Archiv für 7. August 2020

Qualzucht im Fokus: Die Milchkuh   Leave a comment

.

Es ist zum Schämen wie Menschen mit Lebewesen umgehen. Kühe werden hochgezüchtet und bezahlen das mit einem kurzen Leben mit Krankheiten. Mit einem Durchschnittsalter von 5,3 Jahren werden Kühe geschlachtet, entgegen ihrer natürlichen Lebenserwartung von mindestens 20 Jahren.

.

Von welttierschutz.org

Qualzucht im Fokus: Die Milchkuh

Ein Beitrag von Maike Hausmann, Bundesfreiwilligendienstleistende bei der Welttierschutzgesellschaft

Milch ist eines der liebsten Lebensmittel der Deutschen. Um der Nachfrage nach immer mehr Milch nachkommen zu können, wurden Kühe über die letzten Jahrzehnte auf extrem hohe Milchleistungen gezüchtet – mit bitteren Konsequenzen für die Gesundheit der Tiere.

Die stetige Milchleistungssteigerung steht in der heutigen Milchviehzucht im Vordergrund. Die Menge an Milch, die eine Kuh gibt, hat sich in den letzten 60 Jahren von jährlich knapp 2.500 Kilogramm Milch pro Kuh (1950) auf heute 8.000 – 12.000 Kilogramm (2018) mehr als verdreifacht. Um dieses Ergebnis zu erreichen, wird massiv in die Zucht- und Fortpflanzungsprozesse der Tiere eingegriffen. Jeder Schritt der Milchproduktion ist vorgeplant und kontrolliert. Weil eine Kuh bekanntermaßen nur Milch gibt, wenn sie zuvor ein Kalb geboren hat, werden 90 Prozent der 4,1 Millionen Milchkühe in Deutschland einmal im Jahr künstlich besamt, nachdem ihr Eisprung durch Sexualhormone gesteuert wurde.

Ist das Kalb geboren, wird die Kuh an durchschnittlich rund 300 Tagen im Jahr gemolken – eine Zeit der Erholung wird den Tieren vorenthalten. Stattdessen werden sie nach etwa sechs bis acht Wochen bereits erneut künstlich befruchtet und müssen auch während der Trächtigkeit bis wenige Wochen vor der Geburt des Kalbes weiterhin täglich hohe Milchleistungen erbringen. Je produziertem Liter Milch werden dabei 300 bis 500 Liter Blut durch das Euter der Kuh transportiert. Bei der heutigen durchschnittlichen Leistung von 40 bis 50 Litern täglich, übertrifft die dafür benötigte Energie bei weitem das, was der tierische Organismus allein mit einer artgerechten natürlichen Fütterung zu leisten fähig wäre. Daher werden die Tiere mit speziellen, Kraftfutterzusätzen gefüttert, durch die sie etwa 50.000 Kalorien am Tag zu sich nehmen.

Die Folgen der Hochleistungszucht von Milchkühen: Ein oft kurzes, von Krankheiten gekennzeichnetes Leben

Die extreme Dauerbelastung und das nicht tiergerechte Futter können bei den Tieren zu Gebärmutterentzündungen, Fruchtbarkeitsstörungen und Stoffwechselstörungen führen. Folgen dieser Erkrankungen können Fressunlust, starker Gewichtsverlust, Verdauungsstörungen sowie ausgeprägte Trägheit und Muskelschäden sein und können, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt werden, zum Tod führen.

Eine sichtbare Folge der Zucht auf Hochleistung ist die enorme Größe des Euters. Sie ist zum einen auf die große Milchmenge, zum anderen auf das erweiterte Gefäßnetz zurückzuführen, durch das die für die Produktion der Milch benötigte Menge Blut gepumpt wird. Die Größe und das Gewicht des Euters schränken die Tiere in ihren Bewegungen ein und stellen eine häufige Ursache von Euter- und Klauenerkrankungen dar. So liegt in einem durchschnittlichen Betrieb, laut einem Faktencheck des Fachportals Kuhgesundheit.de, der Anteil der euterkranken Tiere bei rund 50%. Insbesondere schwere Euterentzündungen (Mastitiden) können bei Milchkühen zu hohem Fieber, schmerzhaften Schwellungen am Euter, Durchfall oder sogar Tod durch Organversagen führen. Die extreme Belastung der Gelenke, die das große, schwere Euter verursacht, führt dazu, dass viele Tiere darüber hinaus Klauenerkrankung entwickeln und nicht normal laufen können. Die Folge: sie scheuern sich das Euter und die Beine wund und leiden unter schmerzhaften Schwellungen und Wunden.

Mehr als die Hälfte aller Schlachtungen von Milchkühen sind krankheitsbedingt

Laut offizieller Zahlen der Vereinigten Informationssysteme Tierhaltung w. V., das eine zentrale Datenbank für Milch- und Fleischrinder betreibt, wurden bei zwei von drei aller im Jahr 2018 geschlachteten Tiere Krankheiten als Grund für die Schlachtung angegeben. So lag beispielsweise bei jeder fünften Kuh Unfruchtbarkeit vor. Nur 2 Prozent aller im Jahre 2018 geschlachteten Milchkühe wurden aufgrund ihres Alters geschlachtet.

Hier weiterlesen:

Qualzucht im Fokus: Die Milchkuh

.

Gruß Hubert

„Alt werden ist scheiße!“ Da gibt es nichts schönzureden   Leave a comment

.

Da kann ich der Autorin nur voll recht geben. Mir ist es schleierhaft wie man auf so eine scheiß Idee kommen kann das Alter schönzureden. Da lügt man sich nur in den Sack, ich weiß nicht wie man bei einer Frau sagen könnte, sich in die Vagina lügen? 😉

Von brigitte.de

Über den Spruch ihrer Schwiegeroma hat Mona Droste viel nachgedacht – nicht erst, seit auch ihre Mutter im Altersheim lebt. Wie ist es, alt zu werden, fragt sie sich in der Leserkolumne „Stimmen“. Und wie werde ich das finden? Vermutlich irgendwie „scheiße“…

„Alt werden ist scheiße!“ Dieser schonungslose Spruch stammt von der Oma meines Mannes. Über Wochen lag sie damals im Krankenhaus, bevor sie schließlich verstarb. Ein Satz, der mir nicht mehr aus dem Kopf ging. Leider muss ich seit einigen Jahren auch bei meiner Mutter erleben, dass das Alter einem viel mehr nimmt als gibt. Es fing damit an, dass sie sich beim – von ihr sehr geliebten – Radfahren nicht mehr sicher fühlte und somit öfter stürzte. Wer seit 65 Jahren mit dem Rad unterwegs ist und es auf einmal nicht mehr kann, zweifelt an sich. Wir haben oft darüber gesprochen, Fahrversuche unternommen und eine Erklärung gesucht, warum diese Unsicherheit blieb. Aber statt einer Antwort blieb letztendlich die Erkenntnis, dass es das war mit der mobilen Freiheit auf dem Rad.

Wenn man auf die Welt kommt, lernt man von Jahr zu Jahr Neues: Laufen, Schwimmen, Radfahren, Schreiben, Autofahren. So erzählten in der letzten Zeit meine Freundinnen stolz von den neuesten Fortschritten ihrer Kinder, während ich von den Rückschritten meiner Mutter berichtete. Auf den unsicheren Gang und unerklärbaren Schwindel folgte ein Rollator, und nach einer großen Diskussion innerhalb der Familie, die über Monate ging, haben wir, mit dem Einverständnis meiner Mutter, ihr Auto verkauft. Ihre eigene Sicherheit und die der anderen geht einfach vor. Doch es schmerzt, ihre Rückschritte beobachten und deswegen handeln zu müssen.

Über den Spruch ihrer Schwiegeroma hat Mona Droste viel nachgedacht – nicht erst, seit auch ihre Mutter im Altersheim lebt. Wie ist es, alt zu werden, fragt sie sich in der Leserkolumne „Stimmen“. Und wie werde ich das finden? Vermutlich irgendwie „scheiße“…

„Alt werden ist scheiße!“ Dieser schonungslose Spruch stammt von der Oma meines Mannes. Über Wochen lag sie damals im Krankenhaus, bevor sie schließlich verstarb. Ein Satz, der mir nicht mehr aus dem Kopf ging. Leider muss ich seit einigen Jahren auch bei meiner Mutter erleben, dass das Alter einem viel mehr nimmt als gibt. Es fing damit an, dass sie sich beim – von ihr sehr geliebten – Radfahren nicht mehr sicher fühlte und somit öfter stürzte. Wer seit 65 Jahren mit dem Rad unterwegs ist und es auf einmal nicht mehr kann, zweifelt an sich. Wir haben oft darüber gesprochen, Fahrversuche unternommen und eine Erklärung gesucht, warum diese Unsicherheit blieb. Aber statt einer Antwort blieb letztendlich die Erkenntnis, dass es das war mit der mobilen Freiheit auf dem Rad.

Wenn man auf die Welt kommt, lernt man von Jahr zu Jahr Neues: Laufen, Schwimmen, Radfahren, Schreiben, Autofahren. So erzählten in der letzten Zeit meine Freundinnen stolz von den neuesten Fortschritten ihrer Kinder, während ich von den Rückschritten meiner Mutter berichtete. Auf den unsicheren Gang und unerklärbaren Schwindel folgte ein Rollator, und nach einer großen Diskussion innerhalb der Familie, die über Monate ging, haben wir, mit dem Einverständnis meiner Mutter, ihr Auto verkauft. Ihre eigene Sicherheit und die der anderen geht einfach vor. Doch es schmerzt, ihre Rückschritte beobachten und deswegen handeln zu müssen.

Anzeige

Jede Tochter kennt das gute alte Tochter-Mutter-Verhältnis: Man kann noch so erwachsen, gebildet, selbstständig, unabhängig sein, die Mutter bleibt in ihrer Rolle mit gut gemeinten Ratschlägen und der Meinung, es besser zu wissen als die Tochter. Da wird es unendlich schwierig, selbst in die Rolle zu schlüpfen, in der man sagen muss: „Nein Mama, so geht das nicht mehr. Ich bestimme jetzt, vertraue mir bitte.“ Denn ab einem gewissen Punkt ist das nötig, und es geht dabei immer, wirklich immer, nur um ihr Wohl. Ich bin mir sicher, dass meine Mutter wahrnimmt, dass sie ihr Leben nicht mehr eigenständig organisieren kann, aber den Gedanken daran verdrängt. Ich kann das nachvollziehen. Wer will sich schon eingestehen müssen, dass alles bergab geht. Trotzdem nützt es manchmal nichts und der Verstand muss, in Form der Kinder, handeln. Dazu kommt, dass man sich ständig Sorgen macht. Der Klassiker: Ihre Telefonleitung ist mal wieder dauerbesetzt und man fragt sich „Telefoniert sie, hat sie nicht richtig aufgelegt oder ist etwas passiert?“ Sofort setzt das Kopfkino bei einem ein und wird erst gestoppt, wenn man sich auf den Weg macht, um nachzuschauen. Zum Glück wurde ich jedes Mal mit einem „Was soll denn passiert sein, hab‘ den Hörer nur nicht richtig aufgelegt“ empfangen.

Vor einem Jahr schauten wir uns gemeinsam eine Wohnung in einem Seniorenstift an. Meine Mutter hat immer gesagt: Wenn ich mal nicht mehr allein kann, dann werde ich dort wohnen. Für mich war der Zeitpunkt vor einem Jahr gekommen, doch dies sah Mama völlig anders. Zumindest bekamen wir so einen Eindruck des sehr schönen Seniorenstifts und machten einen kleinen Schritt in diese Richtung. Vor zwei Monaten war dann nicht mehr nur ein Schritt, sondern ein Quantensprung nötig – mit der Einsicht, dass gehandelt werden muss. Da Mamas Beweglichkeit so eingeschränkt war, wurden auch ihre sozialen Kontakte immer weniger, und meine äußerst kommunikative und Geselligkeit liebende Mutter ging uns ein wie eine Primel. Die kleinsten Aufgaben im Haushalt überforderten sie und sie nahm an Gewicht ab. Wie besprachen in der Familie, dass nun der Moment gekommen sei, an dem sie nicht mehr allein leben könne und in ihr Wunsch-Seniorenstift umziehe. Acht Wochen sind seither vergangen und das geregelte Essen, die Tatsache, den ganzen Tag von Menschen umgeben zu sein, und die Hilfe, die jederzeit vor Ort ist, tun ihr ersichtlich gut.

Bei meinen Besuchen treffe ich stets viele der Bewohner. Meine Mutter ist längst nicht die Jüngste im Haus, aber vielen geht es im Alter um einiges schlechter. Bei den ersten Besuchen musste ich schlucken: Menschen zu sehen, die nicht mehr allein essen können, ihre eigenen Kinder nicht mehr erkennen und im Rollstuhl auf absolute Hilfe angewiesen sind. Teilweise gewöhnt man sich an den Anblick, trotzdem muss ich immer daran denken, dass hier Menschen ihre letzten Jahre verbringen, die einmal voll im Leben standen, die vor Energie und Lebensmut nur so sprühten und beruflich und familiär viel erreicht haben. Zum Ende des Lebens wird einem vieles wieder genommen, am schlimmsten ist es, wenn das auch Erinnerungen und Gedanken sind. Mir stellt sich dann die Frage, wie ich einmal meinen Lebensabend verbringen werde. Mit Ende 30 ist das vielleicht noch viel zu früh, aber wenn einem täglich vorgeführt wird, wie das Leben im hohen Alter verlaufen kann, bleibt mir nichts anderes zu sagen als:

„Alt werden ist scheiße!“

.

„Alt werden ist scheiße!“ Da gibt es nichts schönzureden

.

Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 7. August 2020 von hubert wenzl in Medizin

Getaggt mit