Archiv für 27. Dezember 2018

Tierelend mit religiösen Wurzeln   2 comments

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Rebloggt von Tierfreund Wolfgang, wolodja51.wordpress.com

In einem Satz gesagt, folgt für mich daraus, dass Religionen und Tierwohl sich einander ausschließen. Zumindest bei den drei großen monotheistischen Religionen bin ich mir sicher, dass es so ist.

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Liebe Freunde der Tiere,
in den letzten Monaten eines jeden Jahres häufen sich Tiermassaker, die auf religiöse Vorstellungen unterschiedlichster Glaubensrichtungen zurückzuführen sind. Wir listen zur Verdeutlichung nochmals einige Anlässe auf.

  • Den Auftakt bildet in Peru jedes Jahr am 21. September in San Luis de Cañete (138 km südlich von Lima) ein großes Fest genannt „Curruñao“ zu Ehren der schwarzen Heiligen Ifigenia. Katzen werden zuerst in einem Rennen eingesetzt und danach getötet und von den Bewohnern und Touristen als Delikatesse verzehrt! Diese Katzen werden von den Bewohnern des Ortes durch das Jahr hindurch speziell für diesen Anlass gezüchtet. Obwohl das peruanische Tierschutzgesetz das Quälen und unnötige Töten von Haustieren verbietet, wird diese barbarische Tradition seit Jahren aufrechterhalten und die zuständigen Autoritäten dulden diesen unsäglichen und grausamen Missbrauch der Katzen.

  • Die Fortsetzung findet in Europa dann im November statt. Ein Großmassaker an den Gänsen in Erinnerung an Martin von Tour, ein Mann, der zwar einem Bettler seinen halben Mantel schenkte, gleichzeitig aber Herr über 20.000 Sklaven war. Millionen von Gänsen – meist aus Qualzucht osteuropäischer Produzenten – sterben jährlich inzwischen zu seinen Ehren.

Aufklärung tut not – deshalb auch eine kleine Anmerkung zum Martinstag, auszugsweise aus der „Kriminalgeschichte des Christentums“ von Karl Heinz Deschner.

Der berühmte hl. Martin von Tours (gest. 397), Schutzpatron Frankreichs und Patron der Gänsezucht, der noch als Soldat einem nackten Bettler am Stadttor von Amiens seinen halben Mantel schenkte (warum nicht den ganzen?), hat als Bischof  20.000 Sklaven gehalten – wer wüsste es!

  • Martin von Tours, vom Bischof Hilarius von Poitiers zum Exorzisten ernannt, vollbringt im späten 4. Jahrhundert ein Wunder nach dem anderen:

  • Eine bereits fallende, vom Heidentum hochverehrte Fichte hielt Martin durch ein bloßes Kreuzeszeichen von sich ab und lenkte sie auf die andere Seite.

  • Einmal befreit er eine Kuh von einem bösen Geist. Die Kuh sinkt danach aufs Knie und küsst dem Heiligen die Füße.

  • Ein andres Mal lässt er eine ganze Prozession, die er für eine „Götzenprozession“ hält, versteinern, bis er seinen Irrtum erkennt und sie wieder in Bewegung setzt.

  • Nachdem er gar einen Gehängten wieder lebendig gemacht hat, ist er berühmt.

Auch einer der wildesten Heidenbekämpfer im Westen wurde Martin von Tours. Trotz heftigen Widerstands der Bauern riss er mit Hilfe einer Mönchshorde die Tempel nieder, stürzte Druidensteine und oft erbittert verteidigte heilige Eichen. „Mit den Füßen zertrat er die Altäre und die Götterbilder“ (Sulpicius Severus). Zur Vernichtung des Paganismus brachte der Glaubensheld freilich beste Voraussetzungen mit. Hatte er doch eine Laufbahn als Haudegen im römischen Heer Kaiser Julians beendet, seine christliche als Teufelsaustreiber begonnen. Bezeichnend, dass er den Teufel in Gestalt Jupiters, Merkurs und auch der Venus und Minerva zu sehen glaubte, war er ja überhaupt der festen Überzeugung, in den „Götzenbildern“ stecke Satan.

Infolge seiner „Totenerweckungen“ wurde Martin Bischof, dann karolingischer Reichsheiliger, schließlich Schutzpatron der Franzosen; 425 Dörfer Frankreichs tragen noch heute seinen Namen, den Namen eines Brandstifters, Diebes, der noch mit den Füßen der Heiden Heiligstes ruinierte, sämtliche Tempel niederriss und zu dessen „Ehren und Erinnerung“ jährlich Millionen Gänse getötet werden.

  • Diesem Fest ging das Islamische Schächt-Opferfest „Kurban Bayrami“ vorraus, dem die Beinahe-Opferung Isaaks (Gen 22,1-19) durch Abraham zugrundeliegt. Nach islamischem Glauben ist jeder wirtschaftlich Bessergestellte dazu verpflichtet, ein Opfer zu bringen. Als Opfertiere dienen Schafe, Rinder oder Kamele, denen bei vollem Bewusstsein die Kehle durchschnitten wird und einem minutenlangen, grausamen Todeskampf ausgesetzt werden.

Siehe hierzu auch auf pro-iure-animalis.de: Vorsätzliche Tierquälerei durch Schächten

  • Einer Unzahl von Büffeln, Ziegen, Hühnern und Tauben werden in Nepal von Hindus mit Schwertern die Kehlen durchgeschnitten. Die rituellen Opfer sollen Wohlstand bringen und das Böse fernhalten. Das Fest zu Ehren der Göttin Gadhimai wird alle fünf Jahre in der Nähe eines Tempels im Bezirk Bara gefeiert. Gläubige Hindus töten im Rahmen eines zweitägigen Opferfests mehr als 200.000 Tiere vor einer Menschenmenge mit mehreren hunderttausend Gläubigen, so dass die Felder im Blut schwimmen.

  • Gehen wir auf die andere Seite des Atlantiks, finden wir das Thanksgiving, ein staatlicher Feiertag, der in den USA am vierten Donnerstag des Monats November begangen wird. Zum traditionellen Thanksgiving-Essen gibt es einen gebratenen und gefüllten Truthahn mit einer reichhaltigen Auswahl an Beilagen. Das Thanksgiving-Essen wird oft von einem Dankgebet begleitet. Ungefähr 10 Millionen Truthähne fallen jährlich diesem Massaker zum Opfer.

  • Den Höhepunkt des Gemetzels bildet dann das christliche Weihnachtsfest, wobei die Tiere nicht als Opfer dargebracht werden, sondern dem allgemeinen Brauch des Familienfestes als „Grosses Fressen“ zum Opfer fallen. Millionen unterschiedlichster Tiere werden zu diesem „Freudentag“ jährlich geschlachtet.

Übrigens ist Weihnachten als kirchlicher Feiertag mit dem 25. Dezember erst seit 336 in Rom belegt. An diesem Tag wurde in Rom die Sonnenwende und die Geburt des Sonnengottes Mithras gefeiert.

Da unsere europäische Welt im Wesentlichen vom Christentum geprägt ist, stellen wir im Nachfolgenden einige christliche Aussagen zusammen, um das uns umgebende Tierleid zu verstehen. Die Zitate geben wohlgemerkt den heutigen sowie den historischen Standpunkt der christlichen Amtskirchen wieder.

Ausdrücklich sei darauf hingewiesen, dass es inzwischen zahlreiche, engagierte und hervorragende Tierschützer jeglicher Glaubensrichtung gibt, die zwar einem Glauben anhängen, sich aber von der Brutalität der offiziellen Lehre distanziert haben und vorbildlichen Tierschutz praktizieren.

Tierelend und Kirche

Am 4. Oktober 1993 erschien ein gemeinsames Papier der beiden großen christlichen Kirchen mit dem Titel „Die Verantwortung des Menschen für das Tier“.

Seit dem Erscheinen dieser Ausarbeitung ist das Tier aus dem Blickfeld der Kirchen nahezu verschwunden und findet keine Beachtung mehr bei den Amtskirchen.  Das Tierelend wird seither von den professionellen Verkündern der Religion der „Nächstenliebe“ toleriert und akzeptiert.

Was aber sind die Ursachen für die Missachtung und barbarische Ausgrenzung unserer Mitlebewesen?

Es ist das dreistufige System des Christentums – übrigens auch des Judentums und des AntIslams :

  • erst Gott, dann Mensch, zuletzt Natur und Tierwelt – das unseren Planeten in ein Schlachthaus verwandelt.

  • Es ist zusätzlich die Vorstellung der Ebenbildlichkeit des Menschen mit Gott, eine nicht zu überbietende Überheblichkeit und Anmaßung.

  • Nur der Mensch besitzt eine unsterbliche Seele und kann ewiges Leben erhoffen.

  • Nur dem Menschen ist tiefgreifende Begabung zur Vernunft gegeben.

  • Der Mensch ist die Krone der Schöpfung, ihr letztendliches Ziel und ihm ist eine Würde immanent, die vorrangig vor jeder anderen Lebensform steht.

Die Eskalation des Leides der gesamten Tierwelt ist in unserer Zeit uferlos, der Athropozentrismus christlicher Prägung hat jegliche Hemmung gegenüber unseren Mitwesen hinweggespült. „Das Elend der Tiere, dieser permanente Massenmord, der eigentlich auch nur jeden halbwegs Sensiblen um den Verstand bringen müsste, resultiert im jüdisch-christlichen Raum aus der ebenso albernen wie anmaßenden Bibellehre von der  Gottesebenbildlichkeit des Menschen, aus jenem arroganten Anthropozentrismus also, wonach dicht auf Gott der Mensch kommt und dann erst der Rest der Welt“ resümiert Karlheinz Deschner.

Schopenhauer konstatiert :

„Die christliche Moral hat ihre Vorschriften ganz auf den Menschen beschränkt, die gesamte Tierwelt rechtlos gelassen. Man sehe nur, wie unser christlicher Pöbel gegen die Tiere verfährt, sie völlig zwecklos und lachend tötet, oder verstümmelt, oder martert, seine Pferde im Alter bis auf’s äußerste anstrengt, um das letzte Mark aus ihren armen Knochen zu arbeiten, bis sie unter Streichen erliegen. Man möchte wahrlich sagen: die Menschen sind die Teufel der Erde und die Tiere ihre geplagten Seelen.“

Aber bilden Sie sich ihr eigenes Urteil und lesen Sie in kurzen Auszügen die Geschichte der Tierentrechtung, die Historie der endgültigen Manifestation des anthropozentrischen Denkens und die Förderung der Tierqual anhand christlicher Originaltexte und schockierender, lebensverachtender Lehrmeinungen.

Grundaussagen der Bibel:

Furcht und Schrecken vor euch sei über alle Tiere auf Erden und über alle Vögel unter dem Himmel, über alles, was auf dem Erdboden kriecht, und über alle Fische im Meer; in eure Hände seien sie gegeben. Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise; wie das grüne Kraut habe ich’s euch alles gegeben. Gen 9, 2-3

Alles, was feil ist auf dem Fleischmarkt, das esset, und forschet nicht, auf dass ihr das Gewissen verschonet. 1Kor 10,25

Lehrmeinungen von Kirchenlehrern:

„Wenn wir also das Verbot des Tötens nicht auf das Pflanzenreich anwenden, weil es da keine Empfindung gibt, desgleichen nicht auf die unvernünftige Tierwelt mit ihren fliegenden, schwimmenden, laufenden und kriechenden Geschöpfen, weil ihnen im Unterschied von  uns keine Vernunft verliehen ist, weswegen auch nach der gerechten Anordnung des Schöpfers ihr Leben und Tod unserem Nutzen dienen muss, so bleibt nur übrig, das Gebot „Du sollst nicht töten“ ausschliesslich auf den Menschen zu beziehen, und zwar sowohl auf den anderen als auch auf dich selbst.“
Augustinus, Heiliger und Kirchenlehrer, (354-430), De civitate Dei, I,21

„Die Tierseele ist nicht fähig des Immerseins, im Tier findet sich keinerlei Verlangen nach Immersein, nur nach artlicher Dauer… In Tieren gibt es keine Sehnsucht nach Ewigkeit … Deshalb ist die Seele eines Tieres unfähig, an der Ewigkeit des Seins teilzuhaben“, „… also geht sie mit dem Körper zugrunde“.

Die Tiere seien „sprachlos“ und es gebe nichts in ihren Seelen, das „möglicherweise ohne einen Körper weiter existieren könne“.
Thomas von Aquin, Heiliger und Kirchenlehrer, (1225-1274), Summa contra gentiles /summa theologica

Aussagen der Amtskirchen in der Neuzeit:

„… der Mensch hat doch, was Tiere betrifft, keinerlei Pflichten …“
Pius IX. (1792-1878), Papst von 1846 bis 1878

„Tiere haben keine geistige Seele und kennen kein Fortleben nach dem Tode. Darum haben sie auch keinerlei Würde, auf die sie Rechte bauen könnten. Und in der Tat, Tiere haben keine Rechte. Sie haben keinen Anspruch auf Dasein und Gesundheit, auf Eigentum und guten Ruf.“
Bischof Josef Machens, Hildesheim, Fastenbrief, 8.3.49

Im neuen Evangelischen Erwachsenenkatechismus (1993) spielen die Tiere keine Rolle. Auf den fast 900 Seiten steht kein Wort über Tierhaltung, Verzehr von Tieren, Tiertransporte, Tierversuche, Jagd usw. Er spricht von Tieren nur als „nicht-personalen Kreaturen“.

2417 … Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen. Man darf sie zähmen, um sie dem Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit dienstbar zu machen …

2418 … Man darf Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt.
Katholischer Kathechismus

„So gibt es ein esoterisches Gedankengut, das dem Tier nach dem Bild des Menschen sogar eine unsterbliche Seele zusprechen möchte. … Dagegen bleiben die Tiere auf der Stufe des triebhaften, unbewußten, sich stets wiederholenden Lebens … Es fehlt den Tieren der Geist. … Die Antwort auf unsere anfangs gestellte Frage kann darum nur lauten: Nein. Tiere besitzen keine Seele nach der Art des Menschen. … Darum kann es weder ein Jenseits für Tiere geben noch dürfen einem Tier menschliche Eigenschaften zugesprochen werden.“
Hw. Dr. theol. Adolf Fugel , http://www.kreuz.net/article.2921.html, 27.3. 2006

Wir bitten Sie eindringlich, zeigen Sie Ehrfurcht vor  j e d e m  Leben, denn jedes Tier empfindet Freude, Schmerz, Leid, Angst und Qual wie der Mensch, wie Sie persönlich – zeigen Sie Mitgefühl und Barmherzigkeit!

Behandeln Sie die Tiere wie Ihre Kinder und helfen Sie mit, den Respekt vor Leben und Würde  a l l e r  leidensfähiger Wesen zu fördern!

Herzliche Grüße
für pro iure animalis

Dr. Gunter Bleibohm und Harald Hoos

 

 

Der geläuterte Jäger   Leave a comment

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Erfreulich, dass der Jäger Rudolf Winkelmayer aus Pachfurth (NÖ) irgendwann zur Vernunft kam und einsah, was er Tieren angetan hat und dass Fleisch essen nicht ohne Tierleid geht.

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Jahrzehntelang war Rudolf Winkelmayer aus Pachfurth (NÖ) leidenschaftlicher Jäger. Mehr als 100 Tiere hat der ehemalige Tierarzt in seinem Leben geschossen, war sogar auf Jagdreisen in Afrika. Bis er vom Töten genug hatte. Heute isst er nicht einmal mehr Fleisch.

Wenn Dr. Rudolf Winkelmayer, 63, heute in den Wald geht, dann um das Zwitschern der Vögel zu genießen oder um in gesunder Luft zu laufen. Vor zehn Jahren war das noch anders. Da verschlug es den pensionierten Tierarzt in den Wald, um Tiere zu töten. „Ich komme aus einer Jägerfamilie. Mein Vater war Jäger und hat mich schon als Kind oft zur Jagd mitgenommen. Mit 16 Jahren habe ich dann die Jagdprüfung gemacht und gleich meinen ersten Rehbock geschossen. Ich war natürlich stolz, bin aber danach in Tränen ausgebrochen. Damals konnte ich meine Gefühle nicht einordnen. Rückblickend weiß ich nun, dass ich Mitleid mit dem Bock hatte“, erzählt Winkelmayer, der eine Tierarzt-Praxis in Pachfurth (NÖ) führte und auch heute noch dort lebt.

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Winkelmayer ernäht sich vegan.

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Über die Jahre hat sich Winkelmayer einen Freundeskreis aus Jägern aufgebaut, mit denen er regelmäßig Jagdreisen unternahm. „Ich war oft unterwegs. In Afrika habe ich Antilopen, Büffel und Leoparden geschossen, Elche in Norwegen. Damals fand ich das in Ordnung. Heute widert mich das an“, meint der ehemalige Amtstierarzt, der auch heimische Tiere wie Rehe und Hirsche erlegte.

„Insgesamt waren es um die 100 Stück Schalenwild, dazu gehören Rotwild oder Schwarzwild, die ich in meinem Leben geschossen habe. Aber auch Niederwild wie Hasen oder Fasane kamen vor meine Flinte. Doch die zählt ein Jäger nicht mit“, sagt Winkelmayer, der meint, aus Spaß geschossen zu haben, wie es 90 Prozent der Hobbyjäger in unserem Land tun würden. „Kein Jäger geht an einem kalten, verregneten Novembermorgen des Naturschutzes wegen in den Wald.“

Der Niederösterreicher, der auch im Landesjagdverband verankert war, hielt dort Vorträge über Wildbret-Hygiene und Wildtiergesundheit. Daneben ist er Lebensmittelwissenschaftler und bekam dafür im Jahr 2006 vom damaligen Bundespräsidenten Heinz Fischer den Berufstitel Professor verliehen.

„Als Jäger habe ich natürlich auch Wildfleisch gegessen, es zuhause selbst gekocht. Rinder oder Schweine wollte ich seit jeher aber nicht gerne auf meinem Teller haben. Die taten mir immer leid, weil sie schlecht gehalten werden. Als Amtstierarzt habe ich zu viel gesehen. Wer Fleisch essen möchte, muss sich im Klaren sein, dass dies nicht ohne Tierleid geht“, erklärt Winkelmayer. Das war auch der Grund, warum er mit dem Jagen aufgehört hat. „Dafür habe ich mich mit Tierethik auseinandergesetzt. Also mit den Pflichten von Menschen gegenüber Tieren und den Rechten von Tieren. Dann wurde mir klar: Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar. Und Jagdreisen sind besonders pervers“, ist der 63jährige überzeugt. „Von heute auf morgen beendete ich das Schießen, verkaufte alle meine 16 Gewehre und verbannte meine Jagdtrophäen in Kisten auf den Dachboden. Von meinen Jagdfreunden erntete ich dafür Fassungslosigkeit, alle haben sich von mir abgewendet.“

Winkelmayer machte eine Kehrtwende. Er hörte nicht nur mit dem Schießen auf, sondern verzichtete zunächst auf Fleisch, bis er allen tierischen Produkten entsagte und sich nun vegan ernährt. „Diese Ernährungsweise hat in unserer Gesellschaft mittlerweile einen hohen Stellenwert. Die Jäger spüren, dass ihnen ein rauer Wind dieser Menschen entgegenbläst. Töten zum Spaß ist immer weniger anerkannt“, freut sich Winkelmayer, der auch Bücher über Tier- und Jagdethik geschrieben hat.

Noch gibt es genug Waidmänner in unserem Land, etwa 130.000 Menschen besitzen eine Jagdkarte. Gerade jetzt, im November, der Hauptsaison, wird Wildbret erlegt. Im Vorjahr fanden 286.000 Stück Rehwild, 61.500 Stück Rotwild, 40.300 Stück Schwarzwild und 21.000 Stück Gamswild den Tod. Aber auch 94.200 Hasen, 67.700 Füchse, 22.800 Marder und 10.200 Wiesel mussten durch die Jäger-Kugel sterben. „Gerechtfertigt sind aber nur Regulierungsabschüsse von Rehwild, Rotwild, Schwarzwild und Wildschweinen. Doch das könnten die 550 Berufsjäger oder speziell ausgebildete Hobbyjäger erledigen. Niemand muss auf Murmeltiere, Hasen, Füchse, Fasane oder Wildenten schießen.“

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Der geläuterte Jäger

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Gruß Hubert