Folterknecht Lukaschenko   3 comments

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Hätte nicht gedacht, dass Diktator Lukaschenko so brutal ist. Aber auch für ihn wird Mal die Zeit kommen, wo er abhauen muss.

Von web.de

„Wenn ihr was sagt, werdet ihr alle sterben“

Wie „im Dritten Reich“

Bei der Verlegung vom Polizeirevier in die Haftanstalt nach Schodsina, etwa 55 Kilometer nordöstlich von Minsk, hätten die Menschen übereinander gelegen. „Ein Typ, der unter mir lag, wurde ohnmächtig. Ein anderer schiss sich in die Hose.“ Wie in Minsk sei auch das Gefängnis in Schodsina überfüllt gewesen. In einer Zelle für acht Personen seien sie zu achtzehnt gewesen.

Wie Wasilijew habe auch Fruman mit ansehen müssen, wie andere misshandelt wurden. „Ich sah, wie ein geistig behinderter Mann gefoltert wurde. Er war 21, verhielt sich aber wie ein Sechsjähriger. Das alles erinnerte mich an die Umstände im Dritten Reich.“ Die Beamten hätten Freude an dem gehabt, was sie taten. Für Fruman seien sie „Sadisten“.

Geschlagen bis zur Bewusstlosigkeit

Dass das brutale Vorgehen von Polizeieinheiten und Sicherheitskräften nicht nur auf die Hauptstadt beschränkt blieb, zeigen nicht nur zahlreiche Videos von gewaltsamen Festnahmen im ganzen Land, sondern auch der Fall eines 36 Jahre alten Programmierers aus Hrodna an der Grenze zu Polen.

Er war am Wahlabend auf dem Weg von der Arbeit nach Hause, erzählt seine Schwester Violetta Belskaja am Telefon. Die 20-Jährige lebt in Deutschland, wegen Sicherheitsbedenken soll der Name ihres Bruders nicht veröffentlicht werden.

In einem Innenhof in der Nähe seines Büros sei eine OMON-Einheit auf ihn zugestürmt und hätte sofort auf den 36-Jährigen eingeprügelt. „Sie haben ihm mit Schlagstöcken auf den Kopf geschlagen, auch als er am Boden lag. Er war kurz bewusstlos und kam erst im Polizeibus wieder zu Bewusstsein.“ So begann sein erster Kontakt zur Polizei in seinem Leben, sagt seine Schwester.

Der IT-Experte wurde ihr zufolge in eine örtliche Haftanstalt gebracht. „Dort waren bereits sehr viele Menschen. In einer Zelle für vier Personen waren etwa 20 Leute.“ Alle hätten stehen müssen. Als sich ihr Bruder weigerte, das Passwort für sein Handy zu verraten, sei er misshandelt worden. „Vier oder fünf Beamte hielten ihn fest und stießen ihn kopfüber in ein Klo“, sagt Belskaja. Sie bemerkt: „Im Vergleich zu anderen Fällen war das noch harmlos.“

Es wurde gedroht: „Wenn ihr was sagt, werdet ihr alle sterben“

Weil das Gefängnis so voll war, hätten die Menschen im Hof auf dem Boden mit dem Gesicht nach unten liegen müssen. „Die Wärter haben sich auf die Inhaftierten gestellt und sind auf sie draufgesprungen.“ Belskaja glaubt, dass es gebrochene Wirbelsäulen und Nacken geben muss.

„Jeder, der sich auch nur ein wenig gewehrt hat, wurde mit Schlagstöcken verprügelt“, berichtet Belskaja weiter. Eine Frau habe ihre Periode gehabt. „Ihr wurden Hygieneartikel verweigert, sie wurde ausgelacht und ihr Blut ins Gesicht geschmiert.“ Allen sei gedroht worden: „Wenn ihr was sagt, werdet ihr alle sterben.“ Es habe all die Zeit kein Wasser und kein Essen gegeben. Das Licht war Tag und Nacht an.

„Du hast dich beschwert? Pass auf, da kommt noch was!“

Insgesamt war ihr Bruder 24 Stunden in Haft. „Aber er befindet sich weiter in einer schwierigen Situation“, sagt Belskaja. Ein Amtsarzt hätte es abgelehnt, die blauen Flecken des 36-Jährigen zu registrieren und ein Gutachten zu schreiben. Die Polizei hätte die Wohnung durchsucht und seinen Laptop mitgenommen. „Du hast dich beschwert? Pass auf, da kommt noch was!“, hätten die Beamten ihrem Bruder gesagt. Und ihm eine mehrjährige Haftstrafe angedroht.

Wenn sie auf dem Computer nichts finden, was sie ihm anhängen können, würden sie etwas fingieren, ist sich Belskaja sicher. Aus diesem Grund ist ihr Bruder untergetaucht. „Wir können nicht zu ihm, er kann nicht zu uns.“ Belskaja versucht nun, ein Visum für ihren Bruder zu bekommen, sodass er ausreisen kann – bisher vergeblich.

Die Ungewissheit und die Angst ist groß, aber die 20-Jährige hat immerhin Kontakt zu ihrem Bruder. Anders bei mehr als einem Dutzend Frauen und Männern, von denen derzeit jede Spur fehlt. Sie verschwanden während der Proteste. Viele gehen vom Schlimmsten aus.

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Folterknecht Lukaschenko

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Gruß Hubert

 

3 Antworten zu “Folterknecht Lukaschenko

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  1. Fünf Stimmen gegen Lukaschenko: Was die Menschen in Belarus auf die Straße treibt

    Auszug aus web.de

    „Ich fühlte mich wie in einem anderen Land“

    „An dem Tag der Stimmabgabe bin ich faktisch noch im Wahllokal festgenommen worden – weil ich mich beim Wahlleiter über ein großes Loch in der Urne beschwert hatte. Er unterstellte mir, die Abstimmung mutwillig zu stören, und rief deshalb die Polizei. Die kam in Form von mehreren Männern in Trainingsanzügen, die mich aufforderten, mitzukommen oder sie würden mich zusammenschlagen. Ich folgte natürlich, meine Frau und Freunde blieben zurück. Die Polizisten in Zivil brachten mich zuerst in eine Polizeiwache, am Abend wurde ich dann in die berüchtigte Haftanstalt Okrestino verlegt.

    Sie steckten mich in eine kleine Zelle und nahmen mir alle Habseligkeiten ab. Sie schlugen mich – aber im Vergleich zu dem, was sie anderen antaten, blieb es im Rahmen. Mein Glück war, dass ich noch vor Beginn der Proteste eingeliefert wurde. Bei denen, die nach mir kamen, kannten die Wärter kein Erbarmen. Ich konnte aus dem Zellenfenster sehen, wie sie die Leute im Innenhof verprügelten. Männer in Masken droschen auf sie ein. Von morgens bis abends. Immer wieder.

    Am vergangenen Freitag – nach fünfeinhalb Tagen – wurde ich endlich entlassen. Ich wagte es selbst auf dem Markt kaum, meinen Kopf zu heben, weil ich Angst hatte, aufzufallen und verprügelt zu werden. Trotzdem habe ich am „Marsch der Freiheit“ am Sonntag teilgenommen. Es war unglaublich, so viele Leute, alle in weiß-rot-weiß. Ich fühlte mich wie in einem anderen Land.“

    „Die vielen Frauen haben die Richtung verändert“

    https://web.de/magazine/politik/fuenf-stimmen-lukaschenko-menschen-belarus-strasse-treibt-35011612

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  2. Kein Diktator, kein Agressor kann für längere Zeit ein besiegtes Volk mit Waffengewalt unterdrücken, nichts im Universum ist stärker und ausdauender als der Wunsch nach Freiheit, gegen diesen Wunsch kann keine Regierung bestehen ebenso wenig ein Tyrann mit seiner Armee …

    G’Kar

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  3. Das Geplärre in Berlin ist ein Hohn für all jene Menschen, die unter größter Gefahr für ihre Freiheit kämpfen. Diktatur sieht anders aus als in der BRD.
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    Martin Balluch (Tierschützer) schreibt auf Twitter:
    Diese Menschen kämpfen wirklich für ihre Freiheit und gegen eine Diktatur. Meine volle Bewunderung für den Mut, diese KGB Festnahme zu verhindern. In Berlin dagegen ist die Coronademo ein Kasperltheater, sicher nicht für Freiheit gegen eine Diktatur.

    https://twitter.com/MartinBalluch/status/1300134970913161216
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    freidenkerin schreibt auf https://caraxvannuys.blog/2020/08/31/sturm-auf-den-reichstag/
    Jeder Person, die da so ungehemmt plärrt, dass wir keine Demokratie und keine Freiheit hier hätten, würde ich nur allzugerne ein einfaches Ticket in folgende Länder spendieren: Belarus (das, was da am Wochenende in Berlin abging, war doch eine Verhöhnung jener Menschen, die in Belarus für Demokratie und Freiheit kämpfen!), Nordkorea, China, die Türkei, den Iran, und einige zentralafrikanische Staaten.

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