Archiv für 31. März 2019

Julia Klöckners Tierleid-Bilanz   Leave a comment

.

Julia Klöckner, (dieses Lu…) die CDU-Ministerin für Landwirtschaft, wirft Tierärzten, die Genehmigungen für Tiertransporte in Drittländer nicht mehr ausstellen wollen, „überstürztes“ Handeln vor. Tiere haben von dieser Frau wirklich nichts zu erwarten. Sie tut alles was der Wirtschaft nützt. Tiere bedeuten ihr nichts. Aber ist die CDU nicht eine christliche Partei? Na dann ist ja alles klar.

„Solange noch die irrwitzigsten Glaubensphantasien einer Kirche im Staat höher bewertet werden als das konkrete Leid lebender Tiere, solange Tiermörder gesegnet werden und zum höheren Lob eines vermeintlichen Gottes den Schafen die Kehle durchschnitten wird, scheitert die Tierrechtsbewegung – von kleinen Erfolgen abgesehen – grundsätzlich an diesem Netzwerk.“

Das sagt der Religionskritiker Gunter Bleibohm. Leider haben Kirchen immer noch ein viel zu hohes Gewicht im Staat.

Hier aus albert-schweitzer-stiftung.de

Julia Klöckners Tierleid-Bilanz

julia_klc3b6ckner_parteitag_der_cdu_deutschlands_by_olaf_kosinsky-1400x800-700x400

© Olaf Kosinsky/Skillshare.eu

.

Wir nehmen die Jahresbilanz von Bundesministerin Julia Klöckner zum Anlass, selbst ein Zwischenfazit zu ziehen: Trotz großer Versprechungen hat sich an vielen Missständen in der Tierhaltung bislang so gut wie nichts geändert.

Verantwortliche verstoßen weiter routinemäßig aus rein wirtschaftlichen Interessen gegen das Tierschutzrecht. Auch für die Ministerin scheinen sie stets schwerer zu wiegen als das Staatsziel Tierschutz. Nachfolgend einige Beispiele.

 

Tiertransporte in Drittländer: Thema konsequent ignoriert

Obwohl die katastrophalen Zustände bei Tiertransporten innerhalb und außerhalb der EU seit Jahren bekannt sind, sah die Bundesministerin lange keinen Grund zu handeln. Exportgewinne sind ihr wichtiger, wie sie in ihrer eigenen Bilanz schreibt: Durch ihr Ministerium »konnten die Absatzmärkte für Tiere und tierische Erzeugnisse in Drittländern […] erhalten und erweitert werden«.

Unter den Veterinärbehörden macht sich inzwischen die Einsicht breit, dass sie Verantwortung für die Transporte haben und gegebenenfalls mitverantwortlich für tausendfaches Tierleid sind. Denen, die das nicht mehr mittragen wollen, warf Klöckner »überstürztes« Handeln vor. Die derzeitige Lösung der Bundesministerin, die Abkommen mit Drittländern über Schlachttiertransporte zu kündigen, ist Augenwischerei. Der überwiegende Teil der Tiere geht zu vermeintlichen Zuchtzwecken in Drittländer. Daran, dass die Tiere unter tierschutzwidrigen Bedingungen transportiert und geschlachtet werden, ändert das nichts.

Besser wäre es, alle Transporte in Drittländer sofort bundes- oder gar europaweit auszusetzen – mindestens solange nicht sichergestellt werden kann, dass die deutschen bzw. europäischen Tierschutzvorschriften eingehalten werden können.

 

Betäubungslose Ferkelkastration: verfassungswidrige Verlängerung

Trotz einer fünfjährigen Übergangsfrist, welche die Tierindustrie weitestgehend tatenlos verstreichen ließ, setzte sich die Bundesministerin dafür ein, die Betäubungspflicht bei Ferkelkastrationen um weitere zwei Jahre aufzuschieben. Klöckner schob die Wettbewerbsfähigkeit deutscher SchweinezüchterInnen vor. Da es aber bereits praxistaugliche Alternativen gibt, ist dieser wirtschaftlich motivierte Aufschub verfassungswidrig.

Für die Zukunft setzt die Bundesministerin, ganz im Sinne der Agrarlobby, weiter auf den chirurgischen Eingriff am Tier. Dass die von ihr akzeptierte Lokalanästhesie für die Ferkel ähnlich schmerzhaft ist wie die Kastration ohne Betäubung, scheint sie nicht weiter zu stören. Die aus Tierschutzsicht einzig akzeptablen Lösungen wären jedoch die Ebermast mit oder ohne Immunokastration oder die Betäubung mit Isofluran.

Weiteres Schweine-Leid: Kupieren von Schwänzen und Kastenstände

Das Kupieren von Ringelschwänzen in der Schweinehaltung ist in Europa nur ausnahmsweise erlaubt. Dennoch ist es in Deutschland gang und gäbe, damit sich die Tiere nicht gegenseitig blutig beißen. Besser wäre es, sich um Haltungsbedingungen zu bemühen, in denen Schweine keine solchen Verhaltensstörungen entwickeln. Beim »Tierwohl«-Label der Bundesministerin ist das Kupieren erst ab Stufe zwei ausgeschlossen. Sie fördert somit, dass Verantwortliche geltendes EU-Recht in der deutschen Landwirtschaft sogar unter ihrer »Tierwohl«-Stufe eins brechen.

Für die Kastenstandhaltung hat die Bundesministerin laut eigener Jahresbilanz neue Anforderungen und Pflichten entwickelt. Bereits seit den neunziger Jahren ist bekannt, dass die Kastenstände vieler Betriebe gegen Tierschutzvorschriften verstoßen. Ein aktuelles Gutachten und ein Gerichtsurteil belegen, dass sie grundsätzlich nicht mit dem Tierschutzgesetz vereinbar sind. Daran ändern auch kürzere Fixierungszeiten und etwas mehr Platz nichts, wie sie Klöckner nun anstrebt. Eilig hat sie es damit ebenfalls nicht:

Die Übergangszeit soll 17 Jahre betragen. (typisch!)

 

Männliche Küken: weiterhin Abfallprodukte

Beim massenhaften Töten männlicher Küken aus Legelinien, die für eine Mast nicht geeignet sind, spricht die Bundesministerin von einem Durchbruch: Das neue Verfahren soll bald flächendeckend eingesetzt werden. Es ermöglicht jedoch nur, dass die Küken vor dem Schlupf aussortiert und z. B. zu Tierfutter verarbeitet werden. Es ist allerdings möglich, dass sie bereits zu diesem Zeitpunkt schmerzempfindlich sind. Außerdem ändert dies nichts daran, dass Legelinien weiterhin auf eine extreme und gesundheitsschädliche Legeleistung hin gezüchtet und die Hälfte ihrer Nachkommen als minderwertig entsorgt werden.

[…]

Missstände: AufklärerInnen kriminalisiert

RechercheaktivistInnen, die Missstände in der Tierhaltung aufdecken, kriminalisiert die Bundesministerin. Sie strebt härtere Strafen an, notwendig ist das nicht: Es gibt bereits den Straftatbestand des Hausfriedensbruchs. Wann dieser greift und unter welchen Bedingungen ein rechtfertigender Notstand vorliegt, können die Gerichte klären. Geschehen ist dies vor dem Oberlandesgericht Naumburg: Das Interesse der Öffentlichkeit, über die illegalen Zustände in der industriellen Tierhaltung zu erfahren, kann unter Umständen einen Hausfriedensbruch rechtfertigen.

Mit dem Anlass der Rechercheaktionen befasst sich Klöckner kaum. Für die Aufklärung von Missständen in Ställen und Schlachthöfen verweist sie auf die Verantwortung der Veterinärämter, die jedoch oft untätig bleiben.

 

Umweltschutz: bloß nicht so streng

Umweltprobleme der Landwirtschaft, die zu großen Teilen mit der industriellen Tierhaltung verknüpft sind, greift die Bundesministerin ebenfalls nur zaghaft auf: Den Treibhausgasausstoß in der Tierhaltung will sie einschränken. Es steht zu befürchten, dass Klöckner dafür die Überzüchtung der Tiere noch weiter treiben will, um die Effizienz der Tierproduktion weiter zu erhöhen. Das hätte katastrophale Auswirkungen auf den Tierschutz. Effektiver wäre es, die Tierhaltung zu reduzieren und den Konsum von Tierprodukten zu minimieren.

Ähnliches gilt, wenn es darum geht, den Gülleüberschuss aus der industriellen Tierhaltung zu verringern. Zu diesem Thema äußerte sich die Bundesministerin in ihrer Jahresbilanz nicht, obwohl Deutschland vom Europäischen Gerichtshof wegen zu hoher Nitratwerte verurteilt wurde.

 

Fazit: Tierschutz ist eine Pflicht, keine Kür

Julia Klöckners Politik ist geprägt von Freiwilligkeit und wirtschaftlichen Erwägungen. Der Tierschutz ist jedoch als gesellschaftlicher Konsens im Grundgesetz verankert und daher Staatsziel. Auch eine aktuelle Umfrage des Landwirtschaftsministeriums kommt zu dem Schluss, dass die Mehrheit der Menschen in Deutschland Verbesserungen sehen will.

Für ihre Zurückhaltung macht die Bundesministerin dennoch gerne das Einkaufsverhalten der VerbraucherInnen verantwortlich, das den Wünschen nach Tierschutz scheinbar widerspricht. Das ist jedoch zu kurz gedacht: Die Aufgabe, für eine tierschutzgerechte und nachhaltige Landwirtschaft zu sorgen, hat in erster Linie sie. VerbraucherInnen sollten nicht im Supermarkt darüber entscheiden müssen, ob einem Tier viel oder etwas weniger Leid angetan wird. Zumal sie dort vor lauter falscher Tierschutzversprechen kaum sinnvolle Entscheidungen treffen können und ihnen vermittelt wird, dass es in Ordnung sei, zum Billigfleisch zu greifen. Es dürfen vielmehr keine Tierprodukte mehr hergestellt werden, hinter denen routinemäßige Tierschutzverstöße stehen.

Nicht zuletzt ist es irreführend, dass die Bundesministerin in ihrer Jahresbilanz betont, sie habe zwischen verschiedenen widersprüchlichen Interessengruppen, wie TierhalterInnen, VerbraucherInnen und TierschützerInnen, zu vermitteln. Vermittlungsversuche, bei denen die Entscheidungen ohnehin immer zugunsten der industriellen Tierhaltung getroffen werden, sind fatal. Tierschutz ist kein Interesse, sondern eine gesetzliche Pflicht. Dieser merkbar nachzukommen, ist Aufgabe der Bundesministerin.

(jw)

Julia Klöckners Tierleid-Bilanz

.

Gruß Hubert

Das Wort zum Sonntag   Leave a comment

.

Das hat Dr. Gunther Bleibohm hervorragend analysiert. Ich kann nur jeden Satz von ihm dick unterstreichen. Vor allem auch, dass Religionen, besonders die monotheistischen, anthropozentrisch und völlig desinteressiert am Schicksal unserer Mitgeschöpfe sind.
Deshalb sage ich auch, eine Welt ohne Religionen wäre bereits ein großer Schritt in Richtung irdisches Paradies und auf jedem Fall wäre diese Welt ohne Religionen besser dran.

Rebloggt von Tierfreund Wolodja auf wolodja51.wordpress.com

.

xj6b73eeisv

 


K l a r t e x t :

Das geschlossene System, das heute weltweit den Terror gegen Tiere garantiert und jeglichen Tiermord sanktioniert, sind die äußerst lebendigen Teile eines unheilvollen Netzwerkes mit den Hauptbestandteilen Staat, Industrie, Medien und Kirche. Es ist eine Verflechtung, die – je nach Interessenlage – zwei oder mehr Komponenten des Netzwerkes einbezieht und in zahlreichen Fällen mafiöse Strukturen aufweist. Die Netzwerkstruktur kann sowohl in der Dorf-, der Landes- als auch in der Weltpolitik beobachtet werden; lediglich die Dimensionen unterscheiden sich, die Handlungsweisen sind identisch.

Das pulsierende Blut dieses Organismus ist das Geld, die Macht und der persönliche Vorteil. Etwaige Engpässe in dem Gefäßsystem werden gezielt mit Hilfe einer überall abhängigen und willfährigen Jurisdiktion beseitigt. Staat, Medien und Industrie sind an einer Einflussmaximierung interessiert, den moralischen Hintergrund zur Rechtfertigung dieses Handelns liefern die Kirchen.

Jede Religion, insbesondere aber die monotheistischen Verbindungen, ist anthropozentrisch, stellt den Menschen in den Mittelpunkt allen Naturgeschehens und über jedes andere Lebewesen, lehrt dieses als Kernbotschaft und ist damit, aus eigenem Selbstverständnis heraus, nicht tierfreundlich oder präziser, völlig desinteressiert am Schicksal unserer Mitgeschöpfe.

Solange noch die irrwitzigsten Glaubensphantasien einer Kirche im Staat höher bewertet werden als das konkrete Leid lebender Tiere, solange Tiermörder gesegnet werden und zum höheren Lob eines vermeintlichen Gottes den Schafen die Kehle durchschnitten wird, scheitert die Tierrechtsbewegung – von kleinen Erfolgen abgesehen – grundsätzlich an diesem Netzwerk.

Sie scheitert auch deswegen, weil der beschriebene Organismus in einen Körper, nämlich den des unkritischen, unwissenden und selbstzufriedenen Massemenschen eingebettet ist, dem eine Änderung seines Verhaltens nur finanziell abzuringen ist, den Leid nur insoweit interessiert, als es ihn selbst betrifft oder seine nähere Umgebung. Sein Bewusstsein als Mensch über jedem Tier zu stehen, macht ihn so selbstsicher in seinem Handeln und so desinteressiert an dem globalen Terror gegen die Tierwelt.

Diese Überheblichkeit wurde dem Menschen seit Tausenden von Jahren von diversen Kulten, Kirchen und Staaten gelehrt, sie ist inzwischen integraler Bestandteil seines Denkens, Empfindens und seines Selbstverständnisses.

Summa summarum: Jedwede Religion verhält sich zur Vernunft wie Feuer zu Wasser und blockiert dauerhaft Tierrechte genau solange, wie der Drachen des Anthropozentrismus die Geisteshöhle der Menschheit bewacht.