Archiv für 11. Dezember 2021

Modell für Europa: Luxemburg sechs Jahre ohne Fuchsjagd   Leave a comment

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Analog zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte sollte es auch einen solchen für Tierrechte geben. Da wird man aber wohl noch seeeeeeehr lange warten müssen. Die Grausamkeiten gegen Füchse durch die verdammten Jäger sind unerträglich.

Von wildtierschutz-deutschland.de

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Hören – Jagdlobbyisten argumentieren immer gerne mit dem Fehlen natürlicher Feinde, wenn es um den jagdlichen Eingriff in Wildtierpopulationen geht. Zumindest bei Füchsen und anderen Beutegreifern in unseren Breiten ist das ein Fehlsch(l)uss.

Seit 2015 ist in Luxemburg die Fuchsjagd verboten. Die Horrorszenarien, die seitens des lokalen Jagdverbands FSHCL, aber auch von den deutschen Kollegen seinerzeit projiziert wurden, sind nicht ansatzweise eingetreten: Umweltministerin Carole Dieschbourg bestätigte erst im vergangenen Jahr auf eine parlamentarische Anfrage der Opposition hin, dass es nach Jahren keine Indizien für eine Zunahme der Population der Füchse in Luxemburg gebe. Kontrollen und Zählungen mit Wildkameras würden eher auf einen stabilen, gleichbleibenden Bestand hindeuten.

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Auch nach sechs Jahren ohne Fuchsjagd bleibt die Zahl der Füchse in Luxemburg konstant. Bild: René Schleichardt

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Selbst der Befall der Füchse mit dem Fuchsbandwurm ist seit dem Jagdverbot zurückgegangen. Wurde der Fuchsbandwurm 2014 noch bei 40 Prozent der Füchse diagnostiziert, waren es zuletzt unter 20 Prozent.

Auch könne man den Füchsen nicht den Rückgang der Bodenbrüter oder gar der Biodiversität anlasten. So ist in Luxemburg das Feldhuhn bereits Anfang der 1980er-Jahre, trotz der damals noch intensiven Fuchsjagd, fast ausgestorben gewesen. Der Verlust der Artenvielfalt, insbesondere unter den Bodenbrütern, ist gemäß der Umweltministerin auf die Zerstörung des Lebensraumes und dem damit einhergehenden Insektenverlust als Futterquelle zurückzuführen.

Luxemburg könnte in punkto Fuchsjagd ein Modell für Europa sein. Allerdings fehlt hierzulande wohl der politische Wille, die Jagd wenigstens tierschutzgerecht zu gestalten. Für die meisten Tierarten gibt es für die Bejagung nicht einmal einen vernünftigen Grund im Sinne des Tierschutzgesetzes.

Gemeinsam mit vielen weiteren Tierschutzgesellschaften und dem Aktionsbündnis Fuchs fordert Wildtierschutz Deutschland die Abschaffung der Fuchsjagd und die Überprüfung sämtlicher dem Jagdrecht unterstellten Tierarten hinsichtlich eines vernünftigen Grundes.

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Modell für Europa: Luxemburg sechs Jahre ohne Fuchsjagd

 

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üchse gehören zu den nützlichsten Landsäugetieren. Während der Rotfuchs in Luxemburg seit inzwischen vier Jahren geschont wird, werden im gleich großen Saarland Jahr für Jahr etwa 3.000 dieser schönen Tiere erschossen. Der Bestand ändert sich deshalb aber nicht. Bild: Timo Litters

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