Archiv für 18. Oktober 2021

Milch: Alle Infos zu Tierleid, Umwelt und Gesundheit   Leave a comment

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Von Peta.de

 

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Pro Jahr liegt der Pro-Kopf-Verbrauch von Milch und Milchprodukten wie Käse und Joghurt in Deutschland bei rund 118 Kilogramm. Insgesamt 4,2 Millionen Tonnen Milch sind dabei für den Verbrauch im Umlauf. In der Milchwerbung dominiert das trügerische Bild der heilen Welt: Dort sind vor allem Kühe, zu sehen, die glücklich mit ihren Kälbchen auf einer grünen Wiese weiden.

Doch in der Milchindustrie werden nicht nur Kühe ausgebeutet: Vor allem Büffel, Schafe und Ziegen – aber auch Pferde – werden wegen ihrer Milch gezüchtet und gehalten. Noch immer wissen viele Menschen kaum etwas über die Methoden der Milcherzeugung – und noch weniger darüber, welches Leid die Tiere bei der Milchproduktion für unseren Konsum durchleben. Informieren Sie sich hier über den täglich stattfindenden Tiermissbrauch in der Milchindustrie.

Was versteht man unter „Milch“?

Wenn die Rede von „Milch“ ist, ist damit innerhalb der EU meist ausschließlich Kuhmilch gemeint. In Europa werden größtenteils Kühe in der Milchindustrie ausgebeutet – doch auch nach der Milch von Schafen und Ziegen bzw. Schaf- und Ziegenmilchprodukten gibt es eine wachsende Nachfrage. In anderen Regionen der Welt gehören Büffel zu den Tieren, die am meisten Milch für den kommerziellen Gebrauch produzieren – und auch hierzulande ist Büffelmilchmozzarella gefragt. In Deutschland gibt es außerdem einen Markt für Stutenmilch.

Egal, von welchem Tier die Milch stammt, es handelt sich immer um Muttermilch, die Tiere nur produzieren, wenn sie Nachwuchs bekommen. Jedes Säugetier produziert Milch für seine eigenen Babys. Rinder- und Büffelkühe möchten damit ihre Kälber, Ziegen und Schafe ihre Lämmer, Stuten ihre Fohlen ernähren – und keine Menschen.

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All diese Tiere werden zu Milchmaschinen degradiert, sie werden ihr Leben lang ausgebeutet und gequält, ihnen werden immer wieder ihre neugeborenen Kinder weggenommen, bevor sie nach einem Leben voller Entbehrungen weit vor ihrer natürlichen Lebenserwartung getötet werden.

Wie geht es Tieren in der Milchindustrie?

Die Milchindustrie degradiert Kühe, Ziegen, Schafe und Co. zu milchproduzierenden Maschinen – entsprechend werden die Tiere auch meist behandelt. Kühe werden durch Züchtung zu krankmachenden Hochleistungen angetrieben, mit hohen Mengen an „Kraftfutter“ falsch ernährt und häufig mit Antibiotika gegen Krankheiten behandelt.

Alle Säugetiere – Kühe, Schafe, Ziegen, Büffel und Pferde – produzieren Milch für ihre Kinder. Damit die Tiere fast durchgehend Milch produzieren, müssen sie immer wieder Nachwuchs bekommen, der ihnen in den meisten Milchbetrieben bereits kurz nach der Geburt weggenommen wird. Vor allem männliche Lämmer, Kuh- und Büffelkälber sind unerwünschte „Abfallprodukte“ der Milchindustrie. Für Tiere in der Milchindustrie bedeutet das vom Tag ihrer Geburt an ein Leben voller Qualen.

Unter natürlichen Umständen können Kühe ein Alter von etwa 20 Jahren erreichen, in der Milchindustrie werden die Tiere jedoch nach durchschnittlich vier bis fünf Jahren getötet: Lässt die „Milchleistung“ nach oder werden die Kühe krank, sind die Tiere für die Betriebe nicht mehr wirtschaftlich, da sie Milch nicht mehr in einer profitablen Menge produzieren. In der Milchindustrie ausgebeutete Kühe werden daher spätestens dann ins Schlachthaus gebracht und dort qualvoll getötet.

Was passiert mit männlichen Tierkindern in der Milchindustrie?

Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass sie mit jedem Glas Milch die Kalbfleisch- und Lammfleisch-Industrie oder Langstreckentransporte ins Ausland unterstützen und für den Tod der Tierkinder mitverantwortlich sind. Männliche Kälber und Schaflämmer werden nach der Trennung von ihren Müttern an die Mast verkauft und häufig auf Tiertransporten durch ganz Deutschland, Europa und nach der Mast sogar in Drittländer gekarrt.

Nach wenigen Monaten werden sie qualvoll im Schlachthof getötet, während weibliche Kälber und Lämmer in der Milchindustrie meist herangezüchtet werden – ihnen steht dann das gleiche traurige Leben wie ihren Müttern bevor.

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Die männlichen Kälber werden nach der Geburt oft vernachlässigt, nicht ausreichend behandelt oder sogar getötet.

Es gibt zudem immer wieder Berichte, dass Bullenkälber und männliche Lämmer kaum mehr rentabel aufzuziehen bzw. zu verkaufen sind und daher oft illegal vernachlässigt werden, bis sie sterben beziehungsweise getötet werden – obwohl dies nach dem Tierschutzgesetz strafbar ist.

Auch in der biologischen Landwirtschaft ist vieles in dieser Hinsicht nicht anders. Wer Biomilch kauft, unterstützt vermutlich sogar die konventionelle Tierindustrie. Schließlich steht auch im Biobereich Wirtschaftlichkeit im Vordergrund. Hier gibt es oft erst recht keinen Markt für die männlichen Tierkinder. Wenige Wochen nach der Geburt werden sie an den konventionellen Markt verkauft, wo sie gemästet werden, bevor sie – oft noch im Kindesalter – zum Schlachthaus transportiert und für die Fleischindustrie getötet werden.

Kälber: „Abfallprodukte“ der Milchindustrie

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Ist es notwendig, Milch zu trinken?

Weder aus kulinarischer noch aus ernährungsphysiologischer Sicht benötigt der Mensch Milch oder Milchprodukte. Eine ausgewogene vegane Ernährung ohne Milch und Milchprodukte ist gesund und für alle Lebensphasen geeignet. Auch wer gerne Milch im Kaffee, ein Eis im Sommer oder Käsekuchen isst, kann dies nach einer Umstellung auf die vegane Ernährung weiterhin genießen – nur eben tierleidfrei. Es gibt mittlerweile eine Fülle an Alternativen zu Milch- und Milchprodukten.

Außer dem Menschen (und den von ihm ernährten tierischen Mitbewohnern) trinkt keine andere Spezies nach dem Säuglingsalter noch Muttermilch oder gar die Milch einer anderen Spezies. Kuhmilch und die Milch anderer Tiere ist den Ernährungsbedürfnissen der jeweiligen Tierkinder angepasst, nicht an die von uns Menschen.

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