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Die Entmannung unserer Sprache   Leave a comment

Das möchte ich gar nicht kommentieren weil es Wahnsinn und total durchgedreht ist. Ich würde mich in Grund und Boden schämen solche hirnverbrannten Vorschläge zu machen, wie man es in der Schweiz macht. Manche neue Wortschöpfungen, die geschlechtsneutral sein sollen, kann ich nur als einem perversen Hirn entsprungen sehen.  In der Schweiz tut sich da vor allem die Stadt Bern hervor. Ich kann solchen Leuten nur mit Spott begegnen. Übrignes könnte es bald sein, dass man das Schweiz sagt. Hier ein Artikel des Sprachvirtuosen Bastian Sick. Man ist eifrig dabei das Männliche in der deutschen Sprache zu kastrieren. Die Schweiz scheint da die Rolle des Schrittmachers übernehmen zu wollen.

Die Entmannung unserer Sprache

 

Die Entmannung unserer Sprache

Ist unsere Sprache sexistisch? Werden Frauen durch Wörter wie „Studenten“, „Besucher“ und „Fußgänger“ diskriminiert? Müssen wir das Deutsche einer Geschlechtsumwandlung unterziehen? Einige Bürokraten verlangen dies tatsächlich, vor allem in der Schweiz.

Als ich an einem ganz gewöhnlichen Freitag in der Zeitung blätterte, blieb ich an einem Artikel über Amtsdeutsch hängen, der so unglaublich war, dass ich mich prompt an meinem Kaffee verschluckte. Darin wurde über die Arbeit einer Schweizer Nationalrätin berichtet, die sich seit Jahren energisch dafür einsetzt, die Amtssprache so geschlechtsneutral wie möglich zu gestalten.

Mit Erfolg, wie sich zeigte. Denn im Sommer 2010 brachte die Stadt Bern einen „Sprachleitfaden für die Stadtverwaltung“ heraus, der die Vermeidung geschlechtsspezifischer Wörter empfiehlt. Anstelle von männlichen Personen- und Berufsbezeichnungen wie „Arbeiter“, „Kunde“, „Fußgänger“ und „Besucher“ solle man neutrale Begriffe wie „Arbeitende“, „Kundschaft“, „Passanten“ und „Gäste“ verwenden.

Ähnliche Bestrebungen kennt man ja bereits von unseren Universitäten, an denen es laut offizieller Sprachregelung keine Studenten mehr gibt, sondern nur noch Studierende. Der Berner Sprachleitfaden geht aber noch weiter. Auch bei Zusammensetzungen, die einen geschlechtsspezifischen Teil enthalten, müsse künftig umgedacht werden. Statt „Mitarbeitergespräch“ empfiehlt der Leitfaden „Beurteilungsgespräch“ – offenbar voraussetzend, dass es in Gesprächen mit Mitarbeitern immer um deren Beurteilung gehe.

Die „Einwohnerbefragung“ soll nach Willen des Berner Stadtrates künftig zur „Bevölkerungsbefragung“ werden. In Deutschland haben wir ja zum Glück noch das schöne kompakte Wort „Volksbefragung“ oder auch die „Volkszählung“, die zwar nicht unumstritten ist, aber das nicht aus  genderspezifischen Gründen.

Und nicht zu vergessen der Führerschein! Oder, wie man in der Schweiz sagt, „Führerausweis“. Der muss ebenfalls dran glauben. Denn wo bleiben da schließlich die Führerinnen? Darum soll der Führerschein in der Schweiz demnächst „Fahrausweis“ heißen.

Bei uns ist es im Prinzip ja ähnlich: Wenn man mit Alkohol am Steuer von der Polizei angehalten wird, heißt es auch hierzulande statt Führerschein plötzlich Fahrausweis – für Bahn und Bus.

Ebenfalls zu männlich: der „Fußgänger“. Auch der wird – schnipp, schnapp – seiner Männlichkeit beraubt. Der „Fußgängerstreifen“ – so sagte man im Schweizer Amtsdeutsch bislang zum Fußgängerüberweg – wird künftig zum „Zebrastreifen“. Das Zebra ist eindeutig sächlich und kann daher keinen Schaden anrichten. 

Ich bin mir nicht sicher, ob man die Sprache verändern muss, wenn man die Gesellschaft verändern will. Wörter wie „Fußgänger“ und „Kunde“ mögen grammatisch männlich sein, aber ihre Bedeutung ist so geschlechterübergreifend wie „der“ Mensch. Wenn ich das Wort „Person“ höre, denke ich auch nicht automatisch an eine Frau, nur weil „die Person“ weiblich ist. Und es ist mir egal, ob ich als Figur männlich oder weiblich bin, solange ich nur eine gute abgebe.

Die Entmannung der Sprache macht aber nicht beim Fußgänger Halt.

Wörter, die das erkennbare Wort „Mann“ enthalten, stehen auf der Berner Abschussliste ganz oben: Aus „Mannschaft“ wird „Gruppe“, und der „Ein-Mann-Betrieb“ wird zum „Ein-Personen-Betrieb“. In die Verlegenheit, die Fußballnationalmannschaft in „Fußballnationalgruppe“ umbenennen zu müssen, kommen die Schweizer zum Glück nicht, da diese für sie ohnehin nur kurz und knapp die „Nati“ ist. 

Da die Berner Stadtverwaltung ganz bodenständig denkt und sich nicht anschickt, nach den Sternen zu greifen, brauchte sie sich auch kein Ersatzwort für „bemannte Raumfahrt“ auszudenken. Was wäre dabei herausgekommen: „bemenschte Raumfahrt“? Im Unterschied zur behundeten und beafften Raumfahrt?

Und was ist in Bern nach neuer Sprachregelung wohl ein „herrenloses“ Fahrrad? „Besitzerlos“ kann es auch nicht heißen, denn der Besitzer ist genauso männlich wie der Herr. Es ist ja in der Schweiz nicht einmal ein Fahrrad, sondern ein „Velo“. Richtig kompliziert wird es, wenn es sich bei dem herrenlosen Fahrrad auch noch um ein Damenfahrrad handelt.

Ich möchte nicht in der Uniform des  Schweizer Polizeibeamten stecken, der zu Protokoll geben muss: „In der Berner Herrengasse wurde heute Vormittag ein herrenloses Damenfahrrad sichergestellt.“ Das klingt im neuen Schweizer Amtsdeutsch womöglich so: „In der Bernerinnen und Berner Gruppengasse wurde heute Vormittag ein kaufkundschaftsloses Velo für weibliche Verkehrsteilnehmende sichergestellt.“

Die Ideen der Sprachkastrationsbeauftragten gehen noch weiter: Auch die Wörter „Mutter“ und „Vater“ seien zu vermeiden, da diese „zu geschlechtsspezifisch“ seien. Anstelle von „Vater“ oder „Mutter“ solle man „der Elternteil“ schreiben – oder noch besser: „das Elter“! Demnächst wird es in der Schweiz dann keine Vaterschaftstests mehr geben, sondern Elterschaftstests. Nicht zu verwechseln mit dem Elchtest. Der Muttertag wird dann wohl irgendwann zum „Tag des austragenden Elters“ und der Vatertag zum „Tag des einschenkenden Elters“

Vielleicht sind die Schweizer in Geschlechterfragen deshalb so besonders sensibel, weil ihr Land zu den wenigen Ländern zählt, die einen weiblichen Artikel haben. Deutschland hingegen ist sächlich und somit – zumindest grammatisch – ebenso neutral wie Österreich. Wenn die Gender-Diskussion weiter vorangetrieben wird, kommt es womöglich irgendwann dazu, dass die Schweizer ihre Neutralität auch im Landesartikel verankert sehen wollen und von oberster Stelle verfügt wird: Ab sofort heißt es „das Schweiz“.

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http://www.bastiansick.de/kolumnen/zwiebelfisch/die-entmannung-unserer-sprache
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Hier noch ein Video zu:

Gender-Offensive: Mädchengerechte Spielplätze für München

Gruß Hubert

Veröffentlicht 13. März 2014 von hubert wenzl in Politik

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Sexualkundeunterricht in der Schweiz   Leave a comment

Hier ein Bericht über einen scheinheiligen Schweizer Moralapostel, Herrn Benjamin Spühler, der sich gegen den Sexualkundeunterricht an Schweizer Schulen stellen wollte. Im nachhinein stellte es sich heraus, dass er eine Kinderschänder war.
Hier ein Bericht von der TagesWoche.ch

Jetzt bleibt nur noch der Rückzug der Initiative

20.4.2012, 11:58 Uhr
Nachdem bekannt geworden ist, dass die treibende Kraft im Kampf gegen den Sexualkundeunterricht in den Schulen ein verurteilter Kinderschänder ist, wurde er vom Initiativkomitee ausgeschlossen. Doch das reicht nicht. Ein Kommentar von Monika Zech

Unfreiwillig im Mittelpunkt: Benjamin Spühler (Bildmitte, hier bei der Präsentation der Volksinitiative am Dienstag in Bern). (Bild: Keystone)

Nein, er sei nie wegen sexuellem Missbrauch einer Minderjährigen verurteilt worden, versicherte Benjamin Spühler der TagesWoche wie auch allen anderen Medien, die gestern Donnerstag via Mail eine entsprechende Information erhalten hatten. Der Vorwurf, dass ausgerechnet einer, der seit Wochen Sturm läuft gegen den geplanten Sexualkundeunterricht in Kindergarten und Primarschule, ein verurteilter Kinderschänder sein soll, las sich zunächst wie eine Verleumdungskampagne.

Doch im Laufe der Recherchen verdichtete sich der ungeheuerliche Verdacht. So berichtete die Basler Zeitung im September 1996 über einen Gerichtsfall vor dem Liestaler Strafgericht, bei dem einem damals knapp 45-jährigen Mann vorgeworfen wurde, ein Mädchen zwischen dessen 12. und 15. Lebensjahr unzählige Male zum Geschlechtsverkehr gezwungen zu haben. Die Berichte über diesen Gerichtsfall stimmten erschreckend mit den in der Mail erhobenen Vorwürfen überein. Der Versuch, beim Strafgericht Liestal kurzfristig eine Bestätigung von Spühlers Verurteilung zu erhalten, scheiterte. An einer gesetzlichen Bestimmung, wonach «Aussagen zu einem rechtskräftig abgeschlossenen Fall einer Amtsgeheimnisverletzung gleichkäme», so die Antwort aus Liestal.

Heute wissen wir: Benjamin Spühler ist ein verurteilter Kinderschänder. Unter dem zunehmenden Druck der recherchierenden Journalisten knickte er schliesslich ein und gab seine Verurteilung immerhin gegenüber seinen Gesinnungsgenossen in Sachen Sexualkunde zu. Zwar bestritt er die ihm vorgeworfenen Taten und tut das heute noch, aber das Gericht glaubte dem Opfer und schickte Spühler für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Dem Komitee der diese Woche in Bern eingereichten Volksinitiative «Ja zum Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» blieb nichts anderes übrig, als sich von ihm zu trennen. Doch das reicht nicht.

Unser Rechtssystem sieht zwar neben der Bestrafung eines Täters auch dessen Resozialisierung vor. Einfacher formuliert: Wer seine Strafe abgesessen hat, hat das Recht auf eine zweite Chance. Heikel ist allerdings, wenn einer sich in einem Betätigungsfeld tummelt, in dem er straffällig geworden war. Und gerade die rechtskonservativen Kreise, die sich sehr schnell und bereitwillig Benjamins Spühlers Kampf gegen den Sexualkundeunterricht angeschlossen haben, schreien am lautesten, wenn es um Pädophilie geht. Von lebenslänglicher Verwahrung über öffentliches Anprangern bis zu Zwangskastration wird alles an Forderungen eingebracht. Was dann an den Stammtischen in den Ruf nach Wiedereinführung der Todesstrafe umgewandelt wird.

Der Fall von Benjamin Spühler zeigt einmal mehr, wie gern das Thema Sexualität von Heuchlern besetzt wird. Wie lange haben Kirchenvertreter dank der Tabuisierung der Sexualität Kinder missbrauchen können!

Tatsache ist eben, und das bestätigen sämtliche Fachleute – auch die Polizei: Aufgeklärte Kinder lassen sich nicht so leicht missbrauchen. Und genau darum geht es beim Sexualkundeunterricht. Exakt mit dem Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung argumentieren diejenigen, die einen moderaten, selbstverständlich dem Alter der Kinder angepassten Sexualkundeunterricht einführen wollen.

Dass ein verurteilter Kinderschänder die Initiative gegen diese Aufklärung ergriffen hat, sollte allen, die sich ihm angeschlossen haben, Grund genug sein, diese Initiative zurückzuziehen. Es geht nämlich darum, unsere Kinder vor solchen Menschen wie Benjamin Spühler zu schützen.

Quelle:
http://www.tageswoche.ch/de/2012_16/schweiz/417307/jetzt-bleibt-nur-noch-der-rueckzug-der-initiative.htm

Anmerkung: Wollte Benjamin Spühler mit der Initiative gegen Sexualkundeunterricht erreichen, dass Typen seines Kalibers leichtes Spiel bei Übergriffen auf Minderjährige haben?

Genau um auch Kinder vor Übergriffen vor Sexualstraftätern zu schützen, ist der Sexualkundeunterricht unter anderem auch gedacht.

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Basler Regierung weist Rekurse gegen Sexualkundeunterricht ab

6.7.2012

Die Basler Regierung hat zwei Rekurse, mit denen Eltern für ihre Kinder die Dispensation vom Sexualkundeunterricht forderten, abgewiesen. Sie erachtet den Unterricht als verfassungskonform und geeignet, Kinder vor Übergriffen zu schützen und für die Gesundheitsprävention zu sensibilisieren. Von sda

Hier weiterlesen:

http://www.tageswoche.ch/de/2012_27/schweiz/435387/basler-regierung-weist-rekurse-gegen-sexualkundeunterricht-ab.htm

Gruß Hubert