Archiv für 25. Januar 2020

Ölsandabbau in Kanada   Leave a comment

.

Der Ölsandabbau hat ungeheuer negative Auswirkungen auf die Umwelt und auch auf die Gesundheit. Die USA hat ja gegen Nord Stream 2 Sanktionen verhängt und gibt an, dass sich Europa, vor allem Deutschland zu abhängig von Russland mache. Hintergrund ist aber, dass die USA ihr teureres LNG-Gas aus Fracking dann nicht mehr los wird.

Aus planet-wissen.de

Auszug.

Kanadas Ölschatz lagert tief im Waldboden Albertas. Auf einer Fläche doppelt so groß wie Bayern soll es hier mehr als 170 Milliarden Barrel abbaubares Öl geben (ein Barrel = 159 Liter). Größere Ölreserven sind weltweit nur in Saudi-Arabien bekannt.

Man weiß von diesen riesigen Vorkommen schon lange, ein Schatz sind sie für Kanadas Ölindustrie allerdings erst ungefähr seit der Jahrtausendwende. Denn lange Zeit lohnte sich die Ölförderung in Alberta einfach nicht.

Der Grund: Das Öl ist im Sand gebunden, als sogenanntes Bitumen – Kohlenwasserstoffe, die unter anderem aus abgestorbenen Pflanzen stammen.

Albertas Ölsande sind ein klebriges, schwarzes Gemisch aus 83 Prozent Sand, vier Prozent Wasser, drei Prozent Ton und zehn Prozent flüssigem Bitumen. Aus diesem Gemisch, das meist in Tiefen von 30 Metern lagert, brauchbares Erdöl zu gewinnen, ist ein aufwendiger und kostspieliger Prozess.

Erst technologische Neuerungen und vor allem die knapper werdenden Erdölreserven und der damit steigende Ölpreis machen aus dem Ölsandabbau ein lukratives Geschäft.

[…]
vz0vw0srapv.

Liegt der Ölsand für den Tagebau zu tief im Erdreich, wird ein Verfahren angewendet, bei dem zwei parallele Schächte in den Boden gebohrt werden. Unter Hochdruck wird Wasserdampf durch einen Schacht gepresst, der das Bitumen löst und durch den anderen Schacht nach oben pumpt.

Hierbei müssen zwar keine Wälder gerodet werden. Allerdings verschlingt dieses Verfahren noch mehr Energie und setzt mehr Kohlenstoffdioxid (CO2) frei.

Folgen für Umwelt und Mensch

Beim Ölsandabbau geht es um gewaltige Mengen, was man allein daran sieht, dass man zwei Tonnen Ölsand benötigt, um ein Barrel Öl zu gewinnen. 2012 wurden in Alberta täglich 1,5 Millionen Barrel Öl aus Ölsanden gewonnen.

Geht es nach dem Willen der Erdölproduzenten, könnten es 2020 mindestens drei bis fünf Millionen Barrel pro Tag sein. Dass dieses „größte Industrieprojekt des Planeten“, wie Greenpeace den Ölsandabbau in Kanada nennt, nicht ohne Folgen für die Umwelt bleiben kann, ist klar und fällt sofort ins Auge:

Aus riesigen Flächen Nadelwald sind trostlose Mondlandschaften mit Giftteichen und Schwefelbergen geworden.

Um einen Liter Bitumen aus dem Sand zu waschen, braucht man fünf Liter Wasser – Wasser, das danach ein mit Schwermetallen und zum Teil krebserregenden Kohlenwasserstoffen verseuchter Schlick ist und in Klärteichen gelagert wird.

Diese künstlichen Seen voller Giftbrühe sind zusammengenommen mit 130 Quadratkilometern bereits halb so groß wie Frankfurt am Main. Das kanadische „Pembina Institute“, das sich mit Energie- und Umweltfragen beschäftigt, schätzt, dass elf Millionen Liter des giftigen Abwassers täglich ins Grundwasser und die umliegenden Flüsse sickern.

.
0pyf1o6oo1h

Wo früher Wald stand, regiert jetzt Ödnis

.
Für diese Schätzung sprechen auch Untersuchungen, die im Wasser und in den Fischen des Athabascas, der an den Abbaugebieten und Klärbecken vorbeifließt, hohe Konzentrationen an Quecksilber, Arsen und krebserregenden Kohlenwasserstoffen festgestellt haben.

Und im etwas mehr als 200 Kilometer flussabwärts gelegenen Dörfchen Fort Chipewyan haben die Krebserkrankungen auffallend zugenommen.

Zudem verschlingt die Umwandlung des Sandes in Rohöl gigantische Mengen Erdgas. Auch die Klimabilanz des Ölsandabbaus ist sehr schlecht: Laut Greenpeace werden je nach Abbauart 62 bis 176 Kilogramm CO2 freigesetzt – drei- bis fünfmal so viel wie bei der konventionellen Ölförderung.

.

Ölsandabbau in Kanada

.

.

Aus salto.bz.de (Auszug).
Befürworter der Pipeline, allen voran Deutschland argumentieren, dass die neue Pipeline die Energie-Versorgungssicherheit in Europa erhöhe und zudem für günstigere Gaspreise sorge, im Vergleich zum teureren LNG*(Flüssiggas) aus den USA. Anfang 2019 einigte sich die EU auf einen Kompromiss bezüglich Nord Stream 2.

[…]
Gründe für die US-Sanktionen

Als Folge der Fracking-Technologie haben die USA die Gasförderung seit Mitte des vorigen Jahrzehnts stark erhöht und weiten kontinuierlich ihre Exportkapazitäten aus, für die sie neue Absatzmärkte brauchen. Seit 2016 exportiert die USA Flüssiggas nach Europa und möchte sich in Zukunft auf dem Europäischen Markt stärker etablieren. Zusätzliches Gas aus Russland ist eine Konkurrenz für die Amerikaner, zumal der Preis für russisches Gas auch deutlich günstiger ist als der für amerikanisches Flüssiggas. Es geht also bei den Sanktionen in erster Linie um wirtschaftliche und geopolitische Interessen der USA und nicht, wie von offizieller Seite gesagt wird, um die Energiesicherheit für Europa.

[…]
Scharfe Kritik kommt aus Russland. Die USA würden einen „Wirtschaftskrieg“ führen. Präsident Putin hat bereits angekündigt, russische Schiffe für die Fertigstellung der Pipeline in die Ostsee zu entsenden.

Die deutsche Bundesregierung hat die US-Sanktionen auch scharf kritisiert. „Die europäische Energiepolitik wird in Europa entschieden, nicht in den USA“, erklärte der deutsche Außenminister. Auch die EU-Kommission kritisierte die Sanktionen der USA.

*LNG ist verflüssigtes Gas. Es wird in einer Gasverflüssigungsanlage auf -164 °C abgekühlt und unter atmosphärischem Druck verflüssigt, so dass das ursprüngliche Volumen des Erdgases auf ein Sechshundertstel reduziert wird. LNG wird dann in LNG-Tankern transportiert. Im Importland wird das Gas in speziellen LNG Terminals (Regasifizierungs-Terminals) wieder in seinen gasförmigen Zustand zurückversetzt, bevor es in die Verteilerpipelines eingespeist wird.

.

North Stream 2 Pipeline: US-Sanktionen

.

Gruß Hubert

Veröffentlicht 25. Januar 2020 von hubert wenzl in Umwelt, Uncategorized

Getaggt mit ,