Kuschel-Wolle vom Merino-Schaf   Leave a comment

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Jeder Gebrauch von tierischen Produkten ist problematisch. Man muss fast immer davon ausgehen, dass die Produkte aus Tierqual hervor gehen. Auch gibt es kein humanes Töten, das ist immer mit Gewalt, Angst und Panik verbunden. Beim Merino-Schaf hat ihm der Mensch extrem viele Falten angezüchtet, um mehr Wolle „ernten“ zu können. Es ist immer wieder bei Tieren grenzenloses Ausbeuten festzustellen.

Hier aus ZDFzoom.

Bei Minusgraden lieben wir warme Kleidung – gern aus Merinowolle. Doch die stammt meistens von völlig überzüchteten Schafen aus Australien.

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Video im Link des Beitrages.

Merino-Schaf

Bild von ZDFzoom

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Merinowolle riecht nicht, kratzt nicht, kühlt, wenn’s warm ist, wärmt, wenn’s kalt ist. Die Fasern sind feiner als das menschliche Haar und besonders weich und elastisch. Sie kommt von Merinoschafen, denen mächtige Hautfalten angezüchtet wurden: viel Fläche für extra feine Wolle. Genau diese Falten können die Schafe jedoch das Leben kosten.

Problematische Haltung von Merinoschafen in Australien

Die Falten sind das Hauptproblem. Fliegen legen dort ihre Eier ab. Die geschlüpften Maden bohren sich in das Schaf und fressen es von innen auf. Unbehandelt führt das zu einem grauenvollen, langsamen Tod.

Um die Schafe davor zu schützen, werden 90 Prozent der Merinoschafe in Australien einem radikalen Eingriff unterzogen, dem nach seinem „Erfinder“ John W. H. Mules benannten Mulesing. Dabei werden die Hautfalten um den After und am Unterleib großflächig weggeschnitten – auf der Mehrheit der Farmen ohne Betäubung. Für die Schafe ein extrem schmerzhafter Eingriff. Tierschutzorganisationen schlagen Alarm. Heimlich gefilmtes Material schockiert die Verbraucher. Vor allen aus Europa kommt die Forderung nach Wolle, für die Tiere nicht so leiden mussten.

Die Nachfrage nach „unblutiger“ Wolle steigt

Doch nur zehn Prozent australischer Wolle ist Mulesing-frei. Das hat Gründe: Die einzige Chance auf Mulesing zu verzichten, ist arbeits- und kostenintensiv. Die Schafe müssen mehrmals im Jahr von den weitläufigen Weiden zur Farm getrieben werden. Ihnen wird die Wolle an besonders gefährdeten Stellen gestutzt. Oft kommen Pestizide zum Einsatz. Auch wenn diese später nicht mehr in der Wolle nachweisbar sind, hat das bereits jetzt Folgen: Die Fliegenmaden werden resistent. Stärkere Pestizide müssen her.

Merino-Wolle aus Australien

Merino-Schaf_1

Bild von ZDFzoom

Mit 88 Prozent ist Australien der mit Abstand größte Produzent feiner Merinowolle weltweit. Um die 90 Prozent der 74 Millionen Merinoschafe, die hier leben, werden dem Mulesing unterzogen.

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Langfristig müssen die Falten weg. Die Mehrheit der australischen Farmer reagiert zurückhaltend, da in ihren Schafherden jahrzehntelange Züchtungserfahrung steckt. Zudem ist die „genetische“ Lösung sehr langwierig. Die Veterinärmediziner der Universität Sydney etwa züchten seit acht Jahren an einem faltenlosen Schaf, dessen Wolle trotzdem die gewünschten Qualitäten haben soll. Währenddessen wird die Forderung nach Schmerzmitteln bei Eingriffen am Tier immer lauter. Noch gibt es in Australien dazu keine bindende Gesetzgebung. Die Mehrzahl der Farmen operiert bis heute ohne Betäubung.

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Oft ist die Lieferkette nicht transparent

Hanna Zedlacher von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten sagt: „Die Chance, dass sie einen Mulesing-freien Pullover in einem normalen Laden finden, ist derzeit noch sehr gering.“ Für Kunden in Deutschland ist es eine besondere Herausforderung herauszufinden, welche Produkte aus Mulesing-freier Wolle hergestellt wurden.

ZDFzoom und DER SPIEGEL haben den Test gemacht und sich bei 34 bekannten Kaufhäusern und Marken als Verbraucher ausgegeben. Auf die Frage, ob sie Produkte aus Mulesing-freier Wolle anbieten, antworten nur acht Unternehmen, dass sie entweder keine Produkte mit Wolle aus Australien führen oder in Zukunft sicherstellen wollen, dass ihre Wolle Mulesing-frei ist. Zehn vertrauen auf die Aussagen ihrer Lieferanten, dass kein Mulesing stattgefunden hat. Niemand kann jedoch auf eine einsehbare Lieferkette verweisen. Das zeigt, wie schwer es Verbraucher haben, Auskunft über Produkte zu bekommen.

Dabei beobachtet Georg Abel, Bundesgeschäftsführer der Verbraucher Initiative in Berlin, dass vor allem jungen Verbrauchern die Herstellungsbedingungen ihrer Textilien immer wichtiger werden. Sie wollen Antworten auf ihre Fragen nach Herkunft und Tierschutz. „Jeder Einkauf ist ein Statement. (…) und da können wir mehr bewegen, als wir im Moment tun“, so Georg Abel.

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Kuschel-Wolle vom Merino-Schaf

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Hier noch bedauernswerte Lämmer, bei denen man jeden Zentimeter auch noch in der Höhe zur Decke spart.

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Ostern 2017 – Lämmertransport Polen – Italien

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Oft klemmen sich die Lämmer zwischen den Stangen ein und sie können nicht mehr befreit werden.

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Aus Neue Zürcher Zeitung.

Legaler Transport, illegale Qual

Jungtieren nützen diese Vorschriften jedoch wenig. Mit den Metallnippeln, die auf den Tiertransportern als Tränkesystem dienen, sind die Kälber und Lämmer noch nicht vertraut. Die meisten Tiere bleiben deshalb durstig, und jene, denen es zu trinken gelingt, können eine Wasserintoxikation erleiden. Das kalte Wasser führt bei ihnen zu Krämpfen, blutigem Urin oder gar zum Tod. Im Alter von weniger als zwei Monaten sind Kälber auf erwärmte Milch angewiesen oder brauchen zur Versorgung eine Elektrolytlösung. Dasselbe gilt für Lämmer unter sechs Wochen. Werden die jungen Tiere beispielsweise in Polen aufgeladen und bis nach Spanien gefahren, stehen ihnen 34 Stunden im Transporter bevor. Oft kommen sie dehydriert, an Durchfall erkrankt oder durch die kalten Aussentemperaturen stark geschwächt an ihrem Zielort an. «Alle Langzeittransporte von Jungtieren, die nach neun Stunden Fahrt nicht bei einer Versorgungsstation ausgeladen und den Bedürfnissen ihres Alters entsprechend ernährt werden, widersprechen den Vorgaben der Tierschutz-Transportverordnung. Sie sind von daher illegal», so die Meinung von York Ditfurth, Präsident des Tierschutzbundes Zürich. In einem ausführlichen Bericht hat die Organisation vor rund einem Jahr zusammen mit der international tätigen Animal Welfare Foundation Verstösse bei Transporten von Kälbern und Lämmern in der EU dokumentiert.

https://www.nzz.ch/panorama/unzweckmaessige-traenkesysteme-fuer-kaelber-und-laemmer-durstig-quer-durch-europa-ld.1293764

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Polen | Podhale | Lämmer-Transport von Polen nach Italien

https://www.animal-welfare-foundation.org/einsatzberichte/detailansicht/article/polen-podhale-laemmer-transport-von-polen-nach-italien.html

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Gruß Hubert

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