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Die leidsichtigen Augen des Karlheinz Deschner   1 comment

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In seiner kleinen Schrift „Für einen Bissen Fleisch“ führt Deschner aus: „Da die Krone der Schöpfung der Mensch, die Krone des Menschen der Pfaffe ist, lässt sich von ihm für das Tier am wenigsten erhoffen.“

Rebloggt von Tierfreund Wolfgang.

Von Karim Akerma

Denken wir an seinem Geburtstag am 23. Mai 1924 an Karlheinz Deschner, so haben wir zunächst seine fulminante Kriminalgeschichte des Christentums vor Augen. In diesem monumentalen Werk demonstriert der Autor seinen ungläubig staunenden Lesern eine vom verkirchlichten Christentum zu verantwortende Leidensgeschichte. Weitaus weniger bekannt ist, dass Deschner als Kirchenkritiker nicht nur auf Seiten unterdrückter Menschen steht, sondern auch an der Seite der Tiere.

Die von Menschen bis auf den heutigen Tag mitleidslos unterhaltene Qualgeschichte der Tiere gilt ihm sogar als das „schwärzeste Verbrechen“. Worin er sich mit Gandhi einig weiß. Deschner kritisiert am Alten Testament, was er eine „furiose Fressanweisung“ nennt: „Alles, was sich regt und lebt, sei eure Speise…“. In seiner Kriminalgeschichte des Christentums wendet Deschner sich gegen den Kirchenvater Augustinus, wo dieser den Vegetarismus „eine gottlose Ketzermeinung“ nennt. In seiner kleinen Schrift „Für einen Bissen Fleisch“ führt Deschner aus: „Da die Krone der Schöpfung der Mensch, die Krone des Menschen der Pfaffe ist, lässt sich von ihm für das Tier am wenigsten erhoffen.“

Noch weniger bekannt ist, und davon soll hier – ausgerechnet zu seinem Geburtstag – die Rede sein, dass wir es bei Deschner mit einem humanistischen Antinatalisten zu tun haben. Als Leidsichtiger weiß Deschner, dass Schmerz und Verzweiflung jedes einzelnen Lebewesens stets ernst zu nehmen ist und nicht dadurch schöngeredet werden darf, dass man auf das Glück anderer Menschen oder Tiere verweist, denen es besser geht oder gehen wird.

Deschner geht davon aus, dass schweres Leid erstens prinzipiell unabschaffbar ist und dass es zweitens unzumutbar ist. Diese Prämissen sind es, die ihn zur moraltheoretischen Position des Antinatalismus führen: Handle nach Möglichkeit so, dass keine neuen Menschen zu existieren beginnen, da sie unweigerlich leiden müssten. Auch mit seinem Antinatalismus steht Deschner der institutionalisierten Kirche diametral gegenüber, die ja mit dem Vermehrungsgebot des Alten Testaments eine ausdrücklich pronatalistische – die menschliche Vermehrung begrüßende – Haltung einnimmt. Ganz zu schweigen davon, dass die mittelalterliche Kirche die antinatalistischen Katharer in einem Ketzer-Kreuzzug auszurotten suchte. Von ihnen handelt Deschner im 7. Band seiner Kriminalgeschichte.

Seinen humanistischen Antinatalismus legt Deschner in dem kleinen Text „Frommer Wunsch. Für ein friedliches Ende der Menschheit“ in aller wünschenswerten Klarheit programmatisch dar. Unter der Überschrift „Frommer Wunsch“ präsentiert Deschner einen Wunsch, den man von einem dreifachen Vater vielleicht nicht so ohne Weiteres erwartet hätte und der manchen Lesern auf den ersten Blick nicht unbedingt von einer humanistischen Gesinnung zeugen mag:

„Zuerst wünsche ich, dass etwas ausbleibe. Sie meinen: der Krieg? Doch gehört der Krieg nicht zur Menschheit? Ist der Mensch nicht immer auch Unmensch? … Nein, nicht das Ausbleiben des Endes wünsche ich, sondern, dies unterliegt buchstäblich unsrem Einfluss: das friedliche Ende der Menschheit. Möge nun keiner mehr – mein erster Wunsch – ein Menschenkind zeugen. Das schmerzt nicht die Ungeborenen; es erspart ihnen viel. Und die Geborenen gewöhnen sich an alles – sogar, hundert Kriege nach dem Zweiten Weltkrieg, schon an den Dritten.“

Man hat richtig gelesen: Deschner wünscht das Ende der Menschheit herbei! Hat man sich also in Deschner getäuscht? Ist er in Wahrheit ein Anti-Humanist von unerhörtem Ausmaß? Keineswegs. In dem Maße, in dem sich der von ihm vertretene Antinatalismus als Humanismus lesen lässt, bleibt Deschner Humanist. Hier schreibt kein missgünstiger Misanthrop, denn er wünscht „allen noch Atmenden hundert oder, warum kleinlich sein, weit mehr glückliche Lebensjahre…“ Den bereits existierenden Menschen also wünscht Deschner alles erdenkliche Gute. Gleichwohl empfiehlt er, nicht so zu handeln, dass neue Menschen zu existieren beginnen, weil unter ihnen zahllose wären, die das Unmenschliche als das Menschliche erleben müssten. Und dem möchte er, der den Krieg kennengelernt hat, keine weiteren Menschen aussetzen.

Aber, dieser Einwand erhebt sich sofort, täte man mit diesem wohlmeinenden Antinatalismus nicht den „Ungeborenen“ – verstanden als: die noch nicht Existierenden – Unrecht? Ließe sich nicht sagen, dass man die „Ungeborenen“ der Chance beraubte, zu leben zu beginnen? Deschner selbst schreibt oben: „Das schmerzt nicht die Ungeborenen; es erspart ihnen viel.“ Tatsächlich ist diese Formulierung etwas missverständlich, legt sie doch nahe, man könne „Ungeborenen“ etwas ersparen. Dem ist mitnichten so. Denn „Ungeborene/Nicht-Existierende“ ist ein Begriff, dem offenkundig nichts in der Realität entspricht. Man kann „ihnen“ nichts Gutes oder Schlechtes tun, indem man so handelt, dass „sie“ nicht zu existieren beginnen.

Und doch gilt: Handelt man so, dass neue Menschen zu existieren beginnen, so wird es nach allem, was wir aus Jahrtausenden Überlieferung wissen – und allen Fortschritten zum Trotz – auch künftig Kriege, Krankheiten und Verzweiflung geben. In Deschners Roman „Die Nacht steht um mein Haus“ lesen wir: „Alle Freuden des Lebens zusammengenommen sind nicht wert, eine einzige große Trauer aufzuwiegen. Nein, sie wiegen sie nicht auf, was man auch dagegen sagen mag, sie wiegen sie nicht auf, wer das sagt, kann nie einen großen, einen wirklich großen Schmerz gehabt haben.“ Neue Menschen dies erleben zu lassen, hält Deschner mit Recht für verfehlt, und es steht zu hoffen, dass sein humanistischer Antinatalismus – der es verdient, als ein wesentlicher Aspekt mitfühlender Weltsicht zur Kenntnis genommen zu werden – weite Verbreitung findet.

Quelle: hpd.de

Die leidsichtigen Augen des Karlheinz Deschner

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 23. Mai 2020 von hubert wenzl in Tierrechte, Tierschutz, Tierversuche

Aufgeschnittene Schädel und ausgetretene Organe   Leave a comment

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Ist der Mensch doch ein Egoist. Weil Menschen glauben, dass diese grausamen Tierversuche für die Medizin nützlich sind, ist es ihnen egal, wenn die Tiere unter Folterqualen leiden und sterben. Jedenfalls ist das für die meisten Menschen kein Thema. Nur großer öffentlicher Druck könnten Tierversuche stoppen.

Von Peta.de

PETA USA undercover im Tierversuchslabor: Aufgeschnittene Schädel und ausgetretene Organe

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Sechs Monate lang recherchierte PETA USA verdeckt in den Laboren der Cleveland Clinic. Diese Einrichtung erhielt allein im Jahr 2019 über 100 Millionen US-Dollar an Steuergeldern von den National Institutes of Health (NIH), der US-Gesundheitsbehörde.

Aufgeschnittene Schädel

Die Experimentatoren der Cleveland Clinic nennen es ein „kraniales Fenster“. Weniger euphemistisch ausgedrückt ist es ein Loch im Kopf einer Maus, abgedeckt mit einer Glasscheibe, durch das das Gehirn sichtbar ist.

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Die Experimentatoren schneiden dafür in den Kopf der Tiere, bohren in den Schädel und legen so das Gehirn frei. Sie saugen einen Teil davon ab und machen so einen bestimmten Teil des Gehirns zugänglich. Darüber wird ein Deckglas platziert und eine Abdeckung aus Edelstahl auf den Schädel der Maus geklebt. Die Schmerzen der Mäuse werden nur am Tag der Operation und am Folgetag gelindert. Angeblich sollen mit diesen invasiven Versuchen Vorgänge im Gehirn erforscht werden – dabei sind die Ergebnisse in Bezug auf das menschliche Gehirn kaum relevant.

Tiere mit heraushängenden Organen

Die Experimentatoren der Cleveland Clinic züchten gezielt Mäuse, die zu einem sogenannten Beckenorganprolaps neigen. Dabei verschieben sich Uterus, Blase und Rektalgewebe und hängen sogar aus dem Körper heraus. Eine Maus, die der Ermittler von PETA USA Daisy nannte, litt unter einem blutenden Rektalprolaps. Die Maus war mindestens zehn Wochen lang gezwungen, ihr hervorstehendes Rektalgewebe hinter sich her durch die Einstreu zu ziehen. Ihre Hinterbeine hielt sie beim Laufen auf unnatürliche Weise gespreizt, da sie scheinbar kein Gewicht auf den Unterleib legen wollte.

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Daisy und die anderen wurden der Hilfskraft des Experimentators zufolge mehrfach zur Zucht verwendet und erhielten keine schmerzlindernden Mittel. Erst wenn Mäuse wie Daisy sich nicht mehr zur Zucht verwenden ließen, würden sie vergast. So endete auch Daisy.

Gelähmte Mäuse durch Injektionen

Experimentatoren injizierten Mäusen eine Chemikalie, die eine Entzündungserkrankung des zentralen Nervensystems auslöste. Die Tiere konnten kaum noch laufen und zogen ihre Hinterbeine nach. Mit dem Versuch soll angeblich Multiple Sklerose „nachgestellt“ werden – allerdings ist das, was den Mäusen widerfährt, kaum mit der menschlichen Erkrankung vergleichbar. Dass die Mäuse große Schmerzen leiden würden, war dabei einkalkuliert.

Der Ermittler von PETA USA sah außerdem, dass mehrere Mäuse in diesem Experiment gar nicht mehr laufen konnten. Ihnen blieb nichts anderes übrig, als zu versuchen, sich mit den Vorderbeinen zur Nahrung zu schleppen.

Um Bilder des Rückenmarks machen zu können, schnitten die Experimentatoren in den Rücken der Tiere und trennten ihre Muskeln von der Wirbelsäule.

Zusammengepferchte, vernachlässigte Tiere

In der Cleveland Clinic wurden bis zu fünf ausgewachsene Mäuse oder zwei ausgewachsene und ein Wurf Babys in Käfige von der Größe eines Schuhkartons gepfercht. Andere Mäuse mussten ganz alleine in ihrem Käfig ausharren.

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Die Mitarbeiter entfernten frühere Würfe oder überzählige ausgewachsene Tiere teils nicht aus den Käfigen, bevor neue Würfe geboren wurden. Unter diesen völlig unnatürlichen und unzumutbaren Bedingungen wurden die Babys teils von ihren extrem gestressten Eltern zu Tode getrampelt. Auch Kannibalismus kam vor.

Andere Mäuse wurden einfach irgendwo liegengelassen und vergessen:
Drei Mäuse ließ man ohne Nahrung und Wasser stundenlang in einem Pappbehälter sitzen, weil keine Experimentatorengruppe sie für sich beanspruchte. Zwei weitere Mäuse fand man in einem Käfig, der auf den Müll sollte. Eine Hilfskraft ließ zu, dass eine Maus über eine Stunde lang nach Luft rang, bevor sie das Tier tötete.

Schweine als lebende Übungsobjekte

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Auch Schweine mussten in der Cleveland Clinic leiden. Man hielt die sozialen, verspielten Tiere einzeln in kahlen Verschlägen. Ein Arbeiter sagte, einige der Tiere würden „zum Üben für neue Ärzte“ eingesetzt, andere für experimentelle Rektal-OPs.

Was Sie tun können

Stellen Sie sich vor, dies würde einem Hund oder einer Katze widerfahren. Mäuse leiden ganz genauso – nur weil sie kleiner sind, heißt das nicht, dass sie weniger empfinden. Bitte machen Sie sich gegen Speziesismus stark und setzen Sie sich gegen Tierversuche ein!


Jetzt Petition unterschreiben

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Aufgeschnittene Schädel und ausgetretene Organe

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 22. Mai 2020 von hubert wenzl in Tierrechte, Tierschutz, Tierversuche

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Das Versagen des Deutschen Ethikrates   2 comments

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gbs (Giordano-Bruno-Stiftung) kritisiert Überrepräsentanz kirchlicher Interessen.

„Der Deutsche Ethikrat sollte rational, evidenzbasiert und weltanschaulich neutral argumentieren, was aber durch die Überrepräsentanz kirchlicher Interessenvertreter allzu oft verhindert wird“, kritisiert der Philosoph und Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung Michael Schmidt-Salomon. Die am 30. April erfolgte Neubesetzung des Gremiums habe dieses Problem keineswegs behoben, sondern eher noch verschärft.

„Dass sich die Mehrheit der Mitglieder des Deutschen Ethikrates gegen Selbstbestimmungsrechte am Lebensende aussprachen und für ein Gesetz votierten, das per einstimmigen Beschluss der Karlsruher Richter für verfassungswidrig erklärt wurde, ist ein Skandal, der noch nicht hinreichend thematisiert wurde“, meint Schmidt-Salomon, der bei der mündlichen Verhandlung des Bundesverfassungsgerichts als „Sachverständiger Dritter“ für die später erfolgte Aufhebung des § 217 StGB plädiert hatte. „Die Unterstützung eines verfassungswidrigen Gesetzes ist nur eines von vielen Indizien dafür, dass der Deutsche Ethikrat in seiner Funktion immer wieder versagt. Interessanterweise kommt es dazu vor allem dann, wenn religiöse Interessen im Spiel sind, wie auch die Debatten zur Knabenbeschneidung oder Präimplantationsdiagnostik gezeigt haben. In einem gewissen Ausmaß kann man solche Defizite tolerieren, aber: Wenn sich – wie im Fall der Sterbehilfe-Diskussion – herausstellt, dass die Mitglieder des wichtigsten Ethikrates des Landes mehrheitlich nicht in der Lage sind, auf dem ethischen Niveau des deutschen Grundgesetzes zu argumentieren, ist dies keine Lappalie, die man auf die leichte Schulter nehmen könnte.“

Nach der deutlichen Rüge aus Karlsruhe hätte man eigentlich eine Umorientierung in der inhaltlichen Ausrichtung sowie der personellen Zusammensetzung des Ethikrates erwarten dürfen, doch die am 30. April erfolgte Neubesetzung des Gremiums weise in eine andere Richtung, führt Schmidt-Salomon aus: „Durch die Neubesetzung ist der Rat nicht pluraler, liberaler oder kompetenter geworden. Immerhin gab es 2017 neun Ethikratsmitglieder, die sich in einem Minderheitsvotum für eine Stärkung der Selbstbestimmungsrechte am Lebensende ausgesprochen hatten. Von diesen liberalen Dissidenten sind nun zwei Drittel, also sechs Personen, nicht mehr im aktuellen Ethikrat vertreten. Bei den neu hinzugekommenen Mitgliedern des Rates sind Personen mit religiös-konservativen Werthaltungen überproportional stark vertreten – Menschen, von denen man leider annehmen muss, dass sie 2017 ebenfalls für ein verfassungswidriges Gesetz votiert hätten.“

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Die Besetzung des Deutschen Ethikrates ist nicht repräsentativ

Nehme man die aktuellen Mitglieder des Ethikrats unter die Lupe, falle eine „gravierende weltanschauliche Schieflage“ auf, so Schmidt-Salomon: „Unter den 24 Mitgliedern des Deutschen Ethikrats hat knapp die Hälfte einen eindeutig religiösen Hintergrund. Neun Mitglieder, überwiegend Theologinnen und Theologen, bekleiden Funktionen innerhalb der christlichen Kirchen oder deren Wohlfahrtsverbände, zwei weitere vertreten den Islam oder das Judentum, nur ein einziges Mitglied des aktuellen Ethikrats, nämlich der Philosoph Julian Nida-Rümelin, hat sich in der Vergangenheit wahrnehmbar für die Interessen konfessionsfreier Menschen eingesetzt.“ Hinzu komme, so Schmidt-Salomon, dass es weitere Ethikratsmitglieder gebe, „die zwar keine offiziellen Kirchenfunktionen wahrnehmen, aber doch entschieden für kirchliche Positionen eintreten“. Ein Beispiel hierfür sei der Jurist Steffen Augsberg, der die Anliegen radikaler „Lebensschützer“ mit entsprechenden Analysen untermaure (siehe etwa diesen Beitrag in der „Zeitschrift für Lebensrecht“) und der „rhetorisch äußerst geschickt für ein Verbot professioneller Freitodbegleitungen gestritten“ habe – sowohl als Mitglied des Deutschen Ethikrates als auch als Prozessbevollmächtigter der Bundesregierung in dem Verfahren zu § 217 StGB vor dem Bundesverfassungsgericht.

Schmidt-Salomons Fazit: „Insgesamt muss man feststellen, dass der Deutsche Ethikrat in seiner aktuellen Zusammensetzung nicht repräsentativ für die Wertehaltungen der deutschen Bevölkerung ist (siehe hierzu auch die zahlreichen referierten Studien auf der Website der „Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland“). Er spiegelt weder die Überzeugungen der konfessionsfreien Menschen wieder, die immerhin 38 Prozent der deutschen Bevölkerung stellen, noch die Überzeugungen der nominellen Kirchenmitglieder, die in ethischen Fragen von den amtskirchlichen Vorgaben mehrheitlich abweichen.“ Hinzu kommt für den Stiftungssprecher noch ein zweites Problem: „Bedauerlicherweise repräsentiert der Deutsche Ethikrat summa summarum auch nicht das Niveau der akademischen Debatte auf dem Gebiet der Praktischen Ethik. Zwar gibt es Ethikratsmitglieder, die sehr wohl auf der Höhe des universitären Diskurses argumentieren, aber sie bilden in dem Gremium eher eine Minderheit. Hier rächt sich, dass für die Berufung in den Ethikrat die Übereinstimmung mit parteipolitischen Präferenzen größere Bedeutung hat als die fachliche Qualifikation der jeweiligen Kandidatinnen und Kandidaten.“

Lesen Sie weiter unter:
https://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/versagen-ethikrat

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Gruß Hubert

So leiden die eingesperrten Tiere im Pata Zoo   Leave a comment

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Was soll das für ein Zoo sein? Es ist ein Skandal Tiere so zu halten.

Von Peta.de

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So sehr leiden diese eingesperrten Tiere im Pata Zoo

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Der Pata Zoo befindet sich über einem Einkaufszentrum im thailändischen Bangkok und gehört zu den traurigsten Orten der Welt.

PETA Asiens jüngste Ermittlung zeigt, dass die dort eingesperrten Tiere in kahlen, dunklen Käfigen sitzen. Verhaltensanreicherung (Enrichment), z. B. durch Beschäftigungsmaterial, gibt es nicht oder kaum. Den Tieren geht es ganz offensichtlich schlecht – so etwa dem Orang-Utan Kat, dem so gut wie nichts zur geistigen Stimulation zur Verfügung steht und der sich nie auch nur annähernd ausreichend bewegen kann. Oder Bua Noi, einer Gorilla-Dame, die ganz allein ist und seit 1983 hinter Gittern sitzt.

Im November 2019 veranstalteten Aktivisten von PETA Asien einen farbenfrohen Protest vor dem Einkaufszentrum. Dies führte zu einem Treffen mit dem Besitzer des Zoos, um die Bedingungen im Zoo und die Möglichkeit zu besprechen, die Tiere an eine anerkannte Auffangstation anzugeben. PETA Asien hat angeboten, alle Tiere in eine Auffangstation zu überführen, wo sie Bäume zum Klettern, Gras zum Wälzen und viele andere Tiere zum Spielen hätten. Obwohl der Eigentümer eine offene Kommunikation zugesichert hat, um diese Angelegenheit weiter zu diskutieren, hat PETA Asien seitdem keine Antwort erhalten.

Die Tiere brauchen Ihre Hilfe

Bitte appellieren Sie an den Manager des Pata Zoos, das Angebot von PETA Asien anzunehmen und die Tiere an eine anerkannte Auffangstation abzugeben.

Online Petition

So leiden die eingesperrten Tiere im Pata Zoo

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Gruß Hubert

Fake Facts   2 comments

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Fake Facts

„Fake Facts“ ist ein Buch von Katharina Nocun und Pia Lamberty.

EINFACHE WAHRHEITEN FÜR EINE KOMPLIZIERTE WELT

Corona ist eine Erfindung der Pharmaindustrie! Menschen, die daran erkranken, müssen so für ihre Sünden büßen! Oder: Das Virus wurde in chinesischen Geheimlaboren gezüchtet!

Verschwörungstheorien verbreiten sich nicht nur im Netz wie Lauffeuer und sind schon lange kein Randphänomen mehr. Katharina Nocun und Pia Lamberty beschreiben, wie sich Menschen aus der Mitte der Gesellschaft durch Verschwörungstheorien radikalisieren und die Demokratie als Ganzes ablehnen.

Welche Rolle spielen neue Medien in diesem Prozess? Wie schnell wird jeder von uns zu einem Verschwörungstheoretiker? Und wie können wir verdrehte Fakten aufdecken und uns vor Meinungsmache schützen?

Aus dem Inhalt:

„Fake News und Verschwörungserzählungen, darin waren sich Experten weltweit einig, haben sich direkt zu Beginn der COVID-19-Pandemie ähnlich rasant verbreitet wie das Virus selbst. Bereits im Februar 2020 warnte der Generaldirektor der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, dass die Welt es nicht nur mit einer Pandemie, sondern auch mit einer „Infodemie“ zu tun habe. Viele der Mythen, die weltweit Verbreitung fanden, kreisten um die Idee, dass es sich bei dem Virus um eine Biowaffe handele, die angeblich in einem Labor, dem Wuhan Institute of Virology, hergestellt worden sei. Einige Medien zitierten noch im Januar 2020 „Experten“, die darüber spekulierten, ob das Virus das Produkt eines chinesischen Biowaffenexperiments sein könnte. Im Netz kursierten zahllose Verschwörungserzählungen, die sich mit dem neuartigen Coronavirus befassten. In YouTube-Videos und Blogs wurde etwa verbreitet, Microsoft-Gründer Bill Gates sei für die Pandemie verantwortlich. Einige Verschwörungsideologen mutmaßten zudem, es hätte bei der COVID-19 Pandemie keine Todesopfer gegeben und bei den Angehörigen und ehemals Erkrankten, die in der Presse zu sehen waren, handele es sich allesamt um bezahlte Schauspieler. Eine solche Haltung kann gefährliche Konsequenzen haben. Wer meint, dass das Virus nicht gefährlicher sei als eine Erkältung, hält sich nicht an empfohlene Maßnahmen. So gefährdet man nicht nur sich selbst, sondern wird auch zum Risiko für andere.“

Portrait
Katharina Nocun ist Wirtschafts- und Politikwissenschaftlerin. In ihrer Arbeit setzt sie sich mit dem Spannungsfeld Digitalisierung und Demokratie auseinander. In ihrem Blog kattascha.de und ihrem Podcast Denkangebot beleuchtet sie die Auswirkungen neuer Technologien für die Gesellschaft. Ihr erstes Buch „Die Daten, die ich rief“ wurde in zahlreichen namhaften Medien aufgegriffen (HANDELSBLATT, SPIEGEL-Online, Zeit-Online, Focus).

Pia Lamberty ist Psychologin und Expertin im Bereich Verschwörungsideologien. Ihre Forschung führte sie an die Universitäten in Köln, Mainz und Beer Sheva (Israel). Darüber hinaus ist sie Mitglied im internationalen Fachnetzwerk „Comparative Analysis of Conspiracy Theories“. Interviews und Berichte über ihre Forschung sind in zahlreichen nationalen und internationalen Medien erschienen (u.a. Tagesschau, Report München, BILD, SWR, WDR, FOCUS, SonntagsZeitung, Vice).

Fake Facts

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Ken Jebsen – KenFM ist auch so ein Verschwörungstheoretiker, der Leute dazu aufstachelt sich an Corona-Protesten zu beteilgen. Er war früher ein rbb Journalist.

Covid-19-Pandemie

Das Fernsehmagazin Monitor bezeichnet KenFM im April 2020 als „eine der bekanntesten ‚alternativen‘ Plattformen in Deutschland“, auf der „voreilige Verharmlosungen zur Grundlage für wütende Kommentare gegen das System“ würden. Die staatlichen Maßnahmen nach Ausbruch der COVID-19-Pandemie würden in verschiedenen Beiträgen als „Corona-Diktatur“, „Machtergreifung“ und „‚asymmetrischer Krieg‘ der ‚Superreichen gegen die restlichen 99 Prozent‘“ bezeichnet. Wissenschaftler bewerteten entsprechende Beiträge als „klassische Verschwörungstheorien“. Man wolle „eine ‚Vielfalt von Perspektiven‘ aufzeigen“, entgegnete demgegenüber die KenFM-Redaktion auf eine Anfrage von Monitor

[…]

Schwangerschaftsabbrüche

Im Februar 2017 spekulierte Jebsen laut Tagesspiegel auf KenFM, dass die Proteste des Women’s March on Washington für Frauen- und Menschenrechte vom Investor George Soros gelenkt worden seien. Dieser „erhoffe sich eine Zunahme an Abtreibungen, damit er am Verkauf toter Embryonen an die Pharmaindustrie verdiene“. Jebsen, der sich laut Sebastian Leber gerne darüber beschwere, dass Journalisten nur über ihn schreiben, aber nie mit ihm sprechen würden, ließ eine Interviewanfrage dazu unbeantwortet, eine weitere lehnte eine Mitarbeiterin Jebsens ab.

https://de.wikipedia.org/wiki/KenFM

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Ken Jebsen, der gefährliche Querfront-Demagoge

 

Hier noch ein paar Videos zu Verschwörungserzählungen.

Lutz van der Horst trifft auf Impfverweigerer | heute-show vom 10.11.2017

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Hier noch ein paar Tipps wie sich Alte vor der Altersarmut schützen können.

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Friedemann Weise hat Tipps, um der Altersarmut zu entfliehen | heute-show vom 10.11.2017

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Gift aus Flugzeugen!? Lutz van der Horst beim Marsch der Verschwörungstheoretiker | heute-show

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Gruß Hubert

Schlachthöfe in Corona-Zeiten: Gefahr für Mensch und Tier   Leave a comment

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Aus Peta.de

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Trotz steigender Zahlen von bestätigten Corona-Infizierten in Schlachthöfen bleiben die Betriebe zum Teil weiterhin geöffnet, da sie angeblich systemrelevant sind. Diese Entscheidung kostet nicht nur zahllose Tiere das Leben, sondern birgt auch ein gesundheitliches Risiko für die Schlachthofmitarbeiter und die gesamte Bevölkerung.

Ausbeutung von Menschen: Teil eines skrupellosen Systems

Kontrollberichte bestätigen immer wieder aufs Neue, dass in Schlachthöfen nicht nur Tiere, sondern auch Menschen ausgebeutet werden. Die in deutschen Schlachthöfen tätigen Arbeiter stammen fast ausschließlich aus Osteuropa, denn kaum ein Deutscher will unter den gegebenen Umständen arbeiten. Die Arbeiter sind oftmals in beengten Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, schuften unter miserablen Arbeitsbedingungen, leisten ständig Überstunden unter teilweise gravierenden Arbeitsschutzmängeln – und dies meist unter dem Mindestlohn. Die Sprachbarriere erschwert es ihnen, ihre Rechte durchzusetzen; die meisten von ihnen arbeiten im Rahmen von Werkverträgen – was die Industrie zu ihren Gunsten nutzt. Die Tötung und Zerlegung hilfloser Tiere am Fließband führt oft zu psychischem Stress. Da bei längerer krankheitsbedingter Fehlzeit mit Jobverlust zu rechnen ist, gehen Schlachthofmitarbeiter oftmals zur Arbeit, selbst wenn sie krank sind [1]. Dadurch gefährden sie jedoch nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Kollegen und Familien.

Schlachthöfe als Corona-Hotspots

In der Schlachtbranche arbeiten und wohnen Tausende Menschen dicht aneinandergedrängt – ohne ausreichende Möglichkeiten zur Einhaltung von Hygienemaßnahmen. Es ist daher kein Zufall, dass es ausgerechnet in der Fleischindustrie vermehrt zu Corona-Ausbrüchen kommt. Von den bisher Corona-positiv getesteten Mitarbeitern in deutschen Schlachtbetrieben zeigte kaum jemand Symptome. Obgleich dies die Gefahr und Fahrlässigkeit der Weiterführung der Betriebe unterstreicht, bleiben die meisten Schlachthöfe weiterhin geöffnet. Die Fortführung der Produktion vor diesem Hintergrund zeigt einmal mehr, dass im System der Fleischindustrie Profit über dem Wohl von Tieren und Menschen steht und die Ausbeutung der Arbeiter zur Tagesordnung gehört. Die Menschen sind Opfer, genau wie die Tiere. Wenn in der Fleischindustrie so mit Menschen umgegangen wird, dann dürfte jedem klar sein, wie katastrophal die Situation für die Tiere bei der Haltung und Schlachtung sein muss.

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Tierwirtschaft gefährdet die Bevölkerung

Trotz der hohen Zahl an Corona-Infektionen bleiben Schlachthöfe geöffnet, da sie als „systemrelevant“ eingestuft werden. Doch Fleisch ist alles andere als lebensnotwendig – im Gegenteil: Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) spricht sich eindeutig für eine fleischärmere, abwechslungsreichere und auf pflanzlichen Lebensmitteln basierende Kost aus. Sie verdeutlicht, dass Fleischkonsum zu einem erhöhten Risiko für u. a. Diabetes Typ 2, Dickdarmkrebs und Herz-Kreislauf-Krankheiten führen kann. [2] Zudem begünstigt die Gier nach Fleisch Infektionskrankheiten wie die Vogelgrippe H5N1, SARS und multiresistente Keime. Tiermärkte, Agraranlagen und Schlachthöfe sind Brutstätten für tödliche Keime und somit auch Hotspots für Zoonosen wie COVID-19. Die Tiere fristen ihr Leben oftmals zusammengepfercht auf engstem Raum in ihren eigenen Exkrementen, was die Wahrscheinlichkeit der Entstehung und Verbreitung von Krankheitserregern erhöht. Bei 75 Prozent – und somit bei drei von vier aller neu auftretenden Infektionskrankheiten – handelt es sich um Zoonosen, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden. [3] Bereits 2004 nannte die Weltgesundheitsorganisation WHO die steigende Nachfrage nach tierischen Produkten als eine der Hauptursachen für die Entstehung von Zoonosen. [4] Zudem ist der Konsum tierischer Produkte für viele weitere Umwelt– und Gesundheitsprobleme unserer Zeit verantwortlich.

Millionen sterben einen gewaltsamen Tod bei vollem Bewusstsein

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Jedes Jahr werden in Deutschland rund 800 Millionen Landlebewesen getötet – Tiere, die wie wir Menschen Freude, Angst und Schmerz empfinden. Nachdem sie ihr Leben lang meist eingepfercht und getrennt von ihren Familien dahinvegetieren, erwartet sie weit vor ihrer natürlichen Lebenserwartung ein gewaltsamer Tod. Aufgrund unmenschlicher Arbeitszeiten und der Schlachtung im Akkord stehen Fehlbetäubungen in vielen Schlachthäusern an der Tagesordnung, d. h. die Tiere erleben den Kehlenschnitt bei vollem Bewusstsein. Zusätzlich werden die gesetzlich festgelegten Zeiten zwischen Betäubung und tatsächlicher Tötung oftmals nicht eingehalten, was dazu führt, dass die Tiere vor oder während der Tötung wieder zu Bewusstsein kommen. Je nach Betäubungsart liegt die Rate der unzureichenden Betäubung laut Bundesregierung bei Schweinen zwischen 3,3 und 12,5 Prozent und bei Rindern zwischen 4 und 9 Prozent, wenn sie getötet werden [5]. Das sind jährlich bis zu 7,5 Millionen Schweine und weit über 300.000 Rinder – die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Dass die Fehlbetäubungsrate für Hühner und Puten noch nicht ermittelt wurde, könnte damit zusammenhängen, dass diese Lebewesen im Schlachthof gar nicht als Individuen angegeben werden, sondern lediglich als Schlachtmenge in Tonnen.

Großflächige PETA-Schlachthof-Anzeigen in mehreren Tageszeitungen

Das Leid der Tiere wird in den meisten Medienberichten derzeit nicht erwähnt. Deshalb schalten wir derzeit an mehreren Corona-Schlachthof-Hotspots wie Coesfeld und Birkenfeld großflächige Zeitungsanzeigen, um für eine dauerhafte Schließung dieser Tierhöllen zu werben. In einer überregionalen Zeitung konfrontieren wir die Leser mit dem Bild einer angsterfüllten Kuh mit einem Schlagbolzen am Kopf und dem Appell, Fleisch vom Teller zu verbannen.

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Was Sie tun können

Bitte sehen Sie von der Unterstützung dieser skrupellosen Industrie und der damit verbundenen Ausbeutung von Arbeitern und Tieren ab. Greifen Sie beim Einkauf stets zu pflanzlichen Produkten. Mit jedem Kauf tierischer Produkte wird eine Reihe von Ereignissen in Gang gesetzt, die möglicherweise die nächste Zoonose auslösen könnte. Helfen Sie mit, das Risiko einer weiteren Pandemie zu vermindern. Melden Sie sich noch heute für unser kostenloses und unverbindliches Veganstart-Programm an und machen Sie einen Unterschied.

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Schlachthöfe in Corona-Zeiten: Gefahr für Mensch und Tier

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Gruß Hubert

Pelztiere erkranken massenhaft an Covid-19   5 comments

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Aus der SZ

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Ein Nerz blickt aus einem Versteck in dem rund 40 Quadratmeter großen Zuchtgehege in der Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen in Niedersachsen. Auch Nerze können an dem neuen Coronavirus erkranken. (Foto: dpa)

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Der neue Erreger grassiert in niederländischen Nerzfarmen. Können sich auch Menschen dort anstecken?

Nerze sind possierliche Tiere aus der Familie der Marder, werden zwischen 30 und 40 Zentimeter groß, ihr flacher Kopf und Schwimmhäute zwischen einigen Zehen kennzeichnen sie als exzellente Schwimmer. Sie haben ein dichtes, weiches, wasserabweisendes Fell, weswegen der Mensch sie züchtet. Sie können sich mit Sars-CoV-2 infizieren.

Am 26. April wurde bekannt, dass Tiere auf zwei niederländischen Nerzfarmen das neuartige Coronavirus in sich tragen, daran erkranken und den Erreger sehr wahrscheinlich auch an ihre Artgenossen weitergeben. Die ersten Untersuchungen ergaben, dass an Covid-19 erkrankte Mitarbeiter der Zuchtbetriebe den Erreger eingeschleppt haben. Infizierte Nerze leiden wie Menschen an Atemwegsbeschwerden, manche haben Probleme mit dem Verdauungstrakt, die Sterblichkeit in den Ställen stieg an.

Mittlerweile ist der Erreger auf zwei weiteren Farmen angekommen. Neuinfektionen in den Ställen müssen an die zuständigen Überwachungsbehörden gemeldet werden. Die Regierung hat entschieden, dass die Nerze vorerst nicht mehr transportiert werden dürfen, auch die Fäkalien müssen bei den Farmen verbleiben, bis das Infektionsrisiko geklärt ist. Das niederländische Landwirtschaftsministerium schätzt das Infektionsrisiko in der Umgebung der Ställe zwar als gering ein, dennoch wurden und werden Luft- und Staubproben aus dem Umfeld untersucht. In den ersten Luftproben wurden nach Angaben des Ministeriums keine Viren gefunden. Allerdings wurden die Wissenschaftler bei Staubpartikeln im Gebäude fündig. Unklar ist, ob sich Menschen über solche Stäube infizieren können. Die Behörden empfehlen, 400 Meter Abstand zu den Stallungen zu wahren.

Zuchtbetriebe, in denen viele Tiere auf engem Raum leben, bergen grundsätzlich ein hohes Risiko

Das niederländische Nationale Institut für öffentliche Gesundheit schätzt das Risiko, dass infizierte Tiere einen Menschen anstecken, als gering ein – zumindest im Vergleich mit der Ansteckungsgefahr zwischen zwei Menschen. Dass dieses Risiko besteht, ist jedoch nicht von der Hand zu weisen. Immerhin stammt das neue Coronavirus aus dem Tierreich.

Die Virologin Isabella Eckerle vom Geneva Centre for Emerging Viral Diseases der Universität Genf ist deshalb auch nicht überrascht, dass der Erreger bei Nerzen gefunden wurde. „Frettchen werden als Tiermodell zur Forschung an Sars-CoV-2 verwendet, auch das sind kleine Fleischfresser aus der Familie der Marder. Wenn die sich infizieren können, dann ist es naheliegend, dass es auch bei Nerzen funktioniert.“

Ziemlich sicher kursierten Virusvorgänger von Sars-CoV-2 in Fledermäusen, bevor sie über einen Zwischenwirt zum Menschen gelangten. So war es sehr wahrscheinlich auch beim ersten Sars-Virus vor bald 20 Jahren. Damals wurden Schleichkatzen oder Marderhunde als Zwischenwirte diskutiert, ebenfalls kleine Fleischfresser. Zuchtbetriebe für solche Tiere halten Eckerle und viele andere Expertinnen und Experten für Risikofaktoren für die Ausbreitung von Krankheiten. „Das sind menschengemachte Evolutionsbeschleuniger. So viele Tiere leben natürlicherweise nicht zusammen auf engem Raum“, sagt Eckerle. Auch beim Sprung von Sars-CoV-2 auf den Menschen werden mittlerweile Marderhunde als Zwischenwirte diskutiert. „Das ist so ein Szenario. Die werden in China in großem Stil wegen ihres Fells gezüchtet“, sagt Eckerle.

Wahrscheinlich verbreitet sich das Virus per Tröpfcheninfektion zwischen den Tieren

Die Virologin glaubt allerdings nicht, dass von den infizierten Nerzen in den Niederlanden eine besondere Gefahr für Menschen ausgeht. „Eventuell wird sich der Erreger auch in den Tieren verändern, aber die Zahl der Infektionen dort ist im Vergleich zu den vielen Millionen infizierten Menschen weltweit doch sehr gering.“ Außerdem machen Mutationen das Virus nicht zwangsläufig gefährlicher. Auch eine Abschwächung wäre denkbar.

Tiermediziner der Universität Wageningen haben bereits ein kleines Forschungsprogramm aufgelegt, das sie nun in den infizierten Zuchtbetrieben abarbeiten wollen. Insgesamt gibt es etwa 140 Nerzfarmen in den Niederlanden. Die Forscher wollen zum Beispiel klären, ob und wie stark sich die Tiere untereinander infizieren. Sie schreiben in einer Stellungnahme, es sei plausibel, dass sich der Erreger zwischen den Tieren per Tröpfchen durch die Luft verbreite, wie bei Menschen. Alle marderartigen Tiere seien extrem empfänglich für Coronaviren. Sie haben in ihren Lungen dieselben Rezeptormoleküle, die es den Viren auch in menschlichen Organen ermöglichen, in die Zellen einzudringen. Auch scheinbar gesunde Tiere wollen die Forscher auf das Virus testen. Genau wie Menschen könnten Nerze infiziert sein, ohne Symptome zu entwickeln. Außerdem sollen alle Katzen auf den betroffenen Farmen auf das Virus getestet werden.

China schlägt derweil einen riskanten Kurs ein. Viele Arten wie Nerze und Marderhunde, die als Überträger von Coronaviren und anderen Erregern infrage kommen, sollen nicht mehr als Wildtiere eingestuft werden, um den Handel zu erleichtern. Das berichtet die britische Zeitung Independent. Demnach werden in China jährlich 50 Millionen Tiere wegen ihres Fells getötet. Durch die Reklassifizierung steige die Gefahr, dass Krankheitserreger von Tieren auf den Menschen überspringen.

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Gruß Hubert