Kälber in der Milchindustrie: Tierbabys als Abfallprodukte?   Leave a comment

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Unglaublich was der Mensch Tieren für seinen Egoismus zumutet.

Von Peta.de

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Bild von Peta.de

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In der Milchindustrie sind Kühe einen großen Teil ihres Lebens schwanger – denn nur, wenn sie etwa jährlich ein Kind gebären, produzieren sie Milch in wirtschaftlichem Maß, die eigentlich für ihre Kinder gedacht ist. Doch was passiert mit Kälbern, wenn die eigentlich für sie produzierte Milch abgepumpt, verarbeitet, abgefüllt und im Supermarkt verkauft wird? Die Werbeindustrie gaukelt oft vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen – mit der Realität hat das nicht viel zu tun: Mutter und Kind werden meist bereits kurz nach der Geburt voneinander getrennt und sehen sich nie wieder, ihr Leben verbringen sie in den meisten Fällen ganzjährig im Stall.

Was passiert mit dem Kalb nach der Geburt?

Wenn eine Kuh in einem Milchbetrieb ein Kalb auf die Welt bringt, dürfen Mutter und Kind meist keine Zeit miteinander verbringen. Die Mutter wird dann zeitnah wieder zurück in den Stall gebracht, während das Kalb getrennt von der Mutter in dem sogenannten Aufzuchtbereich untergebracht wird. Mutter und Kind rufen teilweise tagelang verzweifelt nacheinander. Wenn Kühe brüllend auf Weiden oder im Stall umherlaufen, suchen sie oftmals ihr Kalb.

Manchmal verdrängen die Mütter dann den Verlust ihres Babys, doch nach einer Weile beginnen sie teilweise erneut mit der Suche nach ihrem Kind. Dabei brauchen Kälber ihre Familie und andere Rinder so dringend: Wenn Kälber in einer Herde aufwachsen, beobachten sie den Kontakt ihrer Mütter zu Artgenossen. Dadurch erlernen sie soziales Verhalten und werden stressresistenter – denn Kühe sind intelligente und soziale Tiere, die in komplexen sozialen Gefügen leben.

Statt liebevoll von ihren Müttern umsorgt zu werden, stehen Kälber in der Milchindustrie nach der Trennung jedoch meist einzeln in sogenannten Kälberiglus und erhalten nach der Erstmilch meist billige Ersatznahrung. Denn jeder Tropfen Milch bedeutet für den Milchbetrieb Profit – für Kuhmutter und Kalb bedeutet es eine schmerzliche Trennung. Oftmals leiden die einsamen Tierkinder an starkem Durchfall oder anderen Infekten. Auch Hitze und Kälte sind sie in den kargen Boxen nicht selten schutzlos ausgeliefert. Die Sterblichkeitsrate von jungen Kälbern liegt deshalb bei bis zu 15 Prozent, in manchen Betrieben aber weitaus höher. Zudem dürfen ihnen in den ersten sechs Lebenswochen ihre Hornansätze ohne Betäubung mit einem heißen Stab ausgebrannt werden und in den ersten Lebenstagen bekommen sie Ohrmarken in die Ohren geschossen – ihr Dasein als bloße Nummer ist damit endgültig besiegelt. Manche männlichen Kälber werden ohne Betäubung kastriert – auch dies ist in den ersten Lebenswochen erlaubt. In der Milchindustrie erleiden junge Tierkinder somit bereits mehrere traumatische Erlebnisse.

Beschäftige in Milchbetrieben erhoffen sich, dass die Kühe möglichst weiblichen Nachwuchs bekommen – denn nur dieser kann Milch produzieren; doch die Hälfte der neugeborenen Kälber ist männlich, sofern das Sperma nicht gesext ist, und daher für die Industrie wertlos.

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Dem Kalb wird in einem Kälberiglu meist billige Ersatznahrung zugeführt.

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Was passiert mit weiblichen Kälbern?

Bringt eine Kuh ein Mädchen zur Welt, steht dem Kalb meist das gleiche traurige Leben wie seiner Mutter bevor: Damit auch weibliche Kälber zeitnah Milch produzieren, werden sie meist so früh wie möglich das erste Mal künstlich besamt – oftmals mit knapp über einem Jahr. Dazu werden sie meist am Hals fixiert und ihnen wird eine Hand in den Anus geführt, um zu spüren, ob das Besamungsrohr richtig platziert ist, welches in die Scheide geschoben wird. Ohne Fixierung würden sich viele Tiere wehren, weshalb dieses Vorgehen für uns von PETA Deutschland einer Vergewaltigung nahekommt.

Um fast durchgehend unnatürlich hohe Mengen Milch zu produzieren, müssen Kühe etwa jedes Jahr ein Kalb bekommen. Während der rund neunmonatigen Schwangerschaft wird die Kuh gemolken, nur in den etwa zwei Monaten vor der nächsten Geburt wird sie „trockengestellt“. Das bedeutet, dass der Milchfluss abrupt gestoppt wird – nicht selten mithilfe von Antibiotika. Dies soll das Euter vor der nächsten Milchphase entlasten und so zu weiter hohen Milchmengen führen – denn oftmals leiden Kühe unter anderem an schmerzhaften Euterentzündungen. Wenige Wochen nach der Geburt ihres Babys wird die Kuh erneut künstlich besamt – der Kreislauf beginnt von vorn. Im Durchschnitt werden Kühe mit weniger als fünf Jahren aussortiert und im Schlachthaus getötet, weil sie nicht mehr wirtschaftlich Milch produzieren, nicht mehr schwanger werden oder zu hohe Behandlungskosten verursachen.

Was passiert mit männlichen Kälbern?

Etwa die Hälfte der neugeborenen Kälber ist männlich und erfüllt somit für die Milchindustrie keinen „Nutzen“. In den vergangenen Jahren lag der Fokus bei der Zucht von Kühen auf einer möglichst großen „Milchleistung“ – statt ursprünglich acht bis zehn Litern am Tag für ihr Kalb produzieren sie heute durchschnittlich 8.000 Liter Milch im Jahr. [5] Aufgrund dieser Züchtung setzen die Tiere kaum noch Fleisch an: Die männlichen Kälber, die keine Milch geben, sind also eigentlich auch für die Mast  unwirtschaftlich. Die Bullenkälber werden daher meist im Alter von wenigen Wochen vom Hof transportiert und entweder für Kalbfleisch einige Monate gemästet oder sie werden zu Sammelstellen verfrachtet und von dort aus in spezialisierte Mastanlagen nach Spanien oder in die Niederlande gekarrt. Viele Jungtiere sterben oder kommen völlig kraftlos am Zielort an. So werden die jungen Rinder nach der Mast beispielsweise aus Spanien oftmals in Drittländer außerhalb der EU verkauft. Das bedeutet zum Teil wochenlange Transporte und einen meist brutalen Umgang und betäubungslosen Tod im Schlachthaus.

Der hohe Milchkonsum der Deutschen befeuert dieses Problem: Die steigende Nachfrage nach Kuhmilch bedeutet, dass immer mehr Kälber geboren werden, die keiner haben möchte. Unter dem wirtschaftlichen Druck werden männliche Kälber teilweise – auch vorsätzlich – illegal vernachlässigt oder sogar kurz nach der Geburt getötet.

Was passiert mit weiblichen Kälbern?

Bringt eine Kuh ein Mädchen zur Welt, steht dem Kalb meist das gleiche traurige Leben wie seiner Mutter bevor: Damit auch weibliche Kälber zeitnah Milch produzieren, werden sie meist so früh wie möglich das erste Mal künstlich besamt – oftmals mit knapp über einem Jahr. Dazu werden sie meist am Hals fixiert und ihnen wird eine Hand in den Anus geführt, um zu spüren, ob das Besamungsrohr richtig platziert ist, welches in die Scheide geschoben wird. Ohne Fixierung würden sich viele Tiere wehren, weshalb dieses Vorgehen für uns von PETA Deutschland einer Vergewaltigung nahekommt.

Um fast durchgehend unnatürlich hohe Mengen Milch zu produzieren, müssen Kühe etwa jedes Jahr ein Kalb bekommen. Während der rund neunmonatigen Schwangerschaft wird die Kuh gemolken, nur in den etwa zwei Monaten vor der nächsten Geburt wird sie „trockengestellt“. Das bedeutet, dass der Milchfluss abrupt gestoppt wird – nicht selten mithilfe von Antibiotika. Dies soll das Euter vor der nächsten Milchphase entlasten und so zu weiter hohen Milchmengen führen – denn oftmals leiden Kühe unter anderem an schmerzhaften Euterentzündungen. Wenige Wochen nach der Geburt ihres Babys wird die Kuh erneut künstlich besamt – der Kreislauf beginnt von vorn. Im Durchschnitt werden Kühe mit weniger als fünf Jahren aussortiert und im Schlachthaus getötet, weil sie nicht mehr wirtschaftlich Milch produzieren, nicht mehr schwanger werden oder zu hohe Behandlungskosten verursachen.

Was passiert mit männlichen Kälbern?

Etwa die Hälfte der neugeborenen Kälber ist männlich und erfüllt somit für die Milchindustrie keinen „Nutzen“. In den vergangenen Jahren lag der Fokus bei der Zucht von Kühen auf einer möglichst großen „Milchleistung“ – statt ursprünglich acht bis zehn Litern am Tag für ihr Kalb produzieren sie heute durchschnittlich 8.000 Liter Milch im Jahr. [5] Aufgrund dieser Züchtung setzen die Tiere kaum noch Fleisch an: Die männlichen Kälber, die keine Milch geben, sind also eigentlich auch für die Mast  unwirtschaftlich. Die Bullenkälber werden daher meist im Alter von wenigen Wochen vom Hof transportiert und entweder für Kalbfleisch einige Monate gemästet oder sie werden zu Sammelstellen verfrachtet und von dort aus in spezialisierte Mastanlagen nach Spanien oder in die Niederlande gekarrt. Viele Jungtiere sterben oder kommen völlig kraftlos am Zielort an. So werden die jungen Rinder nach der Mast beispielsweise aus Spanien oftmals in Drittländer außerhalb der EU verkauft. Das bedeutet zum Teil wochenlange Transporte und einen meist brutalen Umgang und betäubungslosen Tod im Schlachthaus.

Der hohe Milchkonsum der Deutschen befeuert dieses Problem: Die steigende Nachfrage nach Kuhmilch bedeutet, dass immer mehr Kälber geboren werden, die keiner haben möchte. Unter dem wirtschaftlichen Druck werden männliche Kälber teilweise – auch vorsätzlich – illegal vernachlässigt oder sogar kurz nach der Geburt getötet.

So jung werden Tiere für ihr Fleisch getötet

Werden „trächtige“ Kühe getötet?

Seit September 2017 ist es verboten, schwangere Kühe und Schweine ab dem letzten Drittel der Schwangerschaft zu transportieren – dadurch soll die Tötung dieser Tiere im Schlachthof vermieden werden. Ungeborene Tierkinder in früheren Schwangerschaftsstadien schützt diese Gesetzesänderung damit jedoch nicht vor einem qualvollen Erstickungstod. Zudem sind Ausnahmeregelungen – beispielsweise nach tierärztlicher Anordnung – möglich, sodass auch weiterhin schwangere Kühe und Schweine getötet werden dürfen. Darüber hinaus bleiben Schafe, Ziegen und Pferde von der Gesetzesänderung unberührt, weil es aufgrund anderer Haltungsbedingungen schlechtere Kontrollmöglichkeiten gebe, ob sich ein Tier im letzten Drittel der Schwangerschaft befindet. Höhere Kosten und zusätzlicher Aufwand dürfen jedoch keine Gründe dafür sein, den Tierschutz zu vernachlässigen und hinzunehmen, dass beispielsweise Schaf- und Ziegenlämmer einen minutenlangen Todeskampf im Mutterleib erleiden müssen.

Der minutenlange Todeskampf von ungeborenen Tierbabys wird weiterhin – wenn auch eingeschränkt – geduldet und durch das System gestützt. Schwangere Kühe werden transportiert, ins Schlachthaus getrieben, per Bolzenschuss betäubt und dann an einem Bein kopfüber in die Luft gezogen. Dann werden sie getötet, indem ihnen die Kehle aufgeschnitten wird. Mindestens ab dem letzten Drittel der Schwangerschaft spüren ungeborene Tierbabys Schmerzen. [6] Sobald die Kehle der Mutter durchschnitten wird, ist die Sauerstoffzufuhr unterbrochen und der minutenlange Todeskampf des ungeborenen Tierkindes beginnt. Qualvoll und langsam stirbt es im toten Körper seiner Mutter, bevor es aus ihrem Körper herausgeschnitten und wie Abfall im Müllcontainer entsorgt wird. Seine Mutter, die zuvor jahrelang Milch geben musste, wird dann zu billigem Fleisch verarbeitet.

Ist Biohaltung für Kälber besser?

Auch in der Biohaltung werden Kuh und Kalb voneinander getrennt. Auch Tiere, die in Biobetrieben gehalten werden, werden im Schlachthof getötet – spätestens dort werden alle Tiere gleichbehandelt. Außerdem werden viele Kälber aus der Biomilchindustrie in die konventionelle Mast verkauft, da sie selbst in Biobetrieben nicht selten als „wertlos“ erachtet werden.

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Spätestens im Schlachthof werden die Tiere – egal ob bio oder nicht – gleich behandelt.

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Was ist ein Kalb wert?

Kälber sind ein unerwünschtes „Nebenprodukt“ in diesem auf maximalen Profit ausgelegten System: Sie müssen geboren werden, damit Kühe überhaupt Muttermilch produzieren können. Wenn sie nicht selbst zu „Milchmaschinen“ degradiert werden, werden sie zu Kalbfleisch verarbeitet. Die Preise für Kälber sind dramatisch gesunken; heute ist das Leben von Kälbern in der Milchindustrie durchschnittlich nur rund zehn Euro wert.

Ein Kalb von seiner Mutter zu trennen und zu verkaufen, ist niemals zu rechtfertigen – weder für zehn Euro noch für 1.000 Euro. Denn jedes Baby gehört zu seiner Mutter und die Annahme, es sei in Ordnung, Lebewesen auszubeuten, um ihnen die Muttermilch zu klauen und anschließend alle Beteiligten zu töten, nennt sich Speziesismus. Ein Leben kann nicht mit Geld aufgewogen werden.

Kälber wurden deshalb zur „Wegwerfware“, weil wir Milch von qualgezüchteten Kühen trinken. Wir müssen unser Konsumverhalten hinterfragen. Schließlich würde es die ausbeuterische Praxis und das mit ihr verbundene unvorstellbare Tierleid nicht geben, wenn wir sie nicht unterstützen würden. Der Fehler liegt also im System: Nur wenn wir unser Verhalten ändern, können wir das Leid von Millionen Kälbern verhindern.

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Kälber in der Milchindustrie: Tierbabys als Abfallprodukte?

 

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