‚Genderwahnsinn‘: AfD-Politiker Lindemann klagt über ‚Fahrspurende‘   3 comments

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Das war ein tolles Eigentor des AfD-Politiker Lindemann. Er glaubte Fahrspurende sei gegendert. Müsste er eigentlich wissen als verkehrspolitischer Sprecher der AfD. Da nützen auch die nationalen Gefühle nichts, wenn man in Deutsch nicht so sattelfest ist. Am Ende war es natürlich nur Ironie. Aber das kennt man ja.

Aus winfuture.de/news

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Der AfD-Politiker Gunnar Lindemann brachte heute mit einem Tweet über den „täglichen Genderwahnsinn“ die sozialen Medien zu Lachanfällen. Denn der im Berliner Abgeordnetenhauses für Marzahn sitzende Lindemann beschwerte sich über das Gendern von „Fahrspurende“.

Das Wort Fahrspurende ist zwar auf den schnellen Blick nicht ganz so einfach zu lesen, gemeint ist hier aber natürlich das Ende einer Fahrspur. Verwendet hat es die Berliner Zeitung B.Z., denn diese titelte bei einem Bericht über einen Unfall: „Frau übersieht Fahrspurende und fährt in Baustelle – zwei Verletzte“

An dieser Stelle wäre die Sache in der Regel zu Ende und das Ganze nur eine stinknormale Lokalmeldung. Doch der Lokalpolitiker Gunnar Lindemann teilte die Meldung in einem Tweet und kommentierte diese folgendermaßen:

„Der tägliche Genderwahnsinn: Jetzt werden sogar Fahrspuren gegendert. Wie wäre es mal mit der guten alten Duden-Rechtschreibung anstatt mit diesem links-grünen Ideologien liebe @bzberlin? Dann verstehen Euch vielleicht auch die Leser wieder.“

Aber der Duden!

Lindemann hielt das für eine „geschlechter­befreite“ Version von Fahrspur, ähnlich wie Student und Studentin zu Studierenden werden. Belehren ließ er sich nicht, auch nicht zum Thema zusammengesetzte Wörter, sondern verwies in einem weiteren Tweet auf den Umstand, dass „Fahrspurende“ keinen eigenen Eintrag im Duden hat.

Mehr als das: Lindemann ging „aufgrund des großen Erfolges meines ‚#Fahrspurende‘-Tweets in die Offensive“ und legte auf Facebook nach. Dort wetterte er gegen „linksgrüne Spinner“ und die Verunstaltung und Verstümmelung der deutschen Sprache.

Auf Twitter und anderen sozialen Medien indes hatten die Nutzer viel Freude mit den Eigentoren Lindemanns. So wurde u. a. auf schöne Wort- bzw. Verkehrszeichen verwiesen, das vor Spurrinnen warnt. Die Twitter-Nutzer fanden auch viele weitere Beispiele für den „Genderwahnsinn“, darunter Dachrinnen und Auto-Innen-Reiniger„. Kleines Detail am Rande: Lindemann ist Verkehrsexperte der Berliner AfD, kennt sich mit Fahrspurenden also offenbar bestens aus.

Ironisch gemeint 😉

Gegenüber der B.Z. zückte Lindemann übrigens den Zwinker-Smiley und teilte mit: „Mit dem Tweet wollte ich auf humorvolle Art die Medientreibenden und alle anderen Leser ein wenig für die deutsche Sprache sensibilisieren. Das Ende einer Fahrspur ist mir als Verkehrspolitiker natürlich bekannt.“

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‚Genderwahnsinn‘: AfD-Politiker Lindemann klagt über ‚Fahrspurende‘

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Aus Twitter
Otto von der Internet – @TheRealOttoBot
Antwort an @AfDLindemann und @bzberlin

Ich verstehe es wirklich nicht und bin irgendwie neugierig. Worauf zielt denn diese Kritik am „genderwahnsinn“ ab?
Das Fahrspurende ist das Ende der Fahrspur. Das Fahrspurende. Wie soll man das sonst ausdrücken?
Reichsautobahnabschluss oder wie?

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 7. September 2020 von hubert wenzl in Kultur, Politik

Getaggt mit ,

3 Antworten zu “‚Genderwahnsinn‘: AfD-Politiker Lindemann klagt über ‚Fahrspurende‘

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  1. Über was man aber auch alles eine Meldung machern kann . . . zumal wenn man den politischen Gegner damit diskreditieren kann.

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  2. Der Dumme ist wohl dieser G. Lindemann, der glaubte Fahrspur-Ende sei gegendert worden. Er liest wohl Fahrspuren*de. Es fällt aber auf dass so viele Rechte ganz schlecht in der deutschen Sprache sind und kein Sprachgefühl haben.
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    „Antifeminismus und Anti-Gender-Rhetorik spielen bei der „Einmittung“ rechter Weltanschauungen eine zentrale Rolle. Sie machen rechte Denkweisen in der gesellschaftlichen Mitte salonfähig und ermöglichen es Teilen der Gesellschaft, nach rechts zu rücken, ohne dass es rechts aussieht.“
    https://www.gwi-boell.de/de/2019/05/03/antifeminismus-macht-rechte-positionen-gesellschaftsfaehig
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    „Gender“ und „Genderwahn“ – neue Feindbilder der extremen Rechten
    https://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/259953/gender-und-genderwahn

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  3. ich entnehme deinen Zeilen dass du GENDER toll findes. (um nicht rechts zu sein – mehr noch EXTREM)

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