Archiv für 14. November 2019

Das Höllenleben der Pelztiere   Leave a comment

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Das Deutsches Tierschutzbüro hat eine Undercover-Recherche gemacht und zeigt wie das Höllenleben der Pelztiere in Polen abläuft.

Wir decken das unbeschreibliche Leid der Tiere auf polnischen Pelzfarmen auf: Ein kurzes Leben im Käfig, Enge, Angst und ein grausamer Tod, der auf die Tiere wartet.

Jahrzehntelang haben wir zusammen mit anderen Tierrechtler*innen in Deutschland dafür gekämpft, dass es keine Pelzfarmen mehr gibt – mit Erfolg. Im April dieses Jahres ist die letzte Pelzfarm Deutschlands geschlossen worden. Obwohl es nun keine Pelzfarmen mehr in Deutschland gibt, wird dennoch bundesweit Pelz an Jackenkrägen, Mützen und Accessoires verkauft. Wir sind daher der Frage nachgegangen, woher diese Pelze ursprünglich stammen. Die Spur führte uns bei unserer Recherche ins Nachbarland Polen. Mit über 800 -1000 Pelzfarmen mit insgesamt über 5 Millionen Pelztiere hat sich Polen in den letzten Jahren zu einem der größten Pelzproduzenten Europas entwickelt. Wir dokumentierten in den letzten Wochen die Zustände auf den polnischen Farmen und fanden vor Ort die schlimmsten Zustände vor: Nerze, Marderhunde und Füchse, alle Tiere werden in winzigen Käfigverschlägen gehalten und leiden extrem unter den Bedingungen.

Nerzfarmen mit über 100.000 Tieren sind keine Seltenheit. Solche Farmen sind nicht nur sehr groß, sondern werden auch sehr gut von den Pelzfarmer*innen bewacht und gesichert. Einige Farmen haben hohe Mauern mit Stacheldraht und sogar Wachtürme und Videokameras errichtet, damit niemand hinter die glänzende Fassade der Pelzindustrie schauen kann. Uns ist es dennoch gelungen u.a. mit einer Drohne zu filmen, wie die Tiere in solchen Betrieben leben und vor allem leiden müssen. Neben den riesigen Farmen gibt es aber auch viele kleine, selbst zusammengezimmerte Farmen mit etwa 100-1.000 Tieren. Vor allem in diesen kleinen Farmen haben wir verletzte und kranke Tiere vorgefunden.

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Die Hölle der Pelzproduktion

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Mascha, die kleine Polarfüchsin hatte jedoch unglaubliches Glück, sie wurde nicht getötet und darf leben. Im Rahmen dieser Undercover-Recherche haben wir sie aus einer polnischen Pelzfarm gerettet.

Das Leiden der Tiere auf den Pelzfarmen zu sehen hat mich zutiefst berührt und geschockt. Es ist mir unerklärlich, wie man ein Wildtier in einen Käfig sperren und so leiden lassen kann. Doch ich weiß, nur wir können daran etwas ändern, indem wir keine Pelzprodukte kaufen und Pelzträger*innen über die tierquälerischen Zustände aufklären und diese bitten, keinen Pelz mehr zu kaufen und zu tragen.

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Die Geschichte von Mascha

Mein Name ist Mascha. Dieser Name macht mich einzigartig und bedeutet für mich das Ende meiner Qual und das Geschenk mein Leben zu leben. Geboren wurde ich als eine von so unglaublich vielen Pelztieren in Polen, in einem kleinen Käfig auf einer Pelzfarm. Ich sollte diese Farm eigentlich niemals lebend verlassen, sondern mein kurzes Leben auf einem Gitterboden, ohne Schutz, ohne Wärme, ohne Platz und ohne Zukunft fristen, bis ich groß und fett genug gewesen wäre. Dann hätte man mich durch Elektroden in meinem Anus getötet. Im besten Fall wäre ich wirklich tot gewesen, aber im schlimmsten Fall hätte ich es miterlebt, wie sie mir bei meinem noch pochenden Herzen das Fell über die Ohren gezogen hätten. Mir, einem wilden, edlen und würdevollen Tier, einer Polarfüchsin. Ich bin nun frei, aber mein Herz schlägt für meine Brüder und Schwestern im Geiste. Es sind so viele, die diese unfassbar grausame, menschengemachte Qual ihr Schicksal nennen müssen.

Mascha konnte dir ihre Geschichte nur erzählen, weil wir sie gerettet haben. Auf zwischen 800 und 1.000 sogenannten Pelzfarmen werden in Polen insgesamt über 5 Millionen Füchse, Nerze und Marderhunde in engen Käfigen gehalten und das völlig legal. Nerzfarmen mit über 100.000 Tieren auf einer einzigen Farm sind leider keine Seltenheit. Somit ist das Geburtsland von Mascha neben Finnland und Dänemark einer der größten Pelzproduzenten Europas. Die Felle kommen nach der sogenannten „Ernte“ – so wird es genannt, wenn den Pelztieren die Felle abgezogen werden – auch auf den deutschen Markt. Doch wohin genau und bei welchen Modelabeln sie dann verkauft werden, ist nur in den seltensten Fällen bekannt. Denn die Herkunft der Felle muss in Deutschland in den Jacken und Accessoires leider nicht im Etikett angegeben werden.

 

Veröffentlicht 14. November 2019 von hubert wenzl in Tierrechte, Tierschutz, Uncategorized

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