Archiv für die Kategorie ‘Wirtschaft

Inge Hannemann – Hartz IV-Rebellin   Leave a comment

.
Ich habe großen Respekt vor Inge Hannemann, der Hartz IV-Rebellin. Es braucht schon viel Mut sich gegen Hartz IV zu stellen, wenn man wie sie selbst da gearbeitet hat. Das Hartz IV System ist menschenverachtend, und unwürdig, vor allem die Sanktionen dazu, die man zynisch nennen muss. Außerdem werden da oft auch ungesetzliche Maßnahmen getroffen, weil Mitarbeiter das Gesetz nicht genau kennen oder willkürlich vorgehen. Die Schnüffelei bei Hartz IV ist in höchstem Maße ekelig und widerlich. Inge Hannemann arbeitete in einem Hamburger Jobcenter.

Aus Spreezeitung.de

„Die Jobcenter übernehmen die Aufgabe eines paternalistischen Staates“

Inge Hannemann war acht Jahre lang in einem Hamburger Jobcenter tätig und spart nicht mit Kritik am System. So spricht sie in Hinblick auf die Hartz IV-Gesetzgebungen von einem Bürokratiemonster, das betroffenen Bürgern, die gerne auch als „Kunden“ bezeichnet werden, mit Misstrauen und Vorbehalten begegnet.

Hier weiterlesen:

http://www.spreezeitung.de/19303/hartz-iv-die-jobcenter-uebernehmen-die-aufgabe-eines-paternalistischen-staates/

.

„Hartz-IV-Rebellin“ Inge Hannemann bei Beckmann

.

.

.

Aus deutschlandradiokultur.de

Kampf für Menschenrechte in Jobcentern

.

Die ehemalige Jobcenter-Mitarbeiterin Inge Hannemann am 20.11.2014 in Hamburg. (picture alliance / dpa / Daniel Bockwoldt)
Die ehemalige Jobcenter-Mitarbeiterin Inge Hannemann ist inzwischen Politikerin. (picture alliance / dpa / Daniel Bockwoldt)

.

Inge Hannemann wurde von ihrem Posten als Jobcenter-Mitarbeiterin suspendiert, weil sie öffentlich das Hartz-IV-System kritisiert hatte. Jetzt kämpft sie mit ihrer Initiative „Sanktionsfrei“ gegen die Gängelung von Leistungsberechtigten.

Team-Sitzung bei der Initiative „Sanktionsfrei“. Neun Mitarbeiter zwischen 20 und 30 sitzen an diesem Vormittag im Besprechungsraum des modernen Loftbüros in Berlin-Kreuzberg. Die Stimmung ist ausgelassen, das erste Spendenziel wurde wenige Tage vorher erreicht: 75.000 Euro sind durch Crowdfunding zusammengekommen.

„Dann glaube ich jetzt, dass wir es schaffen. Natürlich schaffen wir das.“

Auch Inge Hannemann freut sich sichtlich, dass sie ihrem Ziel näher gekommen ist:

„Man kann es Vision nennen. Ich möchte einfach eine gerechtere Gesellschaft, ich möchte Menschen helfen, die von Hartz IV betroffen sind.“

… und die Initiative „Sanktionsfrei“ soll genau das leisten. Mit einer Online-Plattform will sie Hartz-IV-Empfänger unterstützen, denen die Leistungen vom Jobcenter gekürzt wurden – ihnen Rechtsberatung anbieten und Handlungsalternativen aufzeigen. Es soll sogar einen Solidartopf geben, aus dem Betroffene kurzfristige Darlehen erhalten können.

Als Jobcenter-Mitarbeiterin suspendiert

Mit ihrem Kampf gegen Hartz IV ist die gebürtige Hamburgerin bundesweit bekannt geworden. Vor drei Jahren wurde sie von ihrem Posten als Jobcenter-Mitarbeiterin suspendiert: Statt Sanktionen zu verhängen, hatte sie sich öffentlich dagegen ausgesprochen.

„Hartz-IV-Rebellin“ nannten sie die Medien.

„Ich bin froh, dass es überhaupt Querulanten gibt. Weil, ich glaube ohne Querulanten würde es dahinplätschern, also gäbe es auch keine Öffentlichkeit von Missständen.“

Während der Besprechung sitzt Inge Hannemann am Tischende. Die 47-Jährige mit den glatten, dunkelbraunen Haaren und der Brille hört konzentriert zu, ergänzt nur ab und zu etwas oder bringt ihre Meinung mit ein.

.

Im Besprechungsraum der Initiative hängt ein Plakat mit der Aufschrift: "Die Würde des Menschen ist sanktionsfrei" (Sanktionsfrei)

Im Besprechungsraum der Initiative hängt ein Plakat mit der Aufschrift: „Die Würde des Menschen ist sanktionsfrei“ (Sanktionsfrei)

.

Im Besprechungsraum der Initiative hängt ein großes Plakat: „Die Würde des Menschen ist sanktionsfrei“ steht darauf. Dafür kämpft sie.

Tag für Tag werde gegen Gesetze verstoßen

In einem Promotion-Video der Initiative erklärt sie, warum:

„Ich bin Inge Hannemann und ich habe viele Jahre als Arbeitsvermittlerin in diversen Jobcentern gearbeitet. Und eines hab ich dabei festgestellt: Tag für Tag wird in den Jobcentern gegen Gesetze verstoßen…“

… indem zum Beispiel durch die Sanktionen das gesetzliche Existenzminimum unterschritten wird. Das sei menschenunwürdig, stellt Hannemann klar.

Dagegen will sie was unternehmen:

„Die Grundidee ist tatsächlich, die Menschen dazu aufzufordern, in den Widerstand zu gehen, gegen die Sanktionsbescheide auch rechtlich anzugehen, oder auch einen Widerspruch, und zu sagen, wir haben unser Recht und das Recht nehmen wir.“

.

Hier weiterlesen:

http://www.deutschlandradiokultur.de/ex-mitarbeiterin-inge-hannemann-kampf-fuer-menschenrechte.2165.de.html?dram:article_id=351598

.

Siehe auch:

Absurd und menschenverachtend – das System Jobcenter

http://www.stern.de/wirtschaft/news/guenther-wallraff–system-jobcenter-ist-absurd-und-menschenverachtend-5925748.html

.

Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 12. März 2017 von hubwen in Politik, Uncategorized, Wirtschaft

Getaggt mit , ,

AfD – wirtschaftsfreundlich statt sozial   7 comments

.

Ein Gradmesser bei einer Partei ist bei mir wie es mit der Sozial- und Steuer-Politik ausschaut. Diesen Test würde bei mir die AfD nicht bestehen. Denn ich sehe nicht ein, dass ich für die Wirtschaftsfreundlichkeit Einschnitte im Sozialen hinnehmen müsste. Gerade in der heutigen Zeit wo man den Sozialstaat schon sehr klamm hält möchte ich nicht einen Rückzug des Sozialstaats: „Gegebenenfalls erforderliche staatliche Eingriffe sind auf das notwendige Minimum zu begrenzen“. Und vor allem möchte ich keine Reiche noch mehr entlasten, deren Obulus schon heute mickrig zu nennen ist. Ich weiß nicht ob das allen kleinen Leuten bei der AfD bewusst ist. Auf keinem Fall darf es bei mir bei einer Partei in die Neoliberale Richtung gehen!

.

Aus n-tv.de

Jörg Meuthen und Frauke Petry wollen Geringverdiener schützen, haben der AfD aber wirtschaftsliberale Ziele verordnet. Jörg Meuthen und Frauke Petry wollen Geringverdiener schützen, haben der AfD aber wirtschaftsliberale Ziele verordnet.(Foto: picture alliance / dpa)
.
.

Wirtschaftsfreundlich statt sozial. Die AfD täuscht die kleinen Leute

.

Offiziell inszeniert sich die AfD als Partei der Geringverdiener und Schwachen. Doch ein Blick in das frisch beschlossene Programm zeigt: In Wahrheit macht sie knallharte Klientelpolitik für Besserverdiener und die Wirtschaftslobby.

„Der Islam gehört nicht zu Deutschland.“ Mit diesem Satz erregt die AfD derzeit bundesweites Aufsehen nach ihrem Parteitag. Es ist eine Art neues Leitmotiv ihres frisch beschlossenen Programms. In der Empörung geht unter, was ihr bald noch viel größere Probleme bereiten könnte.

Vor allem Nichtwähler, Arbeitslose und Arbeiter machen ihr Kreuz bei der AfD. Sie will Schutzmacht der kleinen Leute sein: „Partei des sozialen Friedens“, die für „Solidarität gegenüber den Schwachen“ stehe, hat ihre Chefin Frauke Petry sie genannt. Doch ein Blick auf die nun offiziell beschlossenen Ziele der Partei entlarvt das als Lippenbekenntnis. Die AfD geriert sich als Anwalt der Geringverdiener. Und macht in Wahrheit knallharte Klientelpolitik für Firmen und Reiche.

„Auf breiter Front deregulieren“

Nirgends werden die Widersprüche im Programm deutlicher als in der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Einerseits propagiert die AfD soziale Gerechtigkeit: Den Mindestlohn will sie beibehalten, die Bundesagentur für Arbeit auflösen. Familien will sie stärker fördern, indem die Anzahl der Kinder und Erziehungsleistungen bei der Rente angerechnet werden.

Andererseits fordert sie den Rückzug des Sozialstaats: „Gegebenenfalls erforderliche staatliche Eingriffe sind auf das notwendige Minimum zu begrenzen“. Die AfD will einen „schlanken, aber starken Staat. Einen Staat, auf den Verlass ist, wo man ihn braucht, und der dem Unternehmer keine bürokratischen Knüppel zwischen die Beine wirft.“ Ihr Programm liest sich in Teilen wie eine Broschüre der Arbeitgeberverbände: „Wir wollen auf breiter Front deregulieren. Je mehr Wettbewerb und je geringer die Staatsquote, desto besser für alle.“ Selbst bei der FDP finden sich solche Sätze nicht.

Auch beim Steuerrecht macht die AfD mitnichten Politik für die kleinen Leute. Zwar plant die Partei, das Steuerrecht drastisch zu vereinfachen, um Mittel- und Geringverdiener sowie Familien zu entlasten. Dafür strebt die AfD „einen neuen Einkommensteuertarif mit wenigen Stufen und einem deutlich höheren Grundfreibetrag“ an.

Reiche und Steuerhinterzieher entlasten

Das Problem ist nur: Besserverdiener profitieren von diesem System stärker als Geringverdiener, weil sie im Vergleich zum heute geltenden Recht viel mehr entlastet werden. Die AfD-Pläne sind angelehnt an das Stufenmodell des ehemaligen Verfassungsrichters Paul Kirchhof, der dafür schon im Wahlkampf 2005 als Schatten-Finanzminister von Angela Merkel Kritik erntete.

Und noch ein viel klareres Zugeständnis an Reiche und Firmen findet sich im AfD-Programm: Die Erbschafts- und Vermögenssteuer will die Partei gleich ganz abschaffen, die Gewerbesteuer auf den Prüfstand stellen. Woher die fehlenden Einnahmen kommen sollen, sagt sie nicht. Auch weite Teile von Union und FDP sehen die Erbschaftssteuer kritisch, weil sie oft mittelständische Betriebe trifft und so womöglich Jobs bedroht. Doch selbst die Konservativen und Liberalen wollen die Steuer lediglich nicht weiter erhöhen, statt sie ganz abzuschaffen.

Und auch für Steuerhinterzieher hat die AfD offenbar ein Herz. Sie will das Bank- und Steuergeheimnis wiederherstellen: „Steuerdaten deutscher Bürger sind sensible Daten und sollten vom Staat vertraulich behandelt und nicht mit anderen Institutionen oder fremden Staaten ausgetauscht werden“.

Marktwirtschaft oder völkischer Sozialismus?

Neben den Widersprüchen im Programm klaffen wie bei den meisten Themen in der AfD auch in puncto Wirtschaftspolitik noch tiefere Gräben zwischen Parteispitze und der immer radikaleren Basis. Der Flügel um den vergleichsweise gemäßigten Parteichef Jörg Meuthen will eine neoliberale Marktwirtschaft. Hardliner wie Thüringens Landeschef Björn Höcke eher einen völkischen Sozialismus.

„Die soziale Frage der Gegenwart ist nicht primär die Verteilung des Volksvermögens von oben nach unten oder alt nach jung“, sagte Höcke in Schweinfurt nur zwei Tage vor dem Stuttgarter Parteitag. „Die neue deutsche soziale Frage des 21. Jahrhunderts ist die Frage nach der Verteilung des Volksvermögens von innen nach außen“, sagte Höcke mit Blick auf Einwanderer, Flüchtlinge und andere Nationen.

Höcke hat bereits gefordert, dass die AfD das Thema soziale Gerechtigkeit zum Schwerpunktthema macht. Die wirtschaftsliberalen Ziele des Parteiprogramms trägt er nicht mit: „Ich traue den Großbanken und Hedgefonds nicht. Ich traue dem Kapital und dem ungedeckten Papiergeld nicht. Eine neue deutsche Politik hat alles zu unternehmen, die Nation als Vertrauens- und Solidargemeinschaft zu erhalten.“ Auf Dauer kann die AfD schwer beides sein: Anwalt der Schwachen und Interessenvertreter der Konzernlobby, völkisch sozial und wirtschaftsliberal. Sie wird sich irgendwann entscheiden müssen.

Von Hannes Vogel

AfD – wirtschaftsfreundlich statt sozial

.

AfD-Wähler sind ja meistens auch Trump-Anhänger. Ich möchte ihnen folgendes zu bedenken gebe, wie Trump über die Deutschen denkt.

Trump sagte, er weiß nicht ob er mit Putin auskommen werde, er hoffe schon, denn Russland kann nuns helfen Nazideutschland zu bekämpfen.
.

.
trump-nazi-dtl
.
Video bei Facebook (Nazideutschland etwa bei 45 Sekunden):
https://www.facebook.com/glasauge.satire/videos/vb.104379568299/10154550223428300/?type=2&theater

„Trump sagt immer das, was ihm gerade am besten in den Kram passt. Als man ihn kurz nach seiner Wahl auf seine Halbwahrheiten und Lügen im Wahlkampf ansprach und fragte, ob ihm das leid täte, sagte er: ‚Nun, ich habe die Wahl gewonnen, oder?‘ Ihm ist es also völlig egal, ob das, was er gerade sagt, stimmt oder nicht!“

Aus http://www.tagesschau.de/ausland/trump-schweden-101.html

.

Gruß Hubert

Kritik an Trumps Kurs zur Bankenderegulierung   Leave a comment

.

Ich halte die Bankenderegulierung, die Trump kürzlich angeordnet hat für sehr gefährlich. Eine Lehman-Wiederholung wird so viel eher wieder möglich und der nächste Crash könnte drohen. Der Steuerzahler darf dann wieder die Banken mit Milliarden retten. Trump gab ja die Wahlversprechen ab das Establishment und Wall-Street zu schwächen. Dann setzt er den Ex-Investmentbanker Mnuchin, der für Goldman Sachs gearbeitet hat, als Finanzminister ein. Da kann ich nur lachen, wenn einer sagt er würde das Establishment bekämpfen. Aber das sind eben rechte Widersprüche.

Aus der ZEIT

Sorge vor Lehman-Wiederholung

Berlin/Washington (dpa) – US-Präsident Donald Trump stößt mit seinen Plänen, die Regelungen für die Finanzbranche zu lockern, auf Kritik auch in Deutschland.

Trump lege mit seinen Vorbereitungen „die Grundlagen für die nächste Finanzkrise“, sagte der finanzpolitische Sprecher der Fraktion, Gerhard Schick, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. „Er zeigt damit, dass er auf Seite der Wall-Street-Banken steht, nicht auf Seite seiner Wähler.“

Am Freitag hatte Trump angeordnet, nach der Finanzkrise eingeführte Regeln auf ihre Notwendigkeit hin zu überprüfen. Den sogenannten Dodd-Frank-Act hatte die Obama-Regierung 2010 erlassen. Er galt als einer der Meilensteine der Regierungszeit von Präsident Barack Obama. Er stellt zudem die Umsetzung von Beschlüssen der G20-Staaten dar, zu denen sich auch die USA verpflichtet hatten.

Innerhalb des Gesetzespaketes wurde es unter anderem mit der „Volcker Rule“ den Banken verboten, auf eigene Rechnung zu spekulieren. Von Anfang an gab es Widerstand aus der republikanischen Partei und von der Finanzbranche.

 […]

Trump, in dessen Regierung mehrere Ex-Manager von Hedgefonds und Investmentbanken tätig sein werden, hatte schon zuvor angekündigt, die Finanzbranche wieder von der Leine lassen zu wollen. Es gehe ihm vor allem darum, dass kleine Betriebe wieder einfacher an Kredite kämen, sagte er.

Die Wall Street hatte durch die Verfehlungen von Banken und Spekulanten, nicht zuletzt mit der Pleite der Bank Lehman Brothers, die Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009 maßgeblich verschärft.

[…]

Ein Marktanalyst aus London warnte vor einem kompletten Kippen des Dodd-Frank-Gesetzes zur Regulierung der Finanzbranche. „Das würde das ganze System dem Risiko aussetzen, dass sich (die Finanzkrise) 2008 wiederholt“, sagte Jasper Lawler vom Brokerhaus London Capital dem Sender BBC. Er betonte aber: „Einiges von Dodd Frank rückgängig zu machen, ist eine gute Sache.“ Kleinere Banken könnten davon profitieren und wettbewerbsfähiger werden.

.

Kritik an Trumps Kurs zur Bankenderegulierung

.

Hier noch einiges zum neuen Finanzminister Mnuchin ebenfalls aus der ZEIT.

Ex-Investmentbanker Mnuchin neuer Finanzminister

Von Goldman Sachs ins Finanzministerium der USA: Steven Mnuchin ist als Minister in der Regierung Trump vereidigt worden. Die Demokraten stimmten im Senat gegen ihn.

 

USA: Der neue US-Finanzminister Steven Mnuchin
Der neue US-Finanzminister Steven Mnuchin © Mandel Ngan/AFP/Getty Images

.

Der US-Senat hat Steven Mnuchin als neuen Finanzminister der Vereinigten Staaten bestätigt. Die Abstimmung fiel knapp aus: 53 Senatoren stimmten für den Kandidaten von US-Präsident Donald Trump, 47 gegen ihn. Während alle republikanischen Senatoren für den ehemaligen Investmentbanker stimmten, erhielt er von den Demokraten nur eine Stimme. Joe Manchin aus West Virginia war der Einzige, der mit den Republikanern stimmte.

„Das Finanzsystem unserer Nation liegt in wirklich großartigen Händen“, sagte Trump bei der Vereidigung Mnuchins am Montagabend. Der neue Finanzminister werde nach seiner Karriere im privaten Sektor nun für die amerikanischen Steuerzahler arbeiten.

Mnuchin arbeitete jahrzehntelang als Manager für Goldman Sachs, später gründete er die Filmproduktionsfirma Dune Capital. Während der Immobilienkrise in den USA verdiente Mnuchin als Direktor der Bank OneWest Geld mit Hypothekgeschäften. Die Opposition sieht seine Nominierung kritisch, da OneWest dafür bekannt ist, besonders hart gegen Hausbesitzer vorzugehen, die Schwierigkeiten haben, ihre Hypotheken zu bedienen.  

Noch vor wenigen Wochen verweigerten die Abgeordneten im Finanzausschuss des Senats ihre offizielle Bestätigung für Mnuchin und verzögerten so die Abstimmung. Die demokratische Senatorin Debbie Stabenow warf Mnuchin vor, er habe in seiner Karriere von dem Unglück arbeitender Menschen profitiert. Die Republikaner im Senat hingegen lobten Mnuchins langjährige Erfahrung in der Finanzwelt. Sie sei eine gute Voraussetzung für seine künftige Arbeit. Es wird erwartet, dass Mnuchin als Finanzminister die Überarbeitung des Steuersystems und die Deregulierung des Finanzsystems vorantreibt.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-02/steven-mnuchin-finanzminister-senat-investmentbank-immobilien

.

Gruß Hubert

 

Horrorszenario aus den 30er-Jahren?   Leave a comment

.

Jeder gegen jeden geht nicht gut, nicht zuletzt auch in der Wirtschaftspolitik. Es ist in der Wirtschaft heute alles zu sehr vernetzt und abhängig voneinander. Bei jeder gegen jeden verlieren zum Schluß alle und das könnte auch zu einer großen Wirtschaftskrise führen. Währungs- und Handelskriege sind ein sehr gefährliches Spiel und könnte für den Inititator zum Eigentor werden. Ein Wettlauf um Abwertungen der Währungen kann schlecht enden.

Aus msn.com

Donald Trumps Politik könnte zu einem Abwertungswettlauf bei den globalen Währungen führen © dpa Donald Trumps Politik könnte zu einem Abwertungswettlauf bei den globalen Währungen führen
.
.

Die Tiraden aus dem Weißen Haus gegen Deutschland, die EZB und den Euro wecken böse Erinnerungen. In den 30er-Jahren zettelten die Briten den bislang letzten Währungskrieg an – mit fatalen Folgen.

In Angela Merkels Gesicht war so etwas wie gelöste Zufriedenheit zu erkennen, als die Führer der 20 großen Industriemächte in London ihr Abschlusskommuniqué verkündeten. Denn die Staatschefs schickten ein Signal grimmiger Entschlossenheit in die Welt: Seht her, es ist Krise, aber wir werden alles tun, um eine große Depression wie in den 30er-Jahren zu verhindern. Es mag fünf Billionen Euro kosten oder sechs, egal, wir werden sie aufbringen. Das war im April 2009. Ein paar amerikanische Banken hatten die Welt an den Abgrund geführt.

Nun, acht Jahre später, kann von großer Einigkeit keine Rede mehr sein. Das hat viel mit den USA zu tun, besonders mit Donald Trump, dem neuen Präsidenten. Er hat in den vergangenen Tagen die neue Tonlage gesetzt: Vorwürfe und Anfeindungen, gegen den Euro und besonders gegen Deutschland.

Jüngstes Beispiel: Diese Woche nutzte Trumps nationaler Handelsberater Peter Navarro ein Interview, um scharf gegen den Euro und vor allem Deutschland als Exportnation zu polemisieren: Berlin bereichere sich mithilfe einer zu billigen Gemeinschaftswährung auf Kosten der USA und anderer Nationen.

Und damit die Botschaft auch ganz sicher in Berlin ankam, polterte der Herr im Weißen Haus am nächsten Tag gleich noch ein wenig hinterher: Japan und China würden ihre unterbewerteten Währungen ausnutzen, um Exporterfolge zu erzielen. Natürlich auch zum Schaden des amerikanischen Volkes. Kanzlerin Angela Merkel und zuletzt auch der Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, traten den Vorwürfen entschieden entgegen. Die neue US-Regierung beeindruckte das aber wenig.

Die Finanzmärkte reagierten verschreckt auf die Ausfälle aus dem Oval Office, die Kurse an den wichtigen Börsen sackten weltweit ab. Bis dahin hatte Trump einiges versprochen, was die Fantasien der Börsianer befeuert: staatliche Investitionen, niedrigere Steuern und weniger Regulierung.

Doch es zeichnet sich nun ab, dass Washington gerade an einem Sprengstoff bastelt, der womöglich Amerikas Fesseln sprengt – aber das globale Finanzsystem gleich mit. Es gibt derzeit einiges, das an die dunkelsten Zeiten der Weltwirtschaft erinnert.

.

http://www.msn.com/de-de/finanzen/maerkte/es-tut-sich-ein-horrorszenario-aus-den-30er-jahren-auf/ar-AAmHPbx?ocid=MSN_Mailing_EU_DE_2017_Feb10#page=1

Seite 2

Trump versucht, den Euro anzugreifen

„Der Währungskrieg hat schon begonnen“, sagt beispielsweise der Wirtschaftshistoriker Harold James, Professor an der renommierten Princeton-Universität. Seit 80 Jahren habe kein US-Präsident derart isolationistische Töne angeschlagen. „Die Rhetorik mag Teil der Verhandlungsstrategie sein. Aber sie wird wohl kaum positive Ergebnisse bringen“, sagt James.

Er sollte es wissen. Er hat die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen intensiv studiert. Und anhand der Äußerungen von Trumps Team glaubt er eine simple Strategie zu erkennen: die nämlich, die Handelspartner in Europa zu schwächen. „Das Weiße Haus versucht, den Euro anzugreifen oder zu suggerieren, dass die Währungsunion zerfällt.“ James glaubt, dass das schiefgeht.

Denn je mehr Kapital aus der EU in den Dollar-Raum fliehe, desto höher steige der Greenback. Desto schwieriger werde es für amerikanische Unternehmen, konkurrenzfähig zu bleiben. Und wenn James die Dinge richtig vorhersieht, dann wird Trumps Regierung darauf reagieren, indem sie noch mehr Zölle und Beschränkungen für ausländische Unternehmen einführt, die in den USA Geschäfte machen wollen.

Trump, sagt James, treibe die Welt in einen „Teufelskreis von Währungskrieg und Protektionismus“. Diese Gefahr sehen inzwischen auch Wirtschaftsbosse. Eine Mehrheit der deutschen Wirtschaftsführer hält inzwischen einen Währungskrieg für die größte Gefahr, die von Trump ausgeht. Mehr als ein Drittel der Vorstände ist alarmiert, das ergab eine Umfrage der „Welt am Sonntag“.

Das erklärt auch die gedrückte Stimmung an den Börsen. Von dem anfänglichen Hurra nach der Wahl Trumps ist nichts mehr zu spüren. Denn die Geschichte lehrt, wie gefährlich Handelskonflikte zwischen den großen Wirtschaftsmächten sind.

Seit dem Zweiten Weltkrieg haben die USA eine gewisse Stabilität des internationalen Finanzgefüges garantiert. Sie haben schon immer darauf geachtet, ihre Interessen zu wahren, oft genug handelten sie egoistisch, doch sie ließen nach 1945 selten Zweifel aufkommen, dass sie internationale Zusammenarbeit als unerlässlich betrachten. Trump aber scheinen die Allianzen der Nachkriegszeit bisher nicht sonderlich wichtig.

Ein Krieg, in dem es keine Gewinner gibt

Damit drohen Verunsicherungen an den Börsen, wie derzeit. Vor allem aber tut sich ein Horrorszenario auf, das man aus den 30er-Jahren kennt, als jede Nation gegen jede kämpfte.

Hier weiterlesen:

http://www.msn.com/de-de/finanzen/maerkte/es-tut-sich-ein-horrorszenario-aus-den-30er-jahren-auf/ar-AAmHPbx?ocid=MSN_Mailing_EU_DE_2017_Feb10#page=2

.

Gruß Hubert

35 Prozent Strafzölle für BMW-Autos?   4 comments

.

Trump teilte ja wieder mächtig aus. Darunter möchte er auch Strafzölle in der Höhe von 35 Prozent für deutsche Autobauer, wie zum Beispiel BMW. Aber damit macht er Autos auch für amerikanische Kunden teurer.  Das würde auch in der Folge zu einem Handelskrieg führen, weil betroffene Länder darauf reagieren würden. Wenn Autos so wesentlich teurer werden, werden auch weniger Autos gekauft. Das bedeutet dass Arbeitsplätze verloren gehen. Er möchte aber ja Arbeitsplätze in den USA schaffen. Auch andere Länder werden dann Strafzölle auf US-Autos einheben, höchstwahrscheinlich in der gleichen Höhe.

Heute sagte er sinngemäß, dass es noch nie jemand wie ihm auf Gottes Erdboden gegeben habe, der so viele Arbeitsplätze schaffen wird wie er.

Ich sage nur, sehen wir es uns an. Überhaupt will er ein Land wie eine Unternehmen führen. Ich glaube aber da gibt es wesentliche Unterschiede zu berücksichtigen.

.

Hier ein Artikel von msn.com, wo ich hauptsächlich nur auf den Automarkt eingehe, den Punkt 5.

Nato, Brexit, EU, Flüchtlinge, Autoindustrie – eine Woche vor seiner Amtseinführung schießt Donald Trump in einem Interview in alle Richtungen. Mit seinen markigen Aussagen bleibt er aber nicht immer bei der Wahrheit.

Strafzölle für Auto-Importe, schärfere Grenzkontrollen, überflüssige Nato: Vier Tage vor Amtsantritt wettert der künftige US-Präsident in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung und der Londoner „Times“ gegen alles, was ihm nicht passt und kündigt rigorose Maßnahmen an. Keine Spur von politischem Fingerspitzengefühl, kein Anzeichen für ein Abrücken vom lautem Wahlkampfgetöse.

Präsident Trump scheint so regieren zu wollen, wie er twittert: Hart, rücksichtslos und impulsiv. Ein Faktencheck aber zeigt, dass nicht nur seine Annahmen oft fehlerhaft sind – einige seiner Drohungen wird er auf eigene Faust auch nicht durchsetzen können.

[…]

Punkt 5: „Sie können Autos für die USA bauen, aber sie werden für jedes Auto, das in die USA kommt, 35 Prozent Steuern zahlen.“

Das Rückgrat der deutschen Wirtschaft ist die Industrie, vor allem alles Rund um den Autobau. Deshalb sorgen vor allem in Deutschland Trumps Aussagen zur Autoindustrie für Aufregung. Nachdem er in den vergangenen Wochen bereits Ford und Toyota in seine Schusslinie gerieten, feuert der nächste Präsident nun Drohungen in Richtung BMW: „Sie können Autos für die USA bauen, aber sie werden für jedes Auto, das in die USA kommt, 35 Prozent Steuern zahlen.“ Damit reagiert er vermutlich auf Pläne BMWs, ein Werk in Mexiko zu bauen. Dort sollen nach dem Willen der Münchner in Zukunft Wagen für Nordamerika produziert werden.

Diese Androhung von protektionistischen Maßnahmen kommt nicht zum ersten Mal. Strafzöllen auf Importe in die USA bringt Trump immer wieder ins Spiel. America first. Sowohl im Vorwahlkampf als auch in den Wochen nach seiner Wahl gab es derartige Ankündigungen.

Unfaire Autobauer?

US-Autobauer Ford hat in Folge der Drohungen bereits angekündigt, auf eine Milliardeninvestition in Mexiko für den Bau einer Fabrik zu verzichten. Stattdessen will Ford nun tausende neuer Arbeitsplätze in den USA schaffen und eine Fabrik im Bundesstaat Michigan bauen.

Dabei verschweigt Donald Trump in diesem Zusammenhang, dass BMW bereits seit Jahren seine SUVs in den USA fertigt. Die Modelle X3, X4, X5 und X6 laufen seit Jahren von den Bändern des Werks in South Carolina. Mehr als 8.000 Angestellte fertigen dort rund 1400 Fahrzeuge am Tag – auch für den deutschen Markt.

Auch Daimler fertigt seit Jahren in den Vereinigten Staaten, im Bundesstaat Alabama, seine SUVs. Seit 2014 wird auch die C-Klasse für den nordamerikanischen Markt dort gebaut. Nach Angaben des Unternehmens hängen über 10.000 Arbeitsplätze in der Region direkt oder indirekt von dem Werk ab. Mit einem Exportvolumen von jährlich 1 Milliarde US-Dollar ist das Unternehmen der größte Exporteur in Alabama.

VW hat sein 2011 eröffnetes Werk in Chattanooga/Tennessee zuletzt 2015 vergrößert. Die Fabrik mit ihren rund 3200 Beschäftigten hat eine Produktionskapazität von etwa 150.000 Stück. Neben dem Passat soll dort in diesem Jahr der neue SUV für den US-Markt namens Atlas vom Band rollen.

Gänzlich daneben liegt Trump aber mit seiner Analyse, dass das Geschäft mit den Autos nur in eine Richtung laufe. „Wenn man durch die 5th Avenue geht, hat jeder einen Mercedes-Benz vor seinem Haus stehen. Tatsache ist, dass ihr den USA gegenüber unfair wart. Es besteht keine Gegenseitigkeit. Wie viele Chevrolets sehen Sie in Deutschland? Nicht allzu viele, vielleicht gar keine, man sieht dort drüben gar nichts, es ist eine Einbahnstraße“, schimpft der gewählte Präsident.

Richtig ist: Im Jahr 2015 zog Mutterkonzern General Motors die Marke Chevrolet vom deutschen Markt zurück, um anderen Marken der Gruppe den Vortritt zu lassen. Seitdem ist Opel die einzige verbliebene Volumenmarke von General Motors in Deutschland. Opel und die britische Schwester Vauxhall kommen auf dem deutschen Automarkt auf sechs Prozent Marktanteil.

BMW trotzte derweil Trumps Drohung und stellte klar, an seinen Plänen für ein Werk in Mexiko festzuhalten. „Die BMW Group ist in den USA zuhause“, erklärte das Unternehmen am Montag in München. In dem Werk in San Luis Potosí in Mexiko werde von 2019 an die BMW 3er Limousine gebaut. „Die Produktion ist für den Weltmarkt bestimmt. Somit wird das Werk in Mexiko die bisherigen 3er-Prouktionsstätten in Deutschland und China ergänzen“, so das Unternehmen.

Die Androhung von Strafzöllen wird am Ende wohl nichts weiter als heiße Luft bleiben. Ohne Zustimmung des Kongresses ist eine solche Maßnahme nicht durchzusetzen und es wird schwer werden, genügend Republikaner davon zu überzeugen, einen Handelskrieg mit dem Rest der Welt vom Zaun zu brechen. Strafzölle würden nämlich am Ende zu Lasten der amerikanischen Kunden gehen, weil sie zu höheren Preisen führen.

.

35 Prozent Strafzölle für BMW-Autos?

.

Gruß Hubert

Veröffentlicht 16. Januar 2017 von hubwen in Politik, Uncategorized, Wirtschaft

Getaggt mit , ,

Wortschatz der Geldwörter   Leave a comment

.

Kröten, Kies, Moos und Mäuse sind geläufige Umschreibungen für Geld in unterschiedlichen Mengen. Allerdings werden sie meist in umgangssprachlichen Kontext verwendet. Wenn offizielle Kreise nicht über Geld sprechen, heißt das dann halt Finanzierungs- oder Forschungsmittel.

Kohle als Umschreibung gibt es auch noch. Leider war die Zeitung schon „derwuzelt“. Habe ich noch vor dem Feuer machen gerettet. 🙂

 

zei-tt-geld-_2-002

Mammon

…worauf man sich verlässt. Mammon steht urprünglich nur für unredlich erworbenen Gewinn oder unmoralisch eingesetzten Reichtum.

zei-gett-geld-_2-003_cr

 

 

 

zei-tt-geld-_1-001_cr

zei-tt-geld-_2-001

Quelle: Tiroler Tageszeitung

.

Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 4. Januar 2017 von hubwen in Humor, Kultur, Uncategorized, Wirtschaft

Getaggt mit , , , ,

Möbelgangster XXXL   Leave a comment

.

Ich habe ja einmal bei XXX Lutz etwas gekauft. Das werde ich aber ganz sicher nicht mehr tun, nachdem ich einige Informationen von dieser Firma habe. Gestern (25.10.) war auch in „Frontal“ vom ZDF ein Beitrag dieser fragwürdigen Firma. Schlicht zum kotzen finde ich auch wie Gesetzgeber und Behörden da tatenlos zuschauen, gar nicht daran denken einzuschreiten.

Hier ein Auszug von work-watch.de

Großer Stuhl, große Klappe

(ak) Unter dieser Überschrift berichtet die Tageszeitung „Neues Deutschland“ am 21.5. über die Politk des Möbelkonzerns XXXL gegen Beschäftigtenrechte und Betriebsräte. Wir drucken mit freundlicher Genehmigung der Zeitung den Artikel hier ab:
„Die XXXLutz-Unternehmensgruppe ist einer der größten Möbelhändler der Welt. Das profitable Geschäftsmodell gründet auf einem tariflosen Zustand, einer ausgetüftelten Steuervermeidungspolitik und einer Konzernstruktur, die Beschäftigte zu einer Art Leiharbeiter degradiert.

Es ist ein Konzern der Superlative. Allein der Eigenname, die Über-Übergröße XXXL, in die er seine Geschäfte einkleidet. Dann der riesige rote Stuhl, der vor jeder Filiale protzt, eingetragen ins Guinnessbuch der Rekorde. Und die Verdreifachung des Umsatzes in den vergangenen 15 Jahren auf vier Milliarden Euro, genauso wie die der Mitarbeiter auf 20 000 und der Filialen auf über 200. Nichts zu wünschen übrig lassen auch die Visionen:
»Die XXXLutz-Unternehmensgruppe ist heute einer der größten Möbelhändler der Welt. Doch das Ziel lautet klar: Wir wollen in Europa an die Poleposition.«

Nach Auffassung von Gewerkschaften lässt allerdings der Umgang des Möbelkonzerns mit den Beschäftigten zu wünschen übrig – obwohl die entsprechenden Absichtserklärungen des Möbelhändlers natürlich über jeden Zweifel erhaben sind: »Die menschliche Komponente ist die Basis unseres Erfolges. (…) Gemäß dem Leitsatz ›Mit Sonne im Herzen zur Nr. 1 der Welt‹ sieht die große XXXLutz-Familie den täglichen Herausforderungen mit Freude entgegen.«

 

Gegen Tarif und Gesetz

Mit Sonne im Herzen? Familie? Freude? Ein ehemaliger Mitarbeiter aus Böblingen schildert in einem schriftlichen Bericht seine Erfahrungen: »Meine heftigste Arbeitszeitüberschreitung war von 7 Uhr morgens bis 22.30 Uhr beim Kunden, Fahrtzeit ins Lager noch mal 30 Minuten, dann Müll sortieren und Lkw auskehren
weitere 30 Minuten. Ich habe also um 23.30 Uhr Feierabend gemacht. Aber die Laufliste dieses Tages enthielt eine Arbeitszeit von 7 Uhr bis 18 Uhr mit einer Stunde Pause in der Mittagszeit. Die ich auch nicht gemacht, sondern nur gestempelt habe.«

Wie das geht? Wir fragen auf einem Treffen von XXXL-Betriebsräten am 9. April in Köln nach und erhalten die Erklärung: Die Monteure stellen ihre Auslieferungswagen, Siebeneinhalbtonner, pünktlich kurz vor 18 Uhr auf dem Firmengelände ab und stempeln aus. Damit kann der Arbeitgeber bei eventuellen Kontrollen durch
die Gewerbeaufsicht saubere Papiere vorzeigen. Danach allerdings laden dieselben Monteure die Möbel, die noch auf dem Lkw sind, auf einen kleineren Lkw ohne elektronische Tachoscheibe um, fahren wieder los und bauen sie bei den Kunden auf. Das kann auch schon mal bis in die Nacht dauern, offiziell ist die Arbeitszeit ja längst
schon beendet. Wer trotzdem »offiziell« nicht vor 18 Uhr abstempelt, dem passiert nach dem vorliegenden
Bericht des Böblinger Monteurs Folgendes: »Während meines Abstempelvorgangs sprang die Uhr um eine Minute nach 18 Uhr weiter. Am nächsten Morgen erhielt ich eine Abmahnung, worin beteuert wird, dass wir die Arbeitszeiten zwingend einzuhalten haben. Diese Abmahnung musste ich natürlich unterzeichnen. Etwa drei Monate später werden solche Abmahnungen wieder gelöscht. Die Abmahnungen dienen lediglich dem Schutze des Unternehmens XXXLutz bei Arbeitszeitkontrollen.« Erfahrungen, die – nach Aussage der Betriebsräte auf dem Kölner Treffen – auch andere Monteure in anderen XXXL-Filialen machen.

Natürlich sieht der Konzern das alles anders. Auf Nachfrage des »nd« erklärt die Pressestelle, dass die gesetzlichen Arbeitszeiten in der Unternehmensgruppe eingehalten werden. »Sollten einmal Überstunden aus betrieblichen Gründen notwendig sein, so werden diese durch Freizeitausgleich oder finanzielle Zuschläge abgegolten.« Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass bereits 2013 ein interner Untersuchungsbericht,
der »nd« vorliegt, »in Einzelfällen Überschreitungen der Arbeitszeit über 60 Stunden in der Woche« und damit einen Bruch des Arbeitszeitgesetzes feststellte.

Auch die Verkäufer bei XXXLutz stehen gehörig unter Druck. »Jedes Jahr soll ein Verkäufer den Umsatz um zehn Prozent steigern«, berichtete ein Betriebsratsmitglied einer Filiale auf einem Treffen von Betriebsräten aus Nordrhein-Westfalen im März 2016. Das habe tatsächlich die ersten zwei Jahre nach der Übernahme ihres
Möbelhauses durch XXXL geklappt. Im dritten aber sei das nicht mehr gelungen. Die Filialleitung habe daraufhin die Kollegen bedrängt und vorgeschlagen, sie könnten ja ihren Urlaub »als Gegenwert einbringen«. Dann würde die Umsatzsteigerung sicherlich gelingen. Der Konzern dementiert gegenüber »nd« solche Praktiken.

Aber auch hier lohnt ein Blick in den internen Untersuchungsbericht von 2013: »Besonderen Druck spüren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wegen der Festlegung der Personalkennzahlen (PKZ) und der damit verbundenen Befürchtung, dass Arbeitsplätze abgebaut werden und dass sie davon betroffen sein können.
« Gemeint ist die Möglichkeit, bei Unterschreiten der Umsätze pro Beschäftigtem mit Lohnkürzungen oder Entlassungen zu reagieren.

Die Brüder Andreas und Richard Seifert, die über den Konzern mithilfe zweier Privatstiftungen herrschen, fahren – auch dank solcher Regelungen – eine zweistellige Rendite ein und gehören zu den reichsten Österreichern. Ihr geschätztes Vermögen: 650 Millionen Euro.
Ihrem Wohlergehen förderlich ist sicherlich auch, dass der österreichische Konzern XXXLutz sein Kernunternehmen nach Malta verlegt hat und dort Steuern einsparen kann bzw. fast keine Steuern zahlt. Die maltesische XXXLutz Marken GmbH kassiert nämlich von XXXL-Gesellschaften in anderen Ländern hohe Lizenzgebühren. Dadurch sinken die in Österreich oder Deutschland erwirtschafteten Gewinne. In Malta
braucht der Konzern auf seine Profite nur fünf Prozent Steuern abzuführen. Die nach Österreich in die Muttergesellschaft rücktransferierten Gewinne bleiben steuerfrei. Dadurch entgingen dem dortigen Fiskus in einem Geschäftsjahr die Steuern auf einen zweistelligen Millionenbetrag, wie es österreichischen Medien
2014 einhellig schilderten. Der Konzern kommentiert hierzu lapidar: »Die XXXL-Unternehmensgruppe zahlt sämtliche Steuern (Umsatzsteuer, Lohnsteuer und Ertragsteuern) in den Ländern, in denen ihre Betriebe ansässig sind.«

In Deutschland erwirtschaften über 100 Einzelgesellschaften ihre Gewinne für die Zentrale in Würzburg. Jede Filiale ist in mehrere GmbHs zergliedert, einerseits für das eigentliche Verkaufsgeschäft, andererseits für das Personal. Eine trickreiche Konstellation mit weitreichenden Folgen. Die Personalgesellschaften verfügen
nämlich über kein eigenes Vermögen und können mit diesem Argument sowohl Abfindungen wie Sozialpläne verweigern – und behaupten, sie seien gezwungen, »ihren« Beschäftigten ohne Einhaltung von Fristen zu kündigen, wenn ihr Auftraggeber – zum Beispiel die Zentrale in Würzburg oder eine andere GmbH vor Ort – ihnen den Auftrag entzieht. In München, Mannheim und Oberhausen wurde diese Praxis von der örtlichen Presse mal mit Erstaunen, mal mit Entsetzen zur Kenntnis genommen. Die GmbH-Konstruktion ist jedenfalls auf möglichst geringe Haftung ausgelegt und soll Schutzrechte von Arbeitnehmern unterlaufen.

Erbost zeigte sich darüber die ehemalige Arbeitsministerin von Baden-Württemberg, Katrin Altpeter (SPD): Sie nannte die XXXL-Konstruktion »zutiefst unmenschlich und verabscheuungswürdig. Genauso empörte sich der ehemalige Arbeitsminister von Nordrhein-Westfalen, Guntram Schneider, darüber, der eine Task- Force einrichten wollte, um die GmbH-Konstruktion von XXXLutz bzw. die daraus folgenden Angriffe auf die Beschäftigten zu stoppen. Seit dem Abschied Schneiders vom Ministeramt hört man von dem Projekt leider nichts mehr.

Die GmbHs sämtlicher XXXL-Filialen treffen in den wesentlichen Geschäftsbereichen keinerlei eigene Entscheidungen, sondern werden von der Zentrale in Würzburg mit harter Hand geführt. Das zeigt der »Subunternehmerrahmenvertrag für Dienst- und Werkleistungen«, den die GmbHs vor Ort mit der Zentrale in Würzburg, der BDSK Handels GmbH und Co KG abzuschließen haben. Darin heißt es: »Die Auftraggeberin
(also die BDSK, d. Verf.) teilt schriftlich oder per Email die Einzelaufträge mit. In einem Einzelauftrag wird grundsätzlich folgender Inhalt festgelegt: Beginn und Ende der Leistungserbringung; Aufgaben und Ziele des Tätigwerdens in Form einer detaillierten Leistungsbeschreibung …« Und im Hintergrund regieren die beiden Eigentümer zum Teil bis in die Details hinein.

Betriebsrats- und gewerkschaftsfeindlich

Der überfallartige Rausschmiss von Beschäftigten ist ein Kernbestandteil der Konzernpolitik. Zwar steigen die Mitarbeiterzahlen durch die ständige Übernahme von Konkurrenten, besonders in Deutschland. Aber die Übernahmen werden so abgewickelt, dass auch mal Dutzende der alten Mitarbeiter gekündigt werden. Wenn neue MitarbeiterInnen eingestellt werden, dann zu schlechteren Konditionen: Für längere Arbeitszeiten
bekommen sie weniger Geld.

 

Hier weiterlesen:

Möbelgangster XXXL

.
.

Auszug – Westpol – Sendung vom 26.06.2016

.

http://www.4shared.com/video/Qywi8Yijba/Sendung_vom_26062016_-_Westpol.html
http://www.4shared.com/web/embed/file/Qywi8Yijba

.

Ich kann mich mal wieder aufregen.
Das habe ich am Sonntag in der Sendung Westpol gesehen:
Da gibt es ein großes Möbelhaus, das plötzlich im Konzern eine Personalgesellschaft gründet und die Mitarbeiter dorthin auslagert. Erstmal eine reine Formalie, so scheint es. Doch dann entzieht das Möbelhaus dieser Firma den Auftrag. Folglich ist die Firma pleite und alle Mitarbeiter werden entlassen.
Ich kann dabei nicht ruhig bleiben. Da gibt es Wut und Ohnmacht in mir. Jede Menge. Und manchmal kommt mir der Satz „Keine Gewalt ist auch keine Lösung.“ Wenn jetzt jemand den Konzernchef erschösse, ich dürfte es nicht billigen. Aber ich würde ihm gerne die Kosten für die Munition ersetzen.
Schauen wir mal, was in Gespräche mit Gott dazu steht, meinem Leitfaden. Dort steht, ich erinnere mich, in Band I glaube ich, dass auch die Gewaltlosen, die durch Gewalt in die Ecke gedrängt werden, manchmal zur Gewalt greifen müssen, um dann wieder das zu sein, was sie sind: Gewaltlose. Klingt irgendwie verdreht; ich weiß auch nicht, ob ich es richtig kapiert habe. Aber es hat für mich den Gedanken an Notwehr, die ja bei uns erlaubt ist.
Und sich zu wehren, wenn Arbeitsplatz und materielle Lebensgrundlage durch Tricksereien entzogen werden, wo das normale Kündigungsrecht ausgehebelt wird, das erscheint mir berechtigt. Und wenn die Gemeinschaft, Gerichte und Politik, dies nicht unterbinden, dann habe ich Verständnis dafür, wenn jemand sich mittels anderer Gewalt wehrt.

https://sabnsn.wordpress.com/2016/06/30/was-muss-man-den-deutschen-noch-antun-damit-die/

.

Gruß Hubert

Veröffentlicht 26. Oktober 2016 von hubwen in Uncategorized, Wirtschaft

Getaggt mit ,