Archiv für 3. Januar 2022

Wie sich Deutschland verändern wird   Leave a comment

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Das säkulare Jahrzehnt:

2022 wird der Bevölkerungsanteil der Katholiken und Protestanten erstmals unter 50 Prozent fallen, spätestens 2032 werden die konfessionsfreien Menschen die absolute Mehrheit in Deutschland stellen. In seiner Neujahrsansprache hat gbs-Vorstandssprecher Michael Schmidt-Salomon ausgeführt, welche politischen Veränderungen mit diesem gesellschaftlichen Wandel einhergehen sollten.

In den letzten 150 Jahren hat sich der Bevölkerungsanteil der Konfessionsfreien vervierzigfacht und der Anteil der Katholiken und Protestanten halbiert. Wie Schmidt-Salomon in seiner Ansprache betonte, hat mit Olaf Scholz erstmals in der deutschen Geschichte ein Konfessionsfreier die Regierungsverantwortung übernommen und haben fast die Hälfte der Kabinettsmitglieder auf die traditionelle Gottesformel bei der Vereidigung ins Amt verzichtet. Diese „neue Säkularität der verantwortlichen Politikerinnen und Politiker“ äußere sich, so der gbs-Sprecher, auch in dem Koalitionsvertrag, den SPD, FDP und Grüne ausgehandelt haben, etwa in der Streichung des umstrittenen §219a (die sogenannte „Werbung für den Schwangerschaftsabbruch“) aus dem Strafgesetzbuch.

Diese Streichung sei ein wichtiger erster Schritt, meinte Schmidt-Salomon, aber er dürfe keineswegs der letzte sein. Denn die Bandbreite der religiös begründeten Gesetze, welche die Freiheiten der Bürgerinnen und Bürger unzulässig einschränkten, reichten „von der Wiege bis zur Bahre, ja sogar darüber hinaus, nämlich vom sogenannten Embryonenschutz, der zur Kriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs geführt hat, bis hin zum Friedhofszwang, der uns verbietet, die Asche unserer Verstorbenen im eigenen Garten zu verstreuen“. Derartige Gesetze müssten in den nächsten Jahren fallen, forderte der Stiftungssprecher: „Denn warum auch sollte sich eine konfessionsfreie Mehrheit weiterhin Gesetzen unterwerfen, die von überkommenen religiösen Dogmen bestimmt sind?!“

Eine starke säkulare Lobbyorganisation

Es bestehe Hoffnung, dass die neue Bundesregierung „die historische Chance zu einer neuen, säkularen Rechtspolitik“ ergreife, allerdings werde dieses Projekt „kein Selbstläufer“ sein. Es brauche gesellschaftlichen Druck, damit sich die Dinge ändern, nötig sei nun vor allem „eine starke säkulare Lobbyorganisation, die den Politikerinnen und Politikern auf den Füßen steht und sie daran, erinnert, dass die Mehrheit der Deutschen – ob konfessionsfrei oder nicht – längst schon ein Leben jenseits religiöser Gängelungen führen will“. Im Rahmen des Schwerpunktthemas „Das säkulare Jahrzehnt“ werde die Giordano-Bruno-Stiftung die Etablierung einer solchen Lobbyorganisation mit ihren Mitteln maßgeblich unterstützen, nämlich den Aufbau des „Zentralrats der Konfessionsfreien“, der sich 2022 erstmals der Öffentlichkeit präsentieren wird.

Bis 2032, also bis zum Ende dieses ersten säkularen Jahrzehnts, will Schmidt-Salomon einiges erreicht haben: „So sollte die Kriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs bis 2032 Geschichte sein. 150 Jahre lang hat die Frauen-Bewegung gegen diese Kriminalisierung gekämpft, wir wollen alles daransetzen, dass es am Ende keine 160 oder noch mehr Jahre sein müssen. Fallen sollten natürlich auch die historischen Staatsleistungen, die seit über 100 Jahren verfassungswidriger Weise an die Kirchen gezahlt werden. Ebenso fallen muss das kirchliche Arbeitsrecht, das nicht nur Konfessionsfreie, sondern auch Juden und Muslime, Schwule und Lesben diskriminiert.“

Für einen modernen, weltanschaulich neutralen Staat

Am Schluss seiner Neujahrsansprache stellte der gbs-Vorstandssprecher klar, dass das Schwerpunktthema „Das säkulare Jahrzehnt“ zwar eine „Kampfansage an die herrschenden Rechtsverhältnisse“ sei, keineswegs aber eine „Kampfansage an Gläubige“: „Wir wissen sehr wohl, dass es in den Kirchen viele Menschen gibt, die die Dinge ähnlich sehen wie wir. Auch sie wollen in einer offenen Gesellschaft leben, in der niemand aufgrund seines Glaubens oder Unglaubens privilegiert oder diskriminiert wird.“

Diese säkulare Haltung werde auch wichtig sein, um der Herausforderung des politischen Islam zu begegnen: „Denn der moderne Rechtsstaat kann Muslimen nicht verwehren, was er Christinnen und Christen gewährt. Wer also nicht will, dass die Muslimbrüder in die Lage versetzt werden, religiöse Sonderrechte für ihre Propaganda-Zwecke auszunutzen, darf diese Möglichkeit auch den christlichen Kirchen nicht einräumen.“ Insofern sei der „Einsatz für den weltanschaulich neutralen Staat“ zugleich auch ein „Einsatz zur Verteidigung der offenen Gesellschaft gegen ihre wiedererstarkten Feinde“.

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Veröffentlicht 3. Januar 2022 von hubert wenzl in Politik, Religionskritik

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Treibjagd & Drückjagd   Leave a comment

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Diese verdammten, grausamen Jäger… das sind Psychopathen!!

Von Peta.de

Treib- und Drückjagden gehören zu den sogenannten Gesellschaftsjagden. Die Jagdarten sind zwar legal, bedeuten für Wildtiere jedoch unermessliches Tierleid. Auch verursachen Treibjagden und Drückjagden gefährliche Wild- und Jagdunfälle und sorgen für sogenannte „Wildschäden“. Immer wieder flüchten Tiere vov der Jagdmethode auf Straßen und sogar in Wohngebiete und verletzten sich und andere schwer.

Hier finden Sie alle Informationen und Gründe, die gegen die grausamen und kontraproduktiven Treib- und Drückjagden sprechen.

Was versteht man unter Drückjagd?

Als Drückjagd wird eine Unterart der Bewegungsjagd bezeichnet, bei der Jäger:innen Wildtiere wie Rehe und Wildschweine an einen bestimmten Ort treiben, wo vorab positionierte Jäger:innen die Tiere dann erschießen. Oft nehmen etliche Personen mit unterschiedlichen Funktionen an dieser grausamen Jagdart teil, auch eigens trainierte „Jagdhunde“ werden dafür benutzt.

 

Bild von Peta.de

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Ziel der Drückjagd ist es, möglichst viele Tiere zu töten. Dafür scheuchen „Treiber:innen“ Hirsche, Rehe und Wildschweine mit Hunden aus deren Unterschlüpfen wie beispielsweise Brombeerbüschen, Schilfgürteln etc. auf und drängen bzw. „drücken“ sie in eine vorher festgelegte Richtung. An einem ausgemachten Punkt vor dem Wald oder bei der Treibjagd auch vor einem Feld warten weitere Jäger:innen mit Schusswaffen, um etliche der panisch flüchtenden Tiere zu töten. In Jägerkreisen wird diese Jagdart als „schonend“ bezeichnet – davon kann jedoch nicht die Rede sein.

Wann beginnt die Drückjagd?

Drückjagden finden hauptsächlich im Spätherbst/Winter zwischen Oktober und Januar statt und beginnen meist früh morgens. An einer Drückjagd nehmen in der Regel bis zu ein paar Dutzend Personen plus Hunde teil. Bei großen Jagden, die über mehrere Bezirke verlaufen, können es mehrere Hundert Personen werden, die Jagd auf Wildschweine, Rehe und andere Wildtiere wie Füchse machen.

 

Sandro und Bianka Pelli / http://www.schonzeit-fuer-fuechse.de – Bild von Peta.de

 

Drückjagden gehören zu den sogenannten Intervalljagd-Konzepten. Dabei wird vorgegeben, es sei besser, Wildtiere nur zu bestimmten Zeitpunkten und nicht das ganze Jahr über zu jagen. Für Wildtiere sei es „natürlicher“, wenn sie nur an zwei Tagen in Todesangst versetzt werden würden anstatt das gesamte Jahr über.

Was ist der Unterschied zwischen einer Treibjagd und einer Drückjagd?

Bei der Drückjagd handelt es sich genau genommen um eine Treibjagd. Stoßen Fußgänger:innen im Wald bei einem Spaziergang beispielsweise auf ein Schild mit der Aufschrift „Vorsicht Treibjagd“, zeigt das an, dass an dieser Stelle eine Bewegungsjagd stattfindet. Dabei versetzen sogenannte Treiber:innen oft unter dem Einsatz von abgerichteten Hunden Wildschweine, Rehe und Co. in Panik, also in „Bewegung“. Angetrieben von ihrer Todesangst rennen die Tiere dann in die vorgegebene Richtung und werden hinterrücks von wartenden Jäger:innen getötet.

 

tote wildschweine© http://www.abschaffung-der-jagd.de – Bild von Peta.de

 

Der Unterschied zwischen Treibjagd und Drückjagd besteht darin, dass die Drückjagd in Waldgebieten stattfindet. Hierbei schießen Jäger:innen mit Kugeln auf Rehe, Hirsche und Wildschweine, um diese zu töten. Treibjagden finden meist auf Feldern statt. Dabei nutzen Jäger:innen Schrotgewehre, um vorrangig Hasen, Rebhühner und Fasane zu töten. Das Makabre: Oft züchten die Jäger:innen die Fasane selbst und lassen sie dann frei, um sie zur eigenen Belustigung in Panik zu versetzen und abzuschießen.

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Bild von Peta.de

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3 Gründe, warum die Drückjagd Tierquälerei ist

Für die betroffenen Wildtiere bedeuten die Treib- und Drückjagd massive Tierquälerei, Stress und Todesangst. Aus diesen Gründen ist eine Drückjagd letztlich Tierquälerei.

1. Viele angeschossene Tiere flüchten und sterben qualvoll

Nur wenige Jäger:innen treffen beim ersten Schuss auf die um ihr Leben rennenden Tiere. Laut der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz sterben bei Drückjagden bis zu zwei Drittel der Wildtiere nicht sofort. Mit zerschossenen Knochen und heraushängenden Innereien flüchten die Tiere, leiden oft tagelang unter den Verletzungen und sterben qualvoll, wenn sie bei der sogenannten Nachsuche nicht gefunden werden.

2. Der Bambi-Effekt: Rotwildkälber werden zu Waisen gemacht

Untersuchungen ergaben, dass vermutlich rund ein Drittel der getöteten Rothirschkühe nach einem Jagdtag ein lebendes und entsprechend verwaistes Kalb hinterlassen. Damit verstoßen viele Jäger:innen bei Drückjagden gegen den Muttertierschutz. Nach diesem ist es verboten, Hirscheltern abzuschießen, die von ihnen abhängige Kälber haben.

Kälber, die weniger als ein Jahr alt sind und deren Elterntiere beispielsweise getötet werden, werden aus dem Rudel ausgestoßen, können sich nicht selbst ernähren und von selbst keinen sicheren Unterschlupf finden. Ohne ihre Mütter haben Rothirschkinder kaum Überlebenschancen.

3. „Wildschäden“: Geschwächte Wildtiere kämpfen ums Überleben

Dadurch, dass die Jagdart in der kalten Jahreszeit stattfindet, vermindern sich die Überlebenschancen für Wildtiere, die sich zu dieser Zeit in einer Art natürlichem Energiesparmodus befinden. Zudem können Drückjagden die sogenannten „Wildschäden“ fördern. Denn durch das Aufscheuchen im Winter werden die überlebenden Rehe in den Wald gedrängt und versuchen, sich die fehlenden Kalorien durch die Flucht durch Knabbern an Baumrinden zurückzuholen.

Hier weiterlesen:

Treibjagd & Drückjagd

Veröffentlicht 3. Januar 2022 von hubert wenzl in Jagd abschaffen!, Jäger

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