Kuhmilch: Die wichtigsten Infos zu Tierleid, Gesundheit & Umwelt   Leave a comment

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Von Peta.de

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Die Milchindustrie hält Kühe zu einem einzigen Zweck: um die Milch der Tiere zu verkaufen. Die Branche hat Kühe zu reinen Milchmaschinen degradiert – und so verwundert es nicht, dass die Tiere durch Qualzucht, teils artwidrige Nahrung, möglichst kostengünstige Haltung und falsche Behandlung im wahrsten Sinne des Wortes krank gemacht werden. Erfahren Sie hier, was die Produktion und der Konsum von Kuhmilch vor allem für die ausgebeuteten Tiere, aber auch für die Umwelt und die Gesundheit bedeuten.

Leiden Kühe für Milch?

Schmerzen, Dreck, Misshandlung und Tod: So lässt sich die Milchindustrie in etwa zusammenfassen. Zahlreiche Recherchen und Enthüllungsberichte von PETA Deutschland und unseren internationalen Partnerorganisationen konnten aufdecken, dass Tierquälerei in dieser ausbeuterischen Branche an der Tagesordnung ist.

Antibiotikaeinsatz und Qualzuchten für Höchstleistungen

In der deutschen Milchindustrie produzieren Kühe teilweise über 50 Liter pro Tag – ein Kalb benötigt nur etwa zehn Liter am Tag. Der „Leistungsdruck“ der Tiere steigt dabei stetig: Immer weniger Kühe in den größer werdenden Betrieben müssen die gleiche oder sogar eine größere Menge Milch produzieren. Unter der angezüchteten Leistung leidet besonders das empfindliche Euter einer Kuh: Zahlreiche Kühe in der Milchproduktion leiden unter anderem aufgrund der hohen Milchproduktion an der schmerzhaften Euterentzündung Mastitis. Bei Kühen sind es vor allem solche Euterentzündungen und Atemwegserkrankungen, die zur Antibiotikagabe führen, aber auch Haut- oder Darmerkrankungen bei Kälbern werden damit behandelt. Zwar sinkt die Menge verabreichter Antibiotika in den Ställen seit Jahren, 2019 kamen jedoch immer noch rund 670 Tonnen in der Tiermedizin zum Einsatz.

Abgemagerte Kühe

Die angezüchtete, unnatürlich hohe Milchmenge führt dazu, dass bei den Kühen fast die ganze Nahrungsenergie in die Milchproduktion gesteckt wird. Der restliche Körper erscheint im Gegensatz zum Euter meist ausgemergelt und eingefallen.

Auch andere Erkrankungen, psychisches Leid aufgrund der artwidrigen Haltung und minderwertige Nahrungsmittel können zu starkem Untergewicht führen. Folgen dieser Abmagerung können unter anderem Verletzungen wie blutige Abschürfungen und Abszesse sein, da die Tiere im Stall meist auf harten Untergründen liegen müssen oder sich herausstehende Knochen anschlagen. Wenn Kühe stark abgemagert sind, wird eine teils schmerzhafte Lahmheit begünstigt.

Zahlreiche Kühe leiden unter Lahmheit

Von 2016 bis 2020 wurden in einer von der Bundesregierung finanzierten Studie [4] über 750 Betriebe in Deutschland untersucht. Die umfangreiche Untersuchung zeigt, dass Kühe in der Milchindustrie unabhängig von der Haltungsform – auch in Bio-Betrieben – häufig von Lahmheit betroffen sind. Auslöser dieses Krankheitsbildes sind ungeeignete, rutschige Stallböden oder feuchte Weiden, auf denen sich die Klauen der Tiere falsch abnutzen. In vielen Betrieben wird außerdem die Klauenpflege vernachlässigt. Auch krank machende Untergründe voller Kot und Urin stellen ein Risiko dar.

Eine Lahmheit bedeutet für betroffene Tiere meist starke Schmerzen und beeinträchtigt schnell den ganzen Körper. Dennoch ist das Krankheitsbild nach Angaben der Studienleiterin in vielen Betrieben Normalität [5] – das Leid der Tiere wird aus Profitgründen also oft ignoriert. Im fortgeschrittenen Stadium gelten Kühe als nicht mehr transportfähig und müssen somit im Betrieb „notgetötet“ werden. Untersuchungen an Schlachthöfen  zeigen immer wieder, dass dennoch selbst kranke und nicht transportfähige Kühe den Strapazen eines Transports zum Schlachthaus ausgesetzt werden, damit Milchbetriebe aus den leidenden Tieren noch ein letztes Mal Profit schlagen können.

Tierleid durch Standardpraktiken

Auch Standardpraktiken der Milchindustrie verursachen viel Tierleid: So werden beispielsweise die empfindsamen Hornansätze der meisten Kälber mit einem glühend heißen Brennstab entfernt, damit der Umgang mit den Tieren leichter ist und möglichst viele Kühe auf engem Raum gehalten werden können. Meist erhalten die Tiere bei diesem äußerst schmerzhaften Eingriff keine Betäubung. Fast allen Kühen in der Milchindustrie werden kurz nach der Geburt die Kälber weggenommen.

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Viele junge Kälber werden in ihren ersten Lebenswochen und -monaten ohne Betäubung kastriert und enthornt.

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Früher Tod lange vor der natürlichen Lebenserwartung

Insgesamt wird jedes zweite Rind aus gesundheitlichen Gründen im Schlachthof getötet – was nicht heißt, dass die andere Hälfte glücklich bis an ihr natürliches Lebensende lebt. In der Milchindustrie wird jede Kuh früher oder später getötet. Nur der Zeitpunkt und die Gründe unterscheiden sich. So erreicht jedes zehnte Tier nicht einmal seinen vierten Lebensmonat – das entspricht 280.000 Kälbern im Jahr. Besonders bei männlichen Kälbern ist die Rate an Erkrankungen sowie die Todesrate in den ersten beiden Lebenswochen hoch. Männliche Kälber haben wirtschaftlich gesehen keinen Wert für Milchbetriebe, da sie kaum Fleisch ansetzen und natürlich keine Milch geben. Da es in Deutschland kaum eine sogenannte Kälbermast für männliche Tiere aus der Milchindustrie gibt, werden sie oftmals mit nur wenigen Wochen auf Transporter verfrachtet und meist ins Ausland zur Mast gebracht. Aus Ländern wie Spanien oder den Niederlanden werden die Tiere dann nicht selten in ein Nicht-EU-Land weiterverkauft, um sie dort rituell und meist betäubungslos zu töten. Der Konsum von Milch ist mitverantwortlich für die leidvollen Langstreckentransporte.

Die weiblichen Rinder, von denen eine hohe wirtschaftliche „Milchleistung“ abverlangt wird, werden länger ausgebeutet. Nach durchschnittlich vier bis fünf Jahren, wenn die Milchleistung nachlässt, sie krank oder nicht mehr schwanger werden, werden sie ebenfalls ins Schlachterhaus gebracht. In dieser Zeit wurde die Kuh etwa jährlich meist künstlich besamt, damit der Milchfluss konstant hoch bleibt. Ihr Kind wurde ihr jedoch immer kurz nach der Geburt entrissen.

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Kuhmilch: Die wichtigsten Infos zu Tierleid, Gesundheit & Umwelt

 

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