Archiv für 9. April 2019

Depressionen bei Männern   1 comment

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Es ist interessant zu sehen wie verschieden im Erleben sich Depressionen bei Männern und Frauen sind und wie Männer damit umgehen.

Aus depressionen-depression.net

Depressionen bei Männern

Depressionen äußern sich bei Frauen und Männern unterschiedlich. Frauen erkranken häufiger an Depressionen als Männer. Dies ist vielleicht auch der Grund, weshalb in den letzten Jahrzehnten oftmals die Depression bei Frauen im Blickpunkt stand und über die Krankheit bei den Männern relativ wenig bekannt war. Inzwischen jedoch wird auch die Depression bei Männern genauer untersucht.

Herausgefunden wurde inzwischen, daß wesentlich mehr Männer an einer Depression erkranken als bisher gedacht. Vor allem die Zahl der depressiven jungen Männer nimmt ständig zu. Am gefährlichsten ist die Depression bei älteren Männern. Ältere Männer, die alleine leben und krank sind, begehen wesentlich häufiger Selbstmord, wenn sie an einer Depression leiden. Allgemein ist die Suizidrate bei Männern höher als bei Frauen. Zudem verüben Männer ihren Suizid „härter“ als Frauen, sie schießen sich in den Kopf, fahren an eine Mauer usw.
Frauen bevorzugen Gift, schneiden sich die Adern auf etc.

Auch wenn viele Männer es nicht zugeben wollen, so belasten sie Faktoren wie Arbeitslosigkeit, Einsamkeit oder die Trennung von ihrem Partner genauso wie dies bei Frauen der Fall ist. Allerdings scheint es eine gewisse Schwelle zu geben, ab der bei Männern eine Depression entsteht. Das bedeutet also, daß erst ein gewisses Maß an ungünstigen Faktoren auftreten muss, bevor eine Krankheit entsteht. Vorher passiert nichts, dann allerdings entsteht für den Mann schnell das Gefühl, daß alles ausweglos sei und das Leben sinnlos.

Bei Männern sind die Ursachen für Depressionen meist andere als bei Frauen. Oftmals leiden sie unter einer Sucht, körperlichen Problemen oder sozialen Problemen. Zudem geht man davon aus, daß Männer die Krankheit Depression anders erleben als Frauen.

Während Frauen dazu neigen, bei Stress quasi direkt eine Depression zu entwickeln, entwickeln Männer oftmals erst eine andere Erkrankung, wie zum Beispiel Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Erkrankungen der Herzgefäße.

Entwickelt sich bei einem Mann eine Depression, so versucht er das meist erst mit sich selbst abzumachen. Man weiß ja: Männer reden nicht so viel, schon gar nicht über ihre Gefühle. Deshalb geht man davon aus, daß es wesentlich mehr Depressionen bei Männern gibt, als es die offiziellen Zahlen zeigen.

Während Frauen, bevor sie depressiv werden, häufig unter Ängsten leiden, so geht bei Männern einer Depression oftmals eine Abhängigkeit, wie zum Beispiel eine Alkoholabhängigkeit, voraus. Bis zu 30 % der depressiven Männer hatten tatsächlich vor ihrer Erkrankung ein Suchtproblem. Leider versuchen viele Männer aber auch, ihre Depression durch Drogen in den Griff zu kriegen. Gerade das zeigt sich dann als ein fataler Teufelskreis: die Depression führt dazu, daß noch mehr Drogen genommen werden, die Drogen wiederum führen immer tiefer in die Depression hinein.

Ältere Männer

Wenn Männer älter werden, produzieren sie – wie Frauen in den Wechseljahren – weniger Hormone. So wird zum Beispiel weniger Testosteron gebildet. Das Testosteron ist das Geschlechtshormon der Männer schlechthin. Ab dem 50. Lebensjahr bildet sich immer weniger davon im männlichen Körper. Bis zum 75. Lebensjahr ist die Produktion um circa 40 % zurückgegangen.

Das Testosteron regelt im Körper diverse sexuelle Funktionen wie zum Beispiel die Erektion und die Ejakulation. Zudem hat es eine Wirkung im Gehirn, das unter anderem das sexuelle Interesse steuert.

Wird nun also dieses Testosteron zu wenig ausgeschüttet, so können Folgen wie Ermüdung, eine Verwirrtheit, Erektionsschwäche und ein Verlust des sexuellen Interesses auftreten. Dies sind ähnliche Symptome, wie man sie auch von einer Depression kennt. Tatsächlich scheinen sich gerade das Nachlassen des sexuellen Interesses und der sexuellen Funktionen durchaus auf das Entstehen einer Depression auszuwirken.

Falsch wäre es jedoch zu denken, daß man einfach Testosteron geben müsse und alle Probleme werden gelöst. So führt eine Gabe von Hormonen zwar zu einer besseren Stimmung, einem höheren Wohlbefinden und mehr Tatkraft, allerdings treten andere Wirkungen wie Wut, Traurigkeit und Gereiztheit auf.

Sexualität und Depressionen

Wie man oben sehen konnte, spielt die Sexualität für den Mann eine besondere Rolle.

Besonders schlimm ist es, wenn „es“ nicht mehr richtig funktioniert. Dies ist leider nicht nur im höheren Alter der Fall, sondern auch bei jungen Männern, die unter einer Depression leiden. Zudem können einige Antidepressiva ebenfalls dazu führen, daß die sexuelle Funktionalität nicht mehr gegeben ist: Viele depressive Männer haben also ein Problem mit der Sexualität.

Diese sexuellen Schwierigkeiten empfinden dann auch die Partnerinnen als belastend. Manche Frauen glauben, ihr Mann liebe sie nicht mehr, er habe eine andere, fühlen sich nicht mehr liebenswert, attraktiv etc. Es ist also von beiden Seiten viel Feingefühl und Offenheit erforderlich, daß die Depression die Partnerschaft nicht zerstört.

Depressionen bei Männern

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Interessant, Leonard Cohen starb auch an einem 10. November wie Robert Enke. Cohen starb 2016.

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Hier noch das Fallbeispiel des ehemaligen Torhüters von Hannover 96, Robert Enke.

Gerade für einen Fußballspieler war (ist es vielleicht noch) ein Tabu, zuzugeben, dass er an einer Depression leide. Auch hatte er Angst, dass man ihm sein Adoptivkind nehmen würde, wenn die Depression publik würde. Enke hatte ständig Angst, dass er den Ansprüchen nicht genügen könnte – obwohl er ausgezeichnete Leistungen erbrachte und in älteren Jahren auch als Nationaltorwart einige Male zum Zuge kam. Unverantwortlich war, dass Trainer Louis van Gaal, der damals beim FC Barcelona war wie Robert Enke, mit diesem in einem ganzen Jahr nie mit ihm sprach. Enke hatte nur noch Angst.

Und wenn man nichts mehr spürt wie Robert Enke dann wird das Leben zur Plage und Last. Ohne Lebensfreude kann man auf Dauer nicht leben.

Aus rtl.de

Robert Enke: „Ich spüre nichts mehr“

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n1dyx234uvr© dpa, Peter Steffen

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„Liebe Terri, es tut mir leid“

Wenn ein schwarzes Loch alle Freude verschlingt, Stille zu schreien und jede Sekunde unerträglich scheint – geht einfach nichts mehr. So war es wohl auch bei Robert Enke.

„Wenn du nur einmal eine halbe Stunde meinen Kopf hättest, dann würdest du verstehen, warum ich wahnsinnig werde“, hat er einmal zu seiner Frau Teresa gesagt. Es ist nur ein Satz von ganz vielen bewegenden Details, die hängen bleiben von der Biographie des verstorbenen Nationaltorwarts.

‚Robert Enke. Ein allzu kurzes Leben‘ von Ronald Reng verrät viel über das oft schwierige, aber nicht selten auch schöne Leben des einstigen Profis von Hannover 96. Es verrät auf 427 Seiten viel über den Profifußball. Und es versucht zu erklären, warum ein Fußball-Star, der scheinbar alles besaß, letztlich nur noch einen Ausweg aus diesem Leben kannte: den Selbstmord.

Eine der letzten Seiten beschreibt jenen 10. November 2009, als Teresa erfährt, dass ihr Mann den ganzen Tag unterwegs war, obwohl keine Trainingseinheit anstand. „Durchsuch sofort sein Zimmer, ob du einen Abschiedsbrief von ihm findest“, sagt Manager und Freund Jörg Neblung am Telefon panisch. Teresa rennt die Treppe hoch ins Schlafzimmer, wischt die Zeitschriften vom Nachttisch, ein weißes Blatt fällt heraus. „Liebe Terri, es tut mir leid, dass…“

„Robert Enke hatte Depressionen“

Es ist ein Dienstagabend gegen halb sieben, als sich Robert Enke aus eigenem Willen an den Bahngleisen bei Eilvese in Niedersachsen das Leben nimmt. Zweieinhalb Kilometer von seinem Wohnhaus und nur wenige hundert Meter vom Grab seiner verstorbenen Tochter Lara entfernt, steigt er aus seinem schwarzen Mercedes, läuft noch ein paar Meter die Bahntrasse entlang, bevor er sich vor einen Regionalzug wirft.

Die Nachricht von seinem Tod schockt das ganze Land, lässt es erstarren. Niemand weiß so recht, wie er mit der Situation umgehen soll. Wie auch? „Wir müssen heute über ein Tabuthema in der Bundesliga sprechen. Robert Enke hatte Depressionen“, sagt ein Sprecher von Hannover 96 bei der Pressekonferenz. Neben ihm auf dem Podium sitzt Teresa Enke. Nur 17 Stunden nach dem Tod ihres Mannes will sie über die Wahrheit sprechen. Die Wahrheit, die sie jahrelang für sich behalten musste.

 

„Robert hatte panische Angst. Angst davor, dass etwas ruchbar wird, dass alles herauskommt und er als Spieler und Mensch nicht mehr stattfinden würde“, sagt Teresa mit Tränen in den Augen. Vor allem Adoptivkind Leila, das seit rund sechs Monaten Enkes Lebensmittelpunkt neben dem Sport bildete, hätte man ihnen wieder wegnehmen können, so die Angst von Enke. „Doch das ist gar nicht wahr“, ruft sie verzweifelt.

Die Biographie, sie ist auch die Geschichte einer unglaublich starken Frau. Immer wieder fragt man sich beim Lesen: Wie schaffte es Teresa Enke nur ihren Robert ein ums andere Mal aus dem schwarzen Loch herauszuholen? Am Ende des Buches, zu der Zeit, als die Depression bei Enke das zweite Mal ausgebrochen war, beschreibt Reng, wie Teresa ihn zu jedem Training bei Hannover 96 begleitete. Wie sie ihn am Platz anfeuerte oder zwei Stunden lang im Auto saß und auf ihn wartete. Aus Angst Robert könnte sich etwas antun, wollte sie ihn nicht mehr alleine lassen.

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Enkes zweite Depressions-Phase – „Ich denke an S.“

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Angefangen hatte die Depression bei Robert Enke 2003. Er war nach drei glücklichen und erfolgreichen Jahren bei Benfica Lissabon zum FC Barcelona gewechselt. Doch unter dem heutigen Bayern-Trainer Louis van Gaal scheiterte der Torwart. „Er hat im ganzen Jahr nie mit mir geredet“, schreibt Enke in seinen ‚Depri-Ordner‘, wie er sein Tagebuch nennt.

Er geht dort zum ersten Mal zu einem Psychologen und Psychotherapeuten, wechselt kurz darauf zu Fenerbahce Istanbul, löst dort schnell seinen Vertrag auf. „Ich habe nur noch Angst“, sagt er zu seinem Torwarttrainer Eike Immel. Er lässt sich behandeln.

Sportlich kommt Enke beim spanischen Zweitligisten Deportivo Teneriffa wieder auf die Beine, ehe er bei 96 in der Bundesliga die Nummer 1 wird und mit 29 Jahren doch noch bis in die Nationalmannschaft durchstartet. Seine Teresa wird schwanger. 2006 wird Tochter Lara herzkrank geboren und stirbt im Alter von nur zwei Jahren nach einer Ohrenoperation. Schon sechs Tage später steht Enke wieder zwischen den Pfosten.

„Ich habe geschaut, wo ich mich umbringen könnte“

Die zweite Depressions-Phase kommt 2009 – unvermittelt. Am 3. September 2009 schreibt Enke in sein Tagebuch: „Scheint alles sinnlos zu sein. Fällt mir schwer, mich zu konzentrieren. Denke an S.“ Das „S.“ steht für Selbstmord. Zu seinem Berater und Freund Jörg Neblung sagt Enke am Telefon: „Ich spüre nichts mehr. Keine Nervosität, keine Freude, nichts.“ Alles ist eine große Anstrengung für den damals 32-Jährigen, selbst die Wahl zwischen Pflaumen- oder Käsekuchen bei einem Kindergeburtstag.

„Robbi“, sagt später sein Freund Marco Villa, hatte zwei Träume: „Die Weltmeisterschaft und sich outen. Und er wusste, beides ging nicht.“ Enke nimmt Stimmungsaufheller, kommt aber bei einem Nationalmannschafts-Lehrgang kaum aus dem Bett. Er fährt stundenlang durch Köln, sein Handy ist ausgeschaltet. Teresa erreicht ihn erst um 23.30 Uhr. „Ich habe geschaut, wo ich mich umbringen könnte“, sagt Robert auf die Frage, wo er gewesen sei. Er weigert sich einweisen zu lassen: „Ich bin Nationaltorwart, ich kann doch nicht in eine Klinik gehen.“

Enke lebte seit Beginn seiner Fußballerkarriere mit der Angst Fehler zu machen. Fehler, die über seine zukünftige Karriere entscheiden könnten. Er kämpfte um Anerkennung und selbst wenn er bejubelt wurde, hatte er das Gefühl, nie gut genug zu sein.

„Wie lebt es sich mit Depressionen oder nur mit der Ahnung, sie könnten jeden Moment wiederkommen? Mit der Angst vor der Angst? Die Antworten wollte Robert Enke gerne selber geben. Er wollte dieses Buch schreiben, nicht ich“, schreibt Reng in der Biographie. Doch dazu kam es nicht.

(Tamara Lux)

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„Ein allzu kurzes Leben“ – Enke-Biographie vorgestellt

https://www.spiegel.de/video/kicker-tv-ein-allzu-kurzes-leben-enke-biographie-vorgestellt-video-1087565.html

Enke war wohl sehr sensibel, nicht der typische Fußballspieler. Er schrieb auch Gedichte.

Ronald Reng – Robert Enke – Ein allzu kurzes Leben

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Nationaltorwart Robert Enke hatte sich am 10.11.2009 im Alter von 32 Jahren das Leben genommen. Er litt unter Depression.

 

Robert Enke: „Ich spüre nichts mehr“

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Gruß Hubert

You Want It Darker – Leonard Cohen   Leave a comment

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You Want It Darker – Leonard Cohen

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You Want It Darker

Songtext – Übersetzung

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Wenn du die Karten gibst
bin ich aus dem Spiel
Wenn du der Heiler bist, bedeutet das
Ich bin gebrochen und gelähmt
Wenn dir der Ruhm gebührt, dann
Gebührt mir wohl die Schande
Du willst es dunkler
Wir löschen die Flamme

Gelobt, gepriesen
Sei dein heiliger Name
Verunglimpft, gekreuzigt
In der menschlichen Gestalt
Millionen Kerzen brennen
Für die Hilfe, die niemals kam
Du willst es dunkler

Hineni, hineni (Hier bin ich, hier bin ich)
Ich bin bereit, mein Gott

Es gibt einen Liebenden in der Geschichte
Aber die Geschichte ist noch die selbe
Es gibt ein Schlaflied zum Leiden
Und ein Paradox zum Beschuldigen
Aber es ist in den Schriften geschrieben
Und es ist kein leerer Anspruch
Du willst es dunkler
Wir löschen die Flamme

Du stellst die Gefangenen auf
Und die Wachen zielen
Ich kämpfe mit einigen Dämonen
Sie waren aus der Mittelschicht und zahm
Ich wusste nicht, dass ich die Erlaubnis hatte,
Zu morden und zu verstümmeln
Du willst es dunkler

Hineni, hineni
Ich bin bereit, mein Gott

Gelobt, gepriesen
Sei dein heiliger Name
Verunglimpft, gekreuzigt
In der menschlichen Gestalt
Millionen Kerzen brennen
Für die Liebe, die niemals kam
Du willst es dunkler
Wir töten die Flamme

Wenn du die Karten gibst
Lass mich das Spiel verlassen
Wenn du der Heiler bist
Bin ich gebrochen und gelähmt
Wenn dir der Ruhm gebührt
Gebührt mir wohl die Schande
Du willst es dunkler

Hineni, hineni
Hineni, hineni
Ich bin bereit, mein Gott

Hineni,
Hineni, hineni
Hineni

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https://www.songtexte.com/uebersetzung/leonard-cohen/you-want-it-darker-deutsch-63d622e3.html

 

Veröffentlicht 9. April 2019 von hubert wenzl in Musik, Uncategorized

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