Corona-Experte Christian Drosten wehrt sich gegen „Bild“-Anfrage   Leave a comment

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Bild wollte den Corona-Experten Christian Dorsten in ein schlechtes Licht stellen. Aber bei Bild verwundert das ja nicht mit welchen Methoden dort gearbeitet wird.

Besonders pikant: Offenbar wussten die angesprochenen Wissenschaftler gar nichts von der angeblichen Kritik an Drostens Studie, wie die Reaktionen auf Twitter zeigten.

Aus RTL.de

26. Mai 2020

Drosten wehrt sich gegen falsche Kritik

Schon länger beschwert sich Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin, im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie über Fake News und tendenziöse Berichterstattung. Jetzt ist ihm bei einer Anfrage eines „Bild“-Journalisten offensichtlich der Kragen geplatzt. In einem Twitter-Post wirft er der Boulevard-Zeitung eine tendenziöse Berichterstattung vor – und der Post geht viral. Viele Virologen und Politiker unterstützen den Experten.

„Zitatfetzen von Wissenschaftlern ohne Zusammenhang“

Schon häufiger kritisierte Christian Drosten die Berichterstattung der deutschen Presselandschaft im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Jetzt hatte er offensichtlich die Nase voll. Der Charité-Wissenschaftler veröffentlichte die E-Mail-Anfrage eines „Bild“-Redakteurs kurzerhand auf Twitter.

In seiner Anfrage teilte der „Bild“-Redakteur Christian Drosten mit, man wolle kritisch über eine Studie des Instituts für Virologie an der Charité berichten. Diese Studie hatte untersucht, ob bei Kindern dieselbe Ansteckungsgefahr bestehe wie bei Erwachsenen. Der Virologe hatte unter Bezug auf die Studie behauptet, es gebe keinen signifikanten Unterschied bei der Viruslast von Kindern und Erwachsenen. Die Anfrage der „Bild“ beinhaltete auch Zitate von Wissenschaftlern, die der Studie offenbar kritisch gegenüber stünden. Für die Stellungnahme zu der Anfrage räumte der „Bild“-Redakteur Drosten eine Stunde Zeit ein.

Drosten ist empört: Er habe Besseres zu tun, schreibt er und nennt die E-Mail den Versuch einer tendenziösen, also einer nicht objektiven, Berichterstattung. Die in der Nachricht genannten Beispiele kritischer Stimmen bezeichnet der Virologe als „Zitatfetzen von Wissenschaftlern ohne Zusammenhang“.

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Experten wussten nichts von der angeblichen Kritik

Besonders pikant: Offenbar wussten die angesprochenen Wissenschaftler gar nichts von der angeblichen Kritik an Drostens Studie, wie die Reaktionen auf Twitter zeigten. Bereits nach zwei Minuten machten zwei der angeblichen Kritiker unter Drostens Tweet klare Ansagen. So schrieb Wirtschaftsspezialist Christoph Rothe von der Universität Mannheim, niemand von der „Bild“ habe mit ihm gesprochen und er distanziere sich von dieser Art der Berichterstattung.

Auch Dominik Liebl, Statistik-Professor an der Universität Bonn, schrieb, dass er nichts von der Anfrage gewusst habe. Er distanziere sich „von dieser Art, Menschen unter Druck zu setzen auf das Schärfste“. Drosten und sein Team seien ein Glücksfall für den Wissenschafts-Standort Deutschland, sie hätten Leben gerettet.

Um Drosten ebenfalls zur Seite zu stehen, hat Professor Jörg Stoye, Wirtschaftswissenschaftler an der Cornell University im US-Bundesstaat New York, offenbar extra ein Twitter-Konto angelegt. Er wolle nicht Teil einer Anti-Drosten-Kampagne sein, schreibt er. Er habe größten Respekt vor ihm und Deutschland könne froh sein, ihn und sein Team zu haben. Ja, er habe kritische Anmerkungen zur statistischen Auswertung in der Studie gemacht, so Stoye. Dies sei aber in Drostens Sinne, dass Diskurs für die wissenschaftliche Meinungsbildung notwendig sei, geschehen. Und er habe in seinem Aufsatz ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er dem Virologen keine Absicht unterstelle.

Rückendeckung bekommt Christian Drosten auch vom SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach. Er bescheinigt ihm, dass die Methodik der Studie einwandfrei sei und sich mit anderen Studien decke. Kritik müsse erlaubt sein, aber Kollegenneid gebe es auch.

„Ein Glücksfall für Deutschland“

Selbst wenn dem so wäre, ließe sich Drosten davon wohl nicht aus dem Konzept bringen. Mit – nach Aussage einiger Mathematiker durchaus berechtigter – Kritik an der Studie hat er wohl keine Probleme. Sie hätten viele gute Anregungen bekommen und inzwischen eingearbeitet. „Unsere Schlussfolgerungen werden dadurch sogar noch härter“, schreibt er.

Spätabends legte Drosten mit einem weiteren Tweet nach: Der Reporter haben den englischsprachigen Mathematiker seiner Abteilung am Telefon in die Irre geführt. Er habe die Auskunft bekommen, dass das Team gerade an einem Update der Studie arbeite, das aber das Ergebnis nicht ändere. „Daraus wird dann eine interne Kritik gemacht“, schreibt der Charité-Virologe.

Kinder so ansteckend wie Erwachsene?

In Drostens Studie geht es vor allem darum, ob Kinder ebenso infektiös wie Erwachsene sind, was eine wichtige Rolle bei Öffnungen von Schulen und Kindergärten spielt. Die Viruslast in den Atemwegen unterscheide sich nicht von denen anderer Altersgruppen, schreiben Drosten und sein Team. Kinder könnten daher ebenso infektiös wie Erwachsene sein.

Gegen eine gleich hohe Infektiösität spreche, dass Kinder häufiger asymptomatisch erkranken und das Virus dann beispielsweise nicht durch Husten weiterverbreiten. Außerdem haben Kinder weniger Ausatemluft als Erwachsene. Das werde aber möglicherweise durch die größere körperliche Aktivität von Kindern und ihre engere soziale Interaktion ausgeglichen.

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Corona-Experte Christian Drosten wehrt sich gegen „Bild“-Anfrage

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Siehe auch:

Ein „Bild“-Artikel über eine Studie des Virologen Drosten zeigt, wie Forschung zum Virus diskreditiert wird, indem eine Fachdebatte unter Forschern missbraucht wird.

https://www.tagesschau.de/faktenfinder/corona-drosten-bild-101.html

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Gruß Hubert

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