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So funktioniert Fortpflanzung in der Massentierhaltung   Leave a comment

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Man sollte auch wissen wie die Fortpflanzung in der Massentierhaltung vonstatten geht. Dass ein Stier auf die Kuh hüpft gab es vielleicht vor hundert Jahren. Das muss heute alles viel effektiver gehen. Und bei Tieren braucht man rassemässig ja keine Befürchtungen haben, dass es da Proteste gäbe. Da kommt nur der allerbeste Samen zum Zuge. Unglaublich was für ein Ausbeuter und was für eine Bestie der Mensch ist.

Von Animal Equality

Gewalt, Ausbeutung und Entfremdung: So funktioniert Fortpflanzung in der Massentierhaltung

 

Das Thema Fortpflanzung spielt in der industriellen Tierhaltung eine enorm wichtige Rolle, denn ohne Nachwuchs kann es die fortlaufende Produktion tierischer Lebensmittel nicht geben. Auf eine rentable und effiziente Herstellung von Massenware angelegt, sollen alle Vorgänge dabei kostengünstig und zeitsparend gestaltet werden. Für eine natürliche Reproduktion ist in dem System Massentierhaltung folglich kein Platz. Die romantische Vorstellung davon, dass in den Ställen männliche und weibliche Tiere zusammenleben und sich ab und an mit einem Artgenossen ihrer Wahl paaren, entspricht dabei so gut wie nie der Realität.

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Um in kurzer Zeit so viel Nachwuchs wie möglich zu produzieren, wird die Vermehrung der Tiere in der Massentierhaltung von Menschen organisiert und durchgeführt. Die Vater- und Muttertiere bekommen sich dabei meist überhaupt nicht zu Gesicht. Ziel ist es, dass möglichst viele Tiere trächtig werden, da jene, die keinen Nachwuchs bekommen, trotzdem mit Nahrung versorgt werden müssen, Platz wegnehmen und somit als nicht profitabel gelten. Es gibt sogar spezifische Berufe, wie zum Beispiel sogenannte Besamungstechnikerinnen und -techniker, die eigens für die Befruchtung der Tiere verantwortlich sind. Anstelle des ursprünglichen Fortpflanzungsakts, müssen die Tiere automatisierte Abläufe und technisierte Eingriffe mit speziellen Geräten über sich ergehen lassen, wie die folgenden Beispiele verdeutlichen.

“Absamung” der männlichen Tiere

Damit weibliche Tiere künstlich befruchtet werden können, müssen zunächst die Spermien von männlichen Tieren gewonnen werden. In der Rinderzucht werden dazu beispielsweise Attrappen oder kastrierte “Standbullen” eingesetzt, die in dem ausgewählten Bullen einen “Aufspringreflex” auslösen. Während er glaubt, sich gerade mit einem weiblichen Tier fortzupflanzen, wird sein Sperma mithilfe eines Auffangrohrs von einem Menschen eingesammelt. Im Labor werden die Spermien untersucht, verdünnt und eingefroren, bis eine Kuh paarungsbereit wird, deren biologisches Ausgangsmaterial, den Zuchtkriterien zufolge, mit dem des Bullens übereinstimmt.

Männliche Puten in Massentierhaltung sind aufgrund der starken Überzüchtung kaum mehr in der Lage, sich auf eigenen Beinen zu halten, geschweige denn sich selbstständig fortzupflanzen. Bei der sogenannten Absamung sind deshalb mindestens zwei Personen beteiligt, um das Tier gewaltsam in einem sogenannten Absamungsgerät zu fixieren. Während nur noch seine hintere Hälfte aus dem Gestell herausragt, wird der Puter dann zur sexuellen Stimulierung manipuliert, bis es möglich ist, seine Spermien in Plastikröhrchen einzufangen.

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Männliche Schweine, die zur Zucht eingesetzt werden, dürfen oft kein einziges Mal in ihrem Leben eine Paarung mit einem weiblichen Schwein erleben.

Manche von ihnen sind aufgrund der Überzüchtung so anfällig für Krankheiten, dass sie das sterile Umfeld ihres Stalls niemals verlassen dürfen und ihr ganzes Leben lang nur mit wenigen Menschen in Berührung kommen. Bei ihrer “Absamung” wird üblicherweise nach der sogenannten Handmethode verfahren (s. Foto oben). Ähnlich wie bei den Rindern, kann es vorkommen, dass ihnen zunächst die Sicht auf das Hinterteil von anderen, durch Gitter von ihnen getrennten “Zuchtebern” gewährt wird. Da die Tiere auf den ersten Blick nicht erkennen können, ob es sich dabei um eine männliches oder ein weibliches Tier handelt, wirkt dieser Kontakt anregend und führt zu einer vermehrten Ausschüttung des männlichen Geschlechtshormons Testosteron. Der Eber ist folglich bereit zur Paarung und wird zu einer Schweine-Attrappe geführt, die er als Sprungpartnerin akzeptiert und sie besteigt. In circa zwanzig Minuten kann ein Eber bis zu einen Liter Ejakulat produzieren, doch dazu muss er die ganze Zeit über von einem Menschen mit der Hand stimuliert werden. Die Spermien werden mit Hilfe eines Plastikgefäßes aufgefangen, verdünnt, in kleine Behälter abgefüllt und von Kurieren an die Zuchtbetriebe ausgeliefert.

Künstliche Befruchtung der weiblichen Tiere

In der freien Natur läuft der Paarungsvorgang von Schweinen so ab, dass sich das männliche und das weibliche Tier zunächst einmal kennenlernen, sich berühren, gegenseitig beschnuppern und umkreisen, sich mit bestimmten Lauten und Botenstoffen Signale geben und miteinander kommunizieren. Die eigentliche Paarung dauert verhältnismäßig lange, etwa zehn bis zwanzig Minuten.

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Für die künstliche Befruchtung in der industriellen Tierhaltung müssen die weiblichen Schweine jedoch in engen Kastenständen stehen (s. Foto rechts). Dabei kann es vorkommen, dass zu ihrer Stimulation in Sichtweite ein Eber an ihnen vorbei getrieben wird; häufig bleibt ihnen jedoch selbst dieser Kontakt mit dem anderen Geschlecht untersagt, weil stattdessen künstlicher Eberduft aus der Sprühdose eingesetzt wird. Während der Besamung, wird ihnen dann entweder von einem Menschen von hinten in den Rücken gedrückt, oder es werden speziell konstruierte Stimulationsgeräte benutzt, die für eine “vollautomatische, ordnungsgemäße und gleichmäßige Stimulation” sorgen sollen. Schließlich erfolgt die künstliche Besamung durch eine Person, indem die Spermien des Ebers mit Hilfe von Kunststoffröhrchen in den Körper des weiblichen Tieres eingeführt werden.

Milchkühe werden befruchtet, indem ihnen zunächst der Arm einer Person gewaltsam in das Rektum und anschließend weitere Instrumente oder Kanülen in die Geschlechtsorgane eingeführt werden. Über diese gelangt das Sperma der Bullen in ihren Körper (s. Foto unten). Auch bei Puten und Hühnern läuft die Besamung nach einem ähnlichen Muster ab. Die weiblichen Tiere werden zusammengetrieben und von einem Menschen fixiert – eine häufig gewaltsame und äußerst stressige Prozedur für die sensiblen Tiere. Anschließend werden die Geschlechtsorgane leicht herausgestülpt und die Pute wird mit Hilfe von Kunststoffkanülen von einer weiteren Person besamt.

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Putenbesamung und Putenzucht 2013

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Gewalt, Ausbeutung und Entfremdung

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Aus ethischer Sicht ist die künstliche Fortpflanzung in diesem Ausmaß aus vielerlei Hinsicht problematisch: in der Massentierhaltung wird den Tieren das Ausleben ihrer Sexualität, ihrer grundlegenden Bedürfnisse und natürlichen Verhaltensweisen verwehrt. Anstatt die Abfolgen des Betriebs an ihrem biologischen Rhythmus zu orientieren, wird dieser an die Rahmenbedingungen der Produktionsprozesse angepasst. Der Einsatz von Hormonen zur Regulierung der weiblichen Zyklen ist zum Beispiel in der Schweinezucht Standard. Durch die hormonelle Steuerung soll der Eisprung der Schweine synchronisiert und später auch die Geburt der Ferkel gleichzeitig eingeleitet werden, um dadurch die Arbeitsprozesse in den Betrieben zu vereinfachen.

Der Einsatz weiterer fragwürdiger Hilfsmittel zur industriellen “Tierproduktion” – potenzsteigernde Präparate, Gleitmittel, Besamungs- und Stimulationsprodukte – sollen für einen reibungslosen und schmerzfreien Ablauf sorgen, doch sie schaffen für die Tiere ein abnormales und völlig entfremdetes Umfeld; weit entfernt von ihrem natürlichen oder artgerechtem Verhalten. Zudem geschehen alle Verfahren ohne die Einwilligung der Tiere. Da die Tiere sich nicht selbst wehren können, bleiben sie ständigen Situationen der Ausbeutung ausgesetzt.

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Familien werden auseinandergerissen

Hinzu kommt, dass sich die meisten Tiermütter nur für kurze Zeit oder gar nicht um ihre eigenen Babys kümmern dürfen. Milchkühen wird ihr Kalb häufig nach wenigen Tagen, Stunden oder sogar direkt nach der Geburt entrissen, damit ihre Muttermilch für den menschlichen Konsum verkauft werden kann. Puten in der industriellen Tierhaltung dürfen ihren Nachwuchs niemals kennenlernen. Sie legen ihre Eier zwar in Nestern ab, doch diese werden von Maschinen ausgebrütet. Für die sozialen Tiere ist die Trennung von Mutter und Kind genauso grausam, wie es für uns Menschen der Fall ist.

So können Sie den Tieren helfen

In dem kalkulierten System der industriellen Tierzucht werden sensible Lebewesen auf ihre Körper reduziert und wie Ware behandelt oder als Produktionsmaschinen ausgebeutet. Wenn sie körperlich völlig ausgemergelt sind und in dieser Maschinerie nicht mehr mithalten können, werden sie geschlachtet. In ein Leben hineingeboren, das einzig zur Ausbeutung für die Herstellung tierischer Lebensmittel bestimmt ist, ereilt sie, lange bevor sie ihre natürliche Lebensdauer erreicht haben, das Schicksal eines frühzeitigen Todes. Tiere haben Rechte und mit einer pflanzlichen Ernährung können wir uns jeden Tag für die Achtung und den Schutz ebendieser stark machen. Deshalb setzen wir uns bei Animal Equality gegen Massentierhaltung und für die Verbreitung einer tierfreundlichen Lebensweise ein. Durch die Veröffentlichung von Undercover-Recherchen in der Tierindustrie und medienwirksamen Kampagnen bringen wir das Leid der Tiere an die Öffentlichkeit und inspirieren tausende Menchen dazu, ethische Entscheidungen zugunsten der Tiere zu treffen. Unsere Arbeit ist nur möglich, dank der Unterstützung unsere Spenderinnen und Spender. Stehen Sie gemeinsam mit uns für Tiere ein und lassen Sie uns diese grausamen Zustände beenden!

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So funktioniert Fortpflanzung in der Massentierhaltung

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Gruß Hubert

Die Ausbeutung hat noch lange nicht aufgehört   Leave a comment

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Wieder mal die Internationale, damit man nicht vergisst wie brutal noch vor ca. 100 Jahren Arbeiter von der Bourgeoisie unterdrückt und ausgebeutet wurden und mit der Militärmacht niedergemacht wurden. Es gab viele Tote. Na gut, ausgebeutet werden Arbeiter heute auch wieder, man denke nur die vielen atypischen Arbeitsverhältnisse mit Hungerlöhnen und die Hungerrenten, die speziell Frauen betreffen. Ein Schandfleckt für Deutschland – und dann heißt es Deutschland geht es gut… aber wen denn, den Superreichen, die zudem lächerliche Steuern zahlen, für die es keine Vermögenssteuer gibt und wenn überhaupt eine minimale Erbschaftssteuer.
Der Kampf gegen Rechts hat noch lange nicht aufgehört. Wenn ich an Polen denke, mit ihrer rechtsnationalen Regierung oder auch an die USA mit diesem narzisstischen „Deal-Präsidenten“, dann kommt mir der Magen hoch. Also ganz schnell vergessen und verdrängen diese Primitivlinge mit ihrem Patriotismus und antiquiertem Vaterlandsgehabe.

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Die Internationale

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 25. September 2017 von hubert wenzl in Politik

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Die Fleisch-Mafia   1 comment

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Ich kann in solchen Schlachthof-Unternehmern nur viel kriminelle Energie erkennen. Nicht umsonst heißt die Reportage vom NDR auch „Die Fleisch-Mafia“. Man „importiert“ osteuropäische billige Arbeitskräfte und beutet sie schamlos aus und sie müssen in menschenunwürdigen Unterkünften „hausen“.
Man kann sich ungefähr vorstellen wie ungebildete, billige Arbeitskräfte mit Tieren in Schlachthöfen umgehen – abgesehen davon, dass es da ja nie schön zugeht. Auf Tierleid wird da gepfiffen. Da wird nur Ware gesehen und keine leidensfähige Lebewesen.
Es wäre schon viel getan, wenn man den Fleischkonsum stark einschränken würde. Man würde so sogar noch etwas für die eigenen Gesundheit tun. Fleisch ist ja vollgepumpt mit Antibiotika (daraus resultierende Antibiotika-Resistenzen) und Wachstumshormonen… wer weiß mit was noch allem. Ganz zu schweigen was man so gegen Tierqual bewirken könnte.

Reportage vom NDR

Das geheime Netzwerk der Schlachthöfe

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Das Fleisch soll möglichst billig sein, der Gewinn groß: Um diese Ziele zu erreichen, scheint vielen deutschen Schlachthöfen inzwischen fast jedes Mittel recht zu sein. So arbeiten in etlichen Betrieben fast nur noch rumänische Arbeiter unter miserablen Bedingungen.

Perfektioniert wird diese Lohn-Sklaverei von dubiosen Geschäftsmännern, die den Markt für sich entdeckt haben. In großem Stil werben sie in Osteuropa billige Arbeitskräfte an und bringen sie in deutsche Schlachthöfe. Dort angekommen, werden die Arbeiter oft nicht nur ausgebeutet, sondern nach getaner Arbeit auch von ihren Auftraggebern in menschenunwürdigen Quartieren eingepfercht.

Netzwerk erstreckt sich über die ganze Republik

Derweil schaffen die Drahtzieher Millionenbeträge beiseite.

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Die Grafik zeigt das Firmengeflecht der ACO, in dessen Mitte Ralf Rösken steht. © NDR

Das Firmengeflecht um Ralf Rösken

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Möglich macht dies ein dubioses Netzwerk aus Unternehmen und Sub-Unternehmen, das sich über die gesamte Bundesrepublik erstreckt.

Wie das System funktioniert, haben NDR Autoren in monatelangen Recherchen herausgearbeitet. Sie haben mit hochrangigen Mitarbeitern der Fleisch-Mafia gesprochen und deren Aussagen mit Akten und Dokumenten untermauert.

Verdacht auf Steuerhinterziehung

Im Zentrum der Recherchen steht die Kapitalgesellschaft ACO, die von Ralf Rösken beherrscht wird. Die Unterlagen, die dem NDR vorliegen, zeigen, dass nahezu alle namhaften Schlacht- und Fleischbetriebe in Deutschland zu seinem Firmenimperium Kontakt haben.

Weitere Informationen
Porträt von Matthias Brümmer © dpa

Norddeutschland ist Hochburg der Fleisch-Mafia

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Der Gewerkschafter Matthias Brümmer beschäftigt sich seit Jahren mit den Praktiken der Fleisch-Mafia. Im Gespräch erklärt er, wie das System funktioniert. mehr

Die Informationen begründen zudem den Verdacht, dass durch die Fleisch-Mafia seit Jahren systematisch Millionen an Steuern und Sozialabgaben hinterzogen werden.

Aussteiger, mit denen der NDR gesprochen hat, liefern in diesem Film erstmals skandalöse Einblicke in diese schmutzigen Geschäfte. Sie erzählen auch, mit welchen Methoden die Ermittlungen der zuständigen Staatsanwaltschaften immer wieder torpediert werden. Seit Jahren ermitteln sie in dieser Angelegenheit, bislang ohne großen Erfolg.

Die Fleisch-Mafia

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Gruß Hubert

Der Diener Gottes, ein Leiharbeiter   Leave a comment

Leiharbeit ist moderne Sklavenarbeit. Es ist ein Skandal und tritt die Würde der Menschen mit Füßen.
Natürlich nützt auch die Kirche dieses moderne Ausbeutungsinstrumentarium. War sie ja bei den den Letzten, wenn nicht die Letzte, die sich gegen die Sklaverei aussprach – wieder mal bis es nicht anders ging. Sie passt sich ja immer erst an, wenn es die Zeitumstände erfordern und es nicht mehr anders geht. Ein bekannter Erzbischof, ich glaube es war Marcinkus, sagte mal: Nur von den Ave Marias läuft die Institution Kirche nicht. Der war schon ein richtiger Gauner, schon gar nichts von „ehrwürdig“, siehe bei Wikipedia:
„Zeitweise konnte Marcinkus den Vatikan nicht verlassen, da es einen Haftbefehl gegen ihn gab. Die Vatikanbank zahlte 241 Millionen US-Dollar als Entschädigung an 120 Gläubiger der bankrotten Privatbank. „in Anerkennung moralischer Mitbeteiligung“, wie der Heilige Stuhl verlauten ließ.“ Zitat Ende
Marcinkus
Aber das nur nebenbei.
Hier der Bericht vom Spiegel.

Auszug
Unternehmen Irrsinn – Der Diener Gottes, ein Leiharbeiter

Corbis

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst – bei der Caritas liegt die Betonung auf „selbst“

Billig, willig und leicht loszuwerden: Was früher Sklaven waren, sind heute Zeitarbeiter. Sogar kirchliche Organisationen schmeißen feste Mitarbeiter raus, um sie danach günstig zu leihen. Die Zeitarbeit ist zu einem juristischen Schlupfloch verkommen, klagt Karriereberater Martin Wehrle.

Wo soll die Nächstenliebe wohnen, wenn nicht in der Caritas, dem Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche? Wer, wenn nicht ein kirchlicher Arbeitgeber, könnte der profitgierigen Wirtschaft, die nur den Namen des schnellen Gewinns heiligt, als moralisches Vorbild dienen?

In der Tat beherzigt die Caritas das Gebot „Liebe deinen nächsten wie dich selbst“ – mit Betonung auf „selbst“. Mit der Raffinesse eines Schmugglers ging der kirchliche Arbeitgeber beim Anheuern zum Beispiel im niedersächsischen Altenoythe vor. Eine eigene Leiharbeitsfirma, die Caritas Verein Altenoythe Dienstleistungsgewerkschaft, schleuste die Arbeiter zu Schnäppchenpreisen in den Weinberg des Herrn. Diese Geliehenen verrichteten für den Caritas-Verein Altenoythe die gleiche Arbeit wie ihre stammbeschäftigen Kollegen, waren aber in höherem Maß auf den „Lohn Gottes“ angewiesen. Das irdische Gehalt ließ zu wünschen übrig. Erst im Dezember 2010 kündigte der Verein an, auf Leiharbeit zu verzichten.

Wie sah das Modell in der Praxis aus? Die Wochenzeitung „Die Zeit“ berichtete damals von dem Diplom-Psychologen Uwe Bening. Er hatte als Stammmitarbeiter bei der Caritas 3600 Euro brutto im Monat verdient, dieses Gehalt entsprach seiner Ausbildung. Später wurde ihm dieselbe Tätigkeit erneut angeboten – diesmal jedoch über einen Vertrag als Leiharbeitskraft. Zu 800 Euro weniger Gehalt.

Leiharbeit: Sprungbrett oder Sklaverei?

Ein Drittel der rund 750 Mitarbeiter stand nicht mehr direkt bei dem Caritas-Verein unter Vertrag, sondern legte sich als Zeitarbeiter ins Zeug. Über diesen Hintereingang wurden bis 2011 die meisten neuen Mitarbeiter ins Unternehmen gelotst. Das senkt die Personalkosten und sorgt dafür, dass der Anteil der Stammbelegschaft immer mehr abnimmt.

Ursprünglich sollten Zeitarbeiter Auftragsspitzen abfangen. Wenn eine Fabrik einen Sonderauftrag bekam, benötigte sie vorübergehend zusätzliches Personal. Die Zeitarbeiter kamen und gingen mit der Arbeitsflut. Solche Einsätze unterstützten die Stammbelegschaft.

Bis 1985 trug die Leiharbeit ein enges gesetzliches Korsett: Maximal drei Monate durften Zeitarbeiter beschäftigt werden.

Dieses Korsett franste in den nächsten beiden Jahrzehnten durch geschickte Lobbyarbeit der Firmen aus: auf 6, 9, 12 und 24 Monate – bis es 2003 komplett gesprengt wurde, auf Veranlassung des „Superministers“ Wolfgang Clement. Der machte drei Jahre später als Lobbyist den Sack zu: Für Adecco, einen der Global Player der Zeitarbeit, trat er als Vorsitzender des Adecco-Instituts zur Erforschung der Arbeit an.

Als Ziel gab Clement an, er wolle den Anteil der Zeitarbeiter in Deutschland verdreifachen. Ob er seine Einkünfte als Lobbyist wohl auch verdreifacht hat?

Mitarbeiter zum Spottpreis

Heute ist die Zeitarbeit zu einem juristischen Schlupfloch verkommen, durch das sich qualifiziertes Personal dauerhaft zum Spottpreis heuern lässt. Die Leihmitarbeiter sind von der Stammbelegschaft nicht zu unterscheiden: Sie machen dieselben Jobs. Sie bleiben über Jahre in der Firma. Nur sind sie billig, williger, leichter loszuwerden. Moderne Irrenhaus-Sklaven.

Immer mehr Firmen gründen Zwillingsunternehmen in der Zeitarbeitsbranche. Bereits 2007 fand eine Verdi-Studie heraus: Nahezu jeder fünfte Leiharbeiter war über eine Tochterfirma im eigenen Betrieb tätig. Das Prinzip ist einfach: Die linke Hand reicht der rechten Hand das Personal kostengünstig rüber, am eigentlichen Tarif vorbei.

Hier weiterlesen:

http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/ich-arbeite-in-einem-irrenhaus-martin-wehrle-a-860820.html

Gruß Hubert

Veröffentlicht 14. Oktober 2012 von hubert wenzl in Kirchenkritik, Politik, Religionskritik

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Skandal um Zwangsarbeit. Heimkinder mussten für Swarovski schuften   Leave a comment

In den Tiroler Erziehungsheimen muss es ja einen regelrechten Sumpf gegeben haben. Immer wieder fallen die Tiroler Heime durch negativ Vorkommnisse auf.
Beim letzten Fall geht es um Heimkinder, die für Swarowski gearbeitet haben und kein oder kaum ein Geld dafür gesehen haben. Das bei einer ungesunden und anstrengenden Arbeit.

Hier ein Bericht vom „stern“.

Skandal um Zwangsarbeit Heimkinder mussten für Swarovski schuften

Swarovski steht für glitzernde Steinchen und Glamour. Ein Skandal um Kinderarbeit in den 60er-Jahren kratzt an dem glänzenden Schein. Der Kristallglasproduzent schiebt die Schuld auf ein Heim.
Von Verena Kuhlmann

Das ehemalige Tiroler Erziehungsheim St. Martin in Schwaz hat keinen guten Ruf. Es gilt als schwarzes Schaf der Kinderheime, ist bekannt für seine schlimmen Züchtigungsmaßnahmen. In einer Studie zur Tiroler Heimerziehung wird darüber berichtet, dass die Zöglinge – Mädchen im Alter von 15 bis 18 Jahren – dort verprügelt und mit Nächten in dunklen Bunkern bestraft wurden. Einige wurden angeblich sogar vergewaltigt. Zu diesen Unmenschlichkeiten kommt nun ein weiterer schwerwiegender Vorwurf hinzu: Die Heimkinder sollen in den 1960er-Jahren gezwungen worden sein, für den österreichischen Glasschmuck-Konzern Swarovski zu arbeiten. Geld gab es dafür meistens nicht.

Ehemalige Zöglinge der Anstalt haben sich laut der österreichischen Zeitung „Kurier“ erstmals zu Wort gemeldet und von ihrem Schicksal als Kinderarbeiter erzählt. Im Heim wurde nach ihrer Aussage eine Produktionsstelle aufgebaut, an der in Akkordarbeit Schmuckstücke für Swarovski fertiggestellt wurden. Teilweise zehn Stunden am Tag befestigten etwa 25 Mädchen kleine, geschliffene Kristalle auf Armbändern. Eine Arbeit, die körperlich anstrengend und gesundheitsschädigend war. Und das, obwohl angeblich vor allem junge schwangere Mädchen beschäftigt wurden, die besonders auf die finanzielle Unterstützung angewiesen waren. Waltraud R., ein ehemaliges Heimkind erinnert sich im „Kurier“: „Für die Befestigung der Kristalle auf den Bändern musste man Kraft aufwenden. Viele Mädchen hatten Probleme mit den Handgelenken.“

Hat die Heimleitung das Geld eingesteckt?

Geld haben Waltraud R. und viele ihrer Mitbewohnerinnen für ihre Arbeit nie bekommen. Verantwortlich macht sie dafür aber nicht Swarovski. Ihrer Meinung nach, hat die Heimleitung das Geld eingesteckt: „Ich bin sicher, dass Swarovski sehr wohl bezahlt hat, nur wir haben nichts davon gesehen.“ Diese Ansicht bestätigt auch Bianca Henderson, Pressesprecherin von Swarovski. „Wenn Swarovski in einem Kinderheim etwas fertigen ließ“, erklärt sie dem „Kurier“, „dann sicher im guten Glauben, dass das Geld an die Kinder weitergeleitet wird.“

Anhand von Rechnungen oder anderen Unterlagen lässt sich der Vorwurf nicht überprüfen. Nach vier Jahrzehnten sind solche Papiere längst vernichtet. Allerdings wurden die Aussagen der ehemaligen Zöglinge bereits von mehreren Leidensgenossinnen bestätigt. Auch Swarovski schließt eine Mitarbeit der Heimkinder nicht aus, weißt aber jegliche Schuld an den schrecklichen Arbeitsbedingungen von sich. Auch heute noch werde von Privatpersonen zugearbeitet. Junge Mütter können sich durch ein Angebot der Firma so von zu Hause aus etwas dazu verdienen – heutzutage werden sie laut Henderson aber entsprechend entlohnt.

http://www.stern.de/panorama/skandal-um-zwangsarbeit-heimkinder-mussten-fuer-swarovski-schuften-1879189.html

Siehe auch:
http://kurier.at/nachrichten/4508244-heimkinder-schufteten-fuer-swarovski.php

„Winzige Kristallsteine“ – Ehemalige Zöglinge eines Tiroler Kinderheimes mussten für Swarovski arbeiten.

Gruß Hubert

Veröffentlicht 16. August 2012 von hubert wenzl in Politik

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