„Ich verstehe nicht, warum munter weiter Fleisch gekauft wird“   2 comments

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Rainer Hagencord, 59, geboren im Münsterland, leitet das Institut für Theologische Zoologie in Münster und wirbt für eine Theologie, die die Tiere nicht vergisst.

(Rainer Hagencord ist leider heute verstorben).

Korrektur: Gestorben ist Bernd Hagenkord und NICHT Rainer Hagencord. Hagenkord also mit K.

(Bernd Hagenkord SJ war ein deutscher Ordensgeistlicher und kirchlicher Journalist. Er leitete von 2009 bis 2019 die deutschsprachige Redaktion von Radio Vatikan bzw. ab Dezember 2017 Vatican, † 26. Juli 2021 in München.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bernd_Hagenkord )

Auszug.

„Ich verstehe nicht, warum munter weiter Fleisch gekauft wird“

Wie steht die christliche Theologie zum Thema Tierschlachtung und Fleischverzehr?

Große Propheten im Alten Testament wollten allesamt an einen Gott glauben, der Barmherzigkeit will und keine Opfer. Schon zu Beginn sind Tiere in der Bibel die ersten gesegneten Geschöpfe, sie werden mit dem Menschen zusammen am sechsten Tag erschaffen. Sie bleiben nach dem vermeintlichen Sündenfall im Garten Eden, sind Bündnispartner Gottes nach der großen Sintflut, sind Lehrer für Bileam, Hosea, Hiob und letztlich auch für Jesus. Doch die heutige Theologie hat die Tiere vergessen.

Wie kommt das?

Es gab in der Geistesgeschichte Europas mehrere Epochen, in der die Natur abgewertet wurde. In der Aufklärung etwa treten Denker wie Descartes und Kant auf, die die Größe des Menschen und seiner Freiheit betonen. Aber sie taten es auf Kosten der Tiere. Descartes formuliert einen Dualismus, in dem nur der Mensch eine vernunftbegabte Seele besitzt, die Tiere hingegen sind seelenlose Automaten. Hier setzt sich die Vivisektion durch, man hat Tiere bei lebendigem Leibe aufgeschnitten. Descartes sagt dazu: Ob eine Tür quietscht oder ein Hund jault, das sei das gleiche. Es sei nur Mechanik. Wenn heute Agrarindustrielle sagen, Schweine seien Rohstoffe, ist das Descartes pur. Und die Theologie folgt dem.

Aus Ihnen spricht Verzweiflung und Aussichtslosigkeit. Wie lautet Ihre Prognose für die kommenden Jahre?

Der Klimawandel ist weit fortgeschritten, das Artensterben dramatisch. Und statt „Ökologie vor acht“ heißt es im Fernsehen weiter „Börse vor acht“, was mir sagt: Wir glauben weiterhin, dass es der Fortschritt schon irgendwie regeln wird. Aber das ist ein Trugschluss. Deshalb ist das Einzige, was mir bleibt, konkrete Lebensräume zu erschaffen und eine Bildung zu etablieren, in der der Respekt vor allem, was lebt, im Mittelpunkt steht. Hier in Münster bauen wir mit Hilfe von Kooperationspartnern an einer solchen Arche. Damit erlebe ich wieder Glück und Lebensmut.

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„Ich verstehe nicht, warum munter weiter Fleisch gekauft wird“

2 Antworten zu “„Ich verstehe nicht, warum munter weiter Fleisch gekauft wird“

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  1. Lieber Herr Wenzl,

    wieder einmal vielen Dank für Ihre unermüdlichen Einsatz für Tierrechte und andere ethisch relevante Themen!
    Die Nachricht über den Tod von Rainer Hagencord hat mich sehr betrübt. Bei der Recherche nach näheren Einzelheiten fand ich allerdings nirgendwo einen Hinweis darauf, dass er verstorben sei. Hingegen stieß ich auf eine Meldung vom Tod des Jesuitenpaters Bernd Hagenkord. Vielleicht eine Verwechslung wegen des gleichlautenden Nachnamens?

    „Er war einer der bekanntesten kirchlichen Journalisten in Rom: Am Montag ist der Jesuitenpater Bernd Hagenkord im Alter von 52 Jahren in München gestorben, wie die Provinz der Jesuiten in Zentraleuropa mitteilte.“
    Quelle: domradio.de

    Mit freundlichen Grüßen —

    Dorothea Wilkesmann

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    Dorothea Wilkesmann
  2. Liebe Frau Wilkesmann,

    danke für den Hinweis. Ich sah gerade vorher bei einer nochmaligen Recherche (zufällig vor Genehmigung ihres Kommentars), dass es einen Rainer Hagencord und einen Bernd Hagenkord gibt. Das war der Grund für meine Verwechslung, in dem ich den falschen Hagenkord / Hagencord „sterben ließ“. Ich werde das natürlich wegnehmen und korrigieren. Ich kannte vorher nur einen Theologen und Tierethiker Hagencord – also mit c und keinen mit k. Hagencord / oder Hagenkord ist ja auch kein so häufiger Nachname, meines Wissens jedenfalls. Danke auch für das aufmerksame Lesen meiner Beiträge.
    Dieser Hagenkord ist gestern verstorben:
    Bernd Hagenkord SJ war ein deutscher Ordensgeistlicher und kirchlicher Journalist. Er leitete von 2009 bis 2019 die deutschsprachige Redaktion von Radio Vatikan bzw. ab Dezember 2017 Vatican, † 26. Juli 2021 in München.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Bernd_Hagenkord

    Mit freundlichen Grüßen
    Hubert von Wenzl

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