Archiv für 4. November 2019

Urlaubsland Südtirol und Tierschutz   Leave a comment

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Missstände in der Tierhaltung.

Von voxnews.online

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Foto: voxnews.online

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Ob die Tiere beim Urlaub auf dem Bauernhof oder die Tiere im hoteleigenen Streichelzoo oder Reitstall, Tiere haben beim Familienurlaub immer größeren Stellenwert. Allerdings achten immer mehr Urlauber aus Deutschland in Südtirol auch auf artgerechte Tierhaltung. “Missstände in der Tierhaltung veranlassen deutsche Urlauber zunehmend dazu, dem schönen Südtirol den Rücken zu kehren”, weiß Elke Rabensteiner aus Klausen, die Vorsitzende des Tierfreundekreises zu berichten.

“Ich bekomme jede Menge Zuschriften von deutschen Touristen, die nach ihrem Urlaub auf dem Bauernhof nur enttäuscht und empört sind. Der schöne Schein löst sich nämlich spätestens dann auf, wenn die Urlauber am Hof kranke oder verletzte Kätzchen entdecken. Oder Haushunde, die den ganzen Tag an der Kette hängen und sich nach Spielen und Zuwendung verzehren”, so Elke Rabensteiner.

“Tatsächlich ziehen es diese Urlauber vor, ein anderes Ferienland zu wählen, so, wie sie es auch mit anderen Ferienregionen machen, in denen Tiere missachtet und misshandelt werden, beispielsweise Süditalien oder die Türkei. Sollte sich in den nächsten Jahren an diesen Missständen nichts ändern, wird sich dieser Trend verstärken. Gerade in der ländlichen Bevölkerung ist immer noch ein bestimmter Umgang mit Tieren als ‘Gebrauchsgegenstände’ fest verankert. Eine Sensibilisierung der Bevölkerung wäre erstrebenswert, ist jedoch nicht so einfach. Zwar sei die Liebe zu Tieren angeboren, jedoch würde sie oftmals ‘aberzogen’”, so Rabensteiner.

Zwar sei die Liebe zu Tieren angeboren, jedoch würde sie oftmals “aberzogen”Elke Rabensteiner, Vorsitzende des Tierfreundekreises

Die Augen eines kleinen Kindes leuchten vor Begeisterung, wenn es ein Tier sieht. Begegnet man demselben Kind nach zwei Jahren und es schaut nicht mehr hin oder weint aus Angst und sagt “böse”, dann hat inzwischen Erziehung stattgefunden. “Tierliebe sollte nicht aberzogen werden, sondern im Sinne eines respektvollen Umganges gefördert”, sagt Rabensteiner.

So kann die schnellste Lösung, um dieser bedenklichen Richtung der Urlauber entgegen zu steuern, nur “Tierschutz” lauten – klare und strengere Gesetze im Rahmen einer artgerechten Tierhaltung, entsprechende Kontrollen und Möglichkeiten der Sanktionierung, wenn die Gesetze nicht eingehalten werden.

Amtstierarzt Heinz Dietmar Kluge vom tierärztlichen Dienst der Gemeinde Unsere liebe Frau im Walde, Tierarzt und Beamter aus Leidenschaft zu seinem Beruf, betonte bereits einmal in einem Gespräch, dass er leider nur so weit eingreifen könnte, wie es ihm erlaubt sei, also entsprechend der Tierschutzgesetze. “Werden mir Missstände aufgezeigt, werde ich vor Ort erscheinen und an die Bereitschaft der Menschen appellieren, selbst etwas daran zu ändern. Sollte diese Bereitschaft allerdings fehlen, sind mir oftmals die Hände gebunden.”
Ein verantwortungsvoller Naturschutz beinhaltet in erster Linie den Tierschutz.

Hier ein Auszug aus einer Südtirol Werbung in einer deutschen Zeitschrift: “… Urlaub in Südtirol im Einklang mit der Natur. … ein guter Grund, achtsam mit diesem wertvollen Gut umzugehen und es für die nächsten Generationen zu erhalten.”

Will sich Südtirol international und bei seinen Touristen und jenen, die es noch werden sollten, emanzipiert und authentisch zeigen, so ist die Wertschätzung der Natur und der Tiere wohl eine Grundvoraussetzung.

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Gruß Hubert