Archiv für 22. April 2019

Wie Pferdestuten für die Schweinezucht misshandelt werden   Leave a comment

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Unglaublich wie brutal Pferde in Südamerika wegen der Gewinnung des Hormons PMSG misshandelt werden. PMSG wird in der Schweinezucht verwendet. Der größte PMSG-Vertreiber in Deutschland ist die IDT-Biologika aus Dessau.

 

Aus mdr.de

Wie Pferdestuten für die Schweinezucht misshandelt werden

Es ist ein brutales Geschäft: Auf Pferdefarmen in Südamerika werden Stuten nur für einen Zweck gehalten: Um ihnen Blut abzunehmen. Denn im Blut trächtiger Pferde ist das Hormon PMSG – hierzulande ein begehrtes Mittel für die Schweinezucht. Seit Jahren werden die Missstände angeprangert. Doch geändert hat sich so gut wie nichts.

Tierquälerei

In Südamerika werden wild lebende Pferde in Pferche geprügelt, große Mengen Blut werden ihnen abgezapft, bis zu zehn Liter pro Woche, um wenige Gramm des Hormons PMSG zu gewinnen. Unter anderem für den Zweck, damit in Deutschland mehr Schweinefleisch produziert werden kann. Neue brisante Aufnahmen aus Pferdefarmen in Argentinien und Uruguay dokumentieren, wie dort Angestellte weiter Tausende Stuten misshandeln. Bereits mehrfach hat das ARD-Magazin FAKT über die Zustände auf solchen „Blutfarmen“ berichtet.

Systematische Quälerei

Das aktuelle Videomaterial hat York Ditfurth vom Verein „Animal Welfare Foundation“ unter hohem Risiko drehen lassen. Nach der Veröffentlichung der ersten Bilder 2015 hatten die südamerikanischen „Blutfarmen“ verschiedene Versprechen gemacht, die Zustände zu verbessern. So sollten Arbeiter ausgetauscht und ein tierfreundlichere Umgang mit den Pferden vorgeschrieben werden.

 

Mann misshandelt Pferd mit einem Stab
Aufnahmen der Animal Welfare Foundation Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Die jetzigen Aufnahmen aber zeigen noch katastrophalere Missstände. Sie belegen, dass sich das Elend der Stuten in Südamerika nicht verbessert hat. Tierschützer York Ditfurt ist erschrocken über das Ausmaß. So detailliert seien die Tierquälereien noch nie zu sehen gewesen.

Der Zustand ist für die Pferde brutaler geworden. Die Quälereien sind genauso systematisch wie damals, aber viel härter … Der Arbeiter sticht mit einem Bambusstab in die Genitalien, um einen Schmerzimpuls zu setzen, damit die Stute nach vorne geht, damit ihr Blut abgenommen werden kann. Das ist brachiale Gewalt.

York Ditfurth, Animal Welfare Foundation

Der Nutzen für die Schweinezucht

PMSG ist ein Millionengeschäft. Das Hormon kommt im Blutserum trächtiger Stuten vor und wird auch in Deutschland in der Tierzucht eingesetzt. Etwa damit Muttersauen gleichzeitig und zudem schneller brünstig werden. Das macht die Zucht effektiver und wirtschaftlicher.

Für den Direktor der Veterinärmedizin an der Universität Gießen, Axel Wehrend, ist die Misshandlung der Pferde auf den südamerikanischen „Blutfarmen“ ein klarer Verstoß gegen den Tierschutz. „Den Tieren werden absichtlich Schmerzen zugefügt in einer Art und Weise, die hochgradig grob ist. Sie werden in die Genitalien gestochen. Die Tiere werden mit einem Eisenhaken getrieben und dafür kann es keine Begründung geben“, sagt er. Dieser Umgang mit dem Tier sei – egal, wo auf der Welt man sich befinde – Tierquälerei.

Zustände nicht wesentlich gebessert

Die aus dieser primitiven Quälerei hergestellten medizinischen Präparate werden auch in Deutschland vertrieben. Zwar sind Blutentnahmen bei Pferden nach bestimmten Regeln auch in Deutschland erlaubt, aber nicht unter solchen Zuständen, wie sie in Südamerika stattfinden. Die Aufnahmen der Tierschützer, die FAKT exklusiv vorliegen, bestätigen zudem einen weiteren Vorwurf der Tierschützer: die Unterbrechungen der Trächtigkeit der Stuten. York Ditfurth geht von jährlich 20.000 Abtreibungen aus, bei etwa Zehntausend Stuten. Und das in einer Phase, in der Veterinär Axel Wehrend zufolge ein schonender Abbruch nicht mehr möglich ist. Die Föten werden aus Sicht von York Ditfurth „dem Profit geopfert“.

Ines Advena vom Verein der Tierärzte für eine verantwortbare Landwirtschaft meint, als verantwortungsvoller Veterinär könne man solche Präparate nicht mehr einsetzen. Konventionelle Vertreter ihres Berufsstandes müssten sich die Frage stellen, inwieweit sie Komplizen solcher Verhältnisse seien. „Hier müssen Tierärzte Haltung zeigen und sagen: Nein, diese Präparate können wir nicht mehr einsetzen“, sagt sie.

Wenig Kontrolle und fehlende Regelungen

Auch dem Bundeslandwirtschaftministerium sind die Tierquälereien seit Jahren bekannt. Es teilt mit, sowohl mit Uruguay als auch Argentinien habe man auf höchster Ebene über die Produktionsbedingungen und die tierschutzwidrige Gewinnung von PMSG gesprochen. Beide Staaten hätten bessere Kontrollen angekündigt. Die neuen Aufnahmen belegen allerdings, den Pferden hat das alles nicht geholfen.

Misshandelte Pferde
Aufnahmen der Animal Welfare Foundation Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ende 2017 haben sich die Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft mit den Pharmafirmen getroffen, die in Deutschland PMSG vertreiben, berichtet Ines Advena. „Wir haben die Firmen aufgefordert einen Kodex zu erstellen, in dem sie Tierschutzstandards festlegen. Ganz wichtig ist die Praxis der Aborteinleitung, die hoch unethisch ist.“ Die Tierärzte forderten, „dass die Abtreibung zu unterbleiben hat“ und sich die Firmen „verpflichten, von Farmen, die diese Praxis fortsetzen kein Blut mehr zu beziehen.“ Darauf eingegangen seien die Firmen nicht, beklagt Ines Advena. Die Pharmavertretern hätten sich sogar nie wieder gemeldet.

Größte PMSG-Vertreiber: IDT-Biologika aus Dessau

Die IDT-Biologika aus Dessau ist eines dieser Pharmafirmen, das mit PMSG Geschäfte macht. York Ditfurth wirft der Firma vor, dass das Unternehmen im Zusammenhang mit den qualvollen Aufnahmen aus der argentinischen „Blutfarm“ der Firma Sintex steht. „Der Abtreibungsferch, diese Prügeleien, das brutale Setzen der Kanüle, das ist die Firma Sintex in Argentinien und die beliefert die deutsche Firma IDT“, sagt er.

Auf Anfrage des ARD-Magazins FAKT kündigte das Unternehmen IDT an, den Wirkstoff PMSG zukünftig nur noch aus europäischer Pferdehaltung zu beziehen. Damit will der größte Vertreiber des Wirkstoffs in Deutschland offenbar nicht mehr in Südamerika einkaufen. Ein Erfolg, doch die Tierquälerei ist damit noch immer nicht beendet. Es gibt eine weitere Firma, die in Deutschland nach wie vor PMSG-Produkte aus den „Blutfarmen“ vertreibt.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | FAKT | 28. August 2018 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. April 2019, 09:00 Uhr

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Wie Pferdestuten für die Schweinezucht misshandelt werden

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Ferkel

 

„Die grausame Tiertransportpraxis ist angezählt!“   Leave a comment

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Es tut sich langsam etwas bei den grausamen Tiertransporten – wenigstens in Drittländer, wenn es auch erst ein zaghafter Anfang ist. Es ist verbrecherisch wie mit sog. „Nutztieren“ in der Tierhaltung, bei den Tiertransporten und in den Schlachthöfen umgegangen wird. Das ist eindeutig schlimmer als der Holocaust – und der war schlimm genug. Mehr als traurig, dass das für die „Masse“ kein Thema ist. Dazu sind zu viele zu gleichgültig, zu egoistisch und nicht ganz wenige sind einfach zu dumm um die Problematik verstehen zu können. Ihnen fehlt das Sensorium sich in andere hineinversetzen zu können, vor allem wenn es die eigene Spezies überschreitet. Der Speziesismus ist ein weit verbreitetes Übel. Von christlicher Seite kommt noch der Anthropozentrismus dazu. Sie sagen auch die göttliche Schöpfungsordnung sehe vor, dass wir Tiere zu unserem Nutzen benützen und sie essen dürfen. Wer von diesen Leuten hat denn mit Gott gesprochen, dass sie das wissen?

Aus Tierrechte.de

Die quälenden Bilder von Rindern, die Tausende von Kilometern weit transportiert werden, um in Nahost oder gar Asien unter katastrophalen Bedingungen geschlachtet zu werden, sind seit Jahrzehnten bekannt – dennoch passiert seit Jahren nichts. Im Februar führte ein Aufsatz in einem Fachmagazin plötzlich dazu, dass mehrere Bundesländer einen vorläufigen Exportstopp verhängten. Auch das EU-Parlament ist der Meinung, dass es so nicht weitergehen kann.

Was weder politische Initiativen, noch massive Proteste und millionenfach unterzeichnete Petitionen erreichen konnten, bewirkte Anfang des Jahres ein Artikel im Amtstierärztlichen Dienst, dem Fachorgan des Bundesverbands verbeamteter Tierärzte (BbT). Darin warfen der Tierschutzjurist Dr. Christoph Maisack und der Tierarzt Dr. Alexander Rabitsch die Frage auf, ob ein Amtstierarzt Beihilfe zum Straftatbestand der Tierquälerei leiste, wenn er einen Tiertransport in ein Land genehmigt, in dem grausame Schlachtpraktiken die Regel sind. Mit dieser Einschätzung sind die beiden nicht allein. Dies bestätigt auch der Mannheimer Strafrechtsprofessor Jens Bülte. Im Jahr 2015 stellte der Europäische Gerichtshof fest, dass der Tierschutz nicht an den Außengrenzen der EU ende (1). Die Tierschutzbestimmungen müssen danach auch außerhalb der EU eingehalten werden. Daraufhin verhängten Bayern, Schleswig-Holstein, Hessen und zuletzt Thüringen einen vorläufigen Exportstopp.

 

Tiertransporte: Bundesländer für strengere Regeln

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Anfang März forderten sechs Länderminister aus Schleswig-Holstein, Berlin, Hamburg, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern Landwirtschaftsministerin Klöckner auf, die rechtliche Lage zu klären, insbesondere für den Fall, dass nach der Entladung der Tiere die hiesigen Tierschutzanforderungen nicht eingehalten werden. Klöckner kritisierte die Exportstopps der Länder als überstürzt. Die Länder hielten dem entgegen, dass sie schon auf der Agrarministerkonferenz vor einem Jahr um eine rechtliche Klärung gebeten und strengere Regeln für Tiertransporte eingefordert hätten. Im Juni 2018 hatten sich auch FDP und Grüne dafür eingesetzt, für bessere Kontrollen zu sorgen, beziehungsweise Transporte in Drittländer zu stoppen. Passiert ist seitdem: Nichts!

 

Züchter klagen gegen Exportstopp

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Die Reaktion der Rinderzüchter auf den Exportstopp ließ nicht lange auf sich warten. Zunächst umgingen sie ihn, indem sie auf Sammelstellen in anderen Bundesländern, vor allem Niedersachsen, auswichen. Am 27. Februar erreichten sie eine einstweilige Anordnung. Die Papiere für einen Transport nach Niedersachsen dürfen danach nicht verweigert werden. Der Kreis Steinburg legte Beschwerde gegen den Beschluss ein.

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Tiertransporte in Drittländer verbieten

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Auch wenn die aktuellen Exportstopps in Deutschland nicht aufrechterhalten werden, ist die grausame Tiertransportpraxis angezählt. Es ist niemandem mehr zu vermitteln, warum man vier Millionen Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen jährlich auf eine lange Reise in den Tod schickt, obwohl man ebenso gut Fleisch transportieren könnte. Der Auftrag für Ministerin Klöckner ist unmissverständlich: Statt Rinderzüchter zu unterstützen, die teils bewusst für den Export züchten, müssen die Forderungen der EU, der Bundesländer und nicht zuletzt von Millionen Bürgern umgesetzt werden: Es muss endlich Schluss sein mit wiedersinnigen und qualvollen Tiertransporten. Der organisierte Tierschutz und die Zivilgesellschaft müssen die Durchsetzung der EU-Entschließung jetzt kraftvoll unterstützen. Die Agrarministerkonferenzen Mitte April in Landau und Ende September in Mainz bieten die richtige Plattform.

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„Die grausame Tiertransportpraxis ist angezählt!“

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Gruß Hubert