Archiv für 8. Juli 2020

Immanente Widersprüche eines Glaubens   Leave a comment

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Ich kann mich nur wundern was Menschen manchmal glauben, von denen man glaubt sie seien mit einer normalen Intelligenz ausgestattet. Ich kann dazu nur sagen: Irrwitz des Glaubens!

Auszug aus

Traktat über die drei Betrüger (2)

von Religionskritiker Wolfgang wolodja51.wordpress.com

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Es kommt hinzu, daß die Propheten einander gewöhnlich derart widersprachen, daß sich unter vierhundert von ihnen kein einziger wahrer befand.** Überdies zielten ihre Prophetien – ebenso wie die Gesetze der berühmtesten Gesetzgeber – darauf ab, ihren Nachruhm zu verewigen, indem sie dem Volk weismachten, daß sie mit Gott vertrauten Umgang hätten. Die geschicktesten Politiker verfuhren immer so. Allerdings führte diese List bei denjenigen nicht immer zum Erfolg, die nicht wie Moses imstande waren, für ihre Sicherheit zu sorgen.

*Moses ließ 24.000 Menschen auf einmal hinrichten, weil sie sich seinem Gesetz widersetzt hatten.

**Im I. Buch der Könige, Kap. 22, steht geschrieben, daß Ahab, der König von Israel, 400 Propheten zu Rate zog, die sich aufgrund der Ereignisse, die auf ihre Weissagungen folgten, alle als falsche Propheten erwiesen.

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Vor diesem Hintergrund wollen wir nun die Gottesvorstellung der Propheten untersuchen. Wenn man ihnen Glauben schenken soll, ist Gott ein ganz und gar körperliches Wesen. Micha sah ihn sitzen, Daniel als einen Greis in weißem Gewand, Hesekiel erblickte ihn als Feuer; soweit zum Alten Testament. Was das Neue Testament angeht, bildeten sich die Jünger Jesu ein, ihn in der Gestalt einer Taube zu sehen, die Apostel als Feuerzungen, der Heilige Paulus schließlich als ein blendendes Licht. Nun zur Unvereinbarkeit ihrer Meinungen: Samuel glaubte, daß Gott nie bereut, was er einmal entschieden hat. Dagegen teilt Jeremias uns mit, daß Gott seine Ratschlüsse bereut. Joel lehrt uns, daß er nur das Übel bereut, das er über die Menschen verhängt hat, während Jeremia sagt, daß er es nicht bereut.

Das Buch Genesis lehrt uns, daß der Mensch Herr über die Sünde ist und es nur an ihm ist, gut zu handeln, während der Heilige Paulus versichert, daß die Menschen ohne eine ganz besondere göttliche Gnade ihre Begierde überhaupt nicht beherrschen können. So sehen die falschen und widersprüchlichen Vorstellungen aus, die diese angeblich von Gott inspirierten Leute uns geben, und die wir uns nach ihrem Willen zu eigen machen sollen, ohne zu bedenken, daß diese Gottesvorstellungen uns das Bild eines sinnlich wahrnehmbaren, materiellen und allen menschlichen Affekten unterworfenen Wesens vermitteln.

Trotzdem kommt man uns danach mit der Behauptung, daß Gott nichts mit der Materie gemeinsam hat und ein Wesen ist, das wir nicht begreifen können. Wie läßt sich das miteinander in Einklang bringen? Ist es richtig, so eklatanten und unsinnigen Widersprüchen Glauben zu schenken? Soll man sich auf das Zeugnis von Menschen verlassen, die so primitiv waren, sich trotz der Predigten des Moses einzubilden, daß ein Kalb ihr Gott sei? Wir wollen uns nicht länger mit den Phantasien eines Volkes aufhalten, das in der Sklaverei und inmitten von lauter unsinnigen Vorstellungen sich entwickelte, sondern feststellen, daß der Glaube an all den Betrug und die Irrtümer, die heute unter uns verbreitet sind, aus der Unwissenheit entstanden sind.

(Fortsetzung und Schluss am 11. Juli 2020) bei wolodja51.wordpress.com

Das goldene Kalb: https://de.wikipedia.org/wiki/Goldenes_Kalb

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Gruß Hubert