Archiv für 7. September 2020

Kirche kassiert doppelt – Wie viel Geld steht der Kirche zu?   Leave a comment

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Von „gbs“ – Text auf youtube.

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Kirchensteuer darf grundsätzlich nur von Kirchenmitgliedern erhoben werden. Das gilt auch für den Fall, dass in einer Ehe ein Partner Kirchenmitglied ist, der andere Partner aber weder der evangelischen noch der katholischen Kirche angehört. Das Bundesverfassungsgericht hat dazu erklärt, dass in so einer „glaubensverschiedenen Ehe“ nur ein Kirchenmitglied zur Kirchensteuer herangezogen werden darf – nach den Maßstäben des eigenen Einkommens und nicht des Ehegatten-Einkommens. Die Kirchensteuer beträgt auf Lohn- und Einkommensteuer in Bayern und Baden-Württemberg acht Prozent, in den übrigen Bundesländern neun Prozent der Einkommensteuerschuld. Insgesamt nahmen die katholischen Kirchen 2011 rund 5 Milliarden Euro Kirchensteuer ein. Die evangelischen Kirchen kamen auf 4,5 Milliarden Euro Kirchensteuer.

Zusätzlich wird seit 1979 in einer glaubensverschiedenen Ehe das „besondere Kirchgeld“ erhoben, wenn die Einkünfte der Ehepartner voneinander abweichen und der weniger verdienende Partner der Kirche angehört. Dann nämlich gilt nicht das Einkommen des Kirchenmitglieds als Richtschnur, sondern der gemeinsame Lebensstandard des Ehepaares. Juristen und Kirchenleute sprechen vom Lebensführungsaufwand. Nutznießerin ist die Kirche. Die Landesparlamente haben dem besonderen Kirchgeld nach Anträgen der Landeskirchen zugestimmt. Mittlerweile wird das besondere Kirchgeld von katholischen und evangelischen Kirchen überall erhoben. Eine Ausnahme bilden Bayern und Baden-Württemberg. Dort verzichtet die katholische Kirche auf die Eintreibung des Kirchgelds.

Nach Schätzungen des Kirchenkritikers Carsten Frerk sind circa 250.000 Menschen in Deutschland vom gemeinsamen Kirchgeld betroffen. Die Einnahmen liegen bei insgesamt 30 Millionen Euro. Das Kirchgeld wird auf der „Bemessungsgrundlage Gemeinsam zu versteuerndes Einkommen nach Paragraph 2 Abs. 5 ESTG“ berechnet:

Bei einem Jahreseinkommen des Ehepaars von 30.000 bis 37.499 Euro fallen 96 Euro an.
Zwischen 62.500 und 74.999 sind es 396 Euro.
Zwischen 100.000 und 125.000 Euro 840 Euro.
Ab einem Einkommen von 300.000 Euro: 3.600 Euro.

Vom besonderen Kirchgeld zu trennen ist das allgemeine Kirchgeld. Das ist eine freiwillige Abgabe zwischen 5 und 100 Euro pro Jahr, die in bestimmten Gemeinden für besondere Projekte eingeführt wurde.

Seit den 60er-Jahren gab es eine Reihe von Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts, die das Kirchgeld bestätigt hat. Die letzte Verfassungsbeschwerde (Aktenzeichen 2BvR591/ 06) hat das Bundesverfassungsgericht im November 2010 nicht zur Entscheidung angenommen. Nach Informationen aus Kirchenkreisen ging man ursprünglich von folgendem Szenario aus: In einer glaubensverschiedenen Ehe ist der Mann konfessionslos, die kirchlich gebundene Frau hat kein eigenes oder nur ein verschwindend geringes Einkommen. Dazu kommen noch die kirchlich gebundenen Kinder. In einem solchen Fall wird die Kirchensteuer nur durch das besondere Kirchgeld möglich.

Heute aber wird es erhoben, wenn das Einkommen des kirchlich gebundenen Ehepartners weniger als 50 Prozent des gemeinsamen Einkommens beträgt. In diesen weit verbreiteten Fällen zahlt der kirchlich gebundene Ehepartner Kirchensteuer. Bei der Nachzahlung wird dann Kirchgeld erhoben. Und das berechnet sich aus dem Lebensstandard, also auch aus den Einkünften des konfessionslosen Ehepartners.

Steuerberater raten dem kirchlich gebundenen Ehepartner zum Kirchenaustritt. Kirchen raten dem kirchlich gebundenen Ehepartner zur getrennten steuerlichen Veranlagung. Dadurch erhöht sich aber die Einkommenssteuer für beide Ehepartner. Ein dritter Weg: Der konfessionslose Ehepartner tritt einem weltanschaulichen Verband für Konfessionslose bei, etwa dem Humanistischen Verband. Diese Organisationen dürften auch Steuern erheben, tun das aber nicht. Sie finanzieren sich aus Jahresbeiträgen die zwischen 50 und 100 Euro liegen und deren Höhe von den Mitgliedern bestimmt wird.

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Wer aus der Kirche austritt, finanziert sie auch nicht mehr mit? Falsch!

Video:

https://www.facebook.com/funk/videos/354019525851238

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Gruß Hubert

 

 

Veröffentlicht 7. September 2020 von hubert wenzl in Uncategorized

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‚Genderwahnsinn‘: AfD-Politiker Lindemann klagt über ‚Fahrspurende‘   3 comments

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Das war ein tolles Eigentor des AfD-Politiker Lindemann. Er glaubte Fahrspurende sei gegendert. Müsste er eigentlich wissen als verkehrspolitischer Sprecher der AfD. Da nützen auch die nationalen Gefühle nichts, wenn man in Deutsch nicht so sattelfest ist. Am Ende war es natürlich nur Ironie. Aber das kennt man ja.

Aus winfuture.de/news

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Der AfD-Politiker Gunnar Lindemann brachte heute mit einem Tweet über den „täglichen Genderwahnsinn“ die sozialen Medien zu Lachanfällen. Denn der im Berliner Abgeordnetenhauses für Marzahn sitzende Lindemann beschwerte sich über das Gendern von „Fahrspurende“.

Das Wort Fahrspurende ist zwar auf den schnellen Blick nicht ganz so einfach zu lesen, gemeint ist hier aber natürlich das Ende einer Fahrspur. Verwendet hat es die Berliner Zeitung B.Z., denn diese titelte bei einem Bericht über einen Unfall: „Frau übersieht Fahrspurende und fährt in Baustelle – zwei Verletzte“

An dieser Stelle wäre die Sache in der Regel zu Ende und das Ganze nur eine stinknormale Lokalmeldung. Doch der Lokalpolitiker Gunnar Lindemann teilte die Meldung in einem Tweet und kommentierte diese folgendermaßen:

„Der tägliche Genderwahnsinn: Jetzt werden sogar Fahrspuren gegendert. Wie wäre es mal mit der guten alten Duden-Rechtschreibung anstatt mit diesem links-grünen Ideologien liebe @bzberlin? Dann verstehen Euch vielleicht auch die Leser wieder.“

Aber der Duden!

Lindemann hielt das für eine „geschlechter­befreite“ Version von Fahrspur, ähnlich wie Student und Studentin zu Studierenden werden. Belehren ließ er sich nicht, auch nicht zum Thema zusammengesetzte Wörter, sondern verwies in einem weiteren Tweet auf den Umstand, dass „Fahrspurende“ keinen eigenen Eintrag im Duden hat.

Mehr als das: Lindemann ging „aufgrund des großen Erfolges meines ‚#Fahrspurende‘-Tweets in die Offensive“ und legte auf Facebook nach. Dort wetterte er gegen „linksgrüne Spinner“ und die Verunstaltung und Verstümmelung der deutschen Sprache.

Auf Twitter und anderen sozialen Medien indes hatten die Nutzer viel Freude mit den Eigentoren Lindemanns. So wurde u. a. auf schöne Wort- bzw. Verkehrszeichen verwiesen, das vor Spurrinnen warnt. Die Twitter-Nutzer fanden auch viele weitere Beispiele für den „Genderwahnsinn“, darunter Dachrinnen und Auto-Innen-Reiniger„. Kleines Detail am Rande: Lindemann ist Verkehrsexperte der Berliner AfD, kennt sich mit Fahrspurenden also offenbar bestens aus.

Ironisch gemeint 😉

Gegenüber der B.Z. zückte Lindemann übrigens den Zwinker-Smiley und teilte mit: „Mit dem Tweet wollte ich auf humorvolle Art die Medientreibenden und alle anderen Leser ein wenig für die deutsche Sprache sensibilisieren. Das Ende einer Fahrspur ist mir als Verkehrspolitiker natürlich bekannt.“

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‚Genderwahnsinn‘: AfD-Politiker Lindemann klagt über ‚Fahrspurende‘

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Aus Twitter
Otto von der Internet – @TheRealOttoBot
Antwort an @AfDLindemann und @bzberlin

Ich verstehe es wirklich nicht und bin irgendwie neugierig. Worauf zielt denn diese Kritik am „genderwahnsinn“ ab?
Das Fahrspurende ist das Ende der Fahrspur. Das Fahrspurende. Wie soll man das sonst ausdrücken?
Reichsautobahnabschluss oder wie?

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 7. September 2020 von hubert wenzl in Kultur, Politik

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Alexej Nawalny – Wer ist der Kreml-Kritiker?   1 comment

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Alexeej Nawalny erreicht mit seinem youtube-Kanal Millionen.

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Aus Tagesschau.de – youtube

Seit rund einem Jahrzehnt kämpft Alexej Nawalny gegen Korruption und die Machtfülle von Russlands Präsident Wladimir Putin – und hat dafür mehrmals mit seiner Freiheit und sogar seiner Gesundheit bezahlen müssen. Der charismatische Anwalt, der in Yale studiert hat, wurde am Donnerstag in ein Omsker Krankenhaus eingeliefert und muss künstlich beatmet werden. Sein Umfeld geht davon aus, dass er vergiftet wurde. Sollte dies stimmen, wäre es nicht der erste Anschlag auf Leib und Leben des 44-Jährigen. Mehrfach wurde der bekannte Aktivist inhaftiert und körperlich angegriffen. 2017 musste er sich einer Augen-OP unterziehen, nachdem er nach einer Attacke auf der Straße fast erblindet war. Dennoch hat er stets geschworen weiterzumachen. Nawalny hat sich durch Online-Videos, in denen er die Korruption der russischen Elite aufdeckt, eine junge Anhängerschaft erarbeitet. Unter anderem machten er und sein Team Details der palastartigen Anwesen von Putins Verbündeten publik – eine der Prunkvillen verfügt etwa über einen klimatisierten Raum nur für Pelzmäntel.  Mit seiner kompromisslosen Rhetorik und scharfzüngigen Bemerkungen sorgt er immer wieder für Aufsehen – so nennt er etwa Putins Regierungspartei konsequent „Partei der Gauner und Diebe“.

2011 stand er an der Spitze der Massenproteste, als in Moskau Zehntausende auf die Straßen gingen, um gegen Wahlfälschungen bei der Parlamentswahl zu demonstrieren.  Zwei Jahre später kandidierte der zweifache Vater für das Amt des Moskauer Bürgermeisters, musste sich aber Putins Verbündetem Sergej Sobjanin geschlagen geben. 2017 beschuldigte er den damaligen Regierungschef Dmitri Medwedew in einer Youtube-Dokumentation massiver Korruption und trat damit eine neue landesweite Protestwelle los. Mehrfach musste sich Nawalny in umstrittenen Prozessen vor Gericht verantworten, die seine Anhänger als reine Vergeltungsakte für sein politisches Engagement werten. So wurde er etwa 2013 wegen Veruntreuung von Geldern bei einem staatlichen Unternehmen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt und durfte fünf Jahre lang nicht für ein politisches Amt kandidieren. Damit durfte er auch nicht bei der Präsidentschaftswahl 2018 gegen Amtsinhaber Putin antreten.

Doch trotz der latenten Unzufriedenheit insbesondere der jungen Mittelschicht in den Städten ist Nawalny alles andere als eine Oppositionsfigur für die Massen. Viele Russen glauben der Regierungsdarstellung, dass er ein Gauner und ein Strohmann des Westens sei. Auch seine nationalistische Rhetorik und die Teilnahme an Aufmärschen ausländerfeindlicher Gruppierungen sorgen bei vielen für Empörung.

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Alexei Nawalny deckte die Luxusvillen von Dimitri Medwedew in der Toskana auf. Dazu bediente er sich auch einer Drohne.

Aus Stern.de

Geheime Drohnenaufnahmen

So pompös wohnt der russische Premier – und keiner soll’s wissen

Zählen Sie mal die Hubschrauberlandeplätze! Die Datscha des russischen Premierministers Dimitri Medwedew ist ein Feriendomizil der Superlative. Unerhört, findet der russische Aktivist Alexei Nawalny und lässt heimlich eine Drohne steigen. Video im Beitrag zu sehen.

https://www.stern.de/politik/ausland/russland–so-pompoes-wohnt-der-russische-premier-dimitri-medwedew—keiner-soll-s-wissen-7061496.html

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Nawalny, die russische Opposition und das Internet | Runet (4/10) | ARTE

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Gruß Hubert