Familienkongress in Verona – Widerstand   4 comments

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Heute veranstalteten erzkonservative und rechte Kräfte in Verona einen Familienkongress, bei dem es hauptsächlich gegen die Abtreibung und für die traditionelle Familie ging. Es wäre ein Schritt zurück um Jahrzente wenn diese Kräfte die Oberhand gewännen. Es gibt massiven Widerstand von zahlreichen Gruppierungen und auch Südtiroler Parteien. Erworbene Rechte würden von diesen Kräften weggenommen werden. Solchen Abtreibungsgegnern würde es wohl gefallen, wenn Ärzte vor Kliniken niedergeschossen werden, die Abtreibungen vornehmen, wie es in den USA schon passiert ist.

Aus suedtirolnews.it

Verona – Heute wird in Verona gegen den umstrittenen Familienkongress protestiert. Zur Demo werden auch zahlreiche Teilnehmer aus Südtirol erwartet.

Mehrere Parteien, Gewerkschaften und andere Organisationen haben zum Widerstand aufgerufen. Sie wehren sich, dass hart erkämpfte Rechte angezweifelt werden und nur mehr die traditionelle Familie gelten soll.

Die Organisatoren des Kongresses haben am Freitag kleine Föten aus Plastik ausgeteilt, um gegen Abtreibungen zu protestieren. Sie fordern zudem, dass das Familienrecht abgeändert wird.

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ANSA

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Dabei erhalten sie Unterstützung von der Lega. Innenminister Matteo Salvini, Familienminister Fontana und Unterrichtsminister Bussetti kommen heute zum Kongress nach Verona.

Grüne: “Kein Schritt zurück”

Auch eine Gruppe Grüner Akivisten aus Südtirol beteiligt sich heute am Protest gegen den Internationalen Familienkongress, der unter der Schirmherrschaft einiger öffentlicher Institutionen läuft und von Exponenten regierender Parteien unterstützt wird. “Auch aus diesem Anlass muss wieder und immer wieder unterstrichen werden, dass die Rechte der Frauen auf Selbstbestimmung nicht infrage gestellt werden dürfen und dass die Freiheit jedes Einzelnen und jeder Einzelnen zu lieben, wen und wie sie wollen, geschützt werden muss. Jede Form von Familie, die auf den Werten Liebe und gegenseitigem Respekt aufgebaut ist, ist eine Bereicherung und Ressource für die Gesellschaft,“ so die Sprecherin der Grünen Frauen, Ulrike Spitaler.

SVP-Frauen besorgt: “Stelldichein konservativer und rechter Kräfte”

Mit einem besorgten Blick verfolgt die SVP-Frauenbewegung den “World Congress of Families”, der an diesem Wochenende  in Verona stattfindet und sich ausschließlich für die “traditionelle Ehe und Familie” ausspricht. „Dieses Stelldichein konservativer und rechter Kräfte ist nicht nur widersprüchlich und unglaubwürdig, sondern verbreitet noch dazu rückständige, ewiggestrige und intolerante Vorstellungen von Frau und Familie“, erklärt SVP-Landesfrauenreferentin Renate Gebhard.

Mann, Frau und möglichst viele Kinder sind das Ideal, das die “International Organisation for the Family” mit Sitz in den USA bei ihrem jährlichen “World Congress of Families” vertritt. „Es gibt wohl kaum eine Organisation, die noch rückständigere Ideen vertritt”, erklärt die SVP-Landesfrauenreferentin Renate Gebhard, die den Kongress mit einem besorgniserregenden Blick verfolgt. “Unsere Gesellschaft hat nur dann Zukunft, wenn wir uns den neuen und vielfältigen Formen der Familie nicht verschließen und erworbene Frauenrechte nicht leichtfertig aufgeben”, so Gebhard.

Die SVP-Parlamentarierin zeigt sich davon überzeugt, dass die Einführung eines Abtreibungsverbotes und die alleinige Förderung der “natürlichen Familie mit Ehemann, Frau und Kindern” in Bezug auf das Ziel, die Geburtenrate anzuheben, keinen Erfolg bringen werde. “Es braucht hingegen gezielte Maßnahmen, um Familien zu fördern”, so Gebhard, “dann werden sich auch wieder mehr junge Paare für mehr Kinder entscheiden.” Dabei brauche man nicht sprichwörtlich das warme Wasser neu erfinden, sondern könne viel von anderen Ländern lernen. “Es reicht ein Blick in unseren Nachbarstaat Frankreich, der erfolgreich auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf setzt”, betont Renate Gebhard. “Junge Eltern wollen heute berechtigterweise beides unter einen Hut bringen: Kinder und Karriere.” Dies zeige auch eine Studie, die am gestrigen Donnerstag in Österreich vorgestellt wurde.

Die SVP-Frauenbewegung warnt abschließend eindrücklich davor, lang und hart erworbene Rechte der Frauen leichtfertig aufs Spiel zu setzen.

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Sogar stol.it von den Dolomiten, dem konservativen Tagblatt der Südtiroler distanziert sich von dieser von christlichen Fundamentalisten und Rechtsextremen organisierten Veranstaltung. Natürlich war der Rechtspopulist Matteo Salvini dabei. Die 5-Sterne-Bewegung hielt sich fern. Das sind Leute, die uns am liebsten ins Mittelalter zurück katapultieren würden. Ich sage nur: Kein Schritt zurück!

20.000 bei Demo gegen umstrittenen Familienkongress

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Familienkongress in Verona – Widerstand

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Gruß Hubert

4 Antworten zu “Familienkongress in Verona – Widerstand

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  1. Aha rückständig nennen linke das, das heißt, dass Kindermord, Abreibung bis zum 9. Monat fortschrittlich ist.

    Papa wenn das deine Meinung ist, hasse ich dich, – ich ziehe es vor in deinen Augen dann erzkonservativ zu sein.
    Politisch kann man zu vielem eine contoverse Meinung vertreten – hierbei aber nicht MORD bleibt MORD. .

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  2. Statt erzkonservativ wären vielleicht reaktionär und rechtsextrem die treffenderen Worte. Du stehst mit dieser Meinung im Einklang von christlichen Fundamentalisten und Rechtsextremen – und die liebe ich ganz bestimmt nicht (wegen deinem Hass mir gegenüber). Hasse mich wie lange du willst. Der Embryo ist nicht mit einem „fertigen Menschen“ gleichzusetzen, deswegen ist es für mich KEIN Mord. Bis zum 9. Monat ist es ja nicht gesetzlich erlaubt, wenn ich richtig informiert bin nur bis zum 3. Monat. Die Jusos sind nicht regierungsrelevant. Bis zum 9. Monat würde ich natürlich auch ablehnen. Aber warum sollte eine Frau denn so lange warten? Nach deiner Einstellung wäre es also auch Mord, wenn eine vergewaltigte Frau abtreiben würde, oder in Kriegen, wo Vergwaltigungen systematisch als Waffe eingesetzt wird. Rechtsextreme und christliche Fundamentalisten: Nein Danke!

    „Nach einer verpflichtenden Beratung ist ein Schwangerschaftsabbruch innerhalb der ersten 12 Wochen bzw. drei Monate einer Schwangerschaft „straffrei“, bleibt aber verboten („rechtswidrig“). Die straffreie Abtreibung kann frühestens drei Tage nach der Beratung vorgenommen werden.“
    https://www.profemina.org/faq-abtreibung/bis-wann-kann-man-abtreiben

    „Der Embryo ist nicht „selbständiges Leben“. Er kann sich nur im und durch den Körper der Frau entwickeln, in vollständiger Abhängigkeit. Das pflegen Abtreibungsgegner systematisch zu unterschlagen, ebenso wie die wichtige Zäsur der Geburt, diesen „fundamentalen Wechsel der Welten“ (Saner, 1995).

    Die wenigsten Menschen betrachten die befruchtete Eizelle als Leben auf der gleichen Stufe wie ein geborener Mensch, eine Person.

    „Ein Fötus ist keine Sache, kein Gewebe, aber auch nicht gleichzusetzen mit einer geborenen Person“ (PD Dr. theol. Alberto Bondolfi, in: „Walliser Bote“, 29.3.96).

    „Der Embryo ist nicht, was er erst wird. So wie eine Raupe noch kein Schmetterling ist.“ (Hans Saner).

    „Es ist meiner Meinung nach keineswegs so, dass der moralische Status des Embryos von der Befruchtung bis zur Geburt unverändert bleibt. Ich würde bei der Zusprechung von Menschenwürde

    verschiedene Entwicklungsstufen des Embryos unterscheiden. Für mich sind bestimmte Eigenschaften wie etwa der Beginn der Gehirnentwicklung oder die einsetzende Empfindungsfähigkeit moralisch von Belang. Je mehr sich der Embryo dem Zeitpunkt der Geburt nähert, desto moralisch gewichtiger scheint mir das Wesen.“ (Peter Schaber, Philosoph, in: Sonntags Zeitung 19.5.02)“
    https://www.svss-uspda.ch/ethik/

    Im übrigen sage ich nur:
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    Hubert

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  3. Vorausschicken möchte ich, dass das KEINE Antwort auf den Kommentar von Babette ist.
    Anlass zu diesem Beitrag war der Familienkongress in Verona, der vor wenigen Tagen statt fand. Hier trafen sich Rechte aus halb Europa und fundamentalistische Christen. Sie bezeichnen die legale Abtreibung bis zum 3. Monat als Mord. Außerdem gingen ihre Stellungnahmen auch gegen Homosexuelle, die sie diskriminieren und mit sprachlicher Gewalt verurteilen und ausgrenzen.

    Aus der SZ
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    Die Abtreibungsgegner der Neu-Rechten sind vor allem gegen Frauen.
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    Viele neue Rechte, wie Donald Trump, die AfD und auch Polens Jaroslaw Kaczynski verteidigen niemanden so inbrünstig wie die Ungeborenen. Damit wollen sie Frauen ihre Version vom Glück vorschreiben.

    Kommentar von Nadia Pantel

    In Polen wird gerade eine Zeichnung durchs Internet gereicht, auf der eine Gebärmutter den erhobenen Mittelfinger zeigt. Es gibt zu den Vorgängen im Unterleib einer Frau sehr klare Meinungen, aber nicht ganz so klare Vorstellungen, wie es dort eigentlich aussieht. Daher, zur Erinnerung: Eine Gebärmutter sieht aus wie ein V, das sich oben in zwei Schnörkeln ausbreitet. Zeichnerisch ist es simpel die V-Schnörkel, also die Eierstöcke, zu einer zornigen, kleinen Faust zu machen. Eine schlüssige Erweiterung, denn kein anderes Organ wird so heftig politisiert und umkämpft.

    Polen wagt dabei den neuesten Vorstoß. Dort wurde vergangenen Sonntag in allen katholischen Gottesdiensten ein Hirtenbrief verlesen. Folgende Kunde ging an die Schäfchen: Eure Kirche unterstützt ein Bürgerbegehren, das gesetzlich festschreiben will, dass Frauen für Abtreibung mit Gefängnis bestraft werden können, auch nach Vergewaltigung oder Inzest. Ein solches Gesetz fänden sowohl Ministerpräsidentin Beata Szydlo als auch ihr Parteivorsitzender Jaroslaw Kaczynski eine gute Idee. Die Gebärmutter mit erhobenem Mittelfinger ist der Aufruf zur Gegendemo am kommenden Wochenende.
    Konservative gegen Abtreibung, Liberale dafür

    Man könnte meinen, dass der Streit um Abtreibung ein medizinischer sei. Dass es um die Frage geht, wann Leben beginnt. Aber wer sich die Debatten zum Thema anschaut, lernt wenig über die Entwicklungsstadien befruchteter Eizellen, sondern viel über Moralvorstellungen, religiöse Gefühle und Frauenbilder. Dabei sind die Rollen klar verteilt:

    Konservative gegen Abtreibung, Liberale dafür. Die beiden Lager schreien einander dann solange an, bis es klingt, als seien die einen für niedliche Babys und die anderen dagegen.

    Die aufgepumpte Neu-Rechte hat dieses Geschrei nun für sich entdeckt. Von Donald Trump über Jaroslaw Kaczynski über Marine Le Pen bis zur deutschen AfD: Wer findet, dass Muslime ein Problem sind und dass „der Westen“ sich mit seinem laissez-faire selber abschafft, der ist meist auch gegen Abtreibung. Keine zwingende Logik, aber eine faktisch bestehende. Im Umfeld von Le Pens Front National gilt Abtreibung manchen als „französischer Genozid“, AfD-Spitzenfrau Beatrix von Storch brüstet sich mit ihrem Einsatz für das Leben Ungeborener.
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    US-Wahl Donald Trump will Frauen für Abtreibungen bestrafen lassen
    US-Wahl
    Donald Trump will Frauen für Abtreibungen bestrafen lassen

    Wenig später rudert er wieder zurück. Die Meinung des Milliardärs zum Abtreibungsrecht ist schon länger starken Schwankungen unterworfen.

    Vorgemacht haben diese Rhetorik die USA: Wenige Menschen werden von republikanischen Hardlinern so inbrünstig unterstützt, wie die, die noch nicht geboren sind. Als Donald Trump vor kurzem forderte, dass abtreibende Frauen bestraft werden müssen, hatte er sich zwar in den Argumenten seiner eigenen Partei verheddert, und vergessen, dass seine Wähler Frauen schonen und Ärzte strafen wollen, doch trotz aller Wirrnis stellte er klar: Wer für das Gute ist, der ist auch für den Fötus.
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    https://www.sueddeutsche.de/politik/polen-die-abtreibungsgegner-der-neu-rechten-sind-vor-allem-gegen-frauen-1.2938330
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    Auch interessant. Die eigene Vita sieht oft bei rechtskonservativen Politikern ganz anders aus als die Politik, die sie vertreten.

    Doppelmoral von Matteo Salvini (Lega Nord)

    #Lega-Chef Matteo #Salvini breit grinsend auf Instagram mit Freundin im Bett, geschieden, zwei Kinder, eines mit seiner Ex-Frau – sein Lebensstil: exakt das Gegenteil des erzkonservativen Familienbildes, das seine Regierung jetzt mit dem #Pillon-Gesetz plant. @europamagazin
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  4. Auszug aus der S. 2 zum vorausgehenden Artikel der SZ
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    Dieselben Politiker, die mit Verweis auf die in der Tat miese Situation der Frauen in Iran, Saudi-Arabien oder Pakistan vor dem Islam warnen, empfehlen eine Familienpolitik, die von religiösen Dogmen, statt von Vernunft geprägt ist. Viele Christen in Deutschland mag das immens ärgern, aber der Papst rät immer noch zum Verzicht auf Kondome und verbietet Abtreibungen. Die einzige Form von Verhütung die dann bliebe, ist Enthaltsamkeit. Dass das für die Mehrheit keine Option ist, zeigt bei jedem Frühlingsspaziergang die Masse knutschender Pärchen. Wer gegen Sex ist, holt keine Wähler an die Urne.
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    Irland
    Keine Abtreibungen – nicht mal bei Vergewaltigungen.

    Nirgendwo in Europa sind die Abtreibungsgesetze so scharf wie in Irland. Jetzt wächst der Widerstand. Zu Besuch bei Aktivisten.  
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    Daher zielt der rechte Sexual-Wahlkampf nicht auf das Verhalten von Mann und Frau, sondern nur auf das der Frau. Macht, was ihr wollt, aber wenn die Frau schwanger wird, muss sie auch gebären. Es gibt durchaus menschenfreundliche Gründe, die für eine strenge Abtreibungspraxis sprechen. Etwa die Erkenntnis, dass einige pränatale Tests dazu führen können, dass nur noch zu 100 Prozent nicht behinderten Kindern das Leben geschenkt wird. Darüber sollten Linke wie Rechte diskutieren, aber doch nicht über die Frage, ob Frauen nach Vergewaltigung oder Missbrauch zum Austragen eines Kindes gezwungen werden sollten.

    In Ländern mit halbwegs solider sexueller Aufklärung sinkt die Zahl der Abtreibungen kontinuierlich, weil weniger ungewollte Kinder gezeugt werden. Wozu also die Aufregung? Sie hat mehr mit dem Familienideal der neuen Rechten zu tun als mit einem realen Problem. Der Junggeselle Kaczyński, die geschiedene Le Pen, der Frauensammler Trump: Keiner von ihnen war in der lebenslangen Kleinfamilie zufrieden. Umso rigoroser glauben sie nun, ihre Version von privatem Glück durchsetzen zu müssen.
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    https://www.sueddeutsche.de/politik/polen-die-abtreibungsgegner-der-neu-rechten-sind-vor-allem-gegen-frauen-1.2938330-2
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    VIDEO von daserste.de
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    https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/videos/italien-abtreibung-zueruck-ins-mittelalter-video-100.html

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