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Ich frage mich auch oft woher dieser Fremdenhass kommt. Welche psychische Strukturen sind nötig um so einen Hass aufzubauen? Die Sorge so genannter „besorgter Bürger“, dass dass das alles zu viel kosten könnte, kann es auch nicht sein. Denn die Bankenkrise hat ein Vielfaches dessen gekostet, was die Flüchtlinge kosten. Zudem müssen sich zum Beispiel Inhaber von Lebensversicherungen Verluste von fünfstelligen Beträgen in Kauf nehmen, da in der Folge der Bankenkrise die Zinsen drastisch gesenkt wurden um die Wirtschaft wieder anzukurbeln (mit kaum erkennbaren Erfolg). Warum gab es da keinen Shitstorm oder Aufschrei der „besorgten Bürger“? Zudem wurde diese Krise durch unersättliche Gier und Spekulationen der Banken ausgelöst, ohne dass sie nachher zur Rechenschaft gezogen wurden. So viel zur Aufrechnerei was Flüchtlinge kosten.
Dass ein Massen-Exodus von Flüchtlingen vor Deuschland vor große Herausforderungen stellt ist unbestritten. Dieser Hass und diese Hetze von Rechtsextremen, der bis zur Volksverhetzung geht, zu Brandstiftungen von Flüchtlingsheimen, Pöbeleien auf niederstem Niveau (u.a. blöde Schlampe und Hure von Seiten einer Frau in Heidenheim an Frau Merkel, ein Ort mit besonders vielen NPD-Anhängern) ist aber damit in keiner Weise zu rechtfertigen.

Es war wieder Brandstiftung

http://www.bild.de/news/inland/brand/brandstiftung-ebeleben-thueringen-42479662.bild.html

Hier ein Beitrag von web.de

© Mehmet Yilmaz / Anadolu Agency / picture alliance

Ob anonym im Internet oder direkt vor den Flüchtlingsheimen: Es scheint, als ob sich immer mehr Menschen im Hass auf Fremde zusammen tun. Aber woher kommt die Abneigung gegen Asylwerber und Flüchtlinge? Ein Konfliktforscher versucht Antworten zu geben.

Dampf ablassen, sich Luft verschaffen: Ressentiments auszuleben, ist wieder gesellschaftsfähig geworden. Anstatt sich für den Mangel an Selbstbeherrschung zu schämen, verteidigen so genannte Patrioten ein vermeintliches Recht auf Feindseligkeit. Verständnis für Schutzsuchende gibt es vielerorts keines. Dabei ist es offenbar auch egal, welche unvorstellbaren Strapazen Flüchtlinge auf sich genommen haben, um nach Europa zu kommen.

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Die Welt erlebt derzeit die größte Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Tausende Menschen sind auf der Flucht und suchen in Deutschland Asyl. Zugleich steigt hierzulande die Zahl der rechtsextremen Gewalttaten. In der folgenden Grafik sehen Sie, wo in Deutschland am meisten Ausländer und Asylbewerber leben – und wo besonders viele fremdenfeindliche Gewalttaten verübt werden.

„Besorgte Bürger“, die diese Bezeichnung verdienen, gibt es auch. Sie heißen verunsicherte Flüchtlinge mit Plakaten, Spenden, einem Lächeln und ganz konkreter Hilfe willkommen. Ihnen ist es zu verdanken, dass der schlechte Eindruck, der durch einige Randgruppen entsteht, nicht ganz so negativ ausfällt und dass aus einer Flüchtlingskrise nicht eine Krise der Mitmenschlichkeit wird. Doch warum reagieren die einen mit Hilfsbereitschaft und andere mit Hass?

Angst vor den Ärmsten der Armen

Besonders in Deutschland ist die Diskrepanz groß: Fast jeden Tag gibt es neue Meldungen über brennende Asylunterkünfte. 2014 zählte die Polizei in ganz Deutschland 150 Attacken auf Flüchtlingsheime. Das sind dreimal mehr Brand- und Sprengstoffanschläge auf Gebäude und Angriffe auf Bewohner als 2013.

Bild zu Flüchtlinge Syrien Herkunftsländer Flucht

Woher die Flüchtlinge kommen
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Aus diesen Regionen fliehen Tausende und geben alles auf.

Der Bielefelder Psychologe und Konfliktforscher Andreas Zick sagte kürzlich dem Westdeutschen Rundfunk (WDR): „2014 war das Jahr der Radikalisierung unserer Gesellschaft“. Sowohl am rechten wie auch am linken Rand seien die Einstellungen extremer geworden. Aber auch die Mitte der Gesellschaft verabschiede sich zunehmend von ihren gemäßigten Positionen, sagt Zick.

Erklären lässt sich diese „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“, wie Soziologen das Phänomen nennen, durch viele Faktoren. Einer davon ist die „Notwendigkeit einer Spannungsentladung“. „Unechte Konflikte“ dienen als Ventil, um den Dauerfrust über Stress in Job und Familie loszuwerden. Positiver Nebeneffekt: In der Frustration vereint, erfahren viele ein nicht mehr gekanntes Gemeinschaftsgefühl.

Auch Verteilungskämpfe spielen bei der fehlenden Solidarität gegenüber Flüchtlingen eine Rolle. Wer den Eindruck hat, dass der Zugang zu Gütern, die Aufrechterhaltung eigener Werte und damit Statusansprüche durch Flüchtlinge gefährdet sind, der reagiert aus dieser Angst heraus im Zweifelsfall mit Abneigung. Einige fühlen sich von als „Schmarotzer“ verschrienen Flüchtlingen bedroht, die ohne Arbeit Sozialleistungen beziehen. Oder von jemandem, der nicht säkular, sondern gläubig durchs Leben geht.

Soziale Folgen der westlichen Leistungsgesellschaft

Eine unbestimmte Angst vor den neuen Nachbarn, die sich in Hetze niederschlägt, gibt es genauso in anderen Ländern. In Dänemark ist sie so groß, dass die rechtspopulistische Dansk Folkeparti bei der diesjährigen Wahl mit 21 Prozent ins Parlament einziehen konnte. Sogar in Schweden, das bekannt für seine liberale Haltung ist, nehmen Angriffe durch rechtsextreme Gruppierungen zu.

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Regierung einigt sich auf Hilfspaket für Flüchtlinge – die wichtigsten Fragen.

Ob sich daraus ein Trend ablesen lässt, ist schwer zu sagen. Konfliktforscher Zick vermutet eine Ursache im Selbstverständnis westlicher Demokratien. In einer Leistungsgesellschaft, in der sich viele in jahrzehntelanger Arbeit einen bescheidenen Wohlstand aufgebaut haben, sind Neuankömmlinge, die „fürs Nichtstun bezahlt werden“, nicht gern gesehen. „Viele hier verstehen sich als Verlierer“, fasst der Wissenschaftler zusammen. „Doch selbst wenn Gewalt gegen ‚unnütze Leute‘ legitim scheint“, ergänzt er, „widerspricht das dem, was wir eigentlich auch sind: eine Wissensgesellschaft“.

Mehr Kontakt, weniger Vorurteile

Um Diskriminierung und Gewalt zu verhindern, müssen Vorurteile abgebaut werden. Und das geht am besten durch direkte Kontakte zwischen Einheimischen und Einwanderern. Wo eine Mischung beider Gruppen gegeben ist, funktioniere das Zusammenleben besser, erklärte der Kölner Stadtsoziologe Jürgen Friedrichs kürzlich dem Evangelischen Pressedienst. Daher sollten Flüchtlinge am besten in der Nähe der Mittelschicht untergebracht werden. „In der gut ausgebildeten Bevölkerung gibt es tendenziell weniger Vorurteile.“

Um Gemeinsamkeiten zu entdecken, braucht es auch Neugier – und die Bereitschaft, sich auf Fremdes einzulassen. Doch die scheint, in Anlehnung an Zick, nicht einmal mehr unter den gebildeten Bessergestellten selbstverständlich. „Spiegel“-Redakteur Jan Fleischhauer schreibt über die „Willkommenskultur,“ die in jedem Asylbewerber einen Neubürger sehe. Es liege jedoch auf der Hand, dass neben dem einen oder anderen nützlichen „Herzchirurgen“ einige nur kämen, um „die Gegebenheiten auszunutzen“.

Dabei ahnt Fleischhauer selbst: „In Wahrheit wissen wir sehr wenig über die Menschen, die Asyl beantragen.“ Offen bleibt die Frage: Wie viel wollen wir über das Schicksal dieser Menschen überhaupt wissen?
Von Christa Roth

Woher kommt der Fremdenhass?

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Berlin – Er ist Deutschlands wohl schlimmster Facebook-Hetzer. Benjamin Sch. (26) verhöhnte den syrischen Jungen Aylan (3), der auf seiner Flucht in ein besseres Leben im Mittelmeer ertrank.
„Wir trauern nicht, sondern wir feiern es“ schrieb der Hetzer aus Berlin auf seiner Facebook-Seite „Berlin wehrt sich“. Dort pöbelt er über Ausländer, Pädophile und Linke. Am Samstag stand die Polizei vor der Tür des polizeibekannten Neonazis (Körperverletzung, Volksverhetzung), gegen den 100 Strafanzeigen eingegangen sind: Hausdurchsuchung. BILD klingelte am Sonntag bei ihm an der Tür.

http://www.bild.de/regional/berlin/rassismus/bild-stellt-facebook-hetzer-42474058.bild.html

Hier noch ein Hass-Posting aus Südtirol.

Bozen – Die Quästur in Bozen teilt mit, dass die Polizeikräfte jenen Mann ausgeforscht haben, der sich mit Freude und Genugtuung auf Facebook über den Tod des kleinen Aylan äußerte.

Der Betreffende muss sich nun wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen das Mancino-Gesetz verantworten, das unter anderem rassistische Aufwieglerei ahndet.
Die Landtagsabgeordnete Elena Artioli erklärt in einer Aussendung, dass sie mit Giorgio Artioli – so der Name des mutmaßlichen Verantwortlichen – nicht verwandt sei.

Auch in Südtirol gibt es solche Rassisten, die sich über ertrunkene Flüchtlinge freuen, wie der Fall des Giorgio Artioli zeigt.
Der Bozner G.A. allerdings entzog sich einem rationalen und menschenwürdigen Diskurs, indem er sich via Facebook ganz offen über den Tod des Kindes freute. „Durch die italienische Politik hätte der Junge uns 50 Euro am Tag gekostet. So kostet er uns nichts. Hoffen wir, dass das wieder passiert“, meint G.A. in zynischem Ton. Laut Medienberichten habe der Mann zahlreiche Freunde in- und außerhalb Südtirols, auch mit Politikern sei er „befreundet“.

http://www.suedtirolnews.it/d/artikel/2015/09/06/bozner-hass-poster-loest-sturm-der-entruestung-aus.html#.Ve3IIpd8oSp


Gegen die Gutmenschen

Nicht so beim Bozner G.A. Er freute sich ganz offen über den Tod des Jungen. „Ihr Gutmenschen, es ist umsonst, wenn ihr das zeigt“, schreibt er zu dem von ihm geteilten Foto des toten Aylan. Und in einem weiteren Post wird es noch drastischer.

„Durch die italienische Politik hätte der Junge uns 50 Euro am Tag gekostet. So kostet er uns nichts. Hoffen wir, dass das wieder passiert“, meint G.A.
Via Facebook hat der Mann zahlreiche Freunde in und außerhalb Südtirols. Auch mit Politikern ist er „befreundet“.

Ein Kommentar dazu:
Rolf Kramer. Geschmacklos! Das Hirn und die Fähigkeit es zu gebrauchen sind zwei verschiedene Gaben, die einige nicht besitzen wie man an der Äußerung sehen kann. Menschen sind Ausländer irgendwo, Rassisten sind Arschlöcher überall.

http://www.stol.it/Artikel/Chronik-im-Ueberblick/Lokal/Bozner-feiert-den-Tod-des-kleinen-Aylan

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Gruß Hubert