Archiv für 21. September 2020

Alzheimer-Forschung: Bringt uns das Töten von Tieren wirklich weiter?   Leave a comment

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Von Peta.de

 

Bild: Peta.de

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Was genau hat es der Forschung bisher gebracht, unzählige Tiere in Alzheimer-Versuchen zu töten? Ehrlich gesagt, nicht viel.

Seit Jahrzehnten werden Zeit und Gelder verschwendet. Über 100 Medikamente wurden entwickelt und erwiesen sich als erfolglos. Und zahllose Tiere wurden ermordet. Doch noch immer gibt es weder ein Heilmittel gegen Alzheimer noch eine Methode zur Verlangsamung der Krankheit. Deshalb schlägt PETA nun eine bessere Strategie vor: Unzuverlässige Tierversuche müssen abgeschafft und durch tierfreie Methoden, die tatsächlich für den Menschen relevant sind, ersetzt werden.

Folgende fünf Dinge haben uns die unzähligen Fehlschläge der tierbasierten Alzheimerforschung gelehrt:

1. Mäuse, Ratten, Affen, Hunde und andere Tiere bekommen auf natürliche Weise kein Alzheimer.

Mäuse lernen schnell und sind treusorgende Eltern. Sie singen ihren Lieben sogar etwas vor, haben eine komplexe Persönlichkeit und sind insgesamt faszinierende Lebewesen. Aber nur, weil sie genau wie wir über Gedanken und Emotionen verfügen, heißt das nicht, dass sie auch die gleiche Physiologie wie wir haben.

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Bild: Peta.de

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Experimentatoren manipulieren das Erbgut von Mäusen und anderen Tieren dahingehend, dass sich amyloide Plaques in ihren Gehirnen bilden. Denn genau das geschieht bei Menschen, die unter Alzheimer leiden. Die manipulierten Tiere mögen dann Symptome aufweisen, die denen von Alzheimerpatienten ähneln, doch sie haben die Krankheit als solche nicht.

Studien haben gezeigt, dass Testmedikamente, die das giftige Beta-Amyloid-Protein aus dem Hirn der Tiere entfernen, diesen helfen können. Doch bei menschlichen Patienten mit Gedächtnisverlust oder kognitiven Störungen helfen die gleichen Medikamente nicht.

2. Einige Behandlungsmethoden, die bei Tieren funktionieren, schaden menschlichen Alzheimer-Patienten sogar.

Als BACE-Hemmer bezeichnete Medikamente haben sich bei Mäusen, die genetisch dahingehend manipuliert wurden, ein Pseudo-Alzheimer zu entwickeln, als erfolgreich erwiesen. Doch bei menschlichen Patienten schienen diese Medikamente die kognitiven Fähigkeiten sogar zu verschlechtern und die Hirnschrumpfung potenziell zu verschärfen. [1] Ganze sechs Pharmaunternehmen konnten dieses Versagen auf ganzer Linie bestätigen.

3. Über eine Million Patienten in Deutschland brauchen eine Behandlung.

In Deutschland sind 1,2 Millionen Menschen an Alzheimer erkrankt – und jedes Jahr kommen 200.000 neue Erkrankte hinzu. Bezogen auf die Gesellschaft liegen die Krankheitskosten für alle Demenzerkrankungen, darunter Alzheimer, bei 54 Milliarden Euro pro Jahr und in den kommenden Jahrzehnten werden sich die Kosten vervielfachen. Trotz des verheerenden Ausmaßes existiert bisher keine Therapie, mit der man das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen könnte. Neue Alzheimermedikamente versagen beim Menschen in unglaublichen 99,6 Prozent der Fälle.

4. Archaische Tierversuche haben versagt. Wer Alzheimer heilen will, braucht einen Ansatz, der dem 21. Jahrhundert gerecht wird.

Ed Lein ist Senior Investigator am Allen Institute for Brain Science. Er erklärt das Ganze so:

„Wir versuchen, eine Krankheit mit einem komplexen System, das wir im Grunde nicht verstehen, zu heilen.“

Bradley Hyman, Professor für Neurologie und Alzheimer-Forschung an der Harvard Medical School und am Massachusetts General Hospital, ergänzt hierzu, die Komplexität von Alzheimer mache es „sehr schwierig, sie mit experimentellen Systemen nachzubilden“. Er vertritt deshalb die Ansicht:

„Eine direkte Untersuchung des menschlichen Gehirns ist zum Verständnis der Krankheit zweifellos unerlässlich.“

5. Wir müssen aufhören, Tiere zu töten, und uns stattdessen auf die Erforschung des menschlichen Gehirns konzentrieren.

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© by PETA USA

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Es ist heutzutage drängender denn je, dass die Forschung sich tierfreien Methoden zuwendet, die tatsächlich relevant für die menschliche Physiologie sind.

Beispielsweise gibt es in Großbritannien eine Initiative namens „Brains for Dementia Research“. In deren Rahmen können Menschen ihr Gehirn nach ihrem Tod spenden und ermöglichen es der Forschung somit, die Krankheit direkt an menschlichem Hirngewebe zu untersuchen. Auch Organoide wie „Mini-Gehirne“ aus menschlichen Zellen ermöglichen zuverlässigere und für den Menschen aussagekräftige Forschungsergebnisse.

Das menschliche Gehirn lässt sich mit neuester Bildgebung immer besser darstellen und auch mathematische Modelle schreiten immer weiter fort. Das hat es einem Forschungsteam der Universität Cambridge ermöglicht, Proteine, die mit Alzheimer in Zusammenhang stehen, besser zurückzuverfolgen.

Was Sie tun können

Erfahren Sie mehr über den von PETA erarbeiteten Strategieplan zur Modernisierung der Forschung und zum Ausstieg aus Tierversuchen: den Research Modernisation Deal. Unsere Strategie setzt auf aussagekräftige, tierfreie Methoden – unterstützen Sie uns mit Ihrer Stimme!

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Alzheimer-Forschung: Bringt uns das Töten von Tieren wirklich weiter?

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Gruß Hubert

Nach leiderfülltem Leben: Geretteter Elefant Gajraj in Indien gestorben   Leave a comment

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Unglaublich und traurig welches Leid Elefanten in Gefangenschaft widerfährt.

Von Peta.de

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Der Elefant Gajraj verbrachte 51 Jahre seines Lebens in schmerzhafter und leiderfüllter Gefangenschaft in Indien, wo er als Touristenattraktion missbraucht wurde. 2017 befreiten ihn Mitarbeiter von PETA Indien und überführten ihn in die Auffangstation „Wildlife SOS“, wo er seine letzten Lebensjahre in Frieden verbringen konnte. Hier erhielt er die notwendige Pflege und Fürsorge, die er nach der langen Gefangenschaft benötigte. Jetzt ist Gajraj im Alter von 66 Jahren verstorben.

Erst Hochzeitsgeschenk, dann als Touristenattraktion missbraucht

Im Alter von nur 12 Jahren wurde Gajraj 1965 seiner Familie gewaltsam entrissen und über hunderte Kilometer quer durch Indien verschleppt. Nach dem illegalen Transport, der eineinhalb Monate dauerte, wurde der Elefant der Würdenträgerin Rani von Aundh als Hochzeitsgeschenk überreicht, nach der Hochzeit jedoch einem gewaltsamen und schmerzhaften Training unterzogen und als Touristenattraktion missbraucht. Wenn er nicht arbeiten musste, wurde er an allen vier Beinen angekettet und musste ganz allein an derselben Stelle ausharren. Nur gelegentliche Spaziergänge durch das Dorf unterbrachen sein tagtägliches Leid. Als Gajraj zu alt war, um Touristen zu unterhalten, überließen die Menschen ihn einfach seinem Schicksal und seinen Qualen.

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Bild: Peta.de

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Nach über 50 Jahren Vernachlässigung durch PETA-Kampagne gerettet

Mit einer Petition forderten mehr als 200.000 PETA-Unterstützer weltweit die Freilassung des traumatisierten Elefanten. Als die Mitarbeiter von PETA Indien Gajraj retteten, war sein Körper übersät von schmerzhaften Abszessen. Die Zehennägel an beiden Füßen waren gebrochen. Seine Stoßzähne waren abgetrennt worden, aufgrund von Bewegungsmangel und Trostlosigkeit wippte er apathisch mit dem Kopf – ein deutliches Zeichen für großes seelisches Leid. Im Juni 2017 konnte Gajraj schließlich in die Auffangstation „Wildlife SOS“ überführt werden. Nun hatte er endlich ein artgerechtes Zuhause gefunden, in dem Pfleger seine Wunden fachgerecht behandelten und seine Verpflegung gewährleisteten. Zum ersten Mal seit über einem halben Jahrhundert konnte Gajraj frei herumlaufen und nach Belieben baden. In der Gesellschaft anderer geretteter Elefanten verbrachte Gajraj hier seinen Lebensabend.

Elefanten in Indien: jahrzehntelange Tierquälerei in Gefangenschaft

So wie Gajraj ergeht es zahlreichen Elefanten in Indien. Viele von ihnen sind über Jahrzehnte in Tempeln angekettet, müssen Touristen auf ihren Rücken tragen oder in Zirkussen auftreten. Immer wieder zeigt sich bei Besuchen vor Ort ein grausames Bild: infizierte Wunden, Krankheiten wie Tuberkulose sowie Gewaltanwendung. Einige der in Gefangenschaft lebenden Elefanten sind teilweise oder vollständig blind. Oftmals sind die Tiere über lange Zeiträume an allen vier Beinen angekettet und somit in ihrer Bewegungsfreiheit komplett eingeschränkt. Dabei stehen sie häufig auf Betonböden ohne Schutz vor der brütenden Hitze. Wasser und Nahrung sind meist nicht ausreichend vorhanden. Die schweren Ketten bereiten den Tieren große Schmerzen und führen oft zu Schürf- und Druckwunden, die sich entzünden. Besonders grausam: An manchen Ketten sind sogar extra Stacheln befestigt.

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Bild: Peta.de

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n der Wildnis legen Elefanten täglich weite Strecken zurück – doch angekettet und isoliert von Artgenossen leiden die intelligenten Tiere körperlich und seelisch, denn es fehlt ihnen an Bewegung und mentaler Stimulation. Deshalb werden viele Elefanten in Gefangenschaft depressiv; ihre Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit sind am ständigen Hin- und Herschaukeln sowie Nicken des Kopfes erkennbar.

Ein weiteres trauriges Beispiel ist die Elefantendame Lakshmi. Auch sie war noch sehr jung, als sie in einem Tempel im indischen Puducherry angekettet wurde, wo sie 20 Jahre an derselben Stelle auf hartem Betonboden stehen musste. Lakshmi hatte an allen vier Füßen eine schmerzhafte Fußfäule entwickelt. Das ständige Reiben von Ketten und anderen harten Oberflächen verursachte außerdem wunde Stellen am ganzen Körper.

Elefanten gehören nicht in Gefangenschaft!

Lakshmi wurde von den Behörden vor kurzem an einen Standort außerhalb der Stadt verlegt. Doch das allein reicht nicht: Sie verdient ein ruhiges, gewaltloses und artgerechtes Leben – so wie alle anderen Elefanten. Deshalb fordert PETA Indien, dass die Verantwortlichen die Elefantendame an eine Auffangstation übergeben, in der sie angemessen medizinisch versorgt wird und gemeinsam mit Artgenossen ein Leben ohne Ketten führen kann. Wir von PETA setzen uns weltweit für das Ende der Gefangenschaft von Elefanten ein.

Was Sie tun können

Gajraj und Lakshmi sind keine Einzelfälle: Zahlreiche weitere Elefanten leiden in Indien in Gefangenschaft. Diese Tiere sind auf unsere Hilfe angewiesen.

  • Besuchen Sie niemals Zirkusse, Tempel und andere Attraktionen, in denen Elefanten als Touristenattraktion gehalten werden. Nutzen Sie zudem niemals Angebote wie Elefantenreiten.

  • Informieren Sie bitte auch Familie, Freunde und Bekannte über das Leid der Elefanten in Indien.

  • Unterschreiben Sie unsere Petition gegen das Elefantenreiten in Indien.

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Nach leiderfülltem Leben: Geretteter Elefant Gajraj in Indien gestorben

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 21. September 2020 von hubert wenzl in Tierrechte, Tierschutz

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