben Schiffbruch erlitten,darunter Hymenäus und Alexander, die ich dem Satan übergeben habe, damit sie durch diese Strafe lernen, Gott nicht mehr zu lästern.“
(1 Tim 1,19-20)

Das Ganze verschärfte sich mit der Inquisition.

Papst Gregor IX. beschreibt in seiner Bulle„Vox in Rama“ sexuelle Rituale einer Ketzergruppe aus „Alamannia“:

„Im Anschluss daran legen sie sich nieder zum Gastmahl,und ist dies beendet, und haben sie sich wieder erhoben, steigt von einer Säule – die sich im allgemeinen in diesen Schulen befindet – rückwärts ein schwarzer Kater herab- mit erhobenem Schweif, groß wie ein mittlerer Hund,dieser wird zuerst vom Neuling, sodann vom Meister,danach, je nach Rang, von den anderen auf die Hinterbacken geküsst,sofern sie würdig sind und vollkommen“.

Päpstliche Inquisitoren waren unterwegs, um vermeintliche Ketzer ausfindig zu machen, sie zu foltern und, wenn sie hartnäckig blieben oder um ihre Seele zu erlösen, zu verbrennen. Nicht jeder stand zu seinem Glauben, sondern gab unter Folter solche, aber in Wirklichkeit nie stattgefundene Rituale zu. Hatte die Kirche also doch recht – war die Katze mit dem Teufel im Bunde?

Alles wurde getan, um das Volk hiervon zu überzeugen.
Der Mönch Berthold von Regensburg hatte es sich zu seiner Lebensaufgabe gemacht Ketzer zu verfolgen. In seinen Predigten erzählte er mit einfachen aber für das Volk einprägsamen Worten vom Unheil, das Ketzer und Katzen mit sich bringen.
Er leitete das Wort „Ketzer“ von dem Wort „Katze“ ab und stellte auch gleich eine Gemeinsamkeit fest: beide seien falsch, heimtückisch und schmeichelten sich bei den Menschen ein!

vberthold

In einer Predigt beschreibt er den Atem Katze wie folgt:

„Der Atem, der aus ihrem Halse geht, ist Pest; und wenn sie Wasser trinkt und es fällt eine Träne aus ihren Augen, so ist die Quelle verdorben. Jeder der fortan aus ihr trinkt, erfährt den gewissen Tod.“

Verteufelt

Menschen verfolgten, jagten und schlachteten Katzen.

Und es kam noch schlimmer mit den Hexenverfolgungen (13.-18 Jh.) Vermeintliche Zauberer und Hexen sah man als das Handlanger des Teufels an – waren sie ja nur dafür da, um die Christen vom rechten Weg abzubringen! Sie mussten verfolgt, verurteilt und bestraft werden.

Die Katze erklärte Papst Innozenz VIII. 1484 offiziell zum „heidnischen“ Tier:

„Die Katzen sind Geschöpfe und Gestalten des Satans. Allen voran die schwarzen Katzen können nie genug leiden!“

Außerdem glaubte man, dass sich Hexen, um ihre Schandtaten zu verdecken, in Katzen verwandeln konnten.

Tausende Katzen nagelten die Vollstrecker an Türen oder Bäumen, warfen sie von Türmen, rösteten sie an Spießen.
Verbrannte man eine Hexe, wurde ihr vierbeiniger Begleiter mitverbrannt.

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vhexenverbrennung

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Das Quälen und Hinrichten von Katzen war so zu einer Belustigung auf vielen Volksfesten.
Ein Spektakel war auch das Verbrennen von Katzen am Johannistag wie zum Beispiel in Aix-en-Provence undin Paris. Für den Ursprung dieser Verbrennungen findet man in der Literatur zwei Angaben: Verbrennen von Knochen toter Tiere zur Vermeidung von Infektionen oder das Verbrennen der „heidnischen“ Katzen, wohl deshalb, weil „heidnische“ Türken die Knochen Johannes des Täufers verbrannt hatten.

Der damals dreijährige Dauphin Ludwig (später König Ludwig XIII.) verbot 1604 diese Verbrennungen in Frankreich.
Anderenorts ging der „Brauch“ weiter. In Ypern zum Beispiel warf man bis zum Jahr 1817 zur Sonnenwende weiter Katzen von Türmen, und sie stürzten in den Tod. Erinnert an diese Traditon der Katzenopferung wird seit 1983 – aber dieses Mal mit Plüschkatzen!

Die Katze wurde auch zum Sündenbock für Katastrophen und Krankheiten:
fiel die Ernte schlecht aus – gab es eine Mäuse- und Rattenplage – forderte die Beulenpest viele Menschenopfer – schuld war immer sie: die Katze.
Ob ohne Ausrottung der Katzen auf bis zu 10% ihres Bestandes die Rattenplage und somit die Seuchen hätte verhindert werden können? Natürlich gibt es hierzu keine verwertbares Zahlenmaterial um diese Frage zu beantworten.

Einigen Katzen gelang es ihren Peinigern zu entkommen. Sie zogen sich zurück, blieben für sich, wurden scheu und machten um den Menschen ein großen Bogen.

https://www.schnurr-schnurr.de/Gesandte-des-Teufels.htm

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Gruß Hubert