Was wäre wenn intelligentere Wesen als wir, das tun würden, was wir mit Tieren tun?   1 comment

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Man sieht wie selbstherrlich und arrogant die Sichtweise des Menschen ist, zumindest derer, die grausame Tierversuche durchführen, wenn sie glauben sie seien intelligenter als Tiere und dürften deswegen frei über sie verfügen. Die Analogie der Geschichte von Richard David Precht dürfte jeden halbwegs intelligenten Mensch einleuchten und nachdenklich machen.

Richard David Precht “Wer bin ich und wenn ja, wie viele?”

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Stellen Sie sich vor, eines Tages landen
fremde Wesen aus dem All auf unserem
Planeten. Wesen wie aus dem
Hollywood-Spielfilm Independence Day. Sie
sind unglaublich intelligent und dem Menschen
weit überlegen. Da nicht immer ein
todesmutiger US-Präsident im Kampfflugzeug
zur Verfügung steht und diesmal kein
verkanntes Genie die außerirdischen Computer
mit irdischen Viren lahmlegt, haben die
fremden Wesen die Menschheit in kürzester
Zeit besiegt und eingesperrt. Eine
beispiellose Terrorherrschaft beginnt. Die
Außerirdischen benutzen die Menschen zu
medizinischen Versuchen, fertigen Schuhe,
Autositze und Lampenschirme aus ihrer Haut,
verwerten ihre Haare, Knochen und Zähne.
Außerdem essen sie Menschen auf, besonders
die Kinder und Babys. Sie schmecken ihnen am
besten, denn sie sind so weich, und ihr
Fleisch ist so zart.

Ein Mensch, den sie gerade für einen
medizinischen Versuch aus dem Kerker holen,
schreit die fremden Wesen an:

“Wie könnt ihr so etwas tun? Sehr ihr nicht,
dass wir Gefühle haben, dass ihr uns wehtut?
Wie könnt ihr unsere Kinder wegnehmen, um sie
zu töten und zu essen? Seht ihr nicht, wie
wir leiden? Merkt ihr denn nicht, wie
unvorstellbar grausam und barbarisch ihr
seid? Habt ihr denn überhaupt kein Mitleid
und keine Moral?”

Die Außerirdischen nicken.

“Ja, ja”, sagt einer von ihnen. “Es
mag schon
sein, dass wir ein bisschen grausam sind.
Aber seht ihr”, fährt er fort, “wir sind
euch
eben überlegen. Wir sind intelligenter als
ihr und vernünftiger, wir können lauter
Dinge, die ihr nicht könnt. Wir sind eine
viel höhere Spezies, ein Dasein auf einer
anderen Stufe. Und deshalb dürfen wir mit
Euch machen, was wir wollen. Verglichen mit
uns, ist euer Leben kaum etwas wert.
Außerdem, selbst wenn unser Verhalten nicht
ganz in Ordnung sein sollte – eines steht
trotzdem fest: Ihr schmeckt uns halt so
gut!”

Quelle: „Wer bin ich – und wenn ja wie
viele?: Eine philosophische Reise“ von
Richard David Precht

Kapitel “Jenseits von Wurst und Käse – Dürfen
wir Tiere essen?”

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Was wäre wenn intelligentere Wesen als wir, das tun würden, was wir mit Tieren tun?

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Gruß Hubert

Eine Antwort zu “Was wäre wenn intelligentere Wesen als wir, das tun würden, was wir mit Tieren tun?

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  1. Schon die Fragestellung ist eine Anmaßung:
    >>intelligentere Wesen als wir<<

    https://sabnsn.wordpress.com/2019/07/15/menschliche-intelligenz-irrlaeufer-der-evolution/

    Das auffälligste Kennzeichen für die Krankheit unserer Spezies ist der Gegensatz zwischen ihren einzigartigen technologischen Errungenschaften und ihrer ebenso einzigartigen Unfähigkeit, ihre sozialen Probleme zu meistern.

    Durch die ganze Menschheitsgeschichte waren die Glaubenssysteme, die von Menschen akzeptiert wurden und für die sie zu leben und zu sterben bereit waren, nicht von ihnen gemacht oder erwählt; sie wurden ihnen aufgezwungen durch das Roulettespiel ihrer Geburt. „Pro patria mori dulce et decorum est“, in welchem Vaterland einen der Storch auch ablegen mag.

    Wenn überhaupt, dann spielte bei der Wahl eines Glaubens, eines Sittenkodex oder einer Weltanschauung die kritische Vernunft nur eine zweitrangige Rolle — gleichgültig, ob einer zum inbrünstigen Kreuzritter, zum in den Heiligen Krieg ziehenden Moslem, zum Puritaner oder Royalisten wurde.
    Die überschäumende Fähigkeit des Menschen und sein Verlangen, sich mit einem Stamm, einer Nation, einer Kirche oder einer Sache zu identifizieren und deren Credo ebenso unkritisch wie enthusiastisch zu verteidigen — selbst wenn diese Glaubenssätze aller Vernunft widersprechen, den eigenen Interessen und dem Selbsterhaltungstrieb entgegenstehen -, tragen die Hauptschuld an den fortwährenden Katastrophen in der Geschichte des Menschen.
    Dies führt uns zwangsläufig zu der freilich nicht sehr modischen Schlußfolgerung, unsere Spezies leide nicht an einem Übermaß an Aggression, sondern sie verfüge allzu reichlich über die Fähigkeit zu fanatischer Hingabe.

    Gefällt 2 Personen

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