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Die Mercers: Diese Milliardärs-Familie will Trump-Gegner bekämpfen   Leave a comment

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Bei Politikern muss man immer wissen woher das Geld kommt, daher ist Transparenz so wichtig. Denn jeder Geldgeber will auch wieder was zurück haben. Also werden Politiker für ihre Stimmabgaben gezahlt.

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Die Familie Mercer hat Trump aktiv im Wahlkampf unterstützt. (Bild: AP Photo/Charles Rex Arbogast)
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Mehrere Millionen Dollar hat die Mercer-Familie bereits in die Unterstützung Donald Trumps investiert. Über die Milliardäre selbst ist jedoch nur wenig bekannt.

Robert Mercer lebt zurückgezogen und gilt als äußerst wortkarg. Dabei hätte er sicherlich einiges zu erzählen: Der 71-Jährige ist erfolgreicher Hedgefonds-Manager, seine Familie gehört zu den reichsten in den USA. Und kaum ein anderer Multimilliardär nutzt sein Vermögen so nachdrücklich, um politische Ziele zu verfolgen.

Lesen Sie auch: Trump zieht erneut gegen “unehrliche” Medien zu Felde

Wie im Februar bekannt wurde, ist die Mercer-Familie Miteigentümer des rechtspopulistischen Nachrichtenportals „Breitbart News“. Nachdem Robert Mercer 2011 Steve Bannon kennenlernte, steckte er laut „Süddeutsche Zeitung“ zehn Millionen Dollar in die Entwicklung des rechten Medienimperiums.

Der jüngst ausgeschiedene Trump-Chefstratege und nun erneute „Breitbart“-Redaktionsleiter Bannon wurde schnell zum engen Vertrauten und politischen Berater der Mercer-Familie. Vor allem Robert Mercers Tochter Rebekah gilt als Fan von „Breitbart News“. Laut den Recherchen der „Süddeutschen“ soll sie es gewesen sein, die Donald Trump dazu brachte, Bannon ins Weiße Haus zu holen – quasi als Gegenleistung für Spenden in zweistelliger Millionenhöhe.

Robert Mercer = Cambridge Analytica, btw.

Robert Mercer and his daughter Rebekah have they same freakish father/daughter relationship as Trump & Ivanka pic.twitter.com/CNtgnEcPrr

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Auch andere Amtsvergaben sollen ganz im Interesse der Mercers geschehen sein, etwa die Ernennung des erzkonservativen Jeff Sessions zum Justizminister oder die Verpflichtung des mittlerweile wieder ausgeschiedenen Michael Flynn als Sicherheitsberater. Trump-Beraterin Kellyanne Conway soll ebenfalls auf Anraten der Mercers eingestellt worden sein.

Am Wochenende soll sich Robert Mercer für mehrere Stunden mit Steve Bannon getroffen haben, um die Zukunft von „Breitbart News“ zu besprechen. Wie die News-Website „Axios“ berichtet, wollen die beiden das Portal weiter ausbauen, um gegen die „Globalisten“ in Trumps Administration vorzugehen – allen voran die Präsidententochter Ivanka Trump sowie Schwiegersohn Jared Kushner, die vor allem Bannon als zu gemäßigt gelten.

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Breitbart-Chef Steve Bannon ist ein enger Vertrauter der Mercers. (Bild: AP Photo/Carolyn Kaster)
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Neben zahlreichen Spenden der Mercer-Stiftung an Organisationen aus dem rechten Spektrum erwarb der Multimilliardär Anteile an der Big-Data-Firma „Cambridge Analytica“. Deren Datenanalysen sollen es unter anderem einfacher machen, auf die Wahrnehmung potenzieller Wähler einzuwirken.

So ist es gar nicht nötig, dass Mercer, der Politiker für korrupte Betrüger, Armut für eine menschliche Schwäche und den Klimawandel für eine Lüge hält, selbst öffentlich das Wort ergreift. Er zieht im Hintergrund die Strippen – auch dank seiner enormen finanziellen Möglichkeiten.

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Die Mercers: Diese Milliardärs-Familie will Trump-Gegner bekämpfen

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Gruß Hubert

 

Apropos Lügenpresse   Leave a comment

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Diesem rechtsradikalen US-Portal breitbart.com des geschassten ex-Chefberaters Steve Bannon ist wieder mal ein Fauxpas passiert. Manchmal ist es das Ansinnen von rechtsextremen Seiten Stimmung zu machen und manchmal sind sie auch strohdumm, wie hier in diesem Fall. Hier machte man den Fußball-Millionär Lukas Podolski, der jetzt in Japan kickt zum Flüchtling, der sich per Dieser rechtsradikale US-Seite breitbart.com des geschassten ex-Chefberaters Steve Bannon ist wieder mal ein Fauxpas passiert. Manchmal ist es das Ansinnen von rechtsextremen Seiten Stimmung zu machen und manchmal sind sie auch strohdumm, wie hier in diesem Fall. Hier machte man den Fußball-Millionär Lukas Podolski, der jetzt in Japan kickt zum Flüchtling, der sich per Jetski von Marokko nach Spanien bringen ließ.

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Aus der Frankfurter Rundschau (20.08.2017)

Rechte Internetseite Breitbart macht Podolski zum Flüchtling

Die rechtsextreme Website „Breitbart“ bebildert eine Meldung über spanische Schlepper ausgerechnet mit einem Foto von Lukas Podolski.

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Lukas Podolski

Sieht so ein Flüchtling aus? Lukas Podolski auf dem Bild, das Breitbart verwendete. Foto: Markus Gilliar (DFB)

Kaum fliegt Steve Bannon aus dem Weißen Haus und ist zurück bei Breitbart. com, brennen bei der rechtsextremen Website die Sicherungen durch.Einen Artikel über eine spanische Schlepperbande bebildern die Macher mit einem Foto von Lukas Podolski. Aufgenommen im Jahr 2014 zeigt es den späteren Weltmeister beim Relaxen auf einem Jetski.

Die Meldung stammt von der Nachrichtenagentur AFP. Der Inhalt: die spanische Polizei habe einen Ring von Schleppern zerschlagen, die Flüchtlinge für ca. 5.000 Euro per Jetski von Marokko nach Spanien gebracht hatten. Die 18 Kilometer lange Überfahrt würden die motorisierten Miniboote in zehn Minuten schaffen, fast täglich wären die Schlepper unterwegs. Drei Schlepper habe die Polizei festgenommen, zwei weitere befänden sich auf der Flucht.

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Ein Screenshot zeigt die peinliche Symbolbild-Panne von Breitbart Network. Foto: screenshot

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Weil kein Bild von den Menschenschmugglern vorliegt, musste ein anderes herhalten. Also griffen die Macher von Breitbart zu einem drei Jahre alten Foto, das zumindest ein Jetski zeigt, gesteuert von einem Mann, der nordafrikanischer Herkunft sein könnte, und der einen Passagier an Bord hat. Der ist aber kein Flüchtling, sondern eben Podolski. Der mittlerweile für den japanischen Erstligisten Vissel Kobe aktive Fußballspieler grüßt lächelnd in die Kamera. Das Foto stammt auch nicht aus dem Mittelmeer, sondern wurde im Vorfeld zur WM in Brasilien aufgenommen.

Die Website Breitbart verbreitet ein Sammelsurium rechtsextremer und verschwörungstheoretischer Inhalte. Gegründet wurde die Seite 2007 vom Publizisten Andrew Breitbart. Von 2012 bis 2016 stand die Seite unter der Leitung von Steve Bannon, den US-Präsident Donald Trump 2016 als Berater ins Weiße Haus rief.

Am 18. August feuerte Trump Bannon, der umgehend wieder zu Breitbart wechselte. Seine Rückkehr feierte Bannon öffentlich. Er habe die „Finger wieder an den Waffen“ und „ziehe für Trump gegen seine Widersacher in den Krieg“.

Kosmopolit „Poldi“

Weltenbummler Podolski emigrierte nach Jahren beim 1. FC Köln, dem FC Bayern München, Arsenal London, Inter Mailand und Galatasaray Istanbul 2017 nach Japan. Wie auf nahezu all seinen Stationen avancierte „Poldi“ auch bei Vissel Kobe innerhalb kürzester Zeit zum Publikumsliebling. Der 32 Jahre alte Mittelstürmer, der als Kind mit seinen Eltern einst aus Polen nach Deutschland kam, engagiert sich neben seiner Karriere mit seiner Stiftung unter anderem für die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund.

[UPDATE: Mittlerweile hat man bei Breitbart die Bilder-Panne bemerkt und das Foto getauscht. Zu sehen ist jetzt der Ausschnitt eines mutmaßlichen Flüchtlingsbootes.]

Von Daniel Dillmann

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Apropos Lügenpresse

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Breitbart entschuldigt sich bei Podolski und erntet damit noch mehr Spott. Podolski selbst hat offenbar Besseres zu tun. Foto: fr.de

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Gruß Hubert

 

Trumps Hofberichterstatter will auch Deutschland verändern   1 comment

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Breitbart.com soll ja demnächst auch nach Deutschland kommen. Es ist also gut, wenn man darauf vorbereitet ist und weiß in welche Richtung es damit gehen soll. Breitbart.com wurde 2007 von Andrew gegründet mit dem Entschluss die Welt zu verändern. Breitbart.com positioniert sich ja extrems rechts und bedient unter anderem auch die erzkonservative Klientel. Mit denen habe ich große Schwierigkeiten und deren Gedankenwelt ist mir so fremd wir nur irgendwas. Wie zum Beispiel in den USA diese Tea Party. Mit solchen Leuten würde ich mich nicht an einen gemeinsamen Tisch setzen. Ich bin überzeugt davon, dass Breitbart auch bei der BW 2017 in Deutschland groß mitmischen wird, zu wessen Gunsten braucht man nicht fragen. Mit der Wahrheit nimmt es dieses Medium nicht so genau. Man muss ja nur daran denken was sie Obama alles angedichtet haben. Na dann Trump, mach es besser.

Noch etwas zu Erheiterung zum gefährlichsten Komiker der Welt – Trump. Er tat wieder mal groß damit, dass er die beste Rede der Welt vorbereitet hätte. Eine sehr gute Rede hatte ja sein Frau Melania gehalten – leider abgeschrieben von Michelle Obama. Nebenbei sieht er sich auch als besten Ehemann der Welt. Zu seiner derzeitigen Ehefrau sagte er: „Sie ist die beste Frau, also jetzt ist sie es“. Aber nun hier zu Donald.

„Ich habe eine Rede vorbereitet, aber wollen die Leute, dass ich eine vorbereitete Rede halte? Damit wir uns nicht falsch verstehen – es war die beste Rede der Welt, witzig, klug, grandios. Ich halte sie hier in der Hand, und jetzt, jetzt zerreiße ich sie. Ich zerreiße sie vor euren Augen, und jetzt, jetzt habe ich keine Rede mehr. Das macht mir nichts.“

Quelle: rp-online.de

Ja, „es ist schwer bescheiden zu bleiben, wenn man so großartig ist“, sagte einmal Cassius Clay. Der war aber wirklich der beste Boxer, der konnte sich das leisten. Aber beim Pöbler Trump klingen solche Sätze wie „beste Rede der Welt“, „bester Ehemann der Welt“ nur peinlich und lächerlich. Na, dann lassen wir ihn mal regieren, mal schauen ob er da auch der Beste ist.

Wenngleich es ja Trump viel leichter als Obama hat, weil er auch den Kongress auf seiner Seite hat. Bei Obama hat ja immer der quergeschossen und er zum Beispiel auch nicht die Waffengesetze verschärfen konnte.

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Zurück zu Breitbart.com auf rp-online.de

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Breitbart.com: Trumps Hofberichterstatter will auch Deutschland verändern

Monatelang vor der Wahl feuerte Breitbart.com Negativ-Schlagzeilen über die Regierung Obama ins Internet. FOTO: Screenshot

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Die Website Breitbart.com gilt in den USA als Meinungsführerin einer alternativ-rechten Bewegung. Sie bedient die Erzkonservativen und verhalf Donald Trump zur Präsidentschaft. Nun wollen die Betreiber expandieren. Die AfD freut sich schon.

Von Philipp Jacobs

Es ist eine Sommernacht 2007 in Jerusalem, als Andrew Breitbart den Entschluss fasst, die Welt zu verändern. Larry Solov, ein Weggefährte Breitbarts, erinnert sich: „Andrew drehte sich zu mir um und fragte mich, ob ich der 800-Mitarbeiter-Firma, in der ich arbeitete, den Rücken kehren würde, um mit ihm ein Medienunternehmen zu gründen.“ Solov tat es.

Heute kann man ohne zu übertreiben behaupten, dass die damals geschaffene Website Breitbart.com die Welt verändert hat. Sie ist mit dafür verantwortlich, dass Donald Trump, ein pöbelnder Milliardär, ins höchste Amt der Welt gewählt wurde. Breitbart.com bedient jene Klientel, die Trump ins Weiße Haus katapultierte: weiße Männer und Frauen, konservativ bis erzkonservativ im Gedankengut.

 

Stephen Bannon übernimmt das Ruder

Von Anfang an steht Breitbart.com auf der Seite des Republikaners. Lobt ihn, wenn er triumphiert, baut ihn auf, wenn er stürzt. Und Trump stürzte oft. Die Überzeugung geht gar so weit, dass die Verantwortlichen lieber einer eigenen Mitarbeiterin das Vertrauen entziehen, statt Trump anzugehen: Im März zeigt die Breitbart-Reporterin Michelle Fields Trumps damaligen Wahlkampfmanager Corey Lewandowski an. Er soll sie geschlagen haben. Die Chefs von Breitbart.com stellen sich auf Lewandowskis Seite. Fields verliert ihren Job.

Einer dieser Chefs ist seit 2012 Stephen Bannon. Wenige Monate nach der Fields-Affäre verlässt Bannon als Geschäftsführer die Website, um Donald Trump direkt im Wahlkampf zu unterstützen. Trump dankte Bannon für seine Treue, indem er ihn am Montag zu seinem Chefstrategen ernannte.

Ob Andrew Breitbart den Werdegang und Einfluss seiner Website so eingeschätzt hat, ist unklar. Er starb im März 2012 im Alter von 43 Jahren an einem Herzinfarkt in der Nähe seiner Wohnung in Los Angeles. Sein Traum war es, die „Garde der Medien“ zu zerstören, wie er einmal in einem Interview sagte. Angelehnt an den Erfolg der Internet-Zeitung „Huffington Post“ wollte Breitbart ein Sprachrohr schaffen, das den Mainstream-Medien mit tabulosem Journalismus den erhobenen (rechten) Zeigefinger vorhält. Heute ist es eher der Mittelfinger. Die Betreiber der Website haben eine Vorliebe für umstrittene Schlagzeilen mit hoher Klick-Garantie. Dazu gehört eine Zeile, in der der konservative Kommentator Bill Kristol als ein „republikanischer Spielverderber“ und „abtrünniger Jude“ bezeichnet wurde.

Eine andere Schlagzeile fragte Leser: „Was hätten Sie lieber? Dass Ihr Kind an Feminismus oder an Krebs leidet?“ Eine andere lautet: „Geburtenkontrolle macht Frauen unattraktiv und verrückt.“

Weiner-Affäre als wichtiger Faktor

Was Breitbart.com von vielen anderen, kleineren rechtspopulistischen Meinungsmachern im Internet unterscheidet, ist die Professionalität. Die Artikel der Autoren gelten sprachlich als sauber. Redigierfehler sind selten. Einige Coups kann man auch aufweisen. Im Mai 2011 etwa berichtet Breitbart.com als erstes Medium über den Sex-Skandal des demokratischen Abgeordneten Anthony Weiner, der ein Foto seines Geschlechtsteils an eine Studentin geschickt hatte. Weitere ähnliche Eskapaden Weiners beeinflussten in diesem Jahr auch direkt die Präsidentschaftswahl – zuungunsten von Hillary Clinton. Weiner war der Mann von Huma Abedin, einer der engsten Vertrauten Clintons. Abedin hat sich inzwischen von Weiner getrennt.

„Breitbart kommt nach Deutschland. Fantastisch!“

Breitbart.com besitzt heute mehrere Redaktionen in den USA. In Europa ist man seit 2013 in Großbritannien aktiv, wo die Website die Brexit-Bewegung massiv publizistisch unterstützt hat. Der britische Breitbart-Chefredakteur Raheem Kassam machte es wie Bannon in den USA und legte seinen Job als Journalist zwischenzeitlich nieder, um den Brexit-Befürworter und Parteichef der rechspopulistischen UK Independence Party, Nigel Farage, zu beraten.

In Deutschland und Frankreich stehe man bereits in Kontakt mit einigen Journalisten, um auch dort Redaktionen aufzubauen, sagte jüngst Breitbart-Chefredakteur Alexander Marlow der Nachrichtenagentur Reuters. Hierzulande freuen sich so manche Rechtspopulisten bereits auf das neue Angebot. Die AfD in Heidelberg twitterte etwa: „Breitbart kommt nach Deutschland. Fantastisch! Das gibt ein Erdbeben in unserer verkrusteten Medienlandschaft.“

Quelle: RP
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Trumps Hofberichterstatter will auch Deutschland verändern

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Gruß Hubert

 

„Heil Trump!“ für den künftigen Präsidenten   1 comment

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Ich glaube nicht, dass es unter Trump in den USA zu einem gerechteren Land kommen wird. Und ist ein Milliardär nicht selbst Establishment? Mit Entsetzen und Kopf schütteln nehme ich zur Kenntnis welche Töne beim amerikanischen Wähler angekommen sind. Da sind Leute wie wie Steve Bannon, der frühere Chef der rechtspopulistischen Webseite „Breitbart News“ und Richard Spencer von der Alt-Right-Bewegung salonfähig geworden. Ich kann das nur als Albtraum bezeichnen.

Ich glaube nicht, dass die „kleinen Leute“ von diesem „Regimewechsel“ profitieren werden. Wenn das die Zukunft der USA sein soll…?

Hier aus der FAZ

Alt-Right-Bewegung „Heil Trump!“ für den künftigen Präsidenten

Mit Steve Bannon als Trumps Chefberater könnte auch die Ideologie der „Alt-Right“-Bewegung ins Weiße Haus einziehen. Sie ist ein Sammelbecken für Rechtsradikale, Libertäre und Rassisten, die ihren Extremismus nach der Wahl offen zur Schau stellen.

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Nazi-Gruß in Washington: „Heil Trump!“

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Alt-Right-Bewegung „Heil Trump!“ für den künftigen Präsidenten

Mit Steve Bannon als Trumps Chefberater könnte auch die Ideologie der „Alt-Right“-Bewegung ins Weiße Haus einziehen. Sie ist ein Sammelbecken für Rechtsradikale, Libertäre und Rassisten, die ihren Extremismus nach der Wahl offen zur Schau stellen.

Die Szene, die sich am vergangenen Samstag im der amerikanischen Regierung gehörenden Ronald-Reagan-Building in Washington abspielte, nur ein paar hundert Meter vom Weißen Haus entfernt, übertraf noch die schlimmsten Befürchtungen vieler Amerikaner.

„Heil Trump, heil unserem Volk, Sieg Heil!“ rief Richard B. Spencer, und die rund 300 Zuhörer im Saal applaudierten nicht nur begeistert, sondern reckten vielfach sogar den rechten Arm in die Höhe.

Spencer ist Vorsitzender des „National Policy Institutes“ (NPI), einem Think Tank weißer Nationalisten. Er bildet die intellektuelle Dachorganisation der ultrarechten „Alt-Right-Bewegung“, einem schnell wachsenden Sammelbecken für weiße Nationalisten, Libertäre und offen Rechtsradikale. Bei seinem Jahrestreffen diskutiert das NPI jedes Jahr über die neue, weiße Gesellschaft, die seine Anhänger fordern – doch seit Donald Trump gewählt wurde, ist die Bewegung in Champagnerstimmung wie nie zuvor. „Die Wahl von Trump war für alle ein Erweckungserlebnis“, sagte Spencer am Samstag zur Eröffnung des Treffens, bei dem Vorträge wie „Trump und der neue weiße Wähler“ oder „Die Zukunft der Alt-Right-Bewegung“ auf der Agenda standen. „Wir sind noch nicht ganz das Establishment, aber wir sollten damit anfangen, uns so zu verhalten.“ (Anmerkung: aha, ein Offenbarungseid).

Auch über die Wahl der Mittel ließ Spencer keine Zweifel: „Für uns gibt es nur Eroberung oder Tod.“

„America first“ betrifft für die Alt-Right-Bewegung nur die Weißen

Die Alt-Right-Bewegung, so diffus sie ist, eint die Angst, die schon Kernstück der nationalsozialistischen Ideologie war – auch wenn Spencer eine Nähe zu dieser am Samstag bestritt: Dass die eigene Rasse, in diesem Fall die weiße, unter dem Ansturm der „minderwertigen“ anderen Rassen untergehen könnte.

[…]
Denn mit Steve Bannon, dem früheren Chef der rechtspopulistischen Webseite „Breitbart News“, den Donald Trump zu seinem Chefberater gemacht hat und der Breitbart als Plattform für die Alt-Right-Bewegung bezeichnet hat, könnte die Ideologie der „white supremacy“, der „weißen Vorherrschaft“, ihren Weg bis hinein ins Oval Office finden. Wie sehr Bannon, der als Chefberater den Zugang zum Präsidenten kontrolliert, ein ideologischer Einflüsterer Trumps sein wird – keine Frage treibt Amerika derzeit so um wie diese.

Bis Trump den 62 Jahre alten Bannon im August 2016 von „Breitbart News“ abwarb und zu seinem Wahlkampfchef machte, hatte dieser die für ihre rassistischen Tendenzen ohnehin berüchtigte Seite weiter ideologisch zugespitzt.

[…]

Es gibt kaum eine Gruppe außer der der weißen Männer, die auf „Breitbart“ nicht auf das Übelste attackiert worden wäre. Zwei Wochen nach dem Massaker in Charleston, bei dem der weiße Nationalist Dylan Roof in einer Kirche neun Schwarze erschossen hatte, veröffentlichte Breitbart einen Artikel mit der Überschrift „Lasst sie hoch und stolz wehen: Die Konföderierten-Flagge steht für eine glorreiches Erbe“.

Hier weiterlesen:

„Heil Trump!“ für den künftigen Präsidenten

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22.11.2016, von Oliver Georgi

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Aus dem Spiegel.

„Alt Right“-Bewegung Amerikas Ultrarechte feiern im Zentrum der Macht

Seit dem Wahlsieg Trumps gilt die „Alt Right“ als wichtige Kraft in Amerika. In der Nähe des Weißen Hauses berauschten sich die weißen Nationalisten an ihrem Erfolg. Jetzt wollen sie Einfluss auf die Politik nehmen.

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Richard Spencer in Washington

SPIEGEL ONLINE – Richard Spencer in Washington

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Richard Spencer hat Kopfschmerzen. Seit Tagen schon, sagt er, es liege aber nicht am Alkohol, sondern „am ständigen Gewinnen“. Zwar kennt die Schulmedizin keinen Zusammenhang zwischen Erfolgserlebnissen und Kopfweh, doch das stört niemanden von Spencers Anhängern. Sie johlen.

Der siegestrunkene Zustand hält bei Spencer, einem Anführer der amerikanischen „Alt Right“-Bewegung, und seinen Anhängern an, seit ihr Favorit die Präsidentschaftswahl gewonnen hat. An diesem Wochenende feierten Amerikas Ultrarechte im Zentrum Washingtons, drei Blocks vom Weißen Haus entfernt, und berauschten sich an Donald Trump und an sich selbst.

Die alternative Rechte Amerikas, kurz „Alt Right“, vor wenigen Monaten nur Fachleuten ein Begriff, steht seit Trumps Wahlsieg plötzlich im Rampenlicht. Sie war der vielleicht wichtigste Wahlhelfer des künftigen Präsidenten im Netz. Das nur schwer zu fassende Sammelbecken Ultrarechter folgt keiner einheitlichen Ideologie und hat Populisten und Nationalisten, Antisemiten und Rassisten in seinen Reihen.

Fashy Burschen

Lange führten viele Mitglieder eine Existenz in dunklen Ecken des Internets, versteckt hinter Avataren und Pseudonymen. Auf der Konferenz von Spencers Thinktank National Policy Institute im Herzen der Hauptstadt zeigten sich nun manche Protagonisten, Eigenschaften und Ziele der Bewegung etwas deutlicher.

Taktgeber ist der 38-jährige Spencer, ein guter Redner mit strengem Scheitel, der seine Agenda mit der „Verteidigung des europäischen Erbes der Vereinigten Staaten“ umschreibt. Am Samstag stand er im Dreiteiler auf der Bühne des Baalsaals im Kellergeschoss des Ronald Reagan Building und genoss die neue Aufmerksamkeit. „Die Medien sind besessen von uns“, rief er in den Saal. Die „Alt Right“ werde nicht mehr verschwinden und die Welt verändern.

Spencer bei seiner Rede in Washington

SPIEGEL ONLINE -Spencer bei seiner Rede in Washington

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250 Leute hörten ihm zu, es waren vor allem junge Männer in schicken Anzügen und mit akkuraten Frisuren, an den Seiten kurz geschoren. Es ist der „fashy“ Hairstyle, der einem hier so prominent gegenübertrat, dass man ihn nicht ignorieren konnte.

Fashy – ein Wort, das je nach Belieben zu „fashion“ oder „fascist“ ergänzt werden darf. Die „Alt Right“ liebt solche Doppeldeutigkeiten. Neben den vielen fashy Burschen ließen sich rund zehn Frauen ausmachen, drei rote „Make America Great Again“- Kappen und eine Kippa.

[…]

Hitlergrüße in Washington

Keine große Überraschung, dass diese Positionen auch Protest hervorriefen. Vor dem Tagungsgebäude gab es Demonstrationen und Rangeleien, einer der „Alt Right“-Leute kam mit blutender Stirn zurück in den Tagungssaal gelaufen.

 Am Freitagabend sagte eines der schicksten Restaurants im Zentrum Washingtons das Konferenzessen ab, aus Sorge vor gewaltsamen Protesten. Auch das Ausweichlokal wurde dann von teils vermummten Gegendemonstranten, die sich als Antifaschisten bezeichneten, gestürmt und Anführer Spencer mit einer nach Fäkalien stinkenden Flüssigkeit besprüht.

Ebenfalls aus dem Restaurant twitterte eine der wenigen „Alt Right“-Frauen, die ehemalige Reality-TV-Darstellerin und vehemente Trump-Unterstützerin Tila Tequila, noch ein Dreierselfie mit Hitlergruß und dem fast richtig geschriebenen Kommentar „Seig heil!“. Ansonsten: keine besonderen Vorkommnisse in Amerikas Hauptstadt am zweiten Wochenende der Ära Trump.

Von Fabian Reinhold, Washington

http://www.spiegel.de/politik/ausland/trump-anhaenger-der-alt-right-bewegung-amerikas-ultrarechte-feiern-a-1122182.html

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Gruß Hubert