Archiv für 19. Juli 2020

Philosophische Gedanken von F. Nietzsche und J. Milton   Leave a comment

.

»Gott«, »Unsterblichkeit der Seele«, »Erlösung«, »Jenseits« lauter Begriffe, denen ich keine Aufmerksamkeit, auch keine Zeit geschenkt habe, selbst als Kind nicht, – ich war vielleicht nie kindlich genug dazu? – Ich kenne den Atheismus durchaus nicht als Ergebniss, noch weniger als Ereigniss: er versteht sich bei mir aus Instinkt. Ich bin zu neugierig, zu fragwürdig, zu übermüthig, um mir eine faustgrobe Antwort gefallen zu lassen. Gott ist eine faustgrobe Antwort, eine Undelicatesse gegen uns Denker –, im Grunde sogar bloss ein faustgrobes Verbot an uns: ihr sollt nicht denken!

Aus: Friedrich Wilhelm Nietzsche: Ecce homo – Kapitel 4

.

Ich ward, ward ohne meinen Willen; drum wär’s billig, ich würde wieder Staub auf meinen Wunsch, nimm alles hin, was ich empfing; zu schwer sind die Bedingungen, die mir ein Glück, nach dem ich nicht gestrebt, verbürgen sollten! … Du zeugtest mich? Weshalb? Ich heischt es nicht!

John Milton, Das verlorene Paradies, 10. Buch, Vers 746 ff

.

Gruß Hubert

Veröffentlicht 19. Juli 2020 von hubert wenzl in Philosophie

Getaggt mit