Archiv für 16. März 2019

Tierschützer kritisieren illegalen Tiertransport   Leave a comment

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Es muss wirklich nicht sein, dass unweit des Schlachthofs in der Eiseskälte Schweine 8 Stunden aus Bequemlichkeit ausharren müssen.

Aus VgT.at

Obwohl sie eigentlich schon angekommen wären, müssen die Schweine Stunden lang eingepfercht auf dem Tiertransporter ausharren, denn der Schachthof nimmt sie erst am Morgen an.

Tiertransporte sind sowieso immer ein enormer Stress für die betroffenen Tiere. Deshalb sieht das Gesetz auch eine möglichst kurze Transportzeit vor. Das scheint einem niederösterreichischem Tiertransportunternehmen egal zu sein. Die Schweine bleiben einfach unweit des Schlachthofs in der Eiseskälte aus Bequemlichkeit 8 Stunden zu lange eingepfercht am LKW! Tierschutzaktivisten protestieren!

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Schweine unversorgt im Tiertransporter!
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Tierschutzaktion des VGT

Am Dienstagmorgen (12. Feb.) versammelten sich im Morgengrauen 15 Tierschutz-Aktivist_innen beim Parkplatz, auf dem der Tiertransporter abgestellt war. Nach der Sichtung der Tiere wurden die durstigen Schweine von den Aktivist_innen mit Wasser versorgt. Dokumentiert wurde auch fehlende Einstreu. Die armen Tiere mussten stundenlang auf hartem, eiskalten Metall stehen und liegen. Plötzlich tauchte jedoch der Fahrer und Unternehmensleiter auf. Die Tierschützer_innen verständigten die Polizei, um die Illegalität des Transportes festzustellen. Die Ziersdorfer Polizei brauchte leider fast eine Stunde, um kurz die Daten aufzunehmen.

Anzeigen bei der Bezirkshauptmannschaft

Die Tierschützer_innen folgten dem Transporter bis zur Einfahrt zum Schlachthof, wo die Schweine abgeladen wurden. Jedoch mehr als 8 Stunden später, als gesetzlich notwendig. Die dort verständigte Bezirkshauptmannschaft veranlasste ein Polizei-Großaufgebot, welche gegen die friedlichen Aktivist_innen vorging. Ohne ersichtlichen Grund wurden gegen mehrere Anwesende Festnahmen ausgesprochen.

Der VGT erwartet endlich lückenlose Kontrollen der Tiertransporte. David Richter vom VGT dazu: Wie kann es sein, dass eine solche klar illegale Praxis keiner Behörde auffällt? Fleisch kann nur deshalb so billig vermarktet werden, weil die Haltung, der Transport und die Tötung der Tiere auf niedrigstem Niveau passiert. Ein allererster Schritt zur Verbesserung wäre der Versuch, zumindest die minimalen gesetzlichen Standards einzuhalten! Insgesamt wurden vom VGT je 5 Anzeigen gegen den Fahrer bzw. den Betreiber des Unternehmens wegen diverser Übertretungen unmittelbar danach bei der Bezirkshauptmannschaft schriftlich eingebracht.

Hintergrund: Extremer Stress für die Schweine!

Weil es organisatorisch bequemer ist, fährt ein Tiertransporter eines niederösterreichischen Unternehmens jeden Montag Abend zu Schweinemasten, um Tiere zu verladen. Das unmittelbare Ziel ist jedoch nicht der Schlachthof, sondern ein Parkplatz. Dort werden die etwa 200 auf engstem Raum zusammengepferchten Schweine dann einfach abgestellt, noch dazu ohne (merkbarer) Einstreu und ohne Wasser. Der Fahrer fährt nach Hause und geht schlafen. Die Schweine schreien die ganze Nacht hindurch. Erst in der Früh kommt er wieder und die völlig erschöpften Tiere setzen ihre Fahrt in den Schlachthof fort. Dieses Szenario wiederholt sich Woche für Woche, laut Zeugen_innen seit Wochen, vielleicht schon seit Jahren! Erst letzten Sommer wurde vom VGT ein ähnlicher Fall in der Steiermark aufgedeckt.

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Tierschützer kritisieren illegalen Tiertransport

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Gruß Hubert

 

Unversorgt durch Europa – Das Schicksal der Milchkälber   Leave a comment

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Da spielt sich ja einiges nicht so weit entfernt von mir ab, also auch in Südtirol. Das sind traurige und unerträgliche Zustände. Ich weiß nicht wie lange es noch dauert bis die Politik da endlich Maßnahmen ergreift. Es ist schon nach zwölf.

Aus VgT.at

Im November 2017 veröffentlichte der VGT neue Recherchebilder zu Kälbertransporten aus Vorarlberg. Monatelang waren Tierschutz-AktivistInnen Kälbertransportern auf der Spur und dokumentierten den leidvollen Weg der Milchkälber von Vorarlbergs Bauernhöfen bis in die riesigen Masthallen Italiens. Tausende Kälber werden jedes Jahr aus Vorarlberg ins Ausland transportiert. Die 2 bis 8 Wochen alten Tiere müssen während der kompletten Transportzeit Hunger und Durst leiden, denn eine Versorgung auf den LKWs ist technisch nicht möglich. Da es keine geeigneten Tränksysteme für Saugkälber gibt, dürften die Transporte lt. EU-Verordnung nicht länger als 8 Stunden dauern. Im aktuell dokumentierten Fall waren die Kälber aus Vorarlberg mehr als 16 Stunden ohne Versorgung.

Das Bild- und Videomaterial zeigte auch wieder erschreckende Szenen in einer Vorarlberger Sammelstation: Bei der Verladung auf den großen LKW wurden die verängstigten Tiere an den empfindlichen Schwänzen gezogen, gezerrt und hochgehoben, sogar ein Hochheben eines gestürzten Kalbes an den Ohren wurde aufgezeichnet. Die Fahrt nach Italien wurde dann meist durch weitere Zuladungen auf zum Teil einfachen Parkplätzen unterbrochen und verlängert. Der nächste Stopp war die bekannte Sammelstation auf dem Ritten in Südtirol, wo die Kälber illegalerweise die Nacht über auf den LKWs ausharren mussten, obwohl sie abgeladen und getränkt werden sollten. So kleine Kälber können während der Fahrt nicht versorgt werden, da sie noch kein Wasser vertragen. Für viele Kälber bedeutete dies, tagelang un- oder nur mangelhaft versorgt zu sein, eine zusätzliche Qual.

Das Ende der Reise: riesige Mastanlagen in Italien, für manche Kälber dauerte der Transport hierher 4 volle Tage. Der Zustand der Tiere war zum Teil als erbärmlich zu beschreiben. Der größte Schock ereilte uns aber beim Sichten der Innenaufnahmen aus den italienischen Mastanlagen, in die die österreichischen Tiere gemeinsam mit Kälbern aus ganz Europa gebracht wurden. Diese Hallen waren mit sehr breiten Spaltenböden durchzogen, so breit, dass die Tiere mit ihren Hufen halb hineinrutschten. Die Kälber waren auf dem nackten Boden in Einzelkäfigboxen untergebracht, verzweifelte Blicke aus großen Augen. Einstreu gab es keine. Vor der Halle wurde eine riesige Kadaverbox entdeckt, ein blutiger Vorschlaghammer lehnte daneben. Dieses Bild ließ Schreckliches vermuten! Wir haben natürlich die beobachteten illegalen Praktiken zur Anzeige gebracht und forderten Konsequenzen für die Transportpolitik.

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Kälber-Vgt-Vorarlb-Ritten

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https://vgt.at/verein/jahresbericht/jahresbericht.pdf

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Gruß Hubert