Unversorgt durch Europa – Das Schicksal der Milchkälber   Leave a comment

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Da spielt sich ja einiges nicht so weit entfernt von mir ab, also auch in Südtirol. Das sind traurige und unerträgliche Zustände. Ich weiß nicht wie lange es noch dauert bis die Politik da endlich Maßnahmen ergreift. Es ist schon nach zwölf.

Aus VgT.at

Im November 2017 veröffentlichte der VGT neue Recherchebilder zu Kälbertransporten aus Vorarlberg. Monatelang waren Tierschutz-AktivistInnen Kälbertransportern auf der Spur und dokumentierten den leidvollen Weg der Milchkälber von Vorarlbergs Bauernhöfen bis in die riesigen Masthallen Italiens. Tausende Kälber werden jedes Jahr aus Vorarlberg ins Ausland transportiert. Die 2 bis 8 Wochen alten Tiere müssen während der kompletten Transportzeit Hunger und Durst leiden, denn eine Versorgung auf den LKWs ist technisch nicht möglich. Da es keine geeigneten Tränksysteme für Saugkälber gibt, dürften die Transporte lt. EU-Verordnung nicht länger als 8 Stunden dauern. Im aktuell dokumentierten Fall waren die Kälber aus Vorarlberg mehr als 16 Stunden ohne Versorgung.

Das Bild- und Videomaterial zeigte auch wieder erschreckende Szenen in einer Vorarlberger Sammelstation: Bei der Verladung auf den großen LKW wurden die verängstigten Tiere an den empfindlichen Schwänzen gezogen, gezerrt und hochgehoben, sogar ein Hochheben eines gestürzten Kalbes an den Ohren wurde aufgezeichnet. Die Fahrt nach Italien wurde dann meist durch weitere Zuladungen auf zum Teil einfachen Parkplätzen unterbrochen und verlängert. Der nächste Stopp war die bekannte Sammelstation auf dem Ritten in Südtirol, wo die Kälber illegalerweise die Nacht über auf den LKWs ausharren mussten, obwohl sie abgeladen und getränkt werden sollten. So kleine Kälber können während der Fahrt nicht versorgt werden, da sie noch kein Wasser vertragen. Für viele Kälber bedeutete dies, tagelang un- oder nur mangelhaft versorgt zu sein, eine zusätzliche Qual.

Das Ende der Reise: riesige Mastanlagen in Italien, für manche Kälber dauerte der Transport hierher 4 volle Tage. Der Zustand der Tiere war zum Teil als erbärmlich zu beschreiben. Der größte Schock ereilte uns aber beim Sichten der Innenaufnahmen aus den italienischen Mastanlagen, in die die österreichischen Tiere gemeinsam mit Kälbern aus ganz Europa gebracht wurden. Diese Hallen waren mit sehr breiten Spaltenböden durchzogen, so breit, dass die Tiere mit ihren Hufen halb hineinrutschten. Die Kälber waren auf dem nackten Boden in Einzelkäfigboxen untergebracht, verzweifelte Blicke aus großen Augen. Einstreu gab es keine. Vor der Halle wurde eine riesige Kadaverbox entdeckt, ein blutiger Vorschlaghammer lehnte daneben. Dieses Bild ließ Schreckliches vermuten! Wir haben natürlich die beobachteten illegalen Praktiken zur Anzeige gebracht und forderten Konsequenzen für die Transportpolitik.

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Kälber-Vgt-Vorarlb-Ritten

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https://vgt.at/verein/jahresbericht/jahresbericht.pdf

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Gruß Hubert

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