Archiv für 5. Juni 2021

Virologe Christian Drosten hat bei der Herkunft des Coronavirus einen klaren Verdacht   Leave a comment

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Unter den bestehenden Hypothesen zur Quelle des Virus sieht er den Weg über Chinas Pelzindustrie als die plausibelste.

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Der Berliner Virologe Christian Drosten sieht unter den verschiedenen Hypothesen zur Herkunft von SARS-CoV-2 den Weg über die Pelzindustrie als plausibelste an. „Ich habe dafür keinerlei Belege, außer die klar belegte Herkunft von SARS-1, und das hier ist ein Virus der gleichen Spezies. Viren der gleichen Spezies machen die gleichen Sachen und haben häufig die gleiche Herkunft“, sagte Drosten dem Schweizer Online-Magazin „Republik“.

In den Jahren 2002 und 2003 hatte eine von China ausgehende Infektionswelle weltweit zu etwa 800 Todesopfern geführt. Die Erkrankung wurde Schweres Akutes Atemwegssyndrom (SARS) genannt. Der Ende 2019 erstmals nachgewiesene Erreger SARS-CoV-2 ist mit dem damaligen Virus sehr eng verwandt.

Beim ersten SARS-Virus seien die Übergangswirte Marderhunde und Schleichkatzen gewesen, sagte Drosten. „Das ist gesichert.“ In China würden Marderhunde nach wie vor in großem Stil in der Pelzindustrie verwendet. Dabei würden immer wieder auch wilde Marderhunde in die Zuchtbetriebe gebracht, die zuvor Fledermäuse – die als wahrscheinlichster Ursprung von SARS-CoV-2 gelten – gefressen haben können.

Übertragung vom Tier auf den Menschen durch Aerosole

„Marderhunden und Schleichkatzen wird lebendig das Fell über die Ohren gezogen“, erklärte der Charité-Virologe. (Anmerkung: unertrgäglich diese Grausamkeit, einfach nur schrecklich!) Die stoßen Todesschreie aus und brüllen, und dabei kommen Aerosole zustande. Dabei kann sich dann der Mensch mit dem Virus anstecken.“

Für ihn sei überraschend gewesen, dass diese Zucht überhaupt noch einmal als möglicher Ausgangspunkt einer Pandemie infrage kommen würde – bis vor kurzem habe er „in der naiven Vorstellung“ gelebt, dass Schleichkatzen und Marderhunde als bekannte potenzielle Übergangswirte inzwischen kontrolliert würden. „Für mich war das eine abgeschlossene Geschichte. Ich dachte, dass diese Art von Tierhandel unterbunden worden sei und dass das nie wieder kommen würde. Und jetzt ist Sars zurückgekommen.“

Konkrete Hinweise, dass der Übergang auf den Menschen über Pelztierfarmen ablief, gebe es nicht – es gebe überhaupt keine Studien in diesem Bereich, zumindest seien keine öffentlich geworden. Darum sei vollkommen unklar, ob Marderhunde in chinesischen Farmen oder auch andere Karnivoren in solchen Zuchten – etwa Nerze – SARS-CoV-2 tragen. „2003 und 2004 gab es große Studien, die in China gemacht wurden und die für SARS-1 die Verbindung zu Marderhunden und Schleichkatzen belegten.“ Diesmal sei das – zumindest bisher – offenbar nicht passiert.

Zu der These, das Virus sei versehentlich oder absichtlich in einem Labor erzeugt worden, sagte Drosten, dies liege zwar rein technisch betrachtet im Rahmen des Möglichen, aber: „Wenn jemand auf diese Weise SARS-2 entwickelt hätte, dann würde ich sagen, der hat das ziemlich umständlich gemacht.“ Mit dem ersten SARS-Virus als Grundlage hätte man zu Forschungszwecken am ehesten nur ganz bestimmte Bereiche verändert – SARS-CoV-2 aber sei voller Abweichungen zum ersten Virus.

„Lassen Sie es mich mit einem Bild erklären: Um etwa zu überprüfen, ob Anpassungen das Virus ansteckender machen, würde ich ein bestehendes System nehmen, da die Änderung einbauen und das dann vergleichen mit dem alten System“, erklärte der Virologe. „Wenn ich wissen will, ob ein neues Autoradio den Klang verbessert, dann nehme ich ein bestehendes Auto und tausche da das Radio aus. Dann vergleiche ich. Ich baue dafür nicht ein komplett neues Auto. Genau so war das aber bei SARS-2: Das ganze Auto ist anders.“

Darum sei die Idee eines Forschungsunfalls für ihn „ausgesprochen unwahrscheinlich“. Zur Idee eines böswilligen Einsatzes irgendeines Geheimdienstlabors müsse man letztlich Geheimdienste fragen: „Wenn überhaupt, dann käme so etwas wohl nicht aus dem Wuhan-Virologie-Institut. Das ist ein seriöses akademisches Institut.“ (dpa/lh)

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Virologe Christian Drosten hat bei der Herkunft des Coronavirus einen klaren Verdacht

 

Die wichtigste Ursache des Coronavirus   Leave a comment

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Von wildbeimwild.ch

Die wichtigste Ursache des Coronavirus – unser gewalttätiges Verhältnis zu Tieren – kam bisher kaum zur Sprache.

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Bildquelle: wildbeimwild.ch

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Tier im Fokus (TIF) lanciert eine Hängekarton-Kampagne in den Städten und Bern und Zürich.

Die Tierrechtsorganisation will damit auf den Zusammenhang zwischen Pandemien und Fleischkonsum aufmerksam machen.

Während mehrerer Wochen hängen in den Trams und Bussen der Städte Bern und Zürich Kartons mit der Aufschrift «Coronavirus – So verhindern wir künftige Pandemien». Darunter eine rosarote Mischung aus Virus und Wurst. Hinter der Kampagne steckt die Schweizer Tierrechtsorganisation Tier im Fokus (TIF).

Wir müssen über den Zusammenhang zwischen Pandemien und Ernährung reden. Die Schweinegrippe, die Vogelgrippe und das Coronavirus gingen auf den Fleischkonsum zurück oder würden durch diesen befeuert. Wir züchten nicht nur Tiere, sondern auch Viren.

TIF-Präsident Tobias Sennhauser

Viele Viren existieren in der Natur schon länger. Gefährlich wurden sie erst durch die Umweltzerstörung des Menschen. Diese passiert u.a. im Namen der Fleischproduktion: Um neue Futtermittelflächen zu erschliessen, werden Wälder abgeholzt. So geraten wir plötzlich in Kontakt mit Wildtieren, die gefährliche Viren in sich tragen. «Die wachsende Fleischproduktion begünstigt neue Pandemien», sagt Sennhauser.

Die Gefahr der Massentierhaltung

Auch in der Schweiz können jederzeit neue Pandemien entstehen. «Wir müssen die Massentierhaltung abschaffen, um weitere Pandemien zu verhindern», fordert Sennhauser. Die Politik müsse die Gefahr eindämmen, die von Schweizer Ställen ausgehe. Ein wichtiger Schritt wäre die Annahme der Trinkwasserinitiative, womit Agrarsubventionen für Massentierhaltung gestrichen würden.

Die Hängekartons sind Teil einer grösseren Aufklärungskampagne der Tierrechtsorganisation Tier im Fokus (TIF). Daneben können auf ihrer Website gratis Flyer, Broschüren, Sticker und Poster bestellt werden. Das Material stösst auf immenses Interesse: «Viele Leute kennen die pandemische Gefahr der Massentierhaltung und wollen sich aktiv dagegen engagieren», vermutet Sennhauser.

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Die wichtigste Ursache des Coronavirus